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Die Nachkriegsentwicklung des Sports in der Amerikanischen Besatzungszone unter Berücksichtigung der Rolle des Arbeitersports

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 18 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungen nach dem 2. Weltkrieg.
2.1 Die allgemeine politische Situation
2.2 Kontrollierter Aufschwung durch die Militär- regierung in der ABZ?
2.3 Die Konsequenzen für den Sport in der ABZ
2.4 Die Rolle des Arbeitersports

3. Zusammenfassende Bewertung

4. Bibliographie

1. Einleitung

Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich mit dem Thema der Nach­kriegsentwicklung des deutschen Sports in der Amerikanischen Besat­zungszone (ABZ). Dabei gilt es zum einen, die allgemeine Situation nach der Diktatur darzustellen und zum anderen, mit welchen Mitteln die US-Amerikaner das besiegte und zerstörte Dritte Reich in die Demokratie zu führen versuchten.

Vom Allgemeinen dann zum Speziellen, d.h., es soll der sportliche Fra­genkatalog beantwortet werden. Wie packt man den Sport und sein Sys­tem an? Neu- oder Wiederaufbau? Zersplitterung oder Einheitssportbe­wegung?

Vorweg kann schon gesagt werden, dass dabei die Rolle der ehemaligen Arbeitersportler eine beachtenswerte war und somit auch Berücksichti­gung in dieser Hausarbeit finden muss.

Die Sekundärliteraturlage kann durchaus als schlecht miserabe bezeichnet werden. Eine gesamt süddeutsche Sportbetrachtung sucht man vergebens. So muss von einzelnen Landessportbünden auf die gesamte ABZ ge­schlossen werden.

„Um den Einfluß der Besatzungsmächte in ihrer realen Wirkung einschätzen zu können, muß man dabei die Sportentwicklung in dieser Zeit bis zumindest auf die Kreisebene zurückverfolgen. Dies ist meines Wissens bisher nirgendwo gesche­hen, so daß auf diesem Gebiet bislang mehr Thesen als gesicherte Erkenntnisse die Diskussion bestimmen.“ (Nitsch 1985, S. 41)

Nichtsdestotrotz muss das Ziel dieser Arbeit sein, eine möglichst um­fassende Darstellung über Situation und Problematik des Sportaufbaus in der ABZ zu liefern und kritische Fragezeichen hinter Kohärenzlücken in der Sekundärliteratur zu setzen. Wo möglich, sollen diese Lücken plausi­bel geschlossen werden.

Die Hausarbeit basiert auf der Referatsleistung in dem Hauptseminar „Die Nachkriegsentwicklung des deutschen Sports (1945-1957)“.

2. Entwicklungen nach dem 2. Weltkrieg

2.1 Die allgemeine politische Situation

Der Kriegsauslöser und -verlierer Deutschland lag ohne jeden Zweifel 1945 moralisch, geistig und körperlich am Boden. Seine Städte und Stät­ten waren von zwölf Jahren Schreckensherrschaft und von fast sechs Jahren Gefechte gezeichnet. Neben den Wohnvierteln trafen die Bomben auch zahlreiche Bildungs- und Sportstätten (Schulen, Turn- und Schwimm­hallen, etc.). Das dies einem raschen Aufbau des Bildungs- und Sport­standortes hinderlich war, steht außer Frage.

„Die noch vorhandenen Einrichtungen wurden zuweilen allein von den Besatzungs­soldaten genutzt. Schulunterricht im Drei-Schichten-System war bis weit in die 50er Jahre störungsfrei nicht möglich. Für Vereinssport in Schulturnhallen war kaum Platz.“ (Sywottek, In: Nitsch; Pfeiffer 1995, S. 2)

Selbst, wenn Gebäude dem Bombenhagel entgingen, hieß das noch lange nicht, dass die Einrichtungen dem deutschen Volk zur Verfügung standen. Die Besatzungsmächte, mit ihren Verwaltungsstäben und Orga­nisationseinrichtungen, nutzten diese Räumlichkeiten.

Nicht viel befriedigender stellte sich die Ernährungssituation nach dem 2. Weltkrieg dar. Die Lebensmittelkarten und die darauf zugewiesenen Kalorien reichten nicht zum Leben, sondern gerade einmal zum überle­ben.

Schwarzmarktgeschäfte und eine erhöhte Kriminalität waren die Konse­quenzen, die besonders bei Jugendlichen und Kindern, die in den ersten Nachkriegsmonaten keiner Schulpflicht nachkommen mussten, eklatant hoch waren.

2.2 Kontrollierter Aufschwung durch die Militärregierung in der ABZ?

Und in der Tat packten die Amerikaner die Probleme in Deutschland bzw. in ihrer Zone, die aus den Ländern Groß-Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Bremen bestand, zunächst beherzt an. „Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Kontrollen und Dezentralisierung der Wirtschaft, Repa­rationszahlungen, Bestrafung der deutschen Kriegsverbrecher und ein demokratischer Neuaufbau“ (Gissel 1988, S. 24) waren die grundlegenden Ziele der Alliierten und somit auch der USA. Insbesondere die „politische Säuberung“ hatte Priorität in der ABZ. Alle ehemaligen Nationalsozialisten sollten aus ihren Ämtern und Positionen entfernt werden.

Um zu differenzieren, erstellte die Militärregierung einen Fragekatalog, der über die vergangenen politischen Aktivitäten Aufschluss geben sollte (131 Fragen!). Mitläufer behielten meist ihre Position, während den am höchs­ten belasteten Nationalsozialisten der sofortige Arrest drohte (vgl. Infor­mationen zur politischen Bildung 1998, S. 26). Das dieser Auftrag nicht zu 100% zu erfüllen war, musste schnell eingesehen werden.

„Es begann die Ära eines neuen Klassenstaats, dessen Bürger man in „Haupt­schuldige“ und „Belastete“, in „Minderbelastete“ und „Mitläufer“ und in „Entlastete“ sortierte. Es begann die Zeit, in der „Persilscheine“, die Ehrenerklärung ehemaliger KZ-Häftlinge, wertvoller waren als pures Gold, wo aber auch größere Geldsummen bei der Festsetzung des neuen Status hilfreich waren. Es huben die Jahre an, in denen kleine Parteigenossen in die Arbeitslager wanderten, in denen hochqualifi­zierte Fachleute und Wissenschaftler im Steinbruch arbeiteten und in denen Profit-Haie, die sich vorher bei den oberen Zehntausend des NS-Reichs angebiedert hatten, bei den Spruchkammern nur eine kleine Geldbuße hinterlegten, während sie längst neue Geschäfte mit den neuen Herren machten.“ (Zentner 1989, S. 467)

Die angedeutete „Säuberungsprozedur“ hielten die Besatzer nur einen begrenzten Zeitraum aufrecht. Keine Gefängniskapazitäten und der Per­sonalmangel in der Verwaltung waren die hauptsächlichen Ursachen. Vielmehr verwendeten die USA nun ihre Kraft auf eine „Re-education“ der Deutschen. Diese „Umerziehung“ beinhaltete die geistig-politische Um­gestaltung, auf der Grundlage der demokratischen Werte. Wobei im Zentrum die Herrichtung der Bildungsinstitutionen stand, um die Inhalte der „Re-education und der konzipierten Schulpolitik überhaupt verbreiten und vermitteln zu können (vgl. DSB II 1990).

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Details

Seiten
18
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638195362
Dateigröße
628 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v14031
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Sportwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Nachkriegsentwicklung Sports Amerikanischen Besatzungszone Berücksichtigung Rolle Arbeitersports Hauptseminar

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Titel: Die Nachkriegsentwicklung des Sports in der Amerikanischen Besatzungszone unter Berücksichtigung der Rolle des Arbeitersports