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Finanzierung mittelständischer Unternehmen im Wandel durch "Basel II"

Masterarbeit 2001 53 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort vor

(Vor)Einführung

Chronologie der Eigenkapitalvorschriften

1. Einführung

2. Charaktisierung interner Rating-Systeme
2.1 Definition und Abgrenzung
2 2 Ziele und Zwecke des Einsatzes von Rating-Verfahren
2.3 Anforderungen an Rating-Systeme

3. Alternative Konzeptionen der Bonitätsanalyse
3 1 Systematisierung alternativer Verfahren der Bonitätsanalyse
3.2 Traditionelle Verfahren der Bonitälsanalyse
3.2.1 Intuitive Verfahren
3.2.2 Checklisten
3 2.3 Punklbewertungsverfahren (Scoring-Modelle)
3.2.4 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
3 3 Moderne Verfahren/mathematisch-statistische Systeme
3 3.1 Multivariate Diskriminanzanalyse
3 3.2 Künstliche Neuronale Netze
3 4 Ertrags- und Volatilitätsbewertung

4. Rating-Systeme in der Praxis der Kreditinstitute

5. Resümee

6. Ausgewählte Fragen

7. So wollen die Banken ihre Kunden benoten
- Kredit-Rating fordert den Mittelstand heraus
- Gezielte Maßnahmen helfen, Banken zu überzeugen
- Krisen meistert man am besten, indem man ihnen zuvor kommt
- Vertrauen und Offenheit sind Grundvoraussetzung

8. Traditionelle Kreditwürdigkeitsprüfung

9. Abkürzungen/Literaturhinweise

VORWORT

Der Inhall dieser Thesis erhebt den Anspruch als Domäne auch zu dem Wirkungs- bzw Kenntnisbereich des „disposiliven Faktors" - Unternehmensleitung - (mit) zu gehören Ohne Kenntnis vom Theseninhalt oder dessen Existenz als „Neue Spielregeln zur Kredit­vergabe" durch bankinterne Ratings wird es dem dispositiven Faktor künftig schwer sein, abgestimmtes und zielorientiertes Verhalten unter Beweis zu stellen. Auch dient diese Kenntnislage zur Wahrnehmung zugewiesener Primäraufgaben, welche unter der Rubrik „konstruktive Entscheidungen" betriebswirtschaftlich subsumiert werden.

Bei künftigen Kredilvergaben, Kreditprolongationen, Umfinanzierungen, Umschuldungen, also bei jeder bilanz- und/oder entscheidungsorientierten Finanzierungsmaßnahme steht nunmehr unausweichlich folgende Frage im Vordergrund: nach einer „akzeptablen Kreditwürdigkeit“.

Eine hierauf entsprechende Beantwortung wird nunmehr effizienter aus der Sicht der Banken ergehen, indem neuerdings bestimmte, konkretisierte Abstimmungsregeln durch „interne Rating-Verfahren zur Bonitätsklasslfizierung“ zur Anwendung kommen werden. Die bisherige Kreditvergabepolitik wird durch eine neue „Finanzierungs-(Wert-)Methode oder-Verfahren" namentlich „Basel 11“ abgelöst. Eine Vorgehensweise mit welcher zunächst der Versuch unternommen wird, das Risikomanagement bei den Banken durch Einsatz geeigeneter Verfahren zu minimieren.

Unabdingbar gehört die Kenntnis über diese Finanzierungs-(Wert-)Methode der Banken in den Wissensbereich der „Business Administration“ und damit zum Führungsinstrumentarium, um das gesetzte Ziel zu erreichen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(VOR)EINFÜHRUNG

(a.)

Schleppende oder gar nachhaltige fällige Kapilaldienste, Insolvenzen und/oder mangelnde oder gar untergedeckte Sicherheiten haben neuerdings die Kreditinstitute auf der Grundlage des Konsultationspapiers des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel II) veranlasst über Kreditvergabe-Entscheidungen neue Grundlagen zu erstellen, wobei sich nach einer „Linie" Neue Eigenkapitalbestimmungen oder Richtlinien (kurz: interne Ratingverfahren zur Kreditvergabe der Banken) entwickeln sollen. Das Konsultationspapier des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (kurz: Basel II) hat nicht nur zu einer lebhaften Diskussion zwischen den Kreditinstituten bzw. ihren Verbänden und der Wirtschaft geführt. Es hat auch eine neue Diskussion über Kreditverqabebereilschaft der Banken ausgelöst Eine Vielzahl von Interessenvertretern aus Wirtschaft und Politik haben in diesem Zusammenhang ihre Befürchtung zum Ausdruck gebracht, dass dem Mittelstand eine zunehmende restriktive Kredilqabepolitik von den Banken droht. Es wird erwartet, dass die Finanzierungskosten für viele kleine und mittlere Unternehmen steigen werden bzw. dass sie Schwierigkeiten haben werden, überhaupt ein Kreditinstitut für die Finanzierung von Investitionen zu finden.

Das Konsultalionspapier „Basel II“ soll international (und nicht nur national) Verwendung finden (vgl. IIF).

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit dem Standard der Diskussion um die Kreditvergabe­bereitschaft der Banken (Stand 30.06.2001). Für den Kreditnehmer stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob bzw. durch welche Maßnahmen der Kreditentscheidungsprozess beeinflusst werden kann. Dazu ist es hilfreich, die Kriterien einer Kreditentscheidung zu kennen. Die wesentlichen Entscheidungskriterien werden in einem internen Rating zu einem Bonitäts­urteil bzw zu einer Kreditrisikobewertung zusammengefasst. Das interne Rating ist ein Klassifi­zierungsverfahren zur Objektierung von Kreditentscheidungen. Aus der Kenntnis des Rating­verfahrens lassen sich Handlungsempfehlungen für Kreditnehmer ableiten.

Es handelt sich um „Neue“ Spielregeln durch bankinterne Ratings zur Finanzierung mittelstän­discher Unternehmen auf der Grundlage „Basel II".

Der hierfür zuständige Ausschuss wird davon ausgehen, dass nach Berücksichtigung erneuter Stellungnahmen - aller Kreditinstitute bzw ihren Verbänden (internationaler und nationaler) - bis spätestens 31.05.2001 die endgültige Fassung von „Basel II" etwa Ende 2001 veröffentlicht wird und etwa im Jahr 2004 umgesetzt werden kann. Eine Verschiebung auf das Jahr 2005 wird erfolgen.

Diese „Neuen Spielregeln" im Firmenkunden-Kreditgeschäft werden sich für die finanzierenden Institute wie auch für die Unternehmen ändern. Aufgrund der Bedeutung von Bankdarlehen für die Unternehmensfinanzierung gilt es, die nun konkretisierten Vorschläge des Baseler Ausschusses gut zu kennen und aktiv geeignete Maßnahmen rechtzeitig zu ergreifen, damit den zukünftigen Anforderungen frühzeitig und hinreichend Rechnung getragen wird.

(b.)

Für das interne Risikomanagement in Kreditinstituten gewinnt der Einsatz geeigneter Verfahren zur Einschätzung der Bonitätsrisiken von Kreditkunden - insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Reformierung der Vorschriften zur aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisiken - erheblich an Bedeutung. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über verschiedene Verfahren der Bonitätsklassifizierung sowie deren Einsatz in der Praxis der Kreditinstitute. Dieses Verfahren, auch unter der Bezeichnung „Finanzierungs-(Wert-) Methode" bekannt, ist umstritten.

Wirtschaft und Banken kritisieren diese aus ihrer Sicht völlig ungeeigneten Verfahren und versuchen eine adäquate Reformierung zu erreichen

In den Kreisen der Wirtschaft, Banken und Politik herrscht augenblicklich ein uneinheitlicher Meinungsstand über die (neuen) Rating-Verfahren zur Bonitätsklassifizierunq. Es gibt Gegner und Befürworter.

Folgende Medienbeilräge werden dazu vorgetragen

(1.) Banken warnen vor Nachteilen für Mittelstand: - ZKA - Standpunkt zu Basel II - [Handelsblatt vom 11 /12.05.2001]

„Die Verbände der deutschen Kreditwirtschaft befürchten eine Verteuerung der Mittelstandsfinanzierung infolge der vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht vorgeschlagenen neuen Eigenkapitalrichtlinie (Basel II). Heute wird der zentrale Kreditausschuss die Dachorganisation der Bankenverbände, den gemeinsamen Standpunkt der Banken, dem Bundesaufsichtsamt vorlegen. Vor allem die Risikoqewichte für die Rating-Verfahren halten die Banken für zu hoch. Die daraus resultierenden höheren Eigenkapitalanforderungen verteuern die Kredite für mittelständische Unternehmen, verlautete aus Bankkreisen. Auch die mit längeren Laufzeiten zunehmende Eiqenkapitalbelastunq benachteiligt die Unternehmen, die sich nicht am Kapitalmarkt sondern über langfristige Kredite finanzieren, lautet eine weitere Kritik. Der deutschen Kreditwirtschaft missfällt zudem, dass die Anwendung des internen Ratingverfahrens in einem gut entwickelten Geschäftsbereichs die Ausdehnung auf alle anderen Risikoaktiva und Geschäftsfelder nach sich zieht, wo aufgrund der unzureichenden Datenlage ansonsten auf das Standardverfahren zurückgegriffen würde. Ferner können die deutschen Banken bei den zur Messung der operationeilen Risiken vorgeschlagenen Indikatoren keinen direkten Zusammenhang zum Risikomanaqemenl erkennen. Aus Basel wurden inzwischen zwei Papiere angekündigt, die zum Verständnis der operationellen Risiken beitragen sollen [Es ist doch paradox, sich zu einem Sachverhalt zu äußern, der nicht bekannt ist), kritisierte ein Verbandsvertreler "

(2.) Furcht vor teuren Firmenkrediten:

- Sparkassenverband fordert Verbesserungen für den Mittelstand im Baseler Eigenkapitalpaket - [Handelsblalt vom 18./19.05.2001 ]

„Kredite für mehr als 3 Millionen mittelsländische Unternehmen in Deutschland könnten künftig spürbar teurer werden Das befürchtet der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) Viele kleinere und mittlere Unternehmen mussten bereits in der jüngeren Vergangenheit höhere Finanzierungskoslen in Kauf nehmen. Die Sparkassen befürworten Basel II grundsätzlich. Sie fordern jedoch deutliche Änderungen im Detail.“

(3.) Missbrauchter Mittelstand:

- neue Kapitalnormen für Banken - [Süddeutsche Zeitung vom 31 05.2001]

„Die Lektüre dauert lange und ist kompliziert, die Zeit für eine Stellungnahme war kurz bemessen. Die Konsultationsfrist für die Anfang dieses Jahres vorgelegten neuen interna­tionalen Eigenkapitalregeln des Baseler Bankenausschusses (Basel II) läuft an diesem Donnerstag (07.06.2001) ab. Die Kritik der Banken an der zu knappen Zeit war durchaus berechtigt. Nun bedeutet das Ende der formalen Konsultationsfrist allerdings nicht, dass bis zur Verabschiedung des überarbeiteten Entwurfs im Herbst nicht noch Änderungen möglich sind, Schon aus diesem Grunde sind die gerade in den letzten Wochen massiv vorgetragenen Klagen der Kreditbranche an einzelnen Regelungen von Basel II weniger berechtigt, zumindest aber voreilig“

(4.) Großbanken kritisieren Basel II:

- Teuer, konservativ und voreiligAA/ettbewerbsverzehrungen befürchtet - [- FAZ 02,06,2001 -]

„Die internationalen Großbanken haben deutlich Kritik am Konsultationspapier zur Revision der internationalen Eiqenkapitalreqeln im Kreditgewerbe (Basel II) geäußert. Sie halten seine Umsetzung für sehr teuer, die Regeln für zu konservativ und eine geplante vollständige Verabschiedung im Herbst für voreilig. Zugleich fürchten sie einen ungleich gewichtigen Wettbewerb. „Viele Institute werden sich den neuen Regeln entziehen“, sagte der Niederländer Jan Klaff auf der Frühjahrskonferenz des Instituts der Internationalen Finanzen (HF). Von ihnen wird vorgeschlagen, dass die Politik in den einzelnen Ländern mit der Meinungsbildung beginnt bevor jedes Detail festgelegt wird. Die Gesamtkosten für eine Anpassung an die neuen Regelungen ist abzuschätzen und in das entsprechende Kalkül der Banken zu stellen".

(5.) Banken ziehen sich aus dem Geschäft mit Kleinkunden zurück:

- Kritik an Basel II -

[Süddeutsche Zeitung vom 08.06.2001]

„Reichlich wurden von dem ICFW in Teilen die anstehenden Änderungen im sogenannten Baseler Papier kritisiert. Banken regeln damit risikoträchtige Kredite, welche nicht mehr mit Eiaenkapital unterlegt werden Das bedeutet das „Aus“ für eine

Mittelstandsfinanzierung. Eine Überarbeitung der Richtlinie wird gefordert1'.

v

(6.) Baseler Eiqenkapital-Reform „nicht befriedigend“:

- KfW-Chef Reich fordert Nachbesserungen der Baseler Vorschläge/

Existenz des Mittelstandes nicht gefährdet - [Financial Times Deutschland vom 08.06 2001]

„Nach Ansicht von Hans Reich, Sprecher des Vorstandes der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bedeuten die neuen Baseler Eigenkapitalrichtlinien keine generelle Gefährdung des Mittelstands. Allerdings forderte Reich vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) am Dienstag Abend, die bisherigen Reformvorschläge erneut zu überarbeiten, um die Belastung mittelständischer Unternehmen in Grenzen zu halten. Die Reform der Eigenkapitalrichtlinie soll die Effizienz und Stabilität der Finanzsysteme erhöhen. Nach den Vorschlägen von Basel II müssen risikoträchtige Engagements in Zukunft mit mehr Eigenkapilal unterlegt werden als weniger risikobehaftete Geschäfte. Weiterhin sind sämtliche banküblichen Sicherheiten uneingeschränkt eigenkapitalwirksam anzuerkennen. Als „nichtausreichend" kritisierte Reich auch die vorgesehene Erleichterung für Kleinkredite. Kurzum: Nachbesserungen der Baseler Vorschläge sind notwendig.11

(7.) Privatkundenqeschäft durch Basel II weniger attraktiv:

- Neue Eigenkapitalvorschriften beschleunigen die strategische Neuausrichtung vieler Banken -

[Financial Times Deutschland vom 12.06.2001]

„Nach der Implementierung von Basel II werden Firmenkunden strengeren Kriterien unterworfen sein als bisher. Wer ein gutes Rating bekommt, kann mit günstigen Kreditkonditionen rechnen. Wer sich hingegen nicht raten lässt, wird automatisch in die höchste Risikoklasse eingestuft. Bislang mussten die Banken einen Kredit an einen Großkonzern ebenso mit 8 % Eigenkapital unterlegen wie einen Kredit an einen noch substanzloses Jungunternehmen "

Dies ist ein kleiner Ausschnitt aus der Meinungsbildung einschlägiger Fachkreise.

Dieser kurze Ausschnitt aus der Meinung entsprechender spezifischer Kreise gibt zum Ausdruck, dass augenblicklich das Thema .interne Rating-Verfahren zur Bonitäts- klassifizierunq" umstritten ist. Es ist damit zu rechnen, dass noch eine Reformierung der gesamten bisherigen Regelungen erfolgen wird Keinesfalls ist davon auszugehen, dass eine totale Aufhebung dieser Verfahren emlreten wird Die Banken waren stets bestrebt aufgrund der sich allgemeinen nationalen und internationalen abzeichnenden negativen Wirtschaftslage und starker politischer Einflussnahme ein Risik-Manaqement aufzubauen, um dadurch im Vorfeld eine Vergabe von Krediten an nicht akzeptable Unternehmen begründend abzulehnen

Dies steht einem „Vorsichtsprinzip" im gewöhnlichen Geschäftsverkehr gleich.

Dennoch ist es, wie im Vorwort ausgedrückt, für die „Business Administration" Grund­voraussetzung den derzeitigen Kenntmssland über die „Neuen Spielregeln der Banken" zu kennen, wobei es auch für Pflicht wird, die weitere Entwicklung im Auge zu behalten. Mit einer Änderung der bisherigen Kreditvergabepolitik seitens der Banken ist sicher zu rechnen.

NB:

Offenkundig hat die Kritik aus allen Fachkreisen nunmehr den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht veranlasst „Basel II“ zu verschieben. Lt. Süddeutscher Zeitung vom 26.06.2001 wurde folgendes dahingehend publiziert:

„Basel verschiebt Kapitalrichtlinie“

wegen Kritik der Banken Einführung nun ein Jahr später.

„Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht verschiebt die Einführung neuer internationaler Eigenkapitalrichtlinien für die Kreditvergabe (Basel II) um ein Jahr. Das Gremium fasst nun die Verschiebung auf 2005 die Einführung der Richtlinie ins Auge, teilt bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angesiedelte Baseler Ausschuss mit.“

„Der Ausschuss reagiert damit auf die insgesamt über 250 Kommentare von Bankenverbänden und Rating-Agenturen zu dem im Januar in der Öffentlichkeit vorgestellten Entwurf Im Kern sieht der Basel Il-Entwurf vor, die Risiken der Banken bei der Kreditvergabe stärker zu differenzieren und sie so marktgerechter zu bewerten. Kreditnehmer mit eine höheren Kreditwürdigkeit (Bonität) können sich damit künftig preiswerter finanzieren als solche mit einer niedrigeren Bonität Das 1988 verabschiedete bis dato gültige Eigenkapitalabkommen (Basel I) schrieb dagegen noch eine pauschale Unterlegung von Kreditrisiken mit einer Eigenkapitalquote von 8 % vor. Gewisse Punkte, in dem Basel Il-Entwurf stieße bei den Banken auf Kritik. Der Baseler Ausschuss kündigte nun an, die Quote von ursprünglich vorgesehenen durchschnittlich 20 % der Eigenkapitalforderungen für optionelle Risiken, wie etwa Zahlungsausfälle, die durch Computerprobleme oder Manaqementfehler entstehen, zu senken. Auch bei den Kritiken für kleinere und mittelsländische Firmen sah der Baseler Ausschuss Anpassungen vor; die Eigenkapitalforderungen könnten in dem neuen Entwurf gesenkt werden.“

Chronologie der Eiaenkapitalvorschriften

- Juli 1988: Der Baseler Ausschuss veröffentlicht die erste internationale Vereinbarung zur Unterlegung der Bankgeschäfte mit Eigenkapital
- Ende 1992: Die Vereinbarung, genannt Baseler Akkord, tritt in Kraft Die Bankgesetzgebung in den wichtigsten Ländern ist entsprechend angepasst worden.
- Januar 1996: Das sogenannte Baseler Marktrisikopapier wird ebenfalls verabschiedet.
- Juni 1999: Das erste Konsultationspapier zur neuen Eigenkapitalvereinbarung - genannt Basel II - wird veröffentlicht. Vorsitzender des Baseler Ausschusses:

William Mc Donough

- Januar 2001: Das zweite Konsultationspapier zu Basel II erscheint. Bankinternes Rating wird zugelassen.
- Mai 2001: Die Beratungsperiode für Basel II läuft ab. Der Baseler Ausschuss will die Ergebnisse bei der Bemessung der Kapitalquoten berücksichtigen
- Ende 2001: Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung soll in ihrer endgültigen Form veröffentlicht werden,
- 2004: In den zwei Jahren bis 2004 sollen die neuen Regeln des Baseler Ausschusses in der nationalen Gesetzgebung umgesetzt werden

Mit Änderungen in jeder Hinsicht wird gerechnet.

NB: 2005: Verlängerung von 2004 auf 2005 wird beschlossen werden, wegen Kritik aus Bankkreisen (siehe: (Vor)Einführung NB: [Seite VI))

1. Einführung

ln jüngster Zeit sind interne Rating-Verfahren - nicht zuletzt durch die Diskussion im Zusammenhang mit „Basel II“ in aller Munde. Aufgrund der sogenannten „Rating-Lücke“, also der im Vergleich zu den in USA relativ geringen Verbreitung externer Ratings bei deutschen Unternehmen, wandte sich die deutsche Kreditwirlschaft vehement gegen den ursprünglich vom Baseler Ausschuss in seinem Konsultationspapier favorisierten Reformvorschlag (vgl. Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, Neuregelung der angemessenen Eigenkapital­ausstattung 1999), nachdem die aufsichtsrechtliche Eigenkapilalunterlegung künftig an die Qualität des jeweiligen externen Ratings eines Kreditnehmers geknüpft werden sollte. Aufgrund der durch eine solche Regelung befürchteten Wettbewerbsnachteile (zu den möglichen Aus­wirkungen der Baseler Reformvorschläge auf Eigenkapitalunterlegung deutscher Institute wird bei Rolfes/Emse die Bank 2000, 680 - 685 hingewiesen), wurde von deutschen Kreditinstituten durchwegs eine Orientierung der aufsichtsrechtlichen Unterlegungs­beträge an den durch die Banken selbst vergebenen Ratings gefordert. Eine derartige Regelung ist nun auch in der Neufassung des Konsultationspapiers (vgl. Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht The New Basel Capital Accord - Consultative Document 2001) vom Januar diesen Jahres (2001) in Form des sogenannten „Foundation Internal Rating Based (IRB) Approach" bzw. „Advanced IRB Approach" aufgenommen worden.

Vor diesem Hintergrund soll dieser Beitrag einen Überblick über alternative Rating-Konzep­tionen und die in der Praxis eingesetzten Rating-Verfahren geben Vorangehend ist zunächst der Begriff „internes Rating“ zu definieren und einzuordnen. Die mit dem Einsatz interner Rating-Systeme angestrebten Ziele und daraus ableitbaren Anforderungen bleiben den Beurteilungsrahmen für die anschließend dargestellten Verfahrens-Alternativen in Theorie und Praxis.

[...]

Details

Seiten
53
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783640518982
Dateigröße
10.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v140431
Note
Schlagworte
Charakterisierung interner Rating-Systeme - alternative Konzeptionen der Bonitätsanalyse Rating-Systeme in der Praxis der Kreditinstitute - traditionelle Kreditwürdigkeitsprüfung

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Titel: Finanzierung mittelständischer Unternehmen im Wandel durch "Basel II"