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Religionspädagogik

Hausarbeit 2007 17 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Was ist Religionspädagogik?

3. Zur Geschichte der Religionspädagogik

4. Probleme und Anforderungen an die Religionspädagogik

5. Religionspädagogik und Religionsunterricht
5.1. Ästhetische Bildung und Symboldidaktik
5.2. Korrelation von Glaube und Leben

6. Sind Korrelation etc. der Schlüssel zum Erfolg?

Literaturverzeichnis

1. Vorwort

In der folgenden Arbeit möchte ich kurz einen groben Überblick über die Religionspädagogik geben. Hierzu gehe ich zuerst auf den Begriff Religionspädagogik ein und möchte erklären was Religionspädagogik überhaupt ist. Anschließend gebe ich einen kurzen Überblick über die Geschichte der Religionspädagogik vor allem im 20. Jahrhundert. Danach beschreibe ich die heutigen Gegebenheiten und Probleme die auf die Religionspädagogik einwirken bzw. auf die die Religionspädagogik hin umgestaltet worden ist oder noch werden muss. Mit dem Thema Religionspädagogik und Unterricht befasst sich dann der nächste Abschnitt in welchem ich dann noch auf die Unterthemen ästhetische Bildung und Symboldidaktik sowie Korrelation von Glaube und Leben eingehe. Zuletzt gebe ich eine kurze Stellungnahme ob die vorgestellten Konzepte für den Religionsunterricht meiner Meinung nach auch den gewünschten Erfolg zeigen.

2. Was ist Religionspädagogik?

Religionspädagogik ist ein Wissenschaftsfeld mit einem eigenen Methodenregister und ist verknüpft mit dem christlichen Leben und Glauben da dieses von Beginn an „mit Lernen und Lehren, mit Unterricht und Erziehung, mit kultureller religiöser Überlieferung und Bildung zu tun“ hat. Ist also ein Weg „den Geist des Evangeliums in alle Generationen zu tragen“ was wiederum „eine notwendige Lebensäußerung der Gemeinden und Kirchen“ ist[1]. Zu beachten ist, dass es sich hierbei nicht nur um die Religionsdidaktik handelt sonder diese vielmehr ein Teil der Religionspädagogik ist.[2] Eine andere Definition lautet: „...jenes Ensemble von spezifischen Fragestellungen..., das seit dem Anfang des 20.Jh. ausdrücklich (von ev. und kath. Autoren) „Religionspädagogik“ genannt wird;“[3] So tritt die Religionspädagogik nach Auffassung der Urheber dieser Definition an die Stelle des bis dahin gängigen Begriffs der Katechese. Die Religionspädagogik findet sich in der Geschichte der christlichen Katechese wieder. Die Kirche hat „von Anfang an über Inhalt und Form ihrer Lehre für Taufwillige nachgedacht“ und z.B. in „den Katechetenschulen des 3. Jh. In Alexandrien und Caesarea und im 5. Jh. im Westen (Augustin) differenzierte Entwürfe katechetischer Theorie und Praxis vorgelegt und diese in allen Jahrhunderten danach immer wieder neu bedacht.“[4] Im 18. Jh. begann man auch den Schüler zu berücksichtigen und das Gespräch mit dem Schüler wurde eingeführt welches dazu befähigen sollte selbstständig Begriffe zu bilden[5]. Joachim Kunstmann[6] schreibt zur Begriffsbestimmung: „Die Religionspädagogik ist nach gängiger Einschätzung „eine moderne deutsche Wissenschaft zwischen Theologie und Pädagogik“[7].

Sie ist Teil der Praktischen Theologie, innerhalb derer sie sich am meisten von der ursprünglichen pastoraltheologischen, d.h. auf die Pfarramtsführung bezogenen Aufgabe entfernt hat. Ulrich Hemel definiert Religionspädagogik darum umfassend als „Theorie religiöser Vermittlung“. Ähnlich bestimmt Heinz Schmidt die Religionspädagogik als Vermittlung von Religion, die „in unserem Kulturkreis kein einheitliches Phänomen mehr“[8] ist.

Zur fachinternen Verortung schreibt Kunstmann, dass die Religionspädagogik vor allem als Reflexion des Religionsunterrichts an der Schuler verstanden wird und in Folge dessen die Fachdidaktik Religion dessen Faktoren reflektiert wie: Auswahl und Begründung von Unterrichts-Inhalten, Schüler, Lehrer, Methoden usw.

Diese Aufteilung in Religions- und Gemeindepädagogik kritisiert Kunstmann allerdings und fügt noch eine weitere, seiner Meinung nach, unsinnige Vorstellung an dass sich die Religionspädagogik bzw. die Religionsdidaktik ausschließlich auf die Schule bezöge obwohl die Gemeindepädagogik ebenso einer religionspädagogischen und religionsdidaktischen Reflexion bedürfe.[9]

Abschließend möchte ich Religionspädagogik zu definieren versuchen als Wissenschaft die sich in der Praktischen Theologie verorten lässt. Die Religionspädagogik steht in der Tradition der Katechese und ist demnach Vermittler und Überbringer des christlichen Lebens und Glaubens. Die Religionsdidaktik ist Teil der Religionspädagogik und hilft bei der Reflexion und Förderung der Bildung in allen Bereichen christlichen Lernens und Lehrens.

3. Zur Geschichte der Religionspädagogik

Da man, wie ich oben bereits erwähnte erst um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert von Religionspädagogik spricht möchte ich auch dort mit einer kurzen Übersicht über die Geschichte der Religionspädagogik beginnen.

Da sich die Religionspädagogik aber auch mit früheren Geschichte befassen muss sei hier auf die Geschichte der Katechese verwiesen auf die ich aber nicht weiter eingehen werde.

K. Wegenast beschreibt die Religionspädagogik als „Antwort auf den sich in der Aufklärung zeitigenden Modernisierungsprozess der mit einer normativ-deduktiven Vermittlung des „Glaubens“ nicht in Einklang zu bringen war“.[10]

Wichtig ist festzuhalten, dass zu Beginn des 20. Jh. ein Wechsel in den Bezugswissenschaften weg von der Dogmatik hin zur kritischen Bibelwissenschaft, Religionsphilosophie, Psychologie und Pädagogik vollzogen wurde.[11]

Bis ans Ende der 1950er Jahre band man den Religionsunterricht an die Bibel in Form einer autoritativen Verkündigung. Diese Praxis schlug allerdings fehl und man ging dazu über die autoritative Verkündigung durch eine „kritische Erschließung der Bibel mit dem Ziel, Texte verstehen zu lernen“[12] zu ersetzen oder zu ergänzen. Der so gestaltete Unterricht wurde als „hermeneutischer“ Religionsunterricht bezeichnet.

Vertreter waren auf evangelischer Seite M. Stallmann, H. Stock, G. Otto und K. Wegenast und auf katholischer Seite G. Stachel, H. Halbfas und W. Langer.

Ein weiterentwickeltes Konzept stellt der sogenannte „problemorientiere Unterricht“ dar. Vertreter dieser Idee sind u.a. K.E. Nipkow, H.B. Kaufmann u.a. Ziel war es aktuelle „Probleme des Einzelnen, der Gesellschaft und der Kirchen im Gespräch mit der Bibel und mit Entwürfen theologischer Ethik zu bearbeiten.“[13]

[...]


[1] Vgl. hierzu G. Bitter, R. Englert u.a.: Neues Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe, München 2002. S.13

[2] F. Schweitzer: Religionspädagogik. Lehrbuch Praktische Theologie Band1, Gütersloh 2006. S.137

[3] Vgl. hierzu G. Bitter, R. Englert u.a.: Neues Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe, München 2002. S.14

[4] K. Wegenast: Geschichte der Religionspädagogik. In: G. Bitter, R. Englert u.a.: I.o.g.W. (in oben genanntem Werk). S.40

[5] K. Wegenast: Geschichte der Religionspädagogik. In: G. Bitter, R. Englert u.a.: I.o.g.W.

[6] J. Kunstmann: Religionspädagogik. Eine Einführung, Tübingen und Basel 2004

[7] C. Grethlein: Religionspädagogik, Berlin/New York 1998 z.n.(zitiert nach) J. Kunstmann: Religionspädagogik. Eine Einführung, Tübingen und Basel 2004

[8] H. Schmidt: Leitfaden Religionspädagogik, Stuttgart 1991. S.12 z.n. J. Kunstmann: Religionspädagogik. Eine Einführung, Tübingen und Basel 2004

[9] Vgl. J. Kunstmann: I.o.g.W. S.13

[10] K. Wegenast: Geschichte der Religionspädagogik. In: G. Bitter, R. Englert u.a.: Neues Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe, München 2002. S.41

[11] Vgl. K. Wegenast: Geschichte der Religionspädagogik. In: G. Bitter, R. Englert u.a.: Neues Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe, München 2002. S.41

[12] K. Wegenast: Geschichte der Religionspädagogik. In: G. Bitter, R. Englert u.a.: I.o.g.W. S.42

[13] Vgl. K. Wegenast: Geschichte der Religionspädagogik. In: G. Bitter, R. Englert u.a.: I.o.g.W. S.43

Details

Seiten
17
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640490875
ISBN (Buch)
9783640490752
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v140847
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Erziehungswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
religionspädagogik religionsunterricht symboldidaktik korrelation glaube lernen

Autor

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Titel: Religionspädagogik