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Wie kam es dazu, dass Konstantinopel im späten Mittelalter durch die Osmanen erobert wurde?

Hausarbeit 2008 11 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Quelleninterpretation
1. Die Osmanen
2. Kriegsführung
3. Eroberung Konstantinopels

III. Ergebnis

IV. Quellen und Literaturverzeichnis
1. Quelle
2. Literatur

I. Einleitung

Die vorliegende Quelleninterpretation beschäftigt sich mit dem Beginn und Aufstieg der Osmanen und der Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453. Es wird untersucht, wie es überhaupt zu dem Kometen haften Aufstieg vom Hirtenzelt 1299 zur Hohen Pforte 1453 kam.

Als Quellengrundlage dient hierzu die Chronik „Denkwürdigkeiten und Zeitläufe des Hauses ’Osman“ vom Derwisch Ahmed[1] worin der Osmanische Bericht über die Eroberung Konstantinopels, 1453 mit enthalten ist. Diese Chronik reicht bis zum Jahre 1485.Ein Manko der Osmanen war bis 1453 das Festhalten von Ereignissen auf Papier. Leider sind daher relativ wenige osmanische Quellen bis zu dem Zeitpunkt bekannt. Erst nach der Eroberung von Konstantinopel wurden die Osmanen aktiver in der Geschichtsforschung.

Auf anderer Seite sind dagegen umso mehr Quellen bekannt. Größtenteils muss man sich bei diesem Thema auf byzantinische oder lateinische Quellen berufen. So ist das Buch von Ernst Werner[2] über den Anfang der Osmanen bis 1481 eine tiefgreifende detaillierte Lektüre. Grundlegende Zusammenfassungen über die gesamte Geschichte des Osmanischen Reiches bieten zudem die Autoren Ferenc Majoros[3] und Bernd Rill. Joseph Matuz[4] leistete ebenso seinen Beitrag zu den Grundlinien der osmanischen Geschichte. Almut Höfert[5] hat mit Ihrer Dissertation die politischen Beziehungen zwischen Europäern und Osmanen nach 1453 versucht zu beschreiben.. Jan Julian Norwich[6] gibt mit seinem Wissen den Untergang von Byzanz mit sehr guten Stichpunkten wieder da. Und schließlich bietet Steven Runciman[7] eine sehr genaue Betrachtung über den Falls Konstantinopels im Jahre 1453. Auf türkischer Seite ist zu nennen die Literatur von Erhan Afyoncu[8] worin Frage und Antworten zu speziellen Sachgebieten der Osmanen steht. Und schließlich ist eine sehr gute Übersicht über die Osmanen in Bülent Özükans[9] osmanischer Geschichte enthalten.

II. Quelleninterpretation

1. Die Osmanen

Wer waren die Osmanen und wo kamen sie eigentlich her? Diese Frage beschäftigt sich in diesem Abschnitt etwas genauer mit ihnen. Die Geschichte der Osmanen beginnt am Ende des 13. Jahrhunderts. Im Jahre 1299 erklärt der Anführer der Osmanen „Osman“, sich und seinen Klan unabhängig vom Joch der Rum Seldschucken[10]. Das islamisch geprägte Gebiet der Osmanen lag um die heutige türkische Stadt Eskisehir herum, südöstlich vom Marmara Meer und betrug ca. 1500 Km², was etwa die doppelte Größe des Bodensees entsprechen würde[11]. Angefangen als Hirtenstamm entwickelten sich die Osmanen mehr und mehr zu Berufskriegern, wodurch der Krieg und die Beutezüge zur Dauererwerbsquelle wurden. Schon früh waren Bemühungen zur Bildung von wichtigen strategischen Bündnissen zu sehen, so z.B. die Ehe zwischen dem Sohn von Osman, Orhan, mit der Tochter des späteren byzantinischen Kaisers Johannes Kantakuzenos im Jahre 1346 wodurch kurze Zeit später die Osmanen mit Byzanz gegen Serbien kämpften[12]. Die osmanische Expansion getrieben mit der Motivation des islamischen heiligen Krieges ging fortan weiter. Außerdem diente als Grundlage für den Aufstieg der Osmanen der Glaube an die Berufung des Hauses Osman zur Weltherrschaft[13]. Wichtige Eroberungen wie die an den Dardanellen gelegene Küstenstadt Gallipoli erstmalig im Jahre 1354 und erneut 1376, welche von da an als Flottenbasis für die nächsten Jahrhunderte diente, ist zu erwähnen[14]. Ein weiterer bedeutender Sieg der Osmanen erfolgte im Jahre 1389 auf dem Amselfeld im heutigen Kosovo. Dort wurde ein zahlenmäßig Überlegener Gegner welche aus serbischen, bosnischen, bulgarischen und albanischen Truppen bestand geschlagen. Von da an waren die Osmanen auch in Europa vertreten. Serbien wurde vorerst ein Vasallensaat des Osmanische Reich[15]. Durch die Tatsache der islamischen Expansion in Südosteuropa erfolgte im Jahre 1396 ein Kreuzzug gegen die Osmanen, angeführt vom späteren deutschen Kaiser Sigismund mit ca. 90.000 Mann aus Frankreich, Italien, Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Allerdings konnten diese Kreuzritter nicht die Osmanen stoppen was durch die verheerende Niederlage bei Nikopolis 1396 zum Ausdruck kam[16]. Da die Osmanen ihr Hauptaugenmerk gegen Ende des 14. Jahrhunderts auf Europa bzw. Südosteuropa gelegt hatten, unter anderem wegen den Rohstoffen auf dem Balkan, wurden die Gegner in Anatolien offensiver. Bezeichnend ist dazu, die erste größere Niederlage der Osmanen gegen Timur im Jahre 1402 bei Ankara[17]. Durch diesen Rückschlag des osmanischen Reiches konnte Europa vorläufig aufatmen und die Eroberung Konstantinopels durch die Türken um ein halbes Jahrhundert nach hinten verlegen. Die Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 wird im 3. Abschnitt dieser Arbeit tiefer untersucht. Die Gebietserweiterungen des Osmanischen Reiches betrugen bis zum Jahre 1400 auf etwa 690.000 Km²[18] und bis Mitte des 16. Jahrhunderts auf ca. 3.500.000 Km²[19]. Zeitweilig zählte dieses Imperium zu den stärksten Weltmächten mit der besten Artillerie und dem größten Herr der Welt.

[...]


[1] Kreutel, Richard Franz, Vom Hirtentenzelt zur hohen Pforte. Graz, 1959, S. 197.

[2] Werner, Ernst, Die Geburt einer Großmacht- Die Osmanen. Ein Beitrag zur Genesis des türkischen Feudalismus. Wien, 1985.

[3] Majoros, Ferenc; Rill, Bernd, Das Osmanische Reich 1300-1922. Die Geschichte einer Großmacht. Augsburg, 2000.

[4] Matuz, Josef, Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte. Darmstadt, 1985.

[5] Höfert, Almut, Den Feind beschreiben. „Türkengefahr“ und europäisches Wissen über das Osmanische Reich 1450-1600. Frankfurt, 2003.

[6] Norwich, John Julius, Byzanz. Verfall und Untergang 1072-1453. Düsseldorf, 1996.

[7] Runciman, Steven, The Fall of Constantinopel 1453, Cambridge 1965.

[8] Afyoncu, Erhan, Sorularla Osmanli Imparatorlugu 3. Istanbul, 2004.

[9] Özükan, Bülent, Osmanli Tarihi. Krulus: Bir imparatorluk doguyor 1299-1520. Istanbul, 2003.

[10] Matuz, S.30 .

[11] Matuz, S.32.

[12] Matuz, S.33.

[13] Majoros, Rill, S.39.

[14] Hild F., in: Lexikon des Mittelalters, Gallipoli, CD-Rom Ausgabe, Metzler Verlag 2000.

[15] Matuz, S.38.

[16] Majoros, Rill, S.123-125.

[17] Özükan, S.70.

[18] Matuz, S.44.

[19] Afyoncu, S.153.

Details

Seiten
11
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640513253
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v140949
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
2,3
Schlagworte
Istanbul osmanische Kriegsführung Islam Gallipoli Sultan Janitscharen Anatolien Sipahi Akinci Goldener Apfel Mehmed II. Konstantin XI. Rumeli Hisar Kanonen vom deutschen Ingenieur Urban Goldener Horn Sperrketten Byzanz is tin polin Ablasszettel vom Türkenkrieg

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