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Abstimmung von Ausbildungsverordnungen und Rahmenlehrplänen

Hausarbeit 2008 16 Seiten

Didaktik - BWL, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Gliederung:

I. Einleitung

II. Hauptteil
Struktur der Rahmenlehrpläne
Das Lernfeldkonzept
Handlungskonzept / Handlungsorientierung
Struktur der Ausbildungsordnungen
Verfahren zur Erarbeitung von Ausbildungsordnungen und
ihrer Abstimmung mit den Rahmenlehrplänen
Die Forschungs- und Entwicklungsphase
Vorverfahren
Erarbeitungs- und Abstimmungsphase
Erlass

III. Schluss

IV. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die Debatte um die Vergleichbarkeit und Vereinheitlichung der europäischen Bildungssysteme trägt zu einer intensiven Überprüfung der einzelnen Bildungssysteme in den EU-Staaten bei. Das deutsche Ausbildungssystem hat sich über Jahre bewährt. Dennoch ist die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden in der BRD in diesem Jahr erheblich angestiegen. Um für Ausbildungsplätze zu werben, müssen Politiker bei den Unternehmen hausieren gehen. Das duale Ausbildungssystem hat gerade in diesem Jahr gezeigt, dass es in konjunkturell schwachen Jahren, in Bezug auf die Zahl der Ausbildungsplatzangebote, sehr anfällig sein kann.

Wird das duale System in 10 Jahren noch existieren? Falls ja, so wie bisher oder sind tiefgreifende Veränderungen notwendig? Falls nein, wie sehen die Alternativen aus? Das duale System der Berufsausbildung ist Gegenstand einer kontroversen Auseinandersetzung geworden. Ob es in den nächsten Jahren, so wie es gegenwärtig strukturiert ist, noch Bestand haben wird, kann in dieser Hausarbeit sicherlich nicht geklärt werden. Dennoch möchte ich einen kleinen Einblick über den Status quo und das Szenarium der Abstimmung von Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplänen innerhalb des Systems wiederspiegeln.

Hat ein bedeutender Wandel der Rahmenlehrpläne und bei deren Umsetzung in vergangenen Jahren stattgefunden? Gehören Frontalunterricht, streng abgegrenzte Unterrichtsfächer und stupides Fachwissen der Vergangenheit an? Inwieweit die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz (KMK) Einklang und Akzeptanz bei der Umsetzung in den Schulen gefunden haben, ist zu hinterfragen. Durch die Umstrukturierung der Rahmenlehrpläne ist es dennoch aus meiner Sicht mehr denn je notwendig, die Lerninhalte mit denen der Ausbildungsverordnungen abzustimmen und eventuell zu korrigieren. Welche gesetzliche Grundlage beruht auf dieser Abstimmung? Welche Institutionen sind an ihr beteiligt?

Die Wirtschaft befindet sich in einem stetigen Wandel. „Während gestern die Computerbranche boomte, kann es heute schon der Dienstleistungssektor sein“. Der Arbeitsmarkt muss mit seiner Bildungsstruktur relativ schnell auf diesen Wandel reagieren können. Die Ansprüche an das Humanvermögen steigen stetig. Flexibilität und Mobilität sind mehr gefragt denn je. Kann ein solches ordnungspolitisches Konstrukt von
Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplänen so schnell auf diesen Wandel reagieren? Ist es in dieser Form sinnvoll?

Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich einen kleinen Beitrag zur Klärung dieser Fragen leisten. Dennoch sind sie zu komplex und umfangreich, um sie in dieser Arbeit letztendlich beantworten zu können.

II. Hauptteil
Struktur der Rahmenlehrpläne

Das duale Ausbildungssystem umfasst die schulische und betriebliche Berufsausbildung. Diese beiden Systeme ergänzen sich gegenseitig, um sowohl einen Praxis-, als auch einen Theoriebezug der Auszubildenden herzustellen. Aus verfassungsrechtlicher Sicht sind die Länder für die Ordnung der schulischen und der Bund für die betriebliche Berufsausbildung zuständig.

Die Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrpläne werden, unbeschadet von den gesetzlichen Zuständigkeiten, nach einem festgelegten Verfahren abgestimmt.[1] Das dezidierte Abstimmungsverfahren der beiden Berufsausbildungselemente wird in einem der folgenden Teile dieser Hausarbeit noch näher erläutert.

Der Rahmenlehrplan gliedert sich in folgende Elemente:

(1) Vorbemerkungen
(2) Bildungsauftrag der Berufsschule
(3) Didaktische Grundsätze
(4) Berufsbezogene Vorbemerkungen
(5) Lernfelder.

Die Teile eins bis drei sind bei allen Rahmenlehrplänen gleich. Die Teile vier und fünf sind je nach Ausbildungsberuf unterschiedlich gestaltet.

Die Lernfelder sind nach Ausbildungsjahren gegliedert und umfassen folgende Elemente:

- Die Bezeichnung des Lernfeldes
- Lernziele
- Lerninhalte
- Zeitrichtwerte der Lernfelder.

Die Bezeichnung des Lernfeldes kann je nach Ausbildungsberuf unterschiedlich sein. Das Lernfeldkonzept wird in dem folgenden Abschnitt noch ausführlicher beschrieben.

Lernziele beschreiben das angestrebte Ergebnis (z. B. Kenntnisse, Fertigkeiten, Verhaltensweisen), über das ein Schüler am Ende des Lernprozesses bzw. Lernfeldes verfügen soll. Sie sind nicht nach bestimmten Kategorien geordnet oder systematisiert. Lerninhalte bezeichnen die fachlichen Inhalte, durch deren unterrichtliche Behandlung die Lernziele erreicht werden sollen.

Zeitrichtwerte geben an, wie viel Unterrichtsstunden zum Erreichen der Lernziele innerhalb eines Lernfeldes einschließlich der Leistungsfeststellung vorgesehen sind.

Das Lernfeldkonzept

„Lernfelder sind durch Zielformulierungen beschriebene thematische Einheiten. Sie sollen sich an konkreten beruflichen Aufgabenstellungen und Handlungsabläufen orientieren. Sie sollen handlungs- und prozessorientiertes Unterrichten und Prüfen begünstigen. Indem die Berufsschule solche beruflichen Handlungsabläufe didaktisch aufbereitet, werden auch fachwissenschaftliche Anteile in den Erklärungszusammenhang des Lernfeldes mit einbezogen (...) Die Strukturierung des Rahmenlehrplans nach Lernfeldern soll nicht nur ganzheitliches Lernen anregen, sondern auch ganzheitliche handlungsorientierte Prüfungen“[2].

Bisher wurden Rahmenlehrpläne als bundesweite Vorgaben für die Landeslehrpläne vorrangig nach fachsystematischen Gesichtspunkten in so genannten Lernbereichen organisiert. Aktuelle Rahmenlehrpläne orientieren sich hingegen vor allem an betrieblichen Handlungsabläufen und zielen auf die Ganzheitlichkeit der Lernprozesse ab. Diese Veränderung führte zu einer neuen Strukturierung der Rahmenlehrpläne in Lernfelder.

Das Lernfeldkonzept gibt eine didaktische Struktur von Lernzielen und Inhalten vor, die das Ziel einer ganzheitlichen und handlungsorientierten Ausbildung im Berufsschulunterricht fördern soll. Die unterrichtliche Planung geht hierbei nicht von fachsystematischen Inhaltskatalogen aus, sondern verfolgt das gemeinsame Ziel beider Lernorte, dass Jugendliche am Ende eines Ausbildungsabschnitts berufliche Handlungsabläufe beherrschen. Für die unterrichtliche Umsetzung wurden die Handlungsabläufe didaktisch reflektiert und entsprechende Lernfelder gebildet. Mit dieser konzeptionellen Aufbereitung wird der Berufsschulunterricht stärker an die Erfahrungswelt der Auszubildenden angelehnt.

Lernen in Lernfeldern geht über die reine Vermittlung von Fachkompetenz hinaus. Im Sinne der Ganzheitlichkeit werden zusätzliche Kompetenzen, wie Methoden-, Sozial- und Individualkompetenz, stärker ins Zentrum gerückt. Lehrerinnen Lehrern und an den Schulen wird durch das Konzept ermöglicht, verstärkt erfahrungsbezogen und schüleraktivierend zu unterrichten.

[...]


[1] vgl. Benner, Hermann, Ordnung der staatlich anerkannten Ausbildungsberufe, Berlin und Bonn 1996, S. 78

[2] Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland IIB 1: Handreichungen für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der KMK für den berufsbezogenen Unterricht in, der Berufsschule und ihre Abstimmung mit Ausbildungsordnungen des Bundes für anerkannte Ausbildungsberufe, Bonn, .199,6, S. 20f.

Details

Seiten
16
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640509959
ISBN (Buch)
9783640510191
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v141535
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Schlagworte
Hausarbeit Ausbildungsverordnung Rahmenlehrplan Rahmenlehrpläne Abstimmung Kultusministerkonferenz

Autor

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Titel: Abstimmung von Ausbildungsverordnungen und Rahmenlehrplänen