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Die Geschichte Irlands von der Einwanderung der Kelten bis zur Erneuerung der irischen Kirche im 12. Jahrhundert

Seminararbeit 2004 15 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeittafel

3. Die Zeit der Kelten

4. Die Ausbreitung des Christentums

5. Das goldene Zeitalter

6. Das Hochkönigtum und die Wikingerkriege

7. Literatur

1. Einleitung

Kennzeichnend für die irische Geschichte von der Einwanderung der Kelten bis zum Ende der Wikingerkriege sind die Sonderwege, die die irische Gesellschaft im Gegensatz zu den Gesellschaften auf dem europäischen Kontinent gegangen war.

Die nach Irland eingewanderten Kelten gehörten zwar einer großen Kulturgemeinschaft an, entwickelten jedoch eine andere Form des Zusammenlebens als die auf dem europäischen Festland lebenden Kelten. Auch nach der Christianisierung Irlands entwickelte sich auf der Insel eine besondere Form der Kirchenstruktur. Während sich auf dem europäischen Kontinent die diözesane und episkopale Kirchenstruktur entwickelte, setzte sich in Irland rasch die monastische Form durch.[1] „Thereafter it developed a highly literate society which has left a substantial corpus of literature in both Latin and irish, alloweing us to form a mental picture of dark-Age Irland that is clearer than that offered by most other European countries.”[2]

Auf Ereignisse, sowie auf bedeutende Personen der irischen Geschichte wird hier, aufgrund der Größe des zu behandelnden Zeitraums, nur vereinzelt eingegangen. Stattdessen soll ein Überblick über die verschiedenen Strukturen der irischen Gesellschaft und deren Besonder- heiten gegeben werden.

2. Zeittafel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Die Zeit der Kelten

Bis heute fehlen aufschlussreiche archäologische Nachweise über Art und Zeitpunkt der keltischen Einwanderung nach Irland. Die ersten keltischen Siedler gehörten jedoch nicht zu der großen Einwanderungswelle des 5. vorchristlichen Jahrhunderts, welche die britische Insel überflutete. Dies kann aufgrund sprachlicher Untersuchungen belegt werden. Möglich wäre auch eine Wanderung iberischer Kelten nach Irland im 6. Jahrhundert vor Chr.[4]

Die irischen Kelten gehörten ebenso wie die britischen Kelten einer großen Kulturgemein- schaft an, die sich über weite Teile Europas ausbreitete. (Balkan, Alpen, südwestliche Gebiete in Deutschland, Frankreich, Spanien und eben Großbritannien und Irland). Im Gegensatz zu der kontinentalen keltischen Kultur konnten für das vorchristliche Irland bisher keine stadtähnlichen, befestigten Siedlungen nachgewiesen werden.[5]

„Stattdessen scheinen unzählige regionale und lokale Führer in eher bescheidenen befestigten „Herrensitzen“ gelebt zu haben, denen sicher keine urbanen Funktionen zugesprochen werden können.“[6]

Für die irischen Kelten war die Grundform des Zusammenlebens die Familie (fine), der bis zu vier Generationen angehören konnten. „Eine vollständige Familie wurde in Irland als deirbh-fine bezeichnet und umfasste vier Generationen vom cenn fine (Vater, Familienoberhaupt) bis zum Großneffen. Hier lag die Grenzlinie, hinter der eine neue Familienstruktur begann.“[7]

Mehrere Familien lebten zusammen in einem größeren Territorium und bildeten dann den Stamm (tuath) dem ein König (ri) vorstand. Die Familie war verantwortlich für die Taten ihrer Mitglieder und war auch der Rache verpflichtet, wenn ein Familienangehöriger getötet wurde. Oftmals wurde anstelle der Blutrache die Zahlung von Blutgeld akzeptiert.[8]

Mehrere „tuatha“ konnten sich zu einer größeren Einheit zusammenschließen. Dies geschah öfter in Gebieten, in denen sich überregional bedeutende sakrale Stätten befanden. Bündnisse zwischen verschiedenen „tuatha“ aufgrund gemeinsamer Interessen waren meist nur von kurzer Dauer. So entstand schon in frühester keltischer Zeit in Irland ein ausgedehntes, aber auch sehr wechselhaftes Bündnissystem oberhalb der Stammesebene, aus dem sich im Laufe der Zeit die vier Provinzen Ulster, Leinster, Munster und Connacht herausbildeten.

Grund und Boden befanden sich in keltisch–irischer Zeit in Familienbesitz, so dass der Besitz

von Vieh die soziale Stellung des einzelnen bestimmte. Vieh war das älteste und auch für sehr lange Zeit einzige Zahlungsmittel in Irland. Viehbesitz war jedoch ein Privileg der Freien (flaihti). Die Klasse der Freien setzte sich aus den dominierenden Familien zusammen. Freie hatten auch das Recht Waffen zu tragen. Man könnte diese Schicht der Freien auch als keltischen Adel bezeichnen. Die Stammesversammlung (oenach) setzte sich aus dem kleinen Kreis der Waffen tragenden Freien zusammen.[9] Hierzu J. Elvert: „Eine der wesentlichen Aufgaben dieser Instanz war die Wahl des rí. Der König wurde nicht unbedingt auf Lebenszeit gewählt.“[10] Verstieß der König gegen den Ehrenkodex seines Amtes, konnte er von der Stammesversammlung auch wieder abgewählt werden. Seine Hauptaufgabe war es, seine Gefolgsleute im Krieg anzuführen. Unter den Freien folgte die Schicht der nur eingeschränkt freien Gefolgsleute (céile), die in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Freien lebten (Pachten von Vieh zur eigenen Nutzung gegen Zahlung von Abgaben, oder Aufgabe persönlicher Rechte). Für die soziale Stellung und die Macht eines freien Mannes innerhalb der Gesellschaft war der Besitz von Vieh, die einzelnen Abhängigkeitsverhältnisse seiner Gefolgsleute so wie ein reich ausgestatteter privater Besitz von enormer Bedeutung.

[...]


[1]. Jürgen Elvert, Geschichte Irlands. München, 1999, 87

[2]. Sean Duffy, Atlas of Irish History. Dublin, 1997, 11

[3]. Jürgen Elvert, Geschichte Irlands (s. Anm1), 481-482

[4]. J. Elvert, Geschichte Irlands (s. Anm. 1), 36

[5]. J. Elvert, Geschichte Irlands (s. Anm. 1), 37

[6]. J. Elvert, Geschichte Irlands (s. Anm. 1), 37

[7]. J. Elvert, Geschichte Irlands (s. Anm. 1), 4

[8]. T. W. Moody and F.X. Martin, The Course of Irish History. Dublin 1994, 49

Details

Seiten
15
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640498697
ISBN (Buch)
9783640498710
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v142034
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Historisches Seminar
Note
2,0
Schlagworte
Irland Kelten Kirchengeschichte Kirchenstrukturen

Autor

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