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Fama und French

Das Drei-Faktoren-Modell

Hausarbeit 2009 15 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erwartete Eigenkapitalrendite und das CAPM

3. Erweiterung: CAPM zum Drei-Faktoren-Modell
3.1. Zusätzliche Risikofaktoren
3.2. Das Drei-Faktoren-Modell
3.3. Anwendungen
3.4. Kritik

4. Fazit

5. Quellen

1. Einleitung

Seit seiner theoretischen Begründung durch unabhängig voneinander geführte Untersuchungen in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat das Capital Asset Pricing Model (CAPM)1 zur Bestimmung von Kapitalkosten stetig an Einfluss in der wirtschaftswissenschaftlichen Praxis gewonnen. Mit dem von William Sharpe, John Lintner und anderen entwickelte Modell ist es möglich einen kapitalmarktorientierten Eigenkapitalkostensatz zu bestimmen, der sich vor allem durch das Risiko der Unternehmung im Bezug zum Marktrisiko bestimmt.

Die Attraktivität des Modells ist leicht nachzuvollziehen: Mithilfe eines Faktors, dem Marktrisikofaktor und der Zuhilfenahme historischer Renditen lassen sich scheinbar präzise Aussagen über zukünftige Rendite- erwartungen treffen. Und tatsächlich scheint der Zusammenhang für gewisse Perioden nachweisbar zu sein. Fama und French (1992) zeigen auf, dass für die Zeit von 1926 bis 1941 und mit nachlassender Genauigkeit auch für die längere Periode von 1926-1968 ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Größe und der erwirtschafteten Rendite besteht.

Diese und andere Studien (Womack and Zhang, 2003; Fama and French, 2004) belegen zudem, dass das einfache auf einem Faktor basierende Modell für Renditen nach 1968 keine hinreichende Erklärung liefert.

Aus diesem Grund hat die wirtschaftswissenschaftliche Forschung versucht ein Modell zu finden, dass die Realität besser abbildet als es durch das CAPM der Fall ist. Im vorliegenden Text wird einer der vielversprech- endsten Ansätze beschrieben: Das Drei Faktor Modell von Eugene F. Fama und Kenneth R. French.

Hierfür wird im Abschnitt zwei noch einmal kurz auf die Bedeutung der Eigenkapitalkosten und die Funktionsweise des CAPM eingegangen. Dies erscheint auch vor dem Hintergrund wichtig, dass das Drei-Faktor-Modell letztlich eine Erweiterung des CAPM Ansatzes ist.

In Punkt drei wird dann die Systematik und der Aufbau des Drei-Faktor- Modells beschrieben und auf die Genauigkeit der Ergebnisse eingegangen. Des Weiteren werden Anwendungen des Modells beschrieben und auf einige Kritikpunkte hingewiesen.

Schließlich wird dann im vierten Abschnitt ein kurzes Fazit gezogen.

2. Erwartete Eigenkapitalrendite und das CAPM

Die Bestimmung der Eigenkapitalkosten ist grundlegender Bestandteil der modernen Portfoliotheorie, die - u. a. ausgehend von der Annahme, dass Investoren rational handeln- Risiko und Rendite in einen direkten Zusammenhang stellt. Ein Mehr an Rendite ist nur für eine Inkaufnahme eines höheren Risikos zu erreichen. Hierbei spielt nur systematisches Risiko eine Rolle. Diversifizierbares, d.h. vom Anleger durch Kombination verschiedener Werte umgehbares, Einzelrisiko wird nicht berücksichtigt.

In diesem Kontext gewinnt die Bestimmung der Eigenkapitalkosten für die Zusammensetzung risikooptimaler Portfolios an Bedeutung. Des Weiteren kann durch den Vergleich erwirtschafteter und erwartbarer Renditen die Performance von Firmen- oder Portfoliomanagern gemessen werden.

Ein anderes wesentliches Einsatzfeld ist die Bewertung von Unternehmen u.a. im Zuge von Zusammenschlüssen und Akquisitionen mit Hilfe von Verfahren wie der Discounted Cashflow Methode. Hierbei dient der ermittelte Eigenkapitalkostensatz als Diskontierungszins.

Beim CAPM Modell wird hierzu der Rendite einer risikofreien Anlage ein unternehmensspezifischerer Risikozuschlag aufgerechnet, der sich aus der Differenz aus durchschnittlicher Marktrendite abzüglich der risikofreien

Rendite gewichtet um einen Marktrisikofaktor berechnet2. Dies führte zu folgender Gleichung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie bereits angedeutet schien der Zusammenhang zwischen Eigenkapital- rendite und einem einzigen Risikofaktor für kurze Perioden anfangs des 20. Jahrhunderts zu halten. Darüber hinaus stellten Fama und French (1993) fest, dass für große Unternehmen mit niedrigem Verhältnis von Buchwert zu Marktwert CAPM hinreichend genaue Erklärungen liefert3 (eine ausführ- lichere Beschreibung dieses Zusammenhangs findet sich in Punkt drei).

Tests, die sich auch auf spätere Perioden konzentrieren, liefern jedoch ein deutlich schlechteres Bild der Vorhersagegenauigkeit des CAPM. So gelangen Fama und French (2004) zu der Erkenntnis, dass das Risiko- Rendite-Verhältnis im Zeitraum 1928 bis 2003 wesentlich schwächer ist als vom CAPM prognostiziert. Soll heißen, die Renditen für Aktien oder Portfolios mit öher aus, während die Renditen für Anlagen mit hohem ückbleiben (vgl. Abb.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1:Durchschnittliche Renditen von wertgewichteten Portfolios im Zeitraum 1928-2003 nach Fama und French (vgl. 2004, S. 33)

[...]


1 In einigen wissenschaftlichen Arbeiten über das Thema (z.B. Fama and French, 1992) wird zur genaueren Abgrenzung von anderen Kapitalpreismodellen auch der Begriff Sharpe-Lintner-Black (SLB) Modell benutzt. Da sich der Begriff CAPM aber weitgehend für das spezielle Modell zur Kapitalpreisbestimmung durchgesetzt hat, wird in dieser Arbeit der Begriff CAPM verwandt.

2 der faktor ß lässt sich auch als Kovarianz zwischen den Markt- und Einzelrenditen der betrachteten Anlage über der Varianz des Marktportfolios darstellen.

3 Als hinreichend genau bezeichnen die Autoren eine R2 -Näherung von über 0,9. 4

Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640535422
ISBN (Buch)
9783640535651
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v142583
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
2,0
Schlagworte
Fama French Size Growth Unternehmensgröße Book-to-market Faktoren beta Risk Risiko Bewertung

Autor

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Titel: Fama und French