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Über den Einfluss sexueller Momente auf Entstehung und Entwicklung der Sprache

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 24 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Genus und Sexus

3. Problemfelder und das generische Maskulinum
3.1 Das generische Maskulinum obligatorisch
3.2 Das generische Maskulinum fakultativ
3.3 weitere Problemfelder

4. Hans Sperber – Über den Einfluss sexueller Momente auf Entstehung und Entwicklung der Sprache
4.1 Einleitung zum vorliegenden Aufsatz
4.2 Der Ursprung der menschlichen Sprache
4.3 Der Einfluss der sexuellen Momente
4.4 Das Prüfen der Bedingungen
4.5 Einwände und Antworten
4.6 Die Wurzelperiode und die Flexion

5. Ausblick

Literaturverzeichnis

„Das Wort ist dem Sprechenden nicht nur

ein Mittel zur Verständigung mit anderen

Individuen, sondern in mindestens ebenso

hohem Grade ein Mittel der

Affektäußerung.“ Hans Sperber - Bedeutungslehre

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich im ersten Teil mit den Begriffen „Genus“ und „Sexus“ und dem Auftreten von Problemen innerhalb ihrer Verwendung. Im zweiten Teil wird der Aufsatz „Über den Einfluss sexueller Momente auf Entstehung und Entwicklung der Sprache“ von Hans Sperber bearbeitet.

Beide Teile sind nicht miteinander zu verbinden und werden daher getrennt voneinander behandelt.

2. Genus und Sexus

Die Bezeichnungen Genus und Sexus beziehen sich beide auf die Geschlechterfrage. Das Genus steht für das so genannte grammatische Geschlecht eines Nomens. Im Deutschen gibt es drei Geschlechter: das Maskulinum (z.B. der Korb), das Femininum (z.B. die Lampe) und das Neutrum (z.B. das Haus). Der Sexus ist das natürliche Geschlecht von Lebewesen (also Menschen und Tieren). Hier gibt es nur zwei Kategorien: männlich und weiblich.

Ein Zusammenhang zwischen Genus und Sexus ist generell schwer herbeizuführen. Die meisten Nomina im Deutschen haben nämlich gar keinen Sexus. Immerhin wird wohl kaum jemand einen Korb als männlich bezeichnen und eine Lampe als weiblich. Das grammatische Geschlecht kann demnach kein Indikator für den Sexus sein.

Personen und höhere Lebewesen sind geschlechtlich und lassen einen solchen Zusammenhang schon eher zu. Der Mann ist immer männlich, die Frau immer weiblich. Auch bei Berufsbezeichnungen ist eine Übereinstimmung von Genus und Sexus vorhanden. Die Kauffrau kann jeder klar von dem Kaufmann unterscheiden. Ausnahmen davon sind Bezeichnungen mit neutralem Genus. Das Fräulein und das Mädchen sind

dem weiblichen Sexus zugeordnet. Aus formalen Aspekten stimmt dies aber nicht mit dem Genus überein. Beide Wörter sind nämlich Diminutiva, also Verkleinerungsformen. Der Zuordnung nach sexuellen Gesichtspunkten wird hierbei der formale vorangestellt und führt so zur Bildung des neutralen Genus.

3. Problemfelder und das generische Maskulinum

Im Rahmen des Seminars gingen wir mit einer Reihe von Problemfeldern an sprachliche Äußerungen heran. Das bekannteste ist das generische Maskulinum. So wird für eine gemischtgeschlechtliche Gruppe oder eine Person, deren Geschlecht unwichtig oder unbekannt ist, eine maskuline Personenbezeichnung angewendet. Es kann im Singular oder im Plural benutzt werden. Meistens tritt es jedoch im Plural auf, da diese Form weniger spezifizierend ist. Als Beispiel: „Alle Professoren der Universität Oldenburg halten wöchentlich Sprechstunden ab.“ An dieser Stelle ist von einer ganzen Gruppe die Rede, von der wir wissen, dass auch Frauen dazugehören. Dennoch wird die maskuline Form angewandt.

Es sind zwei voneinander zu unterscheidende Formen möglich:

a) Das generische Maskulinum obligatorisch
b) Das generische Maskulinum fakultativ.

Als nächstes möchte ich diese näher erläutern.

a. Das generische Maskulinum obligatorisch

Die Grundvoraussetzung ist, dass überhaupt eine generische Verwendung des Maskulinen vorliegt. Bei dieser ersten Unterscheidung ist nun wichtig, dass sich durch Umstellung des Satzes eine Sinnänderung desselben ergeben würde:

Beleg 124: Der „Fernfahrer des Jahres“ heißt Katrin. (1.6.87)

Man geht von einer Gruppe aus, der sowohl Männer als auch Frauen angehören. Änderte man den Titel des Preises nun in „Fernfahrerin des Jahres“, implizierte dies, dass dieser Titel generell nur unter Frauen vergeben würde, und schließt somit Männer aus.

Eine Auflösung ist hier also nicht möglich.

Genauso verhält es sich mit den britischen Monarchen. Verwendete man im Beleg 137 statt dieser die britischen Monarchinnen, wäre wieder der Denkansatz gegeben, dass es immer nur Frauen gab, die Großbritannien regierten. Das ist faktisch allerdings nicht richtig. Es gab auch britische Monarchen. Damit muss das Maskulinum benutzt werden:

Beleg 137: Königin Elisabeth II. ist nämlich der erste britische Monarch, welcher der Tschechischen Republik einen Staatsbesuch abstattet. (FAZ,29.3.96)

[...]

Details

Seiten
24
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638198059
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v14389
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Germanistik
Note
gut
Schlagworte
Einfluss Momente Entstehung Entwicklung Sprache Genus Sexus

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