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Sexualpädagogik - Sollte man Schüler vor ihrem eigenen Wesen durch Unwissenheit schützen, indem man die Thematik ihrer eigenen Sexualität nicht im Unterricht behandelt?

von Kevin Theinl (Autor)

Seminararbeit 2008 10 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Sexualpädagogik

2. Definition, geschichtliche Entwicklung und Inhalte der Sexualpädagogik
2.1. Definition und Inhalte
2.2. Geschichtliche Entwicklung

3. Ziele der Sexualerziehung

4. Nachteile und Verbesserungsmöglichkeiten der heutigen Sexualerziehung
4.1. Jugendliche und Sexualität
4.2. Stand der Gesellschaft zur Sexualität unter Jugendlichen
4.3. Lehrkräfte und Elternhaus
4.4. Sexualerziehung ausschließlich im biologischen Bereich?

5. Schlussfolgerung

6. Auswahlbibliographie

1. Einführung in die Sexualpädagogik

Sexualerziehung findet in Institutionen wie Schulen statt. In Schulen begegnen sich die Geschlechter, arbeiten auf engem Raum zusammen und kommunizieren permanent miteinander. Schule wird von vielen Schülern nicht nur als eine Räumlichkeit angesehen, sondern auch als Situationsgefüge betrachtet, welches sie am häufigsten mit anderen Menschen teilen. Nicht erst seit heute gehören sexuelle Ent,- und Verwicklungen zum Schulalltag. Abgesehen vom affektfreien Lernen ist Schule auch ein Ort der intimen Kommunikation. Beim Versuch der Geschlechtertrennung wurde nicht die sexuelle Kommunikation verhindert, sondern lediglich die Verlagerung. Diese Institutionen verzögerten den Beginn von sexuellen Interaktionen zwischen den Geschlechtern und brachten überdurchschnittlich viele homosexuell Begehrende hervor.[1]

Für die Heranwachsenden ist Schule ein zentraler sozialer Erfahrungsraum, der alle Jugendlichen erreicht – „egal wie integriert sie in eine Clique sind, wie liberal oder religiös – fundamentalistisch ihr Elternhaus ist oder in welchem Umfang sie Adressaten außerschulischer Jugendarbeit werden.“[2]

Sexuelle Einstellungen im Erwachsenenalter werden geprägt von hormonellen Einflüssen, frühkindlichen Phantasien und Traumata, sowie von der primären Sozialisation.[3]

Ich möchte aber die Lebensphase thematisieren, in der die Sexualität ausgebildet wird und wie Sexualpädagogik in der Schule oder im Elternhaus die Sexualität beeinflusst und ob es eher von Vorteil oder von Nachteil ist Sexualerziehung im Unterricht zu behandeln.

2. Definition, geschichtliche Entwicklung und Inhalte der Sexualpädagogik

2.1. Definition und Inhalte der Sexualpädagogik

Sexualpädagogik ist eine pädagogische Arbeit mit jungen Menschen, die sich vor allen Dingen mit Themen wie Liebe, Gefühlen, Fortpflanzung, körperliche Entwicklung von Männern und Frauen, Erotik, Formen der Sexualität, sexuelle Lust und allgemein dem Erwachsenenalter beschäftigt. Die Sexualität ist für den Menschen eine zentrale Lebensenergie. In der Sexualpädagogik ist Sexualität eine Entwicklungsaufgabe. Diese Lebensenergie wird vom Menschen von Geburt an erlernt, indem er Erfahrungen mit seinem eigenen Körper macht und mit anderen Menschen interagiert.[4]

Sexualpädagogik im Abendland geht von den Grundwerten der ethischen Positionen der „Selbstbestimmung“ und „der Achtung vor dem Leben“ aus.[5]

2.2. Geschichtliche Entwicklung der Sexualpädagogik

Im deutschsprachigen Raum ist eine systematische Sexualerziehung in der Schule nicht erst in den sechziger Jahren erhoben worden, die auch als „sexuelle Revolution“ bezeichnet wird. Die Sexualerziehung hat ihre Vorgeschichte im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Die Auffassung, dass der Schule ein Erziehungsauftrag der eigenständigen Sexualpädagogik zuzusprechen sei, setzte sich in der Bundesrepublik nur sehr allmählich durch. Erst als der Gedanke der systematischen Sexualerziehung in allgemeinbildenden Schulen in der pädagogischen Diskussion und in der Bildungspolitik akzeptiert wurde, wurde sie eingeführt. Bereits 1959 gab es im Land Berlin eine offizielle Richtlinie für schulische Sexualerziehung, aber erst im Oktober 1968 wurde eine gemeinsame Empfehlung von den Kultusministern der Bundesrepublik ausgesprochen und in den darauf folgenden Jahren wurden für die einzelnen Bundesländer entsprechende Bestimmungen vorgelegt. Zwei Grundsätze der schulischen Sexualerziehung wurden von der Empfehlung der Kultusministerkonferenz (KMK) und fast allen Länderrichtlinien festgelegt. „Sie soll erstens eine zeitlich nicht begrenzte Vermittlung von Wissen und Normen im Rahmen der schulischen Gesamterziehung sein und zweitens nicht in Form eines eigenständigen Faches unterrichtet werden.“[6]

[...]


[1] Schmidt; Schetsche: Jugendsexualität und Schulalltag. Opladen 1998, S. 30 f.

[2] Ebd., S.75.

[3] Ebd., S. 2.

[4] Milhoffer, Petra (Hrsg): Sexualerziehung von Anfang an! Gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Grundschule. Frankfurt am Main 1995, S. 12.

[5] Sielert; Herrath; Wendel; Handwille et al.: Sexualpädagogische Materialen für Jugendarbeit in Freizeit und Schule. Basel 1993, S. 13.

[6] Milhoffer, Petra (Hrsg): Sexualerziehung von Anfang an! Gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Grundschule. Frankfurt am Main 1995, S. 13.

Details

Seiten
10
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640520091
ISBN (Buch)
9783640521746
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v143975
Institution / Hochschule
Universität Rostock
Note
1,8
Schlagworte
Sexualpädagogik Sexualität Unterricht Seminararbeit Pädagogik Hausarbeit Sexualerziehung

Autor

  • Kevin Theinl (Autor)

    7 Titel veröffentlicht

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Titel: Sexualpädagogik - Sollte man Schüler vor ihrem eigenen Wesen durch Unwissenheit schützen, indem man die Thematik ihrer eigenen Sexualität nicht im Unterricht behandelt?