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Handlungskonzept "Verselbständigung" für ein Kinder- und Jugenzentrum

Praktikumsbericht / -arbeit 2009 16 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problembeschreibung

3. Stufenplan zur Verselbstständigung

4. Lernfeldkatalog zur Verselbstständigung

5. Betreuungsrahmen und Arbeitsweise
5.1 1. Phase Orientierungsphase
5.2 2. Phase Koordinationsphase und 3. Phase Verstetigungs- bzw.
Verfestigungsphase
5.3 4. Phase Übergangsphase

6 Beendigungskriterien

7. Betreuungsvertrag

1. Einleitung

Die Verselbstständigung stellt eine Betreuungsform für Jugendliche dar, die einerseits aufgrund ihrer Entwicklung aus der Alltagstruktur der familienorientierten Wohngruppe entwachsen, andererseits aber noch nicht in der Lage sind, ein selbstständiges Leben ohne pädagogische Begleitung zu führen. Die Verselbstständigung von Jugendlichen ist ein wichtiger Bestandteil der Pädagogik unserer Einrichtung. Jugendliche fordern in der Ablösephase mehr Freiheiten ein, bei gleichzeitiger Inanspruchnahme des Versorgungsangebotes unserer Einrichtung. Das Praxiskonzept Verselbstständigung will für die Jugendlichen unserer Einrichtung ein auf Selbsterfahrung beruhendes Lernfeld organisieren, das Anreize schafft, Entwicklungsschritte in Richtung selbständiger Lebensführung zu gehen. Es macht deutlich, dass Autonomie an die Bereitschaft gekoppelt ist, Verantwortung für seine Lebensgestaltung zu übernehmen. Das Wohnen in der Verselbstständigung stellt eine Zwischenstufe zwischen den Verselbstständigungs-bemühungen im Alltagsleben unserer Einrichtung und dem Außenbetreuten Einzelwohnen außerhalb unserer Einrichtung dar. Die Entwicklung zur Selbständigkeit verläuft prozesshaft in Stufen durch Zielvereinbarungen.

Verselbstständigung soll bereits im Bereich der familienorientierten Wohngruppe unserer Einrichtung beginnen. Das Handlungskonzept will die Verselbstständigungsschritte transparent machen, nämlich wie Jugendliche sich im Rahmen eines Stufenplanes im Hinblick auf die Entwicklung der Jugendlichen das Ziel des autonomen Lebens zu erreichen. Es wird ferner beschreiben, welche Lernziele in der Verselbstständigung erreicht werden sollen, die letztlich zu einem Wechsel in die Betreuungsform des Außenbetreuten Einzelwohnens befähigen.

Die Wohnform der Verselbstständigung findet im Hause unserer Einrichtung statt und wird begleitet vom Bezugserzieher (Kontakterzieher), der das Verselbstständigungsprogramm individuell mit dem Jugendlichen spätestens ein Jahr vor einem denkbaren Wechsel ins Außenbetreuten Einzelwohnen erarbeitet und umsetzt.

Den Betreuungsrahmen bildet ein zwischen Betreuer und dem Jugendlichen abgeschlossener Betreuungsvertrag.

Es besteht die Hoffnung, dass die Wohnform der Verselbstständigung für unsere Jugendlichen eine reizvolle Perspektive auf autonomere Lebensführung ist und damit die Bedingungen für eine selbstständige Lebensweise schon im Kontext unserer Einrichtung verbessert werden. Die Aussicht auf die Wohnform der Verselbstständigung und im späteren die Wohnform des betreuten Außenwohnens kann einen Motivationsschub in Richtung Verselbstständigung auslösen.

2. Problembeschreibung

- In der Praxis wird ein Bedarf an Unterstützung für Jugendliche und junge Volljährige gesehen, die aufgrund ihrer Entwicklung und von Lerndefiziten noch nicht in der Lage sind, ein selbstständiges Leben zu führen, jedoch aufgrund von Autonomiebestrebungen sich ablösen und mehr Selbstständigkeit einfordern.
- Schrittweise Verselbstständigung kann nur als Lernziel reizvoll sein, wenn sie mit einem angemessenen Zuwachs an Kompetenz, Eigenverantwortung und Autonomie einhergeht. Daher scheint die „innere Differenzierung“ innerhalb der Lebensgemeinschaft unserer Einrichtung mit dem Ziel der Verselbstständigung von Jugendlichen als sinnvoll.
- Der Schritt aus der versorgenden Umgebung unserer Einrichtung in die Selbstständigkeit wird als zu groß angesehen. Die Angst vor dem Scheitern führt sowohl bei den Pädagogen als auch bei den jungen Volljährigen zu Ablösungsproblemen. Das Fehlen einer wirklichen Einschätzung über die erlernten Kompetenzen und Fähigkeiten hinsichtlich einer autonomen Lebensführung erschwert eine Ablösung im Klima des Zutrauens und der Ermutigung.
- Mögliches Scheitern der Verselbstständigung durch mangelnden Glauben an sich selbst, Mangel an Orientierung oder die Behinderung des jeweiligen Jugendlichen durch hinderliche Verhaltensmuster.

3. Stufenplan zur Verselbstständigung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Lernfeldkatalog zur Verselbstständigung

Der Lernfeldkatalog zur Verselbstständigung beschreibt die Tätigkeiten und zu erwerbenden Fähigkeiten bis zur Beendigung des Außenbetreuten Wohnens.

Die Übungssequenzen sind individuell auf den einzelnen anzuwenden und entsprechend der Zielvereinbarung zu berücksichtigen.

Weiterhin dient dieser Katalog zur Hilfe von Zielvereinbarungen mit dem Jugendlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Betreuungsrahmen und Arbeitsweise

Die in der familienorientieren Wohngruppe unserer Einrichtung erlernten lebenspraktischen Fähig-/ und Fertigkeiten in den Bereichen Einkauf, Kochen, Haushaltsführung, Finanzen, Wäschepflege u.s.w., sollen verfestigt und erweitert werden. Die Erweiterung umfasst die Lernfelder der Wohnungsgestaltung, Finanzen und der Sozialkunde, wie z.B. der Umgang mit gesellschaftlichen Institutionen und Behörden sowie der beruflichen Integration.

Zur Unterstützung der Jugendlichen stehen außer dem Bezugserzieher, alle Möglichkeiten der individuellen Betreuungen unserer Trägerschaft zur Verfügung, wie z.B. die Familienberatungsstelle, die Case Managerin Frau S. uvm..

Jugendliche die sich für das Wohnen in der Verselbstständigung entscheiden, verpflichten sich, die mit dem Bezugserzieher vereinbarten Lernfelder gemäß der gemeinsamen Zielvereinbarungen mit der zeitlichen Abfolge zu bearbeiten. Sie sind bereit, sich als faire Vertragspartner zu verhalten und die Vereinbarungen des Betreuungsvertrages und der Hausordnung einzuhalten.

Der Bezugserzieher erstellt eine Lebensweltanalyse aus der er die Stärken und Besonderheiten des jeweiligen Jugendlichen erkennt.

Schlussfolgernd aus der Lebensweltanalyse erarbeitet er mit dem Jugendlichen die Zielvereinbarungen in der jeweiligen Stufe, zur Orientierung dient der Lernfeldkatalog.

Weiterhin werden in regelmäßigen Abständen, in den jeweiligen Stufen, Reflexions-/ Zielvereinbarungsgespräche mit dem Jugendlichen geführt um die schon erreichten Ziele transparent und nachvollziehbar zu machen und oder neue Ziele für die nächste zu erreichende Stufe zu vereinbaren.

Das Reflexions-/ Zielvereinbarungsgespräch dokumentiert der Bezugserzieher in Form eines Protokolls und beide Vertragsparteien zeichnen es gegen.

Das Reflexionsgespräch soll auch dazu dienen regelmäßig mit dem Jugendlichen in Kontakt zu treten.

Details

Seiten
16
Jahr
2009
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v143982
Note
Schlagworte
Handlungskonzept Verselbständigung Kinder- Jugenzentrum

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