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Eine kurze Einführung in die Geschichte der Arbeit und der Arbeitssoziologie

Hausarbeit 2005 16 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. Arbeit
2.1. Definitionen
2.2. Arbeit und ihre Bedeutung
2.3. Geschichte der Arbeit

3. Arbeitssoziologie
3.1. Geschichte der Arbeitssoziologie
3.2. Objekt der Arbeitssoziologie
3.3. Methoden der Arbeitssoziologie
3.4. Theorien der Arbeitssoziologie
3.4.1. Arbeitsmotivation
3.4.2. Arbeitsorganisation
3.4.3. Arbeitsverhalten
3.4.4. Arbeitsentgelt

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. EINLEITUNG

Wir alle bzw. fast alle verbringen ca. die Hälfte unseres Lebens damit, um zu arbeiten. Auf welche Art und Weise auch immer. Arbeit ist ein historisches Phänomen und unterliegt dem sozialen Wandel, somit sind Aussagen über Arbeit in ihrem Bedeutungsinhalt immer an die Existenz der Strukturen, in die Arbeit eingebettet ist, gebunden. Weiters kann gesagt werden, dass Arbeit von existenzieller Bedeutung für die Menschen ist - Grund genug, sich mit dem Thema „Arbeit“ ausführlich zu beschäftigen. Nicht nur mit dem Thema „Arbeit“ ,sondern auch mit dem Thema „Arbeitssoziologie“, denn gerade hier werden Prozesse, die im täglichen Arbeitsleben stattfinden und die für uns nicht immer gleich auf den ersten Blick erkennbar sind, erforscht. Die Arbeitssoziologie gibt uns die Möglichkeit, diesen Bereich nicht nur zu erforschen, sondern auch undurchsichtige und teilweise - auf den ersten Blick - unsichtbare Probleme aufzuzeigen und möglicherweise ein neues Bewusstsein für „Arbeit“ zu schaffen. Ich möchte in dieser Arbeit auf folgende Fragen eingehen: Was ist Arbeit? Warum und wie entstand die Arbeitssoziologie bzw. was untersucht sie? Welche Formen der Arbeitssoziologie gibt es?

Im folgenden finden Sie, liebe(r) LeserIn einen durchaus spannenden Überblick über die oben genannten Themenbereiche Arbeit, ihre Bedeutung und die Geschichte der Arbeit sowie über den Bereich Arbeitssoziologie, ihre Entstehung, ihre Objekte und natürlich ihre Methoden.

2. ARBEIT

2.1. DEFINITIONEN

„Arbeit“ zu definieren, ist ein nicht einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass dieser Begriff sehr subjektiv deutbar bzw. von der jeweiligen Realität eines Menschen abhängig ist. Bedeutet für eine Person das Putzen von Fenstern Schwerstarbeit, so wird eine andere Person dafür bezahlt und wiederum eine andere Person mag diese Tätigkeit als Teil ihrer Freizeitgestaltung erachten. Auch bestimmte kriminelle Tätigkeiten können als harte, andererseits auch als unehrliche Arbeit angesehen werden, „und selbst etikettierte Wahnsinnige beginnen, den Verkehr zu regeln, oder sich auf andere Art nützlich zu machen.“1 Ganz allgemein betrachtet kann gesagt werden: Wenn wir arbeiten, dann bewirken wir etwas, wir sind tätig und verfolgen bestimmte Ziele, einerseits ökonomische Ziele, wenn wir gegen Entgelt arbeiten und so versuchen, unsere materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Andererseits soziale Ziele, indem wir soziale Netzwerke aufbauen bzw. Kontakte zu Mitmenschen pflegen oder zum Beispiel unseren im Laufe des bisherigen Lebens bereits erworbenen Status in der Gesellschaft absichern oder verbessern wollen. „Arbeit - bezahlte oder unbezahlte - kann als die Verrichtung von Aufgaben definiert werden, bei der geistige und körperliche Energie aufgewendet wird; diese Aufgaben haben zum Ziel, Güter und Dienstleistungen hervorzubringen, die sich an menschliche Bedürfnisse wenden.“2

„Im Englischen liegen diese Zusammenhänge noch deutlicher zutage; ‚to work’ heißt nicht nur ‚arbeiten’, sondern auch ‚bewirken’ (‚He worked miracles’). Dies legt einen sehr weiten Arbeitsbegriff nahe, der die im marxistischen System so wichtige Auseinandersetzung mit der Natur als Unterfall einschließt. Die Erzeugung von ‚Werken’ ‚ im weitesten Sinn, ob solchen der Wohltätigkeit oder der Kunst oder der materiellen Einwirkung auf die Natur, heißt dann, eine Wirkung in der Welt auszuüben, eine Spur in ihr zu hinterlassen.“3

Es gibt also verschiedenste Arten von Arbeit: Erwerbsarbeit, Zwangsarbeit, entgeltliche Arbeit, unentgeltliche Arbeit, selbständige, unselbständige Arbeit usw. Das, was alle Arten von Arbeit verbindet, ist der Einsatz der Arbeitskraft des jeweiligen Menschen und die Produktion bzw. Herstellung von etwas für jemanden. Hans Georg Zilian nimmt in seinem Werk „Die Zeit der Grille?“ Bezug auf einen Ökonomen namens Hawrylyshyn, der das Kriterium der Dritten Person aufzeigt: „An Economic Activity of an individual is one which may be done by a third person (generally hired at a marketplace), without affecting the utility value of the individual.“4 Nach dieser Definition spricht man von Arbeit, sobald man etwas für jemand anderen, also für eine dritte Person tut.

2.2. ARBEIT UND IHRE BEDEUTUNG

„Die Arbeit wird sehr oft nicht als Endzweck, sondern als Mittel zum Zweck gesehen, was ja auch in der Natur der Arbeit liegt. Der Mensch lebt ja nicht, um zu arbeiten, sondern umgekehrt, er arbeitet, um zu leben.“5

Der Begriff „Arbeit“ ist oftmals negativ besetzt. Vielleicht gerade deshalb, weil wir arbeiten müssen, um unsere Freizeit, die Zeit in der wir nicht arbeiten, in unterschiedlichster Art und Weise nutzen zu können. Arbeit wird demgemäß meist nur als eine Pflicht oder ein Übel angesehen: man muss arbeiten, um Geld zu erhalten. Andererseits ist Arbeit von enormer Bedeutung in unserer heutigen Gesellschaft, gibt uns finanzielle als auch soziale Sicherheit und eröffnet uns den Zugang zu sozialen Netzwerken. Im Gegensatz zu dieser mikrosoziologischen Sichtweise ist Arbeit aus makrosoziologischer Sicht von großer Bedeutung für die Gesellschaft: als Antriebskraft für die Wirtschaft, für ihr Bestehen und Weiterbestehen und in diesem Sinne auch für den Wohlstand unserer Gesellschaft.

Als sehr interessant sind folgende Ansätze zum Thema Arbeit anzusehen, denn sie spiegeln ganz grundlegende Feststellungen über die Bedeutung der Arbeit wider: Durch die Arbeit hebt sich der Mensch aus dem Tierreich hervor. Friedrich Engels schreibt folgendes: „Die Arbeit ist die Quelle allen Reichtums, sagen die politischen Ökonomen. Sie ist dies - neben der Natur, die ihr den Stoff liefert, den sie in Reichtum verwandelt. Aber sie ist noch unendlich mehr als dies. Sie ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.“6 Karl Marx hebt die Bedeutung der Arbeit für die Gesellschaft und den Menschen folgendermaßen hervor: „Der Arbeitsprozess, wie wir ihn in seinen einfachen und abstrakten Momenten dargestellt haben, ist zweckmäßige Tätigkeit zur Herstellung von Gebrauchswerten, Aneignung des Natürlichen für menschliche Bedürfnisse, allgemeine Bedingung des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur, ewige Naturbindung des menschlichen Lebens und daher unabhängig von jeder Form dieses Lebens, vielmehr allen seinen Gesellschaftsformen gemeinsam.“7

Ganz allgemein gesagt werden im Prozess der Arbeit wichtige materielle Voraussetzungen nicht nur für die Existenz sondern auch für die Fortentwicklung der Gesellschaft geschaffen. „Arbeit ist in allen Kulturen die Grundlage der Ökonomie.“8 Außerdem kann gesagt werden, dass die Arbeit den Menschen formt und auch der Entwicklung seiner Persönlichkeit und der Selbstverwirklichung der Menschen dient - über die Arbeit werden wesentliche soziale Beziehungen des Individuums realisiert als auch Beziehungen zur Gesellschaft. „Arbeit“ berührt also alle Lebensbereiche.

[...]


1 Hans Georg Zilian: Die Zeit der Grille, Amsterdam 1999, S. 18

2 Anthony Giddens: Soziologie, Graz 1999, 2. Aufl, S. 335

3 Hans Georg Zilian: Die Zeit der Grille, Amsterdam 1999, S. 17

4 ebenda: S. 22

5 Friedrich Fürstenberg: Einführung in die Arbeitssoziologie, Darmstadt: 1977, S. 23 4

6 Rudhard Stollberg: Arbeitssoziologie. Berlin 1978, S. 12

7 ebenda, S. 12

8 Anthony Giddens: Soziologie, Graz 1999, 2. Aufl, S. 335 5

Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640538973
ISBN (Buch)
9783640538560
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v144022
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz – Soziologie
Note
gut
Schlagworte
Eine Einführung Geschichte Arbeit Arbeitssoziologie

Autor

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Titel: Eine kurze Einführung in die Geschichte der Arbeit und der Arbeitssoziologie