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Altersarmut. Ein soziales Problem!?

Seminararbeit 2003 25 Seiten

Soziologie - Alter

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. DEFINITIONEN
2.1 Soziale Probleme
2.1.1 Definition nach Staub - Bernasconi
2.1.2 Weiterer Definitionsversuch Heiner, Meinhold, Spiegel und Staub-Bernasconi
2.2 Armut
2.2.1 Definition nach einem Universallexikon
2.2.1.1 Relative, subjektive, absolute und politische Armut
2.2.1.1.1 Relatives Armutskonzept
2.2.1.1.2 Subjektives Armutskonzept
2.2.1.1.3 Absolutes Armutskonzept
2.2.1.1.4 Politisches Armutskonzept
2.2.1.2 Bedeutungswandel von Armut in der europäischen Geschichte

3. DIE DEMOGRAPHISCHE ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND

4. STANDARDRENTE – DURCHSCHNITTSRENTE
4.1 Standardrente
4.1.1 Die Höhe der Standardrente
4.2 Durchschnittsrente
4.2.1 Durchschnittliche Rentenzahlbeträge

5. ARMUT AUS SOZIOLOGISCHER PERSPEKTIVE
5.1 Citizenship – Wohlfahrtsstaat
5.2 Armut als soziales Problem und Subkultur

6. INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN ZUR BEKÄMPFUNG DER ALTERSARMUT
6.1 Alterssicherung in der Bundesrepublik Deutschland
6.2 Die Gesetzliche Rentenversicherung
6.2.1 Allgemeiner Überblick
6.2.2 Leistungen der Rentenversicherung
6.2.3 Rente wegen Alters
6.3 Die bedarfsorientierte Grundsicherung
6.3.1 Fakten zur Grundsicherung
6.3.2 Die Höhe der Grundsicherung

7. FAZIT

8. LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

„Leben heißt, Anforderungen gegenüberzustehen, sie zu begreifen, die damit verknüpften Empfindungen in Worte zu fassen und die Anforderungen zu bewältigen versuchen. Je mehr sich die reale, zu erkennende wie zu verändernde Situation dem Bild nähert, das sich ein Mensch von ihr macht, umso größer die Chancen einer Realisierung – vorausgesetzt, daß die Ressourcen hierzu vorhanden sind. Soziale Probleme entstehen dort, wo diese Ressourcen fehlen“ (HEINER u.a. 1994, 289).

Unsere Hausarbeit zum Thema „Altersarmut – ein Soziales Problem?!“ soll klären, inwieweit es im Speziellen den älteren und alten Menschen in der Bundesrepublik möglich ist, diese Anforderungen des Lebens zu erfüllen und damit, ob ihnen genügend Ressourcen zur Verfügung stehen.

Im Folgenden werden wir nun versuchen, einen Überblick über des gesellschaftliche Feld der Altersarmut zu geben.

2. DEFINITIONEN

2.1 Soziale Probleme

2.2.1 Definition nach Staub – Bernasconi

Die Tatsache, dass Menschen für ihr Überleben, ihre Existenzsicherung und ihr Wohlbefinden auf eine menschengerechte Gesellschaft angewiesen sind, ist Grundlage für soziale Probleme und deren Konsequenzen bezüglich der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

Staub – Bernasconi unterscheidet zwischen:
- Ausstattungsproblemen (Probleme nicht erfüllter Bedürfnisse und legitimer Wünsche, behinderten Lernens und mithin unzureichender Ausstattung von Menschen bei gleichzeitig übererfüllten Wünschen anderer Menschen und Gruppen bis hin zur Luxusausstattung)
- Austauschproblemen (Probleme asymmetrischen Gebens und Nehmens und damit von Austauschbeziehungen, die nicht auf Gegenseitigkeit beruhen)
- Machtproblemen (Probleme behinderter Machtverhältnisse)
- Kriterienprobleme (Probleme nicht erfüllter, zerstörter, fehlender oder willkürlich gehandhabter Werte und Kriterien)

(vgl. STAUB-BERNASCONI 1994, 105-106)

2.2.2 Weiterer Definitionsversuch Heiner, Meinold, Spiegel und Staub-Bernasconi

Nach HEINER (1994, 289) entstehen soziale Probleme dort, wo Ressourcen fehlen:

„Oftmals umfassen soziale Probleme nicht vermeidbare ethisch-moralische Dilemmata, weil

a) wir in einer Gesellschaft leben, in welcher mit der unterschiedlichen Verteilung von

Ressourcen und entsprechender Knappheiten umgegangen werden muß;

b) die individuellen Wünsche grenzenlos sein können und mithin deren Erfüllung die

Befriedigung der Bedürfnisse und der Wünsche anderer Menschen beeinträchtigen

können;

c) wir aber gleichzeitig die anderen für unser Überleben, die Befriedigung unserer Bedürfnisse und Wünsche brauchen;

d) wir anderen Leid zufügen oder ihnen helfen, sie ausschließen oder mit ihnen kooperieren können;

e) wir schließlich innerhalb bestimmter Grenzen frei sind, das zu wählen, was wir als richtig oder falsch erachten und hierfür behindernde oder begrenzende Regeln/Normen durchsetzen können.

Soziale Probleme sind in Sprache, Bildern und Konzepten erfaßtes, unter Umständen über lange Zeit hinweg stummes Leiden als Konsequenz

a) nicht erfüllter Grundbedürfnisse und legitimer Wünsche und damit unzureichender Ausstattung von Menschen bei gleichzeitiger überdurchschnittlicher Ausstattung anderer Menschen und Gruppen;

b) symmetrischen Gebens und Nehmens und damit von Austauschbeziehungen, die

nicht auf Gegenseitigkeit beruhen;

c) behindernder Machtverhältnisse, und

d) ethisch-moralischer Dilemmata und Asymmetrien im Hinblick auf die

Ausbalancierung von Pflichten und Rechten gegenüber sich selbst und anderen

Mitgliedern der Gesellschaft“ (HEINER u.a. 1994, 289).

2.2 Armut

2.2.1 Definition nach einem Universallexikon

„Wirtschaftliche Lage, in der es Menschen an ausreichenden Mitteln fehlt, um ein bestimmtes minimales Niveau der Gesundheitsvorsorge, Ernährung, Kleidung, Bildung und des Wohnens aufrechtzuerhalten, das allgemein als notwendig erachtet wird, um einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten. Was dabei als angemessen gilt, hängt allerdings stark vom durchschnittlichen Lebensstandard der jeweiligen Gesellschaft ab.

Die EU hat arme Haushalte als Haushalte definiert, deren Nettoeinkommen weniger als die Hälfte des Durchschnittsnettohaushaltseinkommens in einem Land beträgt. Nach dieser Definition leben in der Bundesrepublik Deutschland bereits 12,3 Prozent (1996) der Bevölkerung in Armut. Mehr als 2,5 Millionen Bundesbürger beziehen Sozialhilfe. Besonders betroffen von Armut sind ältere Menschen, Behinderte sowie soziale Randgruppen.“

aus: Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2002

2.2.1.1 Relative, subjektive, absolute und politische Armut

Bei dem Versuch Armut zu definieren kommt man unweigerlich zu sehr verschiedenen Definitionsansätzen. Dies lässt sich leicht erklären, wenn man sich überlegt, dass es verschiedene Blickwinkel gibt, unter denen man den Zustand ,,Armut" sehen kann.
Ist man nun arm, weil man Hunger leidet?
Ist man arm, weil man sich Dinge nicht leisten kann, die sich andere leicht leisten können?
Ist man arm, weil man sich selbst als arm empfindet?
Ist man arm, weil der Staat feststellt, dass man Sozialleistungen empfangen sollte?

Obige Fragen zeigen, dass man Armut von ganz verschiedenen Perspektiven sehen kann. Versucht man nun diese verschiedenen Definitionsansätze unter einen Hut zu bringen, d.h. zu kategorisieren, so kann man zu folgender Einteilung gelangen:

2.2.1.1.1 Relatives Armutskonzept

Hier liegt das Erreichen von typisch gesellschaftlichen Standards im Vordergrund. Arm ist der, der hinter allgemein anerkannten minimalen Konsumstandards zurückbleibt. Der Arme steht bei diesem Ansatz immer in Relation zur übrigen Bevölkerung.

1. Ressourcenkonzept: relativer Mangel an Einkommen, Vermögen und Transferleistungen
2. Lebenslagenkonzept: relativ schlechtere Versorgung in Bereichen wie: Wohnung, Arbeit, Hausrat

„Der Begriff relative Armut findet Verwendung zur Beschreibung der materiellen Lage von Personen, deren Einkommen beträchtlich unter dem jeweiligen gesellschaftlichen Durchschnitt liegt.“

Quelle: Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2002 / www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/vwl/6790.html

2.2.1.1.2 Subjektives Armutskonzept

Hier bestimmt der Betroffene selbst, ob er nun arm ist oder nicht. Er wird nach jenem Einkommen gefragt, das nach seiner Meinung für ihn selbst zum Leben notwendig ist.

„Subjektive Armut liegt dann vor, wenn die Betroffenen selbst ihre Lage als Armut empfinden. „

Quelle: Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2002 / www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/vwl/6790.html

2.2.1.1.3 Absolutes Armutskonzept

Die absolute Armut liegt dann vor, wenn ,,objektiv" messbare Mindeststandards unterschritten werden, d.h. wenn jemand zu wenig Mittel für lebensnotwendige Güter, wie Essen, Trinken oder Wohnen hat. Man gilt als arm, wenn man nicht über jenes Mindestmaß an Gütern verfügt, das in der jeweiligen Gesellschaft Voraussetzung für ein menschenwürdiges Dasein ist.
Misst man Armut mit diesem Konzept, so kann man sich u.a. folgender Mittel bedienen, um Armutsgrenzen festzulegen:

- Ernährungsstandards: Historisch ältester Ansatz. Der Grundkalorienbedarf eines Menschen (in Geld bewertet) legt die Grenze des Existenzminimums fest
- Warenkorbmethode: Hier werden verschiedene Bereiche erfasst, die ein Mensch zum Leben braucht. Z.B.: Ernährung, Energiekosten, Körperpflege, u.s.w.

Auch diese Faktoren werden in Geld bewertet und stellen eine absolute Armutsgrenze dar.

„Als absolute Armut bezeichnet man den Mangel an der für den Erhalt der Gesundheit notwendigen Nahrung.“

Quelle: Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2002 / www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/vwl/6790.html

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Details

Seiten
25
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638198332
Dateigröße
640 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v14426
Institution / Hochschule
Katholische Fachhochschule Mainz – Fachhochschule
Note
2,3
Schlagworte
Altersarmut Seminar Soziale Probleme Interventionen

Autor

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Titel: Altersarmut. Ein soziales Problem!?