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Die ökologische Entwicklung Zululands im 18. und frühen 19. Jahrhundert und ihre Rolle bei der Entstehung des Zulureichs

Seminararbeit 2010 15 Seiten

Geschichte - Afrika

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Ökologie Zululands
2.1 Klima
2.2 Vegetation und Anbau

3 Grad der Abhängigkeit der Bevölkerung von den ökologischen Bedingungen

4 Die ökologische Entwicklung und die Entstehung des Zulu-Reiches
4.1 Die populationsökologische Situation
4.2 Eingriffe in die demographische Entwicklung seitens des Zulu-Königs
4.2.1 Bevölkerungsregulierung
4.2.2 Kapazitätsbeeinflussung
4.3 Veränderungen im gesellschaftlichen System

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

[D]rought and climatic deterioration represent a significant dimension in the intriguing and often controversial historiographical debate that has sought to explain the origins of the Mfecane/Difaqane or "Shakan Revolution"--an era in the first quarter of the nineteenth century of rapid and fundamental reshaping of African societies in southeastern Africa. A central feature of the debate is the diversity of interpretations concerning the creation of southern Africa's most powerful black state, the Zulu empire under King Shaka.[1]

Die Entstehung des Zulureichs ist ein faszinierendes historisches Phänomen, bei der innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne viele radikale politische und soziale Veränderungen stattgefunden haben. Oft war der Prozess der Transformation mit Gewalt verbunden. Diese Gewalt hat sich in Form von Raubzügen und Kriegen, Hungersnöten und Migration offenbart und führte zu einer einschneidenden Reorganisierung der Bevölkerung Zululands innerhalb stärker zentralisierten politischen und ökonomischen Grenzen.

Aufgrund von fehlenden glaubwürdigen Quellen ist eine Kontroverse darüber entstanden, was zur Gründung des Zulureichs um Shaka geführt haben könnte. Während die Einen an der Theorie festhalten, dass der Einfluss des „Weißen Mannes“ auf Shaka grundlegend gewesen sein muss, haben Andere ökologische und ökonomische Theorien als Grundlage für die Entstehung des Zulureichs aufgestellt.

Die folgende Arbeit befasst sich mit einigen ökologischen Theorien zur Entstehung des Zulureichs unter Shaka im frühen 19. Jahrhundert. Sie soll zeigen, dass es ab dem 18. Jahrhundert eine dramatische Veränderung der ökologischen Bedingungen gab, die eventuell eine zentralisierte Politik und Ökonomie unter Shakas Herrschaft begünstigt beziehungsweise erzwungen hat. Zu diesem Zweck soll in Kapitel 2 zunächst die Ökologie Zululands beschrieben werden um im Anschluss in Kapitel 3 erarbeiten zu können, wie sehr die Bevölkerung bis zum 19. Jahrhundert von ihr abhängig waren. In Kapitel 4, welches den Hauptteil dieser Arbeit darstellt, werden die Thesen zu einer ökologischen Erklärung des Phänomens Zulureichs dargestellt, um das Ganze in Kapitel 5 mit einem Fazit abzuschließen.

2 Die Ökologie Zululands

2.1 Klima

Südafrika kann durch seine Größe und durch die unterschiedlichen Höhenlagen des Landes in verschiedene Klima- und Vegetationszonen unterteilt werden. Es lässt sich in Küstengebirge, Hochgebirge und Hochplateaus unterteilen. In weiten Teilen des Landes herrscht ein subtropisches Klima, was zu einem warmen und über dem Jahr ausgeglichen sonnigen Wetter führt. Dieses subtropische Wetter herrscht in der Südhälfte von Südafrika, wohingegen in der Westküste eher ein extrem trockenes, leicht kühles Klima herrscht, welches durch den Bengualstrom ausgelöst wird. In der Ostküste von Südafrika ist, bedingt durch den dort fließenden, warmen und salzhaltigen Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean, ein feuchtwarmes Klima vorherrschend.[2] Daher kann also gesagt werden, dass die Klimabedingungen in Südafrika von der Höhe und der Nähe zur Küste abhängig sind und deshalb regional recht unterschiedlich sein können.

Zululand liegt im Südosten von Südafrika und ist durch ein subtropisches Klima gekennzeichnet. Zululand ist durch das saisonbedingte Klima, welches sich mit dem Regen verändert, geprägt. Die Küstenregion und die Flusstäler sind durch höhere Temperaturen und starke Regenfälle gekennzeichnet. Die starken Regenfälle erreichen bis zu über 50 Inches pro Jahr. In den Regionen über 4000 Fuß gibt es dagegen drei Monate lang Frost. In dem Gebiet zwischen 500 und 3000 Fuß über dem Meeresspiegel werden 30 Inches oder mehr Niederschlag pro Jahr verzeichnet.[3] Das Inland Zululands, also der westliche Teil, ist mit hohen Reliefs gekennzeichnet, die einen starken Einfluss auf die Niederschlagsmenge haben.[4]

The high relief of the interior, however, produces major variations in rainfall over short distances. Zululand as a whole experiences erratic seasonal rainfall distributions as well, bringing on floods and droughts in consecutive years.[5]

2.2 Vegetation und Anbau

Die Vegetation Zululands lässt sich in drei Vegetationstypen einteilen. Es gibt einmal das sogenannte s our veld, welches vorwiegend in den regnerischen Küstengebieten wächst und durch seinen hohen Nährwert gekennzeichnet ist. Es wächst im Frühling und im Frühsommer und sein Nährwert ist nach dem ersten Regen während der Wachstumsperiode besonders hoch. Das sour veld ist aber nur vier Monate genießbar, bevor es seinen Nährwert verliert und gleichzeitig für Tiere ungenießbar wird.

Neben dem sour veld gibt es das sogenannte s weet veld, welches in regenärmeren Regionen wächst. Hier bildet es das Unterholz für Akazien. Seine Bewässerung erhält es durch die Flüsse, die durch diese Regionen fließen. Das Gras ist zwar dünn und daher auch leicht zerstörbar, aber es behält seine Genießbarkeit und seinen Nährwert über den ganzen Winter. Daher ist es für die Viehhaltung von besonderer Bedeutung, da das Vieh im Winter weiterhin weiden kann und damit die Bildung von Vorräten überflüssig wird. Der dritte Typ liegt zwischen diesen zwei Extremen und wird als mixed veld bezeichnet. Es wächst in all diesen Regionen über sechs bis acht Monate im Jahr.[6]

Die unterschiedliche Höhenlage Zululands beeinflusst die Vegetation in gleicher Weise, wie sie einen Einfluss auf das Klima ausübt.

Zululand is divided between the fertile lowlands and major river valleys (zantsi) and the less fertile uplands (enhla). Unlike the uplands, the coastal lowlands as well as the Phongolo, Mfolozi, and Mhlatuze flood plains, all contain soils of high natural fertility. The period of fallow corresponds to the relative fertility of each region. Zantsi peoples might have short or no fallow, whereas enhla groups might fallow their fields for up to twenty years. In both areas, farmers burnt fields before planting to replace soil nutrients.[7]

[...]


[1] Charles Ballard, Drought and Economic Distress: South Africa in the 1800s, in: Journal of Interdisciplinary History 17, 2, 1986, S. 359-378, S. 363.

[2] Vgl. http://www.sonnenlaender.de/suedafrika/klima-suedafrika.

[3] Vgl. James Gump, Ecological Change and Pre-Shakan State Formation, in: African Economic History 18, Madison 1989, S. 57-71, S. 60.

[4] Vgl. Jeff Guy, Ecological Factors in the Rise of Shaka and the Zulu kingdom, in: Shula Marks und Anthony Atmore [Hrsg.], Economy and Society in Pre-Industrial South Africa, London 1980, S. 102-119, S. 105.

[5] Gump, S. 60.

[6] Vgl. Guy, S. 105.

[7] Gump, S. 60.

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640553877
ISBN (Buch)
9783640553402
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v144331
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Historisches Institut
Note
2.3
Schlagworte
Shaka Zulu Zulureich kingdom Südafrika Klima Vegetation Geschichte 19. Jahrhundert

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