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Covenants in Kreditverträgen

Hausarbeit 2009 21 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Covenants vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise

2 Wesen und Klassen von Covenants
2.1 General Covenants
2.1.1 Positiv / Affirmative Covenants
2.1.2 Negativ Covenants
2.2 Information Covenants
2.3 Financial Covenants
2.3.1 Bilanz
2.3.2 GuV
2.3.3 Liquidität

3 Bedeutung, Wirkungsweise und Grenzen von Covenants aus Sicht der Gläubiger
3.1 Bedeutung
3.2 Wirkungsweise
3.2.1 Risikofrüherkennung
3.2.2 Konditionsgestaltung
3.2.3 Einfluss auf Geschäftsführung
3.2.4 Sonstige Handlungsmöglichkeiten für den Gläubiger
3.3 Grenzen von Covenants

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Arten von Covenants

1 Covenants vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise

Von der Wirtschafts- und Finanzkrise sind beide Seiten des Kreditverhältnisses betroffen. Verluste in Höhe von 3,4 Billionen US Dollar bei Banken werden durch den

IWF[1] prognostiziert.[2] Die Wirtschaftskrise in ihrer Ausprägung von Umsatz- und Margenrückgang, sowie die Finanzkrise in ihrer Ausprägung der Finanzmittelverknappung werden dabei durch eine Vertrauenskrise begleitet. Banken haben bereits Verluste eingefahren, weswegen sie nur Kreditengagements mit einer möglichst geringen Ausfallwahrscheinlichkeit eingehen.

Dem gegenüber steht das Unternehmen als Kreditnehmer, mit dem Ziel, die Unternehmens-finanzierung und –liquidität zu sichern, um seine unternehmerische Freiheit zu erhalten.

Das Risiko der Gläubiger besteht darin, Zahlungen nicht termingerecht oder betragsgerecht zu erhalten. Somit ist das Ziel des Kreditgebers, das Ausfallrisiko zu reduzieren, frühzeitig über wirtschaftliche Probleme informiert zu sein und dadurch Kündigungsrechte und rechtzeitige Handlungsmöglichkeiten zu erhalten.

Vor diesem Hintergrund soll diese Arbeit die Möglichkeiten von Covenants aufzeigen, wie sie als Finanzierungsinstrumente aus Sicht der Gläubigerbanken für deren Interessen dienlich sein können. Gleichzeitig sollen diese klassifiziert werden und deren Wirkungsweisen erläutert werden.

2 Wesen und Klassen von Covenants

Das Risiko des Kreditgebers, zugesagte Zahlungen nicht termin- oder betragsgerecht zu erhalten, kann durch Maßnahmen reduziert werden, die als Kreditsicherheiten bezeichnet werden. Die Unsicherheit bezüglich der Entwicklung der Zukunft oder des Verhalten des Kreditnehmers machen dies notwendig. Klassische Kreditsicherheiten bieten dem Gläubiger im Risikofall das Recht, auf definiertes Vermögen zur Befriedigung eigener Ansprüche exklusiv zuzugreifen. Sie erhöhen dadurch die Befriedigungschancen im Risikofall, reduzieren die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikofalls aber nur mittelbar.[3]

„Bei ,Covenants’ (sinngemäß übersetzt: Schutzklauseln) handelt es sich um Zusicherungen, die individuell zw. Kreditnehmer und Kreditgeber vereinbart und in den Kreditvertrag/die Kreditzusage aufgenommen werden.“[4]

Diese beim Abschluss vereinbarten Klauseln begrenzen den Spielraum des Schuldners für ein gläubigerschädigendes Verhalten bereits vor Eintritt des Risikofalls. Somit wirken Covenants primär auf eine Reduzierung der Wahrscheinlichkeit des Risikofalls hin und beeinflussen allenfalls mittelbar die Befriedigungschancen im Risikofall.

Im Vergleich zu anderen Klauseln beziehen sich Covenants auf die gesamte finanzielle Situation des Kreditnehmers und stellen in den meisten Fällen Mindestanforderungen an die Vermögenssituation (Eigenkapital und Verschuldung) den Ertrag oder die Liquidität, die absolut oder in Form von Verhältnisangaben, Grenzen festlegen.[5]

Die Vielzahl von verschiedenen Covenants und ihre gegenseitigen Verflechtungen erschweren ihre systematische Abhandlung.

Folgende Arten von Covenants werden unterschieden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Arten von Covenants[6]

2.1 General Covenants

Grundsätzlich kann zwischen zwei Arten von General Covenants unterschieden werden. Die Positiv / Affirmativ Covenants als Handlungspflichten und die Negative Covenants als Unterlassungspflichten.

2.1.1 Positiv / Affirmativ Covenants

Zu den Positiv / Affirmativ Covenants gehören allgemeine Aspekte, die für die grundlegende Aufrechterhaltung der Kreditbeziehung notwendig sind. Dazu zählen Vereinbarungen über den Abschluss oder das Bestehen von Versicherungen, die für die Unternehmenstätigkeit notwendig sind, wie Betriebshaftpflicht, Sachversicherungen, Betriebsunterbrechungs-versicherungen und, je nach Branche, Personenversicherungen. Vereinbarungen bezüglich der Festlegung der für die Unternehmenspublizität maßgeblichen Rechnungslegungsstandards sowie Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sind Voraussetzung für die richtige Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers und werden deshalb ebenfalls fest vereinbart[7].

Weitere Beispiele sind die Vereinbarung, weiterhin dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb nachzugehen, die Erfüllung staatlicher Auflagen, die Einhaltung relevanter Gesetzte sowie die Vereinbarung, regelmäßig Rechenschaft über die Einhaltung der vereinbarten Covenants abzulegen.

2.1.2 Negativ Covenants

Die Verpflichtung zur Unterlassung bestimmter Handlungen oder Festlegung von Handlungen, die ohne Zustimmung des Kreditgebers nicht ausgeführt werden dürfen, charakterisieren die Wesensmerkmale von Negativ Covenants.[8] Zu Ihnen zählen

das Verbot von Ausschüttung, Investitionen oder die Aufnahme neuer Kreditverbindlichkeiten sowie die Abgabe neuer Bürgschaften oder Garantien. Die sogenannte Owner-Maintenance-Klausel sichert dem Gläubiger das Recht zu, Veränderungen in der Eigentümerstruktur des Schuldnerunternehmens zu verhindern[9]. Aber nicht nur Regelungen zwischen Kreditnehmer und Gläubiger, sondern auch Vereinbarungen, die das Verhältnis der Gläubiger untereinander regeln,werden getroffen.[10] Pari-Passu-Klauseln sichern die Gleichrangigkeit unbesicherter Verbindlichkeiten gegenüber anderen unbesicherten Verbindlichkeiten.[11] Negative-Pledge-Vereinbarungen schränken die Möglichkeit des Kreditnehmers ein, neue Verbindlichkeiten mit bevorrechtigten Ansprüchen auf das Vermögen des Unternehmens einzugehen.[12] Letztendlich sind im Einzelfall jegliche auf die individuelle und wirtschaftliche Situation des Unternehmens abgestimmte Vereinbarungen möglich, die sich sowohl auf die strukturelle gesellschaftliche, als auch auf die leistungswirtschaftliche Sphäre des Unternehmens beziehen.

[...]


[1] S. Abkürzungsverzeichnis

[2] Vgl. Berliner Zeitung, (2009): IWF: Geringer Verluste für Finanzbranche, 30.09.2009

[3] Vgl. Terstege, Udo/Ries, Barbara (2008): Covenants, in: DBW, 68 Jg., 2008, S. 626

[4] Vgl. Buchmann (2005): Ersatzsicherheiten, Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Stuttgart, S. 93.

[5] Vgl. Wittig, Arne (2006): Financial Covenants, in: BuB 1/2006, S. 4/1287

[6] in Anlehnung an: Berger, R (2009): Financial Covenants in der Unternehmensfinanzierung, 7/2009:S.8.

[7] Vgl. Achtert, Peik (2007): Dynmamische Darlehenskonditionen mit bonitätsabhängigen

Zinsänderungsklauseln und Covenants, Frankfrurt 2007, S. 84

[8] Vgl. Heermann, P.W. (2003): Geld und Geldgeschäfte, S 394

[9] Vgl. Terstege, Udo/Ries, Barbara (2008): Covenants, in: DBW, 68 Jg., 2008, S. 627

[10] Vgl. Spremann, K (2007): Finance, 3. Auflage, S. 420

[11] Vgl. Bertel, A (2004): Verbriefung von Forderungen, 1. Auflage, S. 73

[12] Vgl. Scott, D L (1998): Wall Street Wörterbuch, 2. Auflage (2000)

Details

Seiten
21
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640546671
ISBN (Buch)
9783640546053
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v145082
Institution / Hochschule
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Bonn
Note
2,3
Schlagworte
General Covenants Information Covenants Financial Covenants Wirkungsweise und Grenzen von Covenants aus Sicht der Gläubiger Wesen und Klassen von Covenants

Autor

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