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Reiseliteratur im 18. und 19. Jahrhundert am Beispiel der „Harzreise“ Heinrich Heines und den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ Theodor Fontanes

Seminararbeit 2009 16 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Gattung Reisebericht
2.1 Begriffsklärung
2.2 Entwicklung der Gattung Reisebericht
2.2.1 Der traditionelle Reisebericht
2.2.2 Die Reiseschriften Johann Wolfgang von Goethes
2.2.3 Das romantische Reisewerk
2.2.4 Das Reisebild Heinrich Heines
2.3 Bedeutung von Reiseberichten im 19. Jahrhundert

3. Intentionen der Autoren von Reiseberichten
3.1 Intention Heinrich Heines
3.1.1 Zu Autor und Zeit
3.1.2 Zur Intention
3.2 Intention Theodor Fontanes
3.2.1 Zu Autor und Zeit
3.2.2 Zur Intention

4. Aufbau der Reiseberichte
4.1 Aufbau der „Harzreise“
4.2 Aufbau des Kapitels „In den Spreewald“ aus den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“
4.3 Vergleich

5. Zusammenfassung

6. Literaturangaben

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit möchte ich die Bedeutung der Gattung Reisebericht im 18. und 19. Jahrhundert näher erläutern. Dabei werde ich zunächst auf die Entwicklung dieser Gattung eingehen und den Begriff näher erläutern.

Anhand ausgewählter Literatur, der „Harzreise“ Heinrich Heines sowie den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ Theodor Fontanes soll den LeserInnen ein Überblick über diese Gattung, die heute fast ganz an Bedeutung verloren hat, geschaffen werden. Weitestgehend möchte ich über die Intentionen von Autoren zum Schreiben von Reiseberichten informieren und Texte in ihrem Aufbau und deren Gestaltung vergleichen.

2. Zur Gattung Reisebericht

Zunächst soll eine Grundlage für die spätere Betrachtung der ausgewählten Reiseliteratur geschaffen werden. Dafür wird der Begriff Reiseliteratur definiert und die Entwicklung dieser Gattung geschildert. Da das besondere Augenmerk dieser Hausarbeit auf der Reiseliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts liegen soll, wird auch auf die Bedeutung in dieser Zeit näher eingegangen.

2.1 Begriffsklärung

Der Reisebericht ist eine Form der Reiseliteratur, die zum einen von rein fiktionalen Gattungen wie Reiseroman oder Reiseerzählung, zum anderen von Hilfsmitteln wie Reiseführern und –handbüchern abzugrenzen ist.[1]

Dennoch werden die Begriffe Reiseliteratur, Reisebericht, Reisebeschreibung oder Reiseschilderung häufig synonym verwendet. So ist eine klare Demarkation dieser Begriffe bzw. Gattungen schwer.

Laut Manfred Link steht die Form des Reiseberichts dem „wissenschaftlichen Entdeckungs- und Forschungsbericht(en) nahe“[2], da diese überwiegend Berichtscharakter aufweisen. Im Gegensatz dazu sieht er die Reiseerzählung, die einen höheren Grad an Fiktion aufweist und durch „Redeweise, Sprachstil, Komposition und Inhalt“[3] in Richtung Reisenovelle oder gar –roman tendiert.

In Bezug auf die im Folgenden von mir untersuchten Werke ist zu sagen, dass ich diese als Reisebericht bezeichnet habe, dies aber keinesfalls eine fest gelegte Bezeichnung darstellen soll. Vielmehr sehe ich „Die Harzreise“ Heinrich Heines sowie die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ Theodor Fontanes als Mischformen, da sie Merkmale beider Gattungen aufweisen. Dies kann man auch mit meinen Ausführungen in den Kapiteln 3 und 4 begründen.

2.2 Entwicklung der Gattung Reisebericht

Im Folgenden möchte ich die Entwicklung der Gattung Reisebericht näher erläutern. Dabei übernehme ich die Gliederung der Dissertation Manfred Links, da ich diese als sehr übersichtlich empfinde und diese die wesentlichen Punkte der Entwicklung dieser Gattung darstellt.

2.2.1 Der traditionelle Reisebericht

Zu den traditionellen Reiseberichten zählt Link Johann Caspar Goethes „Viaggio per l’Italia“ sowie die England- und Italienberichte von Karl Philipp Moritz.

Diese entstanden im 18. Jahrhundert und werden noch als typische Berichte des Barocks bezeichnet.

In beiden Reiseberichten stehen die inhaltlichen Fakten im Vordergrund. Der Reiseverlauf bestimmt die Chronologie des Berichtes. Besonders an den Berichten Goethes und Moritz’ ist die nachträgliche Umformulierung ursprünglicher Reisenotizen in Briefform, welche dann veröffentlicht wurde, erkennbar.[4]

2.2.2 Die Reiseschriften Johann Wolfgang von Goethes

„Ein edler Mensch kann einem engen Kreise nicht seine Bildung danken. Vaterland und Welt muß auf ihn wirken…“[5] Dieser Ausspruch, sowie die vielen Reisen an sich, die Johann Wolfgang von Goethe unternommen hat, lassen auf dessen Einstellung zum Reisen schließen.[6]

Johann Wolfgang von Goethe hielt die Erlebnisse seiner Reisen in Reisetagebüchern fest. Diese weisen ein hohes Maß an Aktualität auf, vernachlässigen Orthographie und Interpunktion jedoch größtenteils. Hauptanliegen dieser Reisetagebücher war es, den unmittelbaren Eindruck festzuhalten.[7] Im Laufe seines Lebens waren seine Reiseschriften immer mehr den „Gefühlen und Ansichten des Reisenden gewidmet“[8] und entwickelten sich hin zu subjektiven und fiktionalisierten Reiseromanen. So ist die „Italienische Reise“ ein Werk, das aus dem Zusammenwirken Goethes Reisetagebüchern und seiner Briefe entstand.[9]

Er selbst äußert sich dazu folgendermaßen: „Ich beschäftige mich jetzt mit meiner italienischen Reise und besonders mit Rom. Ich habe glücklicherweise noch Tagebücher, Briefe, Bemerkungen und allerlei Papier daher, so daß ich zugleich wahrhaft und ein anmutiges Märchen schreiben kann.“[10] Dieses Zitat bestätigt die vorher getroffenen Aussagen.

2.2.3 Das romantische Reisewerk

In der Romantik wird das Motiv des romanischen Wanderers geprägt.

Als 1816/1817 Goethes „Italienische Reise“ veröffentlicht wurde, war die romantische Bewegung bereits ausgeprägt und die Romantiker empfanden dem Goetheschen Werk gegenüber Ablehnung und Befremdung.[11]

Die Dichter in dieser Epoche der „Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen“[12] unternahmen häufiger und weitere Reisen. Im Gegensatz zu den Autoren der klassischen Reiseschriften, gingen sie zu Fuß und waren der Natur eng verbunden.[13]

So entstanden Reisenovellen, Romane und Gedichte, die die Wanderungen thematisierten.

2.2.4 Das Reisebild Heinrich Heines

Eine besondere Form der Reiseliteratur bilden die Reisebilder Heinrich Heines. Hier fand erstmalig eine Verbindung der Gattungen Lyrik und Epik statt. Heine verwendete Ironie und Satire, um Kritik an der Gesellschaft auszuüben. Er springt zwischen positiver und negativer Wertung, darauf ankommend, ob er die Natur oder die Menschen der Gesellschaft beschreibt.

So entsteht ein Zyklus von Reisebildern aus verschiedensten Teilen Deutschlands.

Auf die Form des Reisebildes Heinrich Heines und dessen Werk „Die Harzreise“ werde ich an späterer Stelle näher eingehen.

2.3 Bedeutung von Reiseberichten im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Reisen enorm schnell weiter, was auf die Entwicklung der Dampflok zurück zu führen ist. So veröffentlichte der Koblenzer Karl Badeker 1836 die „Rheinreise von Mainz bis Köln. Handbuch für Schnellreisende“ und legte somit den Keim für die bekannten Badeker-Reiseführer.[14]

[...]


[1] Vgl. Metzler Lexikon Literatur, Seite 640

[2] Vgl. Link 1963, Seite 11

[3] Vgl. Link 1963, Seite 11

[4] Vgl. Link 1963, Seite 13ff

[5] Vgl. Link 1963, Seite 36

[6] Vgl. Link 1963, Seite 36

[7] Vgl. Link 1963, Seite 37

[8] Vgl. Link 1963, Seite 44

[9] Vgl. Link 1963, Seite 52

[10] Vgl. Link 1963, Seite 64

[11] Vgl. Link 1963, Seite 97

[12] Vgl. Link1963, Seite 97

[13] Vgl. Link 1963, Seite 98f

[14] Vgl. Link 1963. Seite 181

Details

Seiten
16
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640561247
ISBN (Buch)
9783640561759
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v145473
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Institut für Germanistik
Note
2,0
Schlagworte
Reiseliteratur Fontane Heine Harzreise Wanderungen durch die Mark brandenburg

Autor

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Titel: Reiseliteratur im 18. und 19. Jahrhundert am Beispiel der „Harzreise“ Heinrich Heines und den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ Theodor Fontanes