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Die Förderung motorischer Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen durch therapeutisches Reiten und Voltigieren

Am Beispiel der Praxis einer Waldorfschule, eines Reitvereins und einer privaten Reittherapeutin

Examensarbeit 2009 146 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Heilpädagogik
2.1 Grundlagen und Ziele der Heilpädagogik

3 Das heilpädagogische Reiten und Voltigieren
3.1 Bestandteile des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens
3.1.1 Das Pferd: Körperbau, Charakter und Ausrüstung in Bezug auf seine Eignung für das HPV und HPR .
3.1.2 Der Reitlehrer oder Therapeut: pädagogische und psychische Aspekte .
3.1.3 Die Umgebung: Stall, Halle, Außenplatz und zusätzliche Materialien
3.2 Ausbildungsweg zum Therapeuten: Voraussetzungen und Fortbildungen
3.3 Die Reitstunde
3.3.1 Theoretischer Ablauf einer Stunde: Verlaufsstruktur und Stundenplanung
3.3.2 Reitstunden in der Praxis.
3.3.2.1 Darstellung einer Reitstunde von Frau S. (Etteln) 27
3.3.2.2 Darstellung einiger Reitstunden von Frau D., Frau R. und Frau K. (Rudolph Steiner Schule Schloss Hamborn).
3.3.2.3 Darstellung einiger Voltigierstunden beim Reit- und Fahrverein Paderborn
3.3.3 Erläuterung der verschiedenen Konzepte anhand der vorherigen Erfahrungen in der Praxis
3.3.4 Vergleich der verschiedenen Konzepte mit Be-schreibung der Vor- und Nachteile
3.4 Reiten und Voltigieren in der Schule: Angebote und Fortbildungen

4 Eignung des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens für Kinder
4.1 Psychologische und physiologische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
4.2 Auswirkungen des HPV und HPR auf die Körperwahrnehmung
4.3 Psychomotorisch orientierte Förderung mit Hilfe des HPR und HPV
4.4 Die motorische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen anhand der vorherigen Praxisbeispiele. 90

5 Schlussbemerkung
Literaturverzeichnis
Anhang
A Materialien zur Theorie des Pferdes
B Fotos der Einrichtung Schloss Hamborn
C Fotos des Turniers der Mannschaft Paderborn 2 (LKl. A) .
D Einverständniserklärung zur Nutzung der Fotos für die Examensarbeit
E Ausbildungs- und Prüfungsordnung des DKThR

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2-1: Multifaktorielle Bedingtheit von Verhaltensstörungen.

Abbildung 3-1: Exterieur eines Pferdes

Abbildung 3-2: Das Voltigierpferd und seine Ausrüstung

Abbildung 3-3: Tripolares Beziehungsverhältnis Therapeut-Klient-Pferd

Abbildung 3-4: Einflüsse auf die Pferdehaltung

Abbildung 3-5: Personalblatt

Abbildung 3-6: Schulterstand

Abbildung 4-1: Visuell-handmotorischer Regelkreis nach KIPHARD

Abbildung 4-2: Bewegungsfluss des Pferdes

Abbildung 4-3: Skelett des Reiters auf dem Pferd

Abbildung 4-4: Faktoren, die das Pferd zum Therapeutischen Reiten beiträgt

Abbildung 4-5: Einfluss der Bewegung auf das Wohlbefinden

Tabellenverzeichnis

Tabelle 3-1: Fläche von Boxen bei Einzelaufstallung

Tabelle 3-2: Hilfsbogen für die kurzfristige Planung Teil 1

Tabelle 3-3: Hilfsbogen für die kurzfristige Planung Teil 2

Tabelle 3-4: Hilfsbogen für die langfristige Unterrichtsplanung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Ursprünglich waren Pferde Nutztiere und wurden für die Feldarbeit oder eine schnellere Fortbewegung des Menschen genutzt. Heutzutage ist der Sport mit Pferden eine beliebte Wettkampf- und Freizeitaktivität und die Pferde werden eher als treue Gefährten, Team- oder Vertrauenspartner angesehen. Jedoch dient das Reiten nicht nur als Zeitvertreib oder Freizeitaktivität, schon im 16. Jahrhundert äußert Hieronymus Cardanus, dass „das Reiten eine der vielfältigsten Bewegungsübungen [ist,] weil auch das, was nicht bewegt wird, vielseitige Anregung findet.“ 1 Dieser Gedanke zeigt, dass einige Menschen schon früh erkannt haben, dass Pferde besondere Eigenschaften und Charakterzüge besitzen, welche die Menschen für therapeutische Zwecke nutzen können. Dafür ist es wichtig, ausgebildete Reitlehrer oder Therapeuten mit Reitern und Pferden in Einklang zu bringen und dieses tripolare Verhältnis optimal zu nutzen, um seelische oder körperliche Defizite auszuarbeiten und die jeweiligen Charaktere sowohl psychisch als auch physisch stützen und stärken zu können.

Diese Staatsexamensarbeit hat einen besonderen Teilbereich der Heilpädagogik zum Thema, das heilpädagogische Voltigieren und Reiten. Zielgruppe dieser Art der Heilpädagogik sind Kinder und Jugendliche, deren Beeinträchtigungen von minimal bis gravierend reichen. Sie bedürfen einer unterstützenden Hilfe oder längerfristigen Therapie zur Verbesserung ihrer physischen und psychischen Konstitution und einer Stabilisierung ihrer Persönlichkeit. Das heilpädagogische Reiten (HPR) und heilpädagogische Voltigieren (HPV) bewegt sich im Spannungsfeld dreier Faktoren: des Menschen, des Pferdes und des Therapeuten. Zwischen allen dreien muss sich eine enge Beziehung aufbauen, damit sich Heilerfolge einstellen können. Zu berücksichtigen sind nicht nur der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Forderungen, sondern auch das Pferd mit seinem speziellen Wesen und seinen Bedürfnissen und seine artgerechte Tierhaltung und Erziehung. Ebenso wichtig sind die Ausbildung und die Persönlichkeit des Therapeuten sowie seine operativen Ziele.

Diese Arbeit widmet sich allen drei entscheidenden Komponenten des HPR und HPV und zeigt an Beispielen aus der Praxis, wie therapeutische Hilfe und direkte Therapie zielgerichtet eingesetzt werden.

In Kapitel zwei erläutere ich einige wichtige Grundsätze der Heilpädagogik. Daran schließt sich das Kapitel über das Medium ‚Pferd’ an und seine Bedingungen. Die Arbeit des Therapeuten beschreibe ich zunächst allgemein, nach den Berichten über die Reitstunden stelle ich verschiedene Konzepte des heilpädagogischen Reitens (HPR) und heilpädagogischen Voltigierens (HPV) vor. In Kapitel vier steht die psycho-motorische Entwicklung von Kindern im Mittelpunkt, einige Auszüge aus empirischen Untersuchungen belegen den Erfolg der heilpädagogischen Therapie mit dem Pferd.

2 Heilpädagogik

In diesem Kapitel wird auf die Grundlagen und Ziele der Heilpädagogik eingegangen. Sie bildet die Basis für das heilpädagogische Voltigieren und Reiten (HPVR). Das HPVR nutzt zusätzlich zu den Methoden der heilpädagogischen Förderung das Pferd als Medium, um den Kontakt zum Klienten herzustellen. Über das Medium Pferd kann der Therapeut eine Beziehung zum Klienten aufbauen und die persönliche und soziale Entwicklung des Menschen positiv beeinflussen.

2.1 Grundlagen und Ziele der Heilpädagogik

„Heilpädagogik ist die Theorie und Praxis der Erziehung unter erschwerenden Bedingungen. Sie ist als Erziehung all jener zu verstehen, deren seelisch-geistiges Werden und deren Eingliederung durch individuale Faktoren gestört, fehlgeleitet oder dauernd beeinträchtigt sind.“ 2

Diese Definition besagt, dass die Heilpädagogik sich mit dem Aspekt des Erziehungsbedarfs bei Entwicklungs- und Beziehungsstörungen befasst. Die Heilpädagogik nimmt sich der Kinder und Jugendlichen an, welche sich aufgrund von gegebenen soziokulturellen Verhältnissen nicht altergemäß entwickeln konnten. Ihre Entwicklung hat somit eine ungünstige Prognose, sie entspricht nicht der Norm, sie ist beeinträchtigt, verlangsamt oder teilweise gestört. Ziele der Heilpädagogik sind es, eine größtmögliche Autonomie des Menschen zu schaffen und seine Selbstverwirklichung zu unterstützen. Die Grundlage für die heilpädagogische Förderung ist die Beziehung zu dem Menschen. Für Klafki basiert diese Beziehung auf folgenden Grundlagen:

„1. Die heilpädagogische Beziehung wird um des Kindes willen gestiftet, und alles, was innerhalb dieser Beziehungsgestaltung geschieht, geschieht um des Kindes willen.
2. Die heilpädagogische Beziehung ist eine Beziehung der Wechselwirkung.
3. Die heilpädagogische Beziehung kann nicht erzwungen werden.
4. Die heilpädagogische Beziehung ist ihrem Intensitätsgrad nach altergemäß und entsprechend der vorhandenen körperlichen, geistigen, seelischen und/oder psychosozialen Beeinträchtigungen angemessen zu gestalten.“ 3

Diese Grundlagen werden nach Aussage von Köhn durch die zwischenmenschlichen Voraussetzungen und die menschlichen Haltungen ergänzt. Dies beinhaltet, dass die Bezugspersonen keine falschen Erwartungen an das Kind stellen. Diese falschen Erwartungen lassen Kinder oft scheitern, denn die an das Kind gestellten Erwartungen sind zukunftgerichtet orientiert und stellen eine enorme emotionale Belastung für das Kind dar. Ebenfalls ist Zutrauen und Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes von Bedeutung, denn das Vertrauen der Bezugperson in die Fähigkeiten des Kindes bestärkt das Kind in seiner Entwicklung der Fähigkeiten. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die Geduld gegenüber dem Kind. Bei einem Kind darf laut Köhn nie vorausgesetzt werden, was es noch lernen soll.4 Als weitere Grundlage für eine gute Beziehung gibt Köhn die Hoffnung auf die positive Zukunftsperspektive an. Es muss ein Vertrauen in die Zukunft bestehen, damit durch die heilpädagogische Behandlung eine Verbesserung der gestörten Entwicklung eintreten kann.

Laut Köhn wird Entwicklung heutzutage als multifaktorieller, komplexer, fortschreitender Prozess von Wechselwirkungen verstanden, in dem der Mensch sich zu einer Persönlichkeit entwickelt und dadurch Einfluss auf die Entwicklung nimmt.5 Kommt es innerhalb dieses Entwicklungsprozesses durch äußere Einflüsse zu einer Abweichung vom ‚normalen’ Verhalten, dann spricht Köhn von Verhaltensstörungen, welche häufig mehrere Ursachen haben. Zu diesem Sachverhalt hat Myschker (1996) nachfolgende Abbildung erstellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-1: Multifaktorielle Bedingtheit von Verhaltensstörungen 6

Die heilpädagogische Förderung hat daher laut Köhn nur dann Erfolg, wenn sie ganzheitlich angelegt ist und den ‚ganzen Menschen’ als Subjekt anspricht.7 Es werden nach Aussage von Köhn durch die heilpädagogische Förderung die nachfolgenden sozialen Umgangsformen ausgeprägt. Es erfolgt eine Integration durch die Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe und eine Akzeptanz durch die Achtung vor der Personalität jedes Menschen. Ebenso werden durch die zahlreichen kommunikativen Prozesse das Verständnis und die Erfahrung von Unterschieden geschult. Durch das Zusammenwirken der vielfältigen leiblich-sinnlichen Voraussetzungen wird der multisensorische Bereich mit Hilfe der heilpädagogischen Förderung angesprochen. Die heilpädagogische Förderung ist demnach durch die Vielfältigkeit der Angebotsformen assistierend für die Menschen tätig. Heilpädagogik kann aufgrund dessen als Individualförderung des Menschen betrachtet werden.8

3 Das heilpädagogische Reiten und Voltigieren

In diesem Kapitel werden die einzelnen Bestandteile des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens erläutert. Zusätzlich wird ein Einblick in die Tätigkeit des Therapeuten gegeben und örtliche Gegebenheiten aufgezeigt, die notwendig für das positive Gelingen der Arbeit als Therapeut in diesem Bereich sind, aufgezeigt. Ebenfalls sind in diesem Kapitel einzelne Unterrichtsstunden in der Theorie und Praxis beschrieben, die zum besseren Verständnis des Arbeitsfeldes eines Therapeuten beitragen sollen.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und das Deutsche Kuratorium für therapeutisches Reiten (DKThR) gliedern das Therapeutische Reiten in drei verschiedene Bereiche. Diese drei Bereiche werden bei Heipertz-Hengst in dem Buch ‚Reitsport für Behinderte’ näher beschrieben. Zum einen existiert die Hippotherapie, bei der es sich um eine krankengymnastische Behandlung des Patienten handelt. Das Reiten als Sport für Behinderte ist der zweite Bereich und als dritter Bereich ist das heilpädagogische Reiten und Voltigieren zu nennen, das auch pädagogische und psychische Einflüsse beinhaltet.9 Alle drei Bereiche lassen sich in der Praxis nur schwer voneinander abgrenzen. Deshalb kommt es sehr oft zu Mischformen dieser drei Bereiche des Therapeutischen Reitens.10

In dieser Examensarbeit liegt unter Berücksichtigung der Themenauswahl der Schwerpunkt der Ausführungen auf dem heilpädagogischen Reiten und Voltigieren (HPVR).

3.1 Bestandteile des heilpädagogischen Reitens und Voltigierens

In diesem Kapitel werden die Bedingungen und Aspekte aufgezeigt, die nach Meinung der FN und des DKThR eine positive Durchführung einer heilpädagogischen Reit- oder Voltigierstunde ermöglichen. Es wird das Pferd mit seinen Eigenschaften und der entsprechenden Ausrüstung vorgestellt. Ein weiterer Aspekt sind die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die der Therapeut notwendigerweise besitzen muss, um vorher gesetzte Ziele mit dem Kind auf therapeutischer Basis zu erreichen. Weiterhin gehören zu diesem Kapitel die Gegebenheiten, die laut DKThR vorhanden sein müssen, um HPV oder HPR anbieten zu können.

3.1.1 Das Pferd: Körperbau, Charakter und Ausrüstung in Bezug auf seine Eignung für das HPV und HPR

Von besonderer Bedeutung für den Erfolg des HPV und HPR ist die Auswahl eines geeigneten Therapiepferdes. Das DKThR ist der Meinung, dass es ohne das besonders vorgebildete Pferd nicht möglich wäre, diese therapeutische Arbeit anzubieten. Diesen Standpunkt vertritt ebenfalls Gäng (2004). Nach ihrer Aussage ist das Pferd das Bindeglied zwischen dem Therapeuten und dem Kind. Mit Hilfe des Pferdes kann der Therapeut erst den nötigen Kontakt mit dem Kind für das HPV oder HPR herstellen. Dem Pferd wird daher eine wichtige Rolle zugesprochen. Damit sich ein Pferd für das HPV oder HPR eignet, muss es laut FN und DKThR bestimmte charakterliche Eigenschaften sowie körperliche Voraussetzungen mitbringen. Als Erstes gehört dazu das Exterieur. Als Exterieur bezeichnet man beim Pferd die äußeren Merkmale, welche den Körperbau und die Statur des Pferdes einschließen (vgl. Anhang: Das Exterieur eines Pferdes; S. 104 ff). Das Exterieur des Pferdes sollte nach Auffassung der FN und des DKThR keine gravierenden Mängel aufweisen, wie zum Beispiel eine schiefe Hüfte oder Fehlstellungen an den Beinen. Dies würde das Tier bei der fortlaufenden Arbeit beeinträchtigen und wahrscheinlich zu einer dauerhaften Einschränkung in vielen Bereichen führen. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass zum therapeutischen Reiten und Voltigieren Pferde oder Ponys von kleinerer Statur ausgewählt werden. Denn je größer das Pferd ist, desto größer ist die Angst des Kindes oder Erwachsenen vor dem Tier. Zusätzlich ist es für den Reittherapeuten einfacher vom Boden aus Hilfestellungen zu geben, wenn das Therapiepferd nicht ganz so groß ist. Diese Merkmale eines Therapiepferdes finden sich ebenfalls bei Gäng (2004) bei der Beschreibung eines Therapiepferdes wieder.

Neben der Größe des Pferdes spielt aber das Verhältnis von Pferdegröße zu Körperlänge eine wichtige Rolle. Dieser Aspekt wird in der Fachliteratur als Rahmen eines Pferdes bezeichnet. Klassischerweise unterscheidet man zwischen Pferden mit langrechteckigem, hochrechteckigem oder quadratischem Rahmen (vgl. Anhang: Rahmen eines Pferdes; S. 102 f). Nach Gäng (1990) eignen sich vor allem Pferde mit langrechteckigem Körperbau für das HPV und HPR. Bei einem langrechteckigen Rahmen bietet das Pferd genügend Platz für die Voltigierer und Reiter. Zusätzlich ist die Gewichts- und Kraftverteilung bei diesem Pferd vorteilhaft. Wenn das Pferd zu lang ist, dann ist die Belastung des Rückens größer. Bei einem langen Rücken muss die Muskulatur viel stärker sein als bei einem kurzen Rücken, da sich der Rücken mit der Zeit sonst zu einem Senkrücken entwickelt. Ebenso fällt es einem Pferd mit langem Rücken schwerer, Gewicht mit der Hinterhand aufzunehmen. Dies führt zu einer vermehrten Belastung der Vorhand und zu schnellerem Verschleiß der Knochen an der Vorhand. Das Pferd wäre demnach einer dauerhaften Belastung nicht gewachsen. Zusammengefasst bedeutet dies nach Auffassung der FN als auch des DKThR und Gäng (1990), dass weder eine falsche Stellung der Knochen noch eine falsche Bemuskelung des Pferdes für das HPV und HPR akzeptiert werden können.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-1: Exterieur eines Pferdes 12

Genauso wichtig wie das Exterieur (vgl. Abb. 3-1) ist ebenfalls das Interieur des Pferdes beim HPV oder HPR. Es eignen sich nach Gäng (2004) weder temperamentvolle, stürmische und draufgängerische noch phlegmatische Ponys zum HPR oder HPV. Das Pony sollte zusätzlich keine gravierenden Unarten wie Schlagen, Beißen und Bocken besitzen.13 Optimal wäre ein „ anständiger, zuverlässiger, kinderfreundlicher Charakter mit der Bereitschaft, sich berühren zu lassen14 nach Meinung der FN. Nach Gäng (2004) verrät zusätzlich der Blick eines Pferdes viel über seinen Charakter. Der Blick sollte zu jeder Zeit gelassen und aufmerksam sein. Da Pferde Fluchttiere sind, geht von ihnen immer eine gewisse Gefahr aus, die man nur schwer einschätzen kann. Da der Ausbilder beim HPV und HPR nicht nur für sich selbst die Verantwortung trägt, sondern ebenfalls für denjenigen, der auf dem Pferd sitzt, ist es besonders wichtig, dass das Pferd ein ausgeglichenes Wesen besitzt und dass er das Pferd mit seinen Eigenheiten genau kennt. Andernfalls ist das Risiko von unvorhersehbaren Unfällen oder Verletzungen sehr viel größer. Im Falle einer Gefahr kann der Ausbilder das Pferd besser einschätzen und effektiver agieren.

Ein wichtiger Aspekt ist, dass der Therapeut darauf achtet, dass das Pferd gute Grundgangarten besitzt. Diese beeinflussen nach Auffassung von Hamsen (2003) den Erfolg der Therapie. Denn die einzelnen Grundgangarten weisen nach Meinung von Hamsen (2003) einige Eigenheiten auf, die eine bestimmte Reaktion bei dem Patienten hervorrufen. Der langsame Schritt eines Pferdes wirkt sich lösend und entspannend auf die reitende Person aus. Der schnelle Schritt hingegen wirkt konzentrierend auf den Patienten. Da der Trab ein Zweitakt ist und sich vom Takt her wie schnelle Marschmusik anhört, wirkt er animierend. Der Dreitakt des Galopps mit der zusätzlichen Schwebephase soll beschwingen.15 Dieser Ansicht ist auch C. Klüwer. „Der Takt des Pferdes stimmt in den verschiedenen Gangarten mit den Rhythmen überein, die in der Musiktherapie angewandt werden, um Einfluss auf die Stimmungslage des Patienten zu nehmen.“ 16 Laut C. Klüwer werden neuro- und sensomotorische Übungen bevorzugt im Schritt durchgeführt. Für psychomotorische Erfahrungen wird nach Bedarf die Gangart gewechselt und für soziomotorische Arbeit wird überwiegend der Galopp genutzt.

Die FN legt für die Grundausrüstung des Pferdes die nachfolgenden Gegenstände fest. Sie beinhaltet das komplette Putzzeug, das Halfter mit Anbindestrick und eventuell eine Abschwitzdecke (vgl. Anhang: Putzzeug; S. 106). Zusätzlich benötigt man das Reitzeug. Dies besteht für das HPV aus der Trense, einem Voltigiergurt mit zwei Griffen zum Festhalten (vgl. Anhang: Voltigiergurt; S. 107) inklusive der Gurtunterlage sowie Hilfszügeln, die am Gurt befestigt werden, und zusätzlich einer Longierpeitsche und Longe (vgl. Abb. 3-2). Spezielle Voltigiergurte für die therapeutische Arbeit sind eher selten, da sie einen hohen Anschaffungspreis besitzen und erst seit kurzem durch die Sattlerei Schütte in der therapeutischen Arbeit mit dem Pferd getestet werden.17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-2: Das Voltigierpferd und seine Ausrüstung18

Beim HPV verzichtet man vereinzelt auf das Pad, damit der Schüler direkt auf dem Rücken des Pferdes sitzen und die Bewegung des Pferderückens spüren kann. Diese Bewegung soll nach Hamsen (2003) eine beruhigende und entspannende Wirkung auf den Schüler haben. Es wird zusätzlich beim HPV und HPR mit dem Langzügel oder mit der Doppellonge gearbeitet. Für das HPR wird statt des Voltigiergurtes der Sattel auf das Pferd gelegt. An dem Sattel sind sowohl vorne als auch hinten kurze Riemen befestigt, an denen sich der Schüler festhalten kann. Ein spezieller Sattel mit einer hinten angebrachten Lehne wird bei Schülern mit starken Sitzdefiziten oder stark behinderten Kindern eingesetzt. Im Gegensatz zum HPV sind beim HPR Zügel an dem Gebiss der Trense befestigt. Mit diesen Zügeln kann sowohl der Reiter das Pferd lenken als auch der Helfer dieses führen. Ob beim HPR der Schüler selbst die Zügel in der Hand hält oder ob ein Helfer ihn von unten führt, hängt vom Können und den körperlichen Voraussetzungen des Reiters ab. Wenn die Führung des Pferdes von oben nicht möglich sein sollte, dann wird beim HPR der Langzügel oder die Doppellonge eingesetzt.

Bei dem Langzügel handelt es sich um einen langen Zügel, der am Gebiss des Pferdes auf beiden Seiten angebracht wird und dann hinter dem Pferd zusammengeführt ist. Dieser Langzügel wird normalerweise nach Aussage der FN für das Fahren vom Boden aus verwendet. Beim Fahren vom Boden aus geht man mit dem Langzügel in der Hand in genügendem Abstand hinter dem Pferd her (vgl. Anhang: Die Doppellonge; S. 107). Der Therapeut hat die Chance direkt neben dem Schüler mitzugehen, weil ein Helfer das Pferd von hinten aus mit dem Langzügel lenken kann. Zusätzlich kann der Therapeut dem Schüler auf dem Pferd direkt helfen. Da sein Abstand zum Pferd gering ist, gibt dies dem Schüler psychisch Sicherheit. Ebenfalls hat der Therapeut die Möglichkeit, den Schüler mit taktilen Hilfen in Kombination mit verbalen Hilfen zu unterstützen. Da der Schüler meist nicht in der Lage ist, nur durch verbale Hilfen des Therapeuten die gestellte Aufgabe zu lösen, bietet diese Möglichkeit mit dem Langzügel zu arbeiten viele Vorteile. Der Therapeut kann sich nach Gäng (2004) voll auf den Schüler konzentrieren und muss nicht noch auf das Pferd aufpassen und dieses unter Kontrolle halten. Der Schüler genießt in diesem Fall die volle Aufmerksamkeit des Therapeuten. Eine intensive Zusammenarbeit von Therapeut und Schüler ist demnach möglich und bringt viele Vorteile in Bezug auf die positive Entwicklung des Schülers mit Hilfe des HPV oder HPR.

Bei der Doppellonge (vgl. Anhang: Die Doppellonge; S. 107) handelt es sich um eine sehr lange Longe, die im Gebiss des Pferdes auf beiden Seiten eingehakt wird und noch zusätzlich durch Umlenkrollen (vgl. Anhang: Umlenkrollen; S. 108) in der Höhe variiert werden kann. Die Doppellonge ist länger als der Langzügel. Der Helfer oder Therapeut kann mit ihr in größerem Abstand zum Pferd hinterher laufen oder auf dem Zirkel longieren. Die Doppellonge hat eine Länge von circa 22 m. Sie bietet dem Pferd eine äußere Begrenzung auf dem Zirkel und wird meistens zu Korrekturzwecken von Voltigier- oder Fahrpferden benutzt. Es ist sowohl mit der Doppellonge als auch mit dem Langzügel möglich, das Pferd ‚vom Boden aus zu arbeiten’, wie es in der Fachsprache heißt. Sie wird manchmal auch dazu benutzt, Pferde vom Boden aus einzufahren. Zusätzlich ist es möglich, mit ihr das Pferd dressurlich vom Boden aus zu gymnastizieren. Das Pferd kann mit Hilfe der Doppellonge schwierigere Dressurlektionen wie zum Beispiel Schenkelweichen oder Piaffe (vgl. Anhang: Dressurlektionen 1 und 2; S. 108) ohne Reitergewicht auf dem Rücken erlernen. Der Nachteil der Doppellonge besteht darin, dass der Therapeut oder Helfer weiter von dem Schüler entfernt ist als beim Langzügel. Es ist sehr schwierig, bei der Länge der Doppellonge die ganze Zeit die gesamte Longe in der Hand zu halten und keine Knoten oder zu große Schlaufen entstehen zu lassen, die wiederum ein Sicherheitsrisiko für alle Beteiligten darstellen würden. Demnach eignet sich nach Auffassung des DKThR die Doppellonge eher für die Arbeit, wenn man dem Schüler nicht so nahe sein muss und ihn nicht dauerhaft mit taktilen Hilfen unterstützen muss. Ebenfalls kann der Therapeut das Pferd damit außerhalb der Therapiezeiten gymnastizieren und ihm ein Ausgleichstraining für die therapeutische Arbeit bieten, damit es länger körperlich fit bleibt.

3.1.2 Der Reitlehrer oder Therapeut: pädagogische und psychische Aspekte

Der Reitlehrer oder in diesem Fall der Therapeut muss laut FN für das HPV und HPR nicht nur eine geeignete Ausbildung vorweisen, er muss pädagogische und psychische Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringen. Auf den Ausbildungsweg zum Therapeuten mit Schwerpunkt HPV und HPR wird in Kapitel 3.2 eingegangen. In diesem Kapitel werden die pädagogischen und psychischen Aspekte in Bezug auf den Therapeuten erläutert. Der Therapeut muss eine charakterliche Eignung und eine spezielle Ausbildungsfähigkeit besitzen, um seinen Beruf entsprechend der Richtlinien des DKThR erfolgreich ausüben zu können.

Der wichtigste Aspekt laut DKThR ist, dass der Therapeut gute fachliche und pädagogische Kenntnisse und Fertigkeiten sowohl in Bezug auf das Pferd als auch in Bezug auf die Schüler besitzt. Diese kann er anhand von Fortbildungen des DKThR oder der FN fördern und verfeinern. Ebenso ist es sehr wichtig, dass der Therapeut Verständnis für physische und psychische Vorgänge seiner Schüler mitbringt und pädagogische Probleme ernst nimmt. Wenn dem Therapeuten bewusst ist, dass es sich beim HPV und HPR um einen motorischen Lernprozess handelt, dann kann er seinen Schüler besser verstehen und seinen persönlichen Fähigkeiten entsprechend fördern. Dem Therapeuten sollte wichtig sein, dass sein Schüler zuerst Bewegungserfahrungen sammelt, um später daraus Bewegungsfertigkeiten zu entwickeln. Für den Therapeuten ist es daher von Vorteil, wenn er die einzelnen Stufen des motorischen Lernens kennt. Auf die motorischen Fähigkeiten in Bezug auf die Entwicklungsförderung wird in Kapitel vier intensiver eingegangen.

Nach Peiler (2004) lässt sich das motorische Lernen in drei Stufen einteilen: Grobkoordination, Feinkoordination und Feinstkoordination.19 Am Anfang befindet sich der Schüler häufig in der Grobkoordination, welche von unbewusstem Handeln und meist schlecht zu koordinierenden Bewegungen geprägt ist. Dies führt bei dem Schüler zu einer schnellen Ermüdung und Konzentrationsschwäche, da der Krafteinsatz für unkoordinierte Bewegungen sehr unökonomisch ist. Wenn der Schüler allerdings ein Bewegungsmuster aufgrund seiner Bewegungserfahrungen erstellt hat, dann wird der Krafteinsatz geringer und die Bewegungen werden koordinierter. Der Schüler kann sich demnach besser auf verbale Äußerungen des Therapeuten konzentrieren. Zunehmend verbessert sich das Bild der gestellten Aufgabe vor dem inneren Auge des Schülers. Er kann sich nun auf sich selbst konzentrieren und sich selbst durch Verinnerlichung der Korrekturanweisungen des Therapeuten korrigieren. Zusätzlich ist es dem Schüler in dieser Phase möglich, mehr Informationen von außen zu verarbeiten und umzusetzen. Ebenfalls erlangt er Bewegungsfertigkeiten, die er auf Anweisung des Therapeuten abrufen kann. Es erfolgt eine Steigerung der Feinkoordination, die sich zunehmend auf die bewusste Handlungsausführung richtet. Die dritte Phase ist geprägt von automatisierten Bewegungsabläufen und die Bewegungsfertigkeiten sind in dieser Phase sehr vielfältig. Der Schüler ist in der Lage, eine Feinstkorrektur an sich selbst vorzunehmen und die Bewegungserfahrung unter schwierigen Bedingungen abzurufen und die Bewegung auszuführen. Seine Bewegungsfertigkeiten sind im Gegensatz zu den vorherigen Phasen sehr stabil. In dieser Phase können demnach Feinprogramme abgerufen und flüssig gekoppelt werden. Das Besondere an dieser Phase ist, dass der Schüler seine Höchstleistung nur erbringen kann, wenn er die körperlichen und muskulären Voraussetzungen für die geforderte Übung mitbringt. In dieser Phase wird seine Leistung nur durch seine persönlichen physischen Voraussetzungen eingeschränkt.

Nach Gäng (1990) sollte dem Therapeuten bewusst sein, dass diese motorischen Phasen des Bewegungslernens in der Unterrichtsplanung und Durchführung berücksichtigt werden müssen, um einen optimalen Erfolg der Bewegungserweiterung zu erlangen. Denn schließlich sind die zu unterrichtenden Kinder unterschiedlichen Alters und befinden sich demnach in verschiedenen Entwicklungsstufen,20 die eine detaillierte Vorbereitung von dem Therapeuten fordern. Ebenfalls muss die Unterrichtsatmosphäre beachtet werden. Die angemessene Vermittlung der Korrektur für den Schüler und der gekonnte Einsatz der pädagogischen Fähigkeiten gehören nach Auffassung des DKThR ebenfalls zur Unterrichtsatmosphäre. Es muss eine Harmonie zwischen Therapeut und Schüler entstehen. Der Schüler wird mit Hilfe einer guten Unterrichtsatmosphäre zu seinem persönlichen Erfolg motiviert und entdeckt für sich die Freude an der Bewegung mit und auf dem Pferd. Es ist ferner möglich, dass der Schüler Bewegungserfahrungen, die er auf dem Pferd gelernt hat, auf Alltagssituationen übertragen kann und diese in entsprechenden Situationen anwenden kann. Nach Dietze (2003) erleichtern zusätzliches Film- und Bildmaterial die Arbeit mit dem Schüler, da dieser sowohl verbal als auch visuell die Bewegungserfahrungen sammeln kann. Durch praktische Demonstrationen einer Aufgabe kann der Schüler seine Bewegungsfertigkeiten erweitern. Der Schüler hat somit die Möglichkeit, durch viele verschiedene Sinne die Bewegung wahrzunehmen und umzusetzen. Hierbei sollte nach Gäng (2004) der Therapeut beachten, dass er immer den passenden Blickwinkel wählen und ein mögliches Unfallrisiko abschätzen muss, damit er gegebenenfalls in die Situation eingreifen kann. Eine sorgfältige Einweisung des Schülers in den richtigen und sicheren Umgang mit dem Pferd darf deshalb auf keinen Fall fehlen. Diese Ansicht vertritt desgleichen die FN und legt besonderen Wert auf die Sicherheitsaspekte in Bezug auf das Pferd bei der Ausbildung von Therapeuten. Zusätzlich wäre es nach Gäng (2004) sinnvoll, wenn der Therapeut die Erfolge und den Ausbildungsstand seines Schülers schriftlich fixiert. Mit Hilfe dieser Aufzeichnungen ist es dem Therapeuten möglich, den Schüler individuell zu fördern sowie eine Kontrolle über dessen Lernerfolg zu bekommen. Eine anschließende Reflexion der Unterrichtsstunde ist demnach sinnvoll. Ebenfalls ist es dann möglich, die vorher erstellte Unterrichtseinheit an den Schüler anzupassen und ausgearbeitete Unterrichtssegmente auf diesen zu übertragen und anzuwenden. Dabei sollten besonders die methodischen Überlegungen der Unterrichtseinheit im Vordergrund stehen.

Eine weitere Eigenschaft des Therapeuten ist ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen sowohl für das Pferd als auch für den Reiter. Nach HeipertzHengst (1980) sollte es dem Therapeuten mit Hilfe dieses Einfühlungsvermögens möglich sein, das Situationserlebnis des Reiters nachzuempfinden und nachzuvollziehen. „ Der Reitlehrer muss dabei in der Lage sein, selbst im Hintergrund zu bleiben, um dem Reiter einen direkten, unmittelbaren Kontakt und Bezug zum Pferd zu ermöglichen.21 Der Therapeut ist demnach die Vermittlerperson zwischen Pferd und Reiter. Er verhält sich passiv bei der Beziehung zwischen Reiter und Pferd. Er benötigt dafür ein hohes Maß an Empathie, welches Gäng (2004) und das DKThR als Merkmal eines guten Therapeuten angeben. Eine weitere notwendige Fähigkeit des Therapeuten ist es laut FN und DKThR, die eventuelle Angst des Schülers vor dem Pferd und den ungewohnten Aufgabenstellungen abzubauen und erneut aufkommende Angst bei weiteren ungewohnten Aufgaben zu bewältigen. Er sollte den Schüler dabei unterstützen, sich selbst zu überwinden und die vorher schwer erscheinende Aufgabe dennoch gut zu meistern und diese mit einem positiven Gefühl auszuführen. Einer der wichtigsten Aspekte ist nach Aussage des DKThR, dass der Schüler Erfolgserlebnisse hat und dass diese ihn weiter motivieren, sich neuen Aufgaben zu stellen und diese auszuführen. Erfolgserlebnisse tragen nach Pietrzak (2001) dazu bei, dass sich die innere Motivation erhöht und Hemmungen und Verkrampfungen immer mehr während der Arbeit in den Hintergrund treten. Zusätzlich wird dadurch die schon vorhandene Motivation des Schülers aufrecht erhalten. Ebenfalls stärken diese Erfolgserlebnisse das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl. Nach Ansicht des DKThR (1986) geht es im Besonderen darum, dass der Therapeut über das Medium Pferd bei Kindern und Jugendlichen in unmittelbarer Selbsterfahrung mit dem Medium positive Verhaltensänderungen einleitet und das Sozialverhalten positiv beeinflusst.22

Der Therapeutenberuf stellt demnach sehr hohe Anforderungen an die Lehrperson. Es ist eine anspruchsvolle Arbeit mit konkreten Zielen, die eine hohe Motivation auf Seiten des Therapeuten, aber ebenso des Schülers bedingt. Der Therapeut sollte als Vermittler für die Selbsterfahrung mit dem Pferd von dem Patienten erlebt werden. Es entsteht somit ein Dreiecksverhältnis zwischen Therapeut, Pferd und Klient. „Im rotierenden Wechsel wird jeder von ihnen Mitarbeiter und Objekt und Beobachter dieser Beschäftigung, so dass jeder im Wechsel ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.“ 23 Dieses tripolare Beziehungsverhältnis hat C. Klüwer 1985 folgendermaßen dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-3: Tripolares Beziehungsverhältnis Therapeut-Klient-Pferd 24

3.1.3 Die Umgebung: Stall, Halle, Außenplatz und zusätzliche Materia-lien

Beim HPV und HPR spielt die Umgebung der Unterrichtsstunde nach Auffassung der FN und des DKThR eine wichtige Rolle für den positiven Verlauf der Unterrichtseinheit. Der Stall darf keine Verletzungsrisiken für die Schüler und Pferde darstellen. Ebenfalls sollte alles Material, welches für die Stallarbeit und die Arbeit mit den Pferden vorhanden sein muss, wie zum Beispiel Besen, Mistgabeln, Putzzeug, Sattelzeug, Reitkappen und Halfter mit Führstrick, in Ordnung und der Sicherheit entsprechend sein. Es sollte genügend Platz vorhanden sein, damit die Pferde sich nicht gegenseitig auf der Stallgasse verletzen können. Der Stall sollte den vorgegebenen Standards der FN entsprechen.25 Zusätzlich muss man als Verantwortlicher für die Pferde wissen, welche Einflüsse die speziellen Haltungsformen auf die Pferde haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-4: Einflüsse auf die Pferdehaltung 26

Da die meisten Pferde in Einzelaufstallung untergebracht sind, werden nur die Aspekte für die Einzelaufstallung betrachtet. Die Schüler können dort gefahrloser die Pferde aus den Boxen holen als aus einem Laufstall, in dem alle Pferde zusammenstehen. Die Boxengröße ist nach FN optimal, wenn sie zweimal Widerristhöhe (vgl. Anhang: Stockmaß; S. 108) zum Quadrat beträgt. Die optimale Stallgassenbreite laut FN beträgt bei einem einreihigen Boxenstall mindestens 2,50m und bei einem zweireihigen Boxenstall mindestens 3m.27 Der Boden auf der Stallgasse und in den Boxen sollte „griffig, haltbar und leicht zu reinigen sein“.28

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wh = Widerristhöhe (Stockmaß)

Tabelle 3-1: Fläche von Boxen bei Einzelaufstallung 29

Zusätzlich muss genügend Platz für die Stallutensilien vorhanden sein.Es sollten nach Meinung der FN folgende Gegebenheiten vorhanden sein: eine Sattelkammer, deren Größe sich nach der Anzahl der Pferde im Stall richtet, in der Sättel, Trensen, Hilfszügel, Longen, Halfter mit Führstricken, Putzzeug, Voltigiergurte mit Zubehör, Geschirre und eventuell Pferdedecken und zusätzliche Satteldecken aufbewahrt werden. Sinnvoll wäre ebenfalls eine Stallapotheke mit dem nötigen medizinischen Material. Wenn genügend Platz vorhanden ist, dann kann man dort die Pflegeutensilien wie Shampoo für die Pferde, Lederfett, Sattelseife, Schwämme für das Sattelzeug unterbringen. Ein zusätzlicher Raum für die anderen Stallgerätschaften sollte vorhanden sein, damit diese nicht zu Verletzungen führen, wenn man sich in der Sattelkammer mit mehreren Personen aufhält.

Das Wichtigste ist allerdings laut FN ein Putzplatz für die Pferde. Er sollte groß genug sein, damit mehrere Pferde gleichzeitig geputzt werden können. Es ist unpraktisch, die Pferde in der Stallgasse zu putzen, da sie dort den Weg blockieren und eine hohe Staubentwicklung durch das Putzen in der Stallgasse die Folge ist. Demnach wäre es sinnvoll, den Putzplatz im Freien anzulegen und eine befestigte Fläche mit geeigneten Anbindevorrichtungen zu schaffen. Der Boden des Putzplatzes sollte genauso wie die Stallgasse griffig und leicht zu reinigen sein.

Ebenfalls ist ein Waschplatz sehr sinnvoll. Dort kann das Pferd nach der Arbeit gewaschen und die Beine gekühlt werden. „Waschplätze im Stall sollten mindestens 2,50 x 3,50m groß sein, mit beidseitiger Anbindevorrichtung sowie Wasseranschluss (möglichst kalt und warm).30

Wenn es dem Stallbesitzer finanziell möglich ist, dann wäre es nach Meinung der FN vorteilhaft, ein Solarium für die Pferde einzubauen. Die Lampen des Solariums sind dem Licht, welches die Sonne erzeugt, ähnlich und dadurch trocknen nasse Pferde nach der Arbeit schneller. Ebenfalls werden durch die erzeugte Wärme die Muskeln gelockert und die Pferde sind bei der Arbeit viel zufriedener. Damit dieses Solarium für alle nutzbar ist, sollte eine Höhenverstellung möglich sein. Ebenso sollte das Solarium über einem Ständer angebracht sein, in den das Pferd hineingestellt wird, damit eine gleichmäßige Bestrahlung möglich ist.31

Nachdem der Stall genauer betrachtet wurde, gehe ich nun auf die Reithalle genauer ein. Dort findet schließlich der Therapieunterricht statt, wenn kein Allwetter-Reitplatz vorhanden ist. Es gibt verschiedene Hallengrößen. Die übliche Hallengröße hat die FN auf 20 x 40m festgelegt. Wenn die Halle größer sein muss, weil es eine hohe Anzahl an Aufstallern gibt oder weil Aufstaller parallel zum Voltigier- oder Reitunterricht reiten wollen, dann haben die Hallen häufig eine Größe von 25 x 60m. Laut FN sollte der Hallenboden nicht zu tief und staubig, sondern griffig, federnd, leicht feucht, aber nicht rutschig sein.32 Zusätzlich sollte es möglich sein die Hallentür zu schließen, damit keine Sicherheitsgefährdung für alle Beteiligten durch unerwartetes Öffnen der Tür oder durch Hineingehen in die Halle entsteht. Pferde sind Fluchttiere und dies bedeutet, dass, wenn sie Gefahr spüren, sie darauf reagieren und losrennen und die anderen Pferde sich aufgrund ihres ererbten Herdentriebes ebenfalls erschrecken. Zusätzlich ist bei einem solchen Fall zu bedenken, dass Pferde Herdentiere sind und niemals allein wegrennen, sondern immer im Herdenverband. Damit die Pferde sich nicht unerwartet erschrecken, sollte es um das Hallengebäude ruhig sein und es sollten keine unerwarteten Störungen auftreten. Dies stellt ansonsten ein weiteres Sicherheitsrisiko dar. Ebenfalls sollten während des regulären Unterrichts keine Sprünge in der Halle stehen, damit ein Verletzungsrisiko der Pferde und Reiter ausgeschlossen werden kann. Nach Meinung der FN (1997) wäre es sinnvoll, wenn es an der Halle einen Abstellraum gäbe, in dem Sprünge und zusätzliche Materialien für den Reitunterricht gelagert werden. Zusätzliche Materialien können sein: Pylonen, Rampe für Rollstuhlfahrer, Aufstieghilfe, Stangen und Ständer, Plane, Bälle, Reifen und eine Wippe zum Darrüberreiten.

Wenn man nicht die Möglichkeit hat, in einer Halle das HPV oder HPR anzubieten, dann muss man einen geeigneten Außenplatz für den Unterricht anlegen. Dieser sollte nach FN folgendermaßen aussehen: der Außenplatz sollte genauso wie die Reithalle einen nicht zu tiefen, nicht staubigen, griffigen, federnden, leicht feuchten und nicht rutschigen Boden haben. Es gelten allerdings für den Boden andere Witterungsverhältnisse als in der Reithalle. Von daher empfiehlt sich für einen Außenplatz eine Drainage und geeigneter Unterboden, damit bei einem heftigen Regenschauer nicht der ganze Platz überschwemmt ist oder der Oberboden weggeschwemmt wird. Zusätzlich ist zu beachten, dass eine geeignete Umzäunung vorhanden und dass diese intakt ist. Auf dem Außenplatz herrscht nämlich zusätzlich „noch größere Ablenkung durch äußere Einflüsse“ 33 als in der Reithalle. Es kann demnach bei den Pferden eher der Fluchtinstinkt ausgelöst werden als in der Reithalle, in der die Pferde nicht so stark durch äußere Einflüsse abgelenkt werden. Dadurch kann es zu bedeutenden Konzentrationsschwächen bei den Schülern und den Pferden kommen. Der größte Nachteil eines Außenplatzes ist allerdings die Wetterabhängigkeit. Wenn die Sonne die ganze Zeit auf den Platz scheint, dann fängt dieser an zu stauben. Zusätzlich ist es eine große Anstrengung für Schüler und Pferde in der Sonne zu arbeiten. Die Gefahr eines Hitzschlages ist sehr groß. Wenn es hingegen viel regnet, dann ist der Platz oft matschig und die Pferde und Reiter haben nicht viel Freude an der Bewegung in dem schlammigen Boden. Der Boden spritzt hoch und das gesamte Lederzeug des Pferdes und die Kleidung des Reiters sind verschmutzt und durchnässt. Dadurch wird die Motivation bei dem Schüler ziemlich gedämpft. Es wäre demnach sinnvoll, wenn der Platz wetterfest wäre. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass der Unterricht für alle Beteiligten in zufriedenstellenden Bodenverhältnissen stattfindet.

3.2 Ausbildungsweg zum Therapeuten: Voraussetzungen und Fortbildungen

Die Ausbildung zum Therapeuten kann sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz erfolgen. In Deutschland ist das DKThR34 für die Ausbildung zum Therapeuten zuständig. Um eine Ausbildung zum Therapeuten beginnen zu können, muss man einen pädagogische Ausbildung besitzen oder Physiotherapeut sein. Zusätzlich muss man eine entsprechende reiterliche Prüfung vorweisen können. Beim DKThR ist die Ausbildung wie folgt aufgebaut: der angehende Therapeut muss zuerst ein Praktikum in einer Einrichtung des DKThR absolvieren. Im Anschluss daran muss ein Informationswochenende besucht werden, bei dem weitere Fragen und Probleme geklärt werden können. Nach diesem Informationswochenende wird durch das DKThR die reiterliche Ausbildung überprüft. Es wird in Kleingruppen bei dem Lehrgangsleiter vorgeritten. Dieser entscheidet dann in Zusammenarbeit mit dem DKThR, ob der Teilnehmer für die weitere Ausbildung geeignet ist oder nicht. Hat die Überprüfung der reiterlichen Ausbildung ein positives Ergebnis, muss der Bewerber dann an einem Grundkurs des DKThR teilnehmen. Dieser umfasst in der Regel sieben bis zehn Tage. Nach dem Grundkurs ist noch einmal ein zweiwöchiges Praktikum nötig. Während dieses Praktikums sollte der angehende Therapeut selbstständig Stunden planen und durchführen. Es ist gefordert, dass er darüber eine Abschlussarbeit schreibt, die in etwa dreißig Seiten umfasst. Nach der Bewertung der Abschlussarbeit durch das DKThR und einem positiven Ergebnis ist der Besuch eines Abschlusskurses vorgeschrieben. Dieser Abschlusskurs besitzt den gleichen zeitlichen Rahmen wie der Grundkurs, allerdings schließt er mit einer Prüfung ab. Die genauen Bestimmungen zur Ausbildung zum Therapeuten HPR oder HPV befinden sich im Anhang (vgl. Anhang: S. 137 ff).

Über weitere Fortbildungsmaßnahmen gibt das DKThR Auskunft. Dort kann man sich dann mit einem entsprechenden Formular zu den einzelnen Fortbildungsmaßnahmen anmelden. Es gibt Fortbildungen sowohl zur Ausbildung von Therapiepferden als auch Fortbildungen zur Förderung der Patienten. Man hat also als Therapeut die Möglichkeit, sich mit Hilfe des DKThR umfangreich fortzubilden. Zusätzlich kann man sich bei der FN informieren und nachfragen, ob entsprechende Fortbildungen angeboten werden.

3.3 Die Reitstunde

Im Folgenden werden Reit- und Voltigierstunden zunächst theoretisch betrachtet. Daran schließen sich dann die Praxisschilderungen solcher Stunden an. Zu den Reitstunden zählt in diesen Fällen ebenfalls das Versorgen der Pferde vor und nach dem Reiten bzw. dem Voltigieren. Es werden Stundenplanungen und Verlaufstrukturen der Stunden aufgezeigt und Ausblicke auf die weitere Arbeit mit den Schülern gegeben. Im Anhang befinden sich Fotos der einzelnen Therapiestätten und Unterrichtsstunden.

3.3.1 Theoretischer Ablauf einer Stunde: Verlaufsstruktur und Stundenplanung

Wenn man eine Stunde plant, dann sollte man nach Gäng (2004) diese zuerst theoretisch durchplanen und dann versuchen, sie sich in der Praxis vorzustellen und mögliche Gedankenfehler bei der vorher gemachten Planung korrigieren. Es sollte für jede Stunde, die in der Praxis stattfindet, vorher ein theoretisches Konzept erarbeitet werden. Mit Hilfe dieses Konzeptes ist es danach einfacher, einzelne Ziele in der Stunde umzusetzen und das Gesamtziel der Stunde zu erreichen. Ebenfalls kann man zur Nachbereitung noch Korrekturen an dem vorher gemachten Konzept vornehmen, um diese geplante Stunde für das nächste Mal in Hinsicht auf die Schüler und die zu erreichende Zielsetzung zu optimieren.

Wenn man anfängt eine Stunde zu planen, dann sollten nach Aussage von Gäng (2004) viele Faktoren berücksichtigt werden. Der Ausbilder muss wissen, welche Voraussetzungen vor Ort vorhanden sind und welche Voraussetzungen der entsprechende Schüler mitbringt. Ebenfalls ist es sinnvoll, das Therapiepferd mit seinen Eigenheiten zu kennen. Denn es kann immer passieren, dass sich das Pferd erschreckt, weil es diese unbekannte Situation oder den Gegenstand, der zusätzlich verwendet wird, nicht kennt. Nützlich und zeitsparend für die theoretische Planung ist, wenn man ein großes Repertoire an verschiedenen Übungen und Übungsausführungen besitzt, um für den Schüler die geeignete Übung auswählen zu können, damit das Ziel der Stunde erreicht werden kann. Vorab ist es hilfreich, die Persönlichkeit des Schülers zu kennen, damit man abschätzen kann, inwieweit das gesetzte Ziel der Stunde mit diesem Schüler überhaupt erreicht werden kann. Denn es spielen sowohl Alter als auch motorische Fertigkeiten und persönliche Eigenarten - wie zum Beispiel Angst vor dem Pferd oder vor der Übungsausführung - eine Rolle. Ebenfalls ist es hilfreich, wenn man die Größe und das ungefähre Körpergewicht des Schülers kennt, damit man ein geeignetes Pferd für die Zusammenarbeit aussuchen kann.

Das folgende Personalblatt ist eine Hilfestellung für die Therapeuten, wenn sie zum Beispiel einen Patienten nach den Therapiestunden weiter überweisen müssen zu einem anderen Spezialisten oder Arzt. Dieses Personalblatt bietet eine gute Übersicht über die Persönlichkeit des Schülers und enthält viele Informationen. Es wäre daher sinnvoll, dieses Personalblatt vor dem Arbeiten mit dem Schüler von den Erziehungsberechtigten ausfüllen zu lassen. Es hilft dem Reittherapeuten, sich ein Bild von dem Schüler machen zu können und eine Stundenplanung angepasst an den Schüler vorzubereiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-5: Personalblatt 35

Für die Stundenplanung ist es nach Meinung von Gäng (2004) wichtig zu wissen, welches Material zur Verfügung steht und wo es zu finden ist. Vor der Benutzung sollte man zusätzlich kontrollieren, ob es einsatzfähig ist und kein Verletzungs- oder Unfallrisiko besteht, weil es eventuell in einem schlechten Allgemeinzustand ist.

Die folgende Tabelle aus Gäng (2004) zeigt ein Beispiel zur vorausschauenden theoretischen Stundenplanung. Sie soll dem Therapeuten einen Anhaltspunkt für seine zukünftigen Planungen bieten und einen sehr guten Überblick über die Entwicklung des Schülers innerhalb einer Unterrichtseinheit geben. Es ist ebenfalls möglich, dass ein anderer Therapeut sich diese Stundenplanung anschaut und daran den Entwicklungstand des Schülers ablesen kann. Somit ist es einfacher für den zuständigen Therapeuten, sich einen Überblick über den derzeitigen Entwicklungstand des Schülers zu verschaffen und diesen bestmöglich individuell seiner Entwicklung angepasst zu fördern. Die angeführte Tabelle ist für die kurzfristige Planung vorgesehen. Für die langfristige Planung ist später noch eine Tabelle aufgeführt, die ebenfalls eine Hilfestellung für die Therapeuten bietet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3-2: Hilfsbogen für die kurzfristige Planung Teil 1 36

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3-3: Hilfsbogen für die kurzfristige Planung Teil 2 37

Wenn man die äußeren Bedingungen geklärt hat, dann kann man als Erstes eine Übersicht über die Grobziele aufstellen, die man mit diesem Schüler erreichen möchte. Nachdem man die Grobziele mit einem Datum aufgeführt hat, kann man dann die Feinziele festlegen. Zusätzlich kann der Therapeut währenddessen schon einmal überdenken, welche Übungsformen sinnvoll für die einzelnen Ziele sind und wie man sie am besten für den Schüler abwandelt. Wenn Grob- und Feinziele festgelegt sind, dann kann man Planungen für zusätzliches Material bei den einzelnen Unterrichtseinheiten machen. Ebenfalls sollte nach Gäng (2004) und DKThR bedacht werden, dass ein Helfer vor Ort ist, um bei dem Unterrichtsverlauf Hilfestellungen zu leisten und den Therapeuten zu unterstützen. Wenn einige Schüler gleichzeitig am Unterricht teilnehmen, dann ist es für den Therapeuten schwieriger, immer alle im Auge zu behalten und der Aufsichtspflicht nachzukommen. Zusätzlich kann der Helfer während der Therapeut den Schülern bestimmte Abläufe erklärt- diese durch taktile Hilfen unterstützen oder sie auf dem Pferd durch Hilfestellungen sichern.

Die folgende Tabelle von Gäng (2004) bietet eine Unterstützung für den Therapeuten für die Grob- und Feinzielplanung der Unterrichtseinheit über einen längeren Zeitraum. Zusätzlich ist das Eintragen des Datums mit den entsprechenden Zielen möglich. Es kann somit für jeden Schüler ein individueller Unterrichtsplan erstellt werden. Er bietet eine Übersicht über die Entwicklung, die der Schüler durchlaufen muss, um die gesetzten Ziele erreichen zu können. Eine Überprüfung der Entwicklung anhand dieser individuellen Zielformulierung wird somit ermöglicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3-4: Hilfsbogen für die langfristige Unterrichtsplanung 38

Das DKThR empfiehlt für die gesamte Unterrichtsplanung von der Firma theraSET Ltd.39 eine Box für Therapeuten als Hilfestellung. Die Firma entstand Anfang des Jahres durch Nicole Heilmaier, Reittherapeutin und Fachübungsleiterin für Behindertensport und Wolfgang Vögele, Produktdesigner und Geschäftsführer der Agentur LACON Design. In dieser theraBOX sind alle notwendigen Unterlagen für eine Therapiestunde enthalten. Es befinden sich in der Box sowohl Gegenstände für die Gestaltung des Therapieunterrichts als auch die entsprechenden Personalbögen für die Vor- und Nachbereitung. Die Firma hat es sich zum Ziel gesetzt, die pferdegestützte Therapie mit Kindern durch Spiel und Spaß wirkungsvoller für die Klienten zu gestalten. „TheraSET entwickelt clevere Hilfsmittel für die Therapie mit Pferden und vertreibt diese exklusiv.“ 40

Denn wer Kinder pferdegestützt therapiert weiß, dass Lernen im Spiel leichter fällt und auch mehr Spaß macht. Das Problem: bislang gibt es keine Spiele, die mit Pferden nutzbar sind. Die Therapeuten müssen ihr Werkzeug selbst erfinden und selbst basteln. Das kostet eine Menge Vorbereitungszeit und hält auch nicht besonders lang. Auch ein professioneller Auftritt sieht anders aus.“ 41

„Die in der theraBOX enthaltenen acht Spiele werden von allen Kindern sehr gerne angenommen. Auch von Therapeuten haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten. Sie schätzen insbesondere die Zeit- und Kostenersparnis bei der Therapievorbereitung sowie den flexiblen Einsatz der kindgerecht gestalteten und reitplatztauglichen Spiele. Viele Therapiestunden konnten so bereits besonders spannend und abwechslungsreich gestaltet werden. Sogar die Pferde hatten ihren Spaß an den Stunden.“ 42

3.3.2 Reitstunden in der Praxis

In diesem Kapitel werden nun Reitstunden in der Praxis vorgestellt. Es handelt sich dabei um Reit- oder Voltigierstunden, die zusammen mit Schülern durchgeführt wurden. Eine kurze Übersicht über die Voraussetzungen und die Ausgangssituation der jeweiligen Einrichtung bildet die Einleitung zur den weiteren Erläuterungen. Zu Beginn werden zusätzlich die SchülerInnen der jeweiligen Reitstunde genannt. Ebenfalls findet sich am Anfang einer jeden Stunde eine Liste der Pferde, welche für diese Unterrichtseinheit benutzt wurden. Die Beschreibungen enthalten auch einige Schilderungen von Verhaltensauffälligkeiten oder Besonderheiten der SchülerInnen. Zum Ende einer jeden Stundenbeschreibung folgen eine kurze Zusammenfassung und ein kurzer Überblick über eventuelle Fortschritte der SchülerInnen. Im Anhang befinden sich Erläuterungen zu den Fachbegriffen und Materialien im Reitsport. Dort sind ebenfalls einige Fotos der verschiedenen Einrichtungen zu finden. Auf diesen Fotos ist zu erkennen, welche Aufgaben die SchülerInnen erledigen mussten und wie sie mit dem Partner Pferd umgingen. Die Fotos entsprechen in der Reihenfolge den verschiedenen therapeutischen Einrichtungen.

3.3.2.1 Darstellung einer Reitstunde von Frau S. (Etteln)

Der Reitstall von Frau S. liegt in Borchen-Etteln. Sie besitzt eine Ausbildung zur Erzieherin und Heilpädagogin. Aufgrund von Fortbildungen informierte sie sich intensiv über das HPR und lernte andere Reitweisen als die übliche englische Reitweise kennen. Im Anschluss an diese Fortbildungen erwarb sie die Zusatzqualifikation zur Reitpädagogin (SG-TR). Damit sie weiterhin über aktuelles Wissen verfügen konnte, absolvierte sie einige Praktika in den verschiedensten Einrichtungen und baute sich danach selbstständig einen kleinen Therapiestall auf.43 Sie besitzt zurzeit für die therapeutische Arbeit zwei Pferde; eines davon ist ein Islandpferd, das andere ein Shetlandpony. Ihre Pferde wurden von ihr zur Boden- und Körperarbeit ausgebildet. Zusätzlich werden die Pferde noch geritten, um sie weiterhin gesund für das HPR zu erhalten. Die beiden Pferde von Frau S. werden ausschließlich in Offenstallhaltung und auf der Wiese gehalten, daher sind sie immer sehr ausgeglichen und zufrieden. Frau S. arbeitet beim therapeutischen Reiten allein. Da ihr nur zwei Pferde für die therapeutische Arbeit zur Verfügung stehen, kann sie leider nicht so viele Kinder im gleichen Zeitraum therapeutisch behandeln wie zum Beispiel die Therapeuten im Stall zu Schloss Hamborn. Für die therapeutische Arbeit besitzt sie eine Wiese und eine kleine Halle, in der zusätzliche Materialien untergebracht sind. Sie bietet öfter Ferienkurse oder Projekte an, an denen die Kinder in der Umgebung teilnehmen können um den Erstkontakt zum Partner ‚Pferd’ erfahren zu können. Viele Kinder kommen zu Frau S., weil dort eine sehr familiäre Atmosphäre herrscht oder weil der nächste Reitstall zu weit entfernt ist. Außerdem reiten einige Kinder bei Frau S., um erste Erfahrungen mit dem Pferd zu sammeln und Grundfertigkeiten des Reitens zu erlernen. Danach wechseln sie in einen Reitbetrieb, in dem die Leistung des Schülers mehr im Vordergrund steht.

Bericht zu Dienstag, den 05.05.2009 17-18 Uhr (Marion S.)

6- jähriges Mädchen mit spastischer Lähmung des linken Armes und des linken Beines; Pferd: Campino (Shetlandpony)

Das Mädchen wurde von seiner Mutter zum Stall gebracht. Die Mutter blieb während der Therapiestunde vor Ort und beobachtete ihre Tochter bei den Fortschritten in der Therapie. Zu Beginn wurde das Pony von Frau S. aus der Box geholt, die sich in einer Ecke der Reithalle befand. Es war vorher schon einmal geputzt worden, deshalb brauchte die Reiterin es nicht mehr putzen. Das Mädchen durfte das Pony am Strick festhalten. Frau S. holte dann den Sattel für das Pony, da das Kind durch seine Lähmung diesen nicht selbst tragen konnte. Sie sattelte das Pony. Im Anschluss daran ließ sie das Mädchen die Trense holen. Diese Trense hatte bunte Zügel. Die bunten Zügel haben den Zweck, dass man das richtige Zügelmaß zum besseren Verständnis für die Schüler mit einer Farbe beschreiben kann. Dann trenste Frau S. das Pony auf. Als das Pony nun für das therapeutische Reiten fertig war, gingen sie gemeinsam vor die Halle. Das Pony wurde dann einige Male von dem Mädchen die Straße auf und ab geführt. Sie war begeistert, dass sie fast ohne Hilfe ein Pony führen konnte. Frau S. fragte das Mädchen währenddessen, was sie sich für heute vorgenommen hätte und was sie gern mit Campino machen wolle. Das Mädchen antwortete daraufhin, dass sie gern springen wolle. Frau S. berücksichtigt immer die Interessen der Kinder und war erfreut, dass das Mädchen sich so viel zutraute. Als Erklärung zu diesem Sachverhalt muss gesagt werden, dass ‚Springen’ in diesem Fall das Überreiten einer auf dem Boden liegenden Stange bedeutete. Nachdem sie nach einigen Runden wieder an der Halle angekommen waren, durfte das Mädchen mit Hilfe der Therapeutin aufsitzen. Ohne die Hilfe der Therapeutin hätte das Mädchen nicht aufsteigen können, da sie durch die spastische Lähmung im linken Arm und linken Bein gehandicapt war. Dann wurden noch die Steigbügel passend eingestellt, damit das Kind sicher auf dem Pony sitzen konnte. Dies stellte für das Mädchen eine weitere motorische Herausforderung dar, denn der Stiegbügelriemen verfügt über eine Schnalle, mit welcher die Länge durch einen so genannten Dorn eingestellt wird. Das erfordert von dem Mädchen eine Feinmotorik in den Fingern. Wie schon beim Aufsteigen war ebenfalls beim Einstellen der Steigbügel die Hilfe der Therapeutin notwendig, um die Aufgabe erfolgreich auszuführen.

Zuerst wurden einige Runden auf dem Zirkel an der Longe geritten. Während des Reitens sollte das Mädchen sich nur auf die Bewegung des Ponys konzentrieren. Frau S. korrigierte das Mädchen mehrere Male, dass sie aufrechter sitzen solle. Dies fiel dem Mädchen schwer, da sie schon seit längerer Zeit nicht mehr geritten war und die zusätzlichen körperlichen Fehlstellungen sie beim korrekten Sitz beeinträchtigten. Es war zu merken, dass das Kind versuchte die Korrekturen umzusetzen. Allerdings erfolgte dies immer sehr langsam und die Therapeutin musste das Mädchen mehrmals daran erinnern und mit taktilen Hilfen an Schulter und Brust unterstützen. Nachdem das Kind sowohl rechts- als auch linksherum auf dem Zirkel an der Longe geritten war, nahm Frau S. sie auf dem Pferd mit zur ‚Stangenwand’. Dort sollte sich das Mädchen die Stange aussuchen, über die sie ‚springen’ wollte.

Die Therapeutin zählte alle Farben der Stangen auf und fragte, welche Stange sie haben wolle. Das Mädchen konnte sich zuerst nicht entscheiden. Nach erneutem Nachfragen entschied sie sich für die blaue Stange. Diese Stange wurde von der Wand genommen und Frau S. nahm sie mit bis an den Zirkelrand. Dann sollte das Mädchen sagen, wo die Stange liegen solle. Es entschied sich dafür, die Stange direkt neben das Pony legen zu lassen. Frau S. gab ihr daraufhin die kleine Stange an dem oberen Ende in die Hand und das Mädchen sollte bestimmen, wo die Stange hinfallen sollte. Daraufhin ließ das Kind die Stange neben dem Pony umfallen. Frau S. korrigierte die Lage der Stange noch etwas, damit das Pony wirklich hinüber gehen konnte. Die farbigen Zügel wurden um den Hals geknotet, damit sie kein Unfallrisiko boten. Die Therapeutin machte nun den Vorschlag, dass das Mädchen, nachdem sie mit Campino die Stange überquert hätte, in die Hände klatschen solle als Applaus, weil Campino es so gut gemacht hätte. Beim ersten Anreiten der Stange hielt das Mädchen sich noch krampfhaft am Sattel fest. Es traute sich gar nicht loszulassen, um nach dem Überreiten der Stange für das Pony zu applaudieren. Nach einigen Versuchen gelang dies immer besser. Und zum Schluss traute sich das Mädchen sogar zu, die Stange zu überreiten ohne sich am Sattel festzuhalten. Das Mädchen war stolz, dass sie sich das zugetraut hatte. Man konnte demnach die motorischen und psychischen Fortschritte des Mädchens sehr gut an ihrem Verhalten erkennen. Zuerst traute sie es sich nicht zu für das Pony zu applaudieren. Als allerdings die erste Angst, nun die Hände vom Sattel zu lösen, abgebaut war, konnte sie in die Hände klatschen. Das Applaudieren war für sie motorisch anstrengend, da sie durch die Lähmung des linken Arms in ihrer Bewegung eingeschränkt war. Ebenso war an dem Gesichtsausdruck des Mädchens zu erkennen, dass sie es anfangs nicht wagte, den Sattel loszulassen und die dort gefundene Sicherheit auf dem Pferd aufzugeben. Man konnte ihr ansehen, dass es ihr zusehends leichter fiel die Hände vom Sattel zu lösen und in die Hände zu klatschen. Ihre Gesichtszüge entspannten sich und nach mehrmaligem Überreiten lachte sie, während sie für Campino applaudierte.

Als weitere Steigerung der Aufgabe bekam das Mädchen die Zügel in die Hand. Frau S. sagte ihr vorher, bei welcher Farbe sie anfassen solle. Nach längerem Überlegen und der taktilen Hilfestellung durch die Therapeutin hatte das Mädchen die Hände an der richtigen Stelle am Zügel. Es wurde immer wieder von der Therapeutin geübt, dass das Mädchen die Zügel festhielt und die Fäuste geschlossen blieben, damit die Zügel nicht länger wurden. Allerdings fiel dies dem Mädchen schwer, da sie die linke Hand schlecht öffnen konnte. Hinzu kam, dass das Kind die linke Hand wegen der Lähmung nicht ganz schließen konnte. Sie musste immer wieder die rechte Hand zu Hilfe nehmen, um die Zügel an der besagten Stelle festzuhalten. Diese Aufgabe erforderte von dem Mädchen viel Konzentrationsfähigkeit und motorisches Geschick. Zusätzlich wurde durch diese Aufgabenstellung die Auge-HandKoordination verbessert. Das Mädchen wurde immer wieder daran erinnert, die Zügellänge anzupassen und zu kontrollieren, ob die Zügellänge wirklich der von der Therapeutin angesagten Farbe entsprach. Dem Gesichtsausdruck des Mädchens war zu entnehmen, dass sie sich stark konzentrieren musste auf diese Aufgabe. Als Steigerung des Reitens mit Zügeln wurde dann noch geschult, die Zügel an verschiedenen Farben festzuhalten.

[]


1 PICKARTZ, A./ SCHULZ, M./ GULTOM-HAPPE, T.: Tapfer Abschlussbericht, S. 6.

2 KÖHN: HpE 2008, S. 15.

3 KÖHN: HpE 2008, S. 27.

4 Vgl. KÖHN: HpE 2008, S. 29.

5 Vgl. KÖHN: HpE 2008, S. 33.

6 Vgl. KÖHN: HpE 2008, S. 69.

7 Vgl. KÖHN: HpE 2008, S. 43.

8 Vgl. KÖHN: HpE 2008, S. 68.

9 HEIPERTZ-HENGST, C. 1980, S. 11.

10 Vgl. HAMSEN 2003, S. 130.

11 Vgl. FN Richtlinien Bd.3 2002, S. 31 f.

12 Vgl. FN Richtlinien Bd.3 2002, S. 31.

13 Vgl. GÄNG 2004, S. 30.

14 FN Richtlinien Bd.3 2002, S. 32.

15 Vgl. HAMSEN 2003, S. 134.

16 DKThR: HPVR. Grundlagen 2005, S. 10.

17 Vgl. http://www.lsvario2000.de Lensing und Schütte Sattlerei (Juli 2009).

18 Vgl. FN Richtlinien Bd.3 2002, S. 37.

19 Vgl. PEILER 2004, S. 60 ff.

20 Vgl. MEINEL/ SCHNABEL 2004, S. 212 ff.

21 HEIPERTZ-HENGST 1980, S. 46.

22 Vgl. DEUTSCHES KURATORIUM FÜR THERAPEUTISCHES REITEN e.V./ RIESSER,Hajo (Hg.) 1986, S. 3.

23 DKThR: HPVR. Grundlagen 2005, S. 9.

24 DKThR: HPVR. Grundlagen 2005, S. 9.

25 FN Richtlinien Bd.4 1997, S. 175 ff.

26 Vgl. FN Richtlinien Bd.4 1997, S. 175.

27 Vgl. FN Richtlinien Bd.4 1997, S. 198.

28 FN Richtlinien Bd.4 1997, S. 198.

29 Vgl. FN Richtlinien Bd.4 1997, S. 182.

30 FN Richtlinien Bd.4 1997, S. 201.

31 Vgl. FN Richtlinien Bd.4 1997, S. 201.

32 Vgl. FN Richtlinien Bd.6 1998, S. 93.

33 FN Richtlinien Bd.6 1998, S. 11.

34 Vgl. www.dkthr.de (18.4.2009).

35 Vgl. GÄNG 2004, S. 39.

36 Vgl. GÄNG 2004, S. 41.

37 Vgl. GÄNG 2004, S. 42.

38 Vgl. GÄNG 2004, S. 40.

39 http://theraset.org (August 2009).

40 http://theraset.org/cms_2009/public/index.php?cmd=smarty&id=22_lde (August 2009).

41 Ebd. (August 2009).

42 http://theraset.org/cms_2009/public/index.php?cmd=smarty&id=23_lde (August 2009).

43 Zusätzliche Informationen unter: www.erlebnispferd.de (Juli 2009).

Details

Seiten
146
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640584772
ISBN (Buch)
9783640584680
Dateigröße
8.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v146939
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Erziehungswissenschaftliches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Heilpädagogik Voltigieren Heilpädagogisches Voltigieren motorische Förderung Heilpädagogisches Reiten

Autor

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Titel: Die Förderung motorischer Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen durch therapeutisches Reiten und Voltigieren