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Der Westerner - Die Heldenfigur des Westernfilms am Beispiel Ethan Edwards in John Fords "The Searchers"

Essay 2007 5 Seiten

Leseprobe

Der Westerner –

Die Heldenfigur des Westernfilms am Beispiel Ethan Edwards in John Fords The Searchers

„What makes a man do wander, what makes a man do roam? What makes a man be burden born, and turn his back on home?” Mit diesen Liedzeilen beginnt John Fords Western The Searchers aus dem Jahre 1956. Was bringt einen Mann dazu umherzuwandern, herumzustreifen, was lässt ihn erscheinen als sei er lebend begraben und weshalb wendet er seinem Zuhause den Rücken zu? John Wayne spielt in diesem Film Ethan Edwards, einen Mann dem man solche Fragen stellen kann. Die Filmkritik bezeichnet diese Helden des Westerngenres als Westerner. Für John Wayne war Edwards weder der erste noch der letzte Westernheld den er spielte. Er, den John Ford als seinen „pal“ (Freund) beschreibt[1], drehte über 150 Filme, hauptsächlich Western und Kriegsfilme. Die Beschreibung John Fords verdeutlicht, weshalb gerade dieser Schauspieler einen idealtypischen Westerner abgibt: “(...) [H]e can be either reckless or a perfect gentleman. He plays risky and costly games of poker. As far as fighting goes, he has had enough fist fights to give conclusive proof that he is the kind of man you don´t want to come to blows with. However, he has also learned, effortlessly, to behave with dignity and manly kindness.”[2] Und Jean Luc Godard fügte in einem Artikel im Cahier du cinéma hinzu es ist “(...) unmöglich, John Wayne nicht zu hassen, wenn er Goldwater unterstützt, und es ist unmöglich, ihn nicht von Herzen zu lieben, wenn er im vorletzten Akt von The Searchers plötzlich Natalie Wood in seine Arme nimmt.“[3] Wir sehen also, dass der Schauspieler John Wayne zwei grundverschiedene Charakterzüge spielen kann. Beide sind für die Figur eines Westerners und insbesondere für die Figur des Ethan entscheidend.

Was macht einen Western-Helden nun aus? Natürlich lässt sich dies nicht pauschalisieren, doch einige Grundmerkmale können genannt werden. Im Bild des Western-Helden steckt vereinfacht gesagt die Geschichte Amerikas. Das heißt die Flucht aus Europa, die Euphorie der Siedler, über den Kulturschock bis hin zur Verbitterung und Verelendung, der Kampf gegen die Ureinwohner und gegen das Land. Dem Helden ist oft eine übermenschliche Aufgabe aufgetragen, dabei will er eigentlich nichts Besonderes sein. Dennoch ist er gefährlicher, glanzvoller und oft klüger als andere. Er erhebt auch keinen Führungsanspruch, wodurch man seine Gewalt eher akzeptiert, als die eines militärischen Führers. Im Western, der immer auch ein Sozialisationsdrama ist, da sich Natur und Wildnis gegen die anrückende Zivilisation erwehren müssen, letztendlich aber doch kolonialisiert werden, ist der Westerner ein Mittler. „(...) [E]r ist der Bote, der dem Alten von Neuem und dem Neuen vom Alten kündet (...)“.[4]

[...]


1 Studlar, Gaylyn (2001): S. 276

2 Ebd.: S. 274

3 Rissi, Mark (1982): S. 185

4 Seeßlen, Georg (1995): S. 22

Details

Seiten
5
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640595129
DOI
10.3239/9783640595129
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar
Erscheinungsdatum
2010 (April)
Note
1,7
Schlagworte
westerner western held heldenfigur john wayne john ford the searchers filmgeschichte filmanalyse filmwissenschaft frontier zivilisation westen genre odyssee mittler indianer cowboys situation-aktion aktion-situation wilde typus einzelgänger wildnis bürgerkrieg usa amerika

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