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Bewegungsmangel älterer Menschen

Zielgruppenspezifische Ansätze zur Bewegungsförderung

Hausarbeit 2009 13 Seiten

Gesundheitswissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Alter
2.2 Körperliche Aktivität

3. Problemlage des Bewegungsmangels bei älteren Menschen
3.1 Daten zur Prävalenz von körperlicher Aktivität

4. Ansätze (Maßnahmen) zur Bewegungsförderung
4.1 Persönliche Maßnahmen
4.2 Maßnahmen von Organisationen
4.3 Maßnahmen der Politik
4.4 Ökonomische Relevanz der Maßnahmen
4.4.1 Der Mehrebenenansatz als Mittel zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen?

5. Schlußbetrachtung

6. Anlagen/ Anlagenverzeichnis
Anlagen

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mit der nachfolgenden Arbeit soll das Thema Bewegungsmangel bei älteren Menschen aufgegriffen werden. Um die Bedeutung des Bewegungsmangels bzw. der Bewegungsförderung deutlich zu machen, werden in dieser Arbeit Daten zur Prävalenz körperlicher Aktivität dargestellt. Anhand dieser Daten können Rückschlüsse auf notwendige Konzepte zur Bewegungsförderung gezogen werden.

Im letzten Abschnitt werden auf Grundlage des Mehrebenenansatzes Maßnahmen zur Bewegungsförderung vorgestellt. Außerdem werden Gedankenansätze zur ökonomischen Relevanz der körperlich aktiven Lebensgestaltung vorgestellt.

Insgesamt kann aufgrund des eingeschränkten Rahmens dieser Hausarbeit nur ein kleiner Einblick in das Thema gegeben werden. Um gerade den Mehrebenenansatz verständlich zu machen, werden besonders bei den bewegungsfördernden Maßnahmen praktische Beispiele aufgeführt.

2. Definitionen

2.1 Alter

„Alterungsprozesse und Alterstufen unterliegen biologischen, biographischen, subjektiven, sozialen und kulturellen Bewertungen. Altern ist gleichzeitig ein biologisches, psychisches und gesellschaftliches Phänomen“. Weiterhin schreibt Schwartz: „In der Soziodemographie sprechen wir von Alten (ab 60 oder meist 65 Jahren) und sehr alten und Hochbetagten (> 80/85 Jahre)“ (Schwartz, 2003, S. 163).

2.2 Körperliche Aktivität

„Körperliche Aktivität ist der Oberbegriff, der sich auf jede körperliche Bewegung bezieht, die durch die Skelettmuskulatur produziert wird und den Energieverbrauch über den Grundumsatz anhebt“ (RKI, 2005, S. 1).

3. Problemlage des Bewegungsmangels bei älteren Menschen

Es gibt eine Vielzahl von Prävalenz - Studien die fast alle einen massiven Alters-, Geschlechts- und Schichtgradienten aufweisen. So kann generell z.B. gesagt werden, dass eine Person die weiblich und älter als 50 Jahre ist, einen geringen Bildungsstand besitzt, mit einem niedrigen Haushaltseinkommen, höchstwahrscheinlich inaktiver als ein jüngerer männlicher Erwerbstätiger mit mittleren bis hohem Einkommen und höherer Bildung ist (vgl. Schlicht, 2007, S. 46). Daraus resultiert, dass das Mortalitätsrisiko systematisch mit der sozialen Schicht variiert. Dieses liegt durchaus an den fehlenden materiellen Ressourcen, die ein gesundheitsförderliches (also auch das „aktiv sein“) Verhalten einschränken (vgl. Hurrelmann, 2006, S.173).

3.1 Daten zur Prävalenz von körperlicher Aktivität

Aus dem 1998 durchgeführten Bundes – Gesundheitssurvey ergibt sich, dass ca. 50% der 50 – 59 Jährigen Frauen und 30% der Männer nicht mehr in der Lage sind, drei Stockwerke zu ersteigen. Bei den 70 – 79 Jährigen sind bereits 60% der Frauen und 50% der Männer dazu nicht mehr in der Lage. Außerdem konnte festgestellt werden, dass ab dem 70. Lebensjahr bei beiden Geschlechtern weniger als 25% der Menschen Sport treiben (vgl. Jeschke, 2004, S. A790). Auch in dem 2003 durchgeführten Bundes – Gesundheitssurvey ist deutlich abzulesen, dass mit steigendem Alter die körperliche Aktivität abnimmt. Nur noch ca. 10% der Frauen und ca. 15% der Männer ab dem 50. Lebensjahr erreichen einen um 1000 kcal höheren, als den normal benötigten, Grundumsatz. Die erhobenen Daten haben auch gezeigt, dass mit steigendem Lebensalter die Anzahl kardiovaskulärer Risikofaktoren steigt und bei den über 70 jährigen mehr als vier Risikofaktoren zu finden sind.

In der Anlage 1-3 dieser Arbeit befinden sich einige beispielhafte, grafisch dargestellte Ergebnisse der Erhebung. Generell lässt sich feststellen, dass ältere Menschen die höchste Krankheitsbelastung von allen haben. Das macht sich nicht nur bei den Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen bemerkbar, sondern auch bei den kardiovaskulären Erkrankungen selbst. So besteht bei den Älteren eine 3 –4 mal höhere Erkrankungshäufigkeit als bei jüngeren Menschen. Bei Älteren mit einem hohen Aktivitätsniveau hingegen kann ein deutlich niedrigeres Erkrankungsrisiko festgestellt werden (vgl. Rütten, 1998, S. 226-229).

4. Ansätze (Maßnahmen) zur Bewegungsförderung

Aus den Ergebnissen der Surveys kann man schließen, dass sich die empfundene Intensität von anstrengenden Tätigkeiten nicht verändert, siehe Anlage 1. Dennoch konnte aber nachgewiesen werden, dass mit zunehmendem Alter immer weniger Menschen in der Lage sind z.B. mehr als drei Stockwerke zu ersteigen. Es muss also davon ausgegangen werden, dass dieselbe Tätigkeit oder Bewegung im höheren Alter deutlich schwerer ist als in jüngeren Jahren. Dieser physischen Veränderung müssen sich dann entsprechend die Maßnahmen zur Bewegungsförderung, gemäß dem Mehrebenenansatz, anpassen.

Um einen einfacheren Einstieg in die Thematik zu bekommen, wird nachfolgend mit der persönlichen Ebene begonnen.

4.1 Persönliche Maßnahmen

Ältere Menschen müssen keineswegs ein umfangreiches Training absolvieren. Bereits die aktive Gestaltung des Lebensstils, bei dem der tägliche kcal – Grundumsatz erhöht wird, wirkt sich positiv aus. Generell lässt sich festhalten:

- jede körperliche Aktivität zählt und
- es sollten Aktivitäten betrieben werden, die Spaß machen (vgl. Schlicht, 2007, S. 152).

Zu den körperlichen Aktivitäten zählt auch die eigenständige Haushaltsführung, die durchaus einer täglichen Anstrengung bedarf. Manch einem Außenstehenden fällt es z.B. sehr schwer, nicht in die persönliche Haushaltsführung eines älteren Menschen einzugreifen. Augenscheinlich dauert es zu lange oder es erscheint nicht ordentlich genug. Aber gerade zur Bewegungsförderung wäre es hier sinnvoll nicht bzw. nicht vollständig einzugreifen, sondern erst einmal unterstützend tätig zu werden.

Maßnahmen durch das Wahrnehmen konkreter Freizeitangebote stellen eine weitere Möglichkeit dar. Hier ist z.B. der Fitnessparcours für Senioren zu erwähnen. Dieser Freizeitplatz, der für jeden Aktivitätsgrad von Älteren etwas bietet. Wassertretbecken, Boulebahn, ein großes Schachspiel u. v. m. stehen zur Verfügung (vgl. Braunschweiger Zeitung, 01.08.09, S. 11).

Fahrradfahren, Spazierengehen oder die Mitgliedschaft in einem Verein sind außerdem als gute persönliche und beispielhafte Maßnahmen zu erwähnen. Ebenso wie der Fitnessparcours benötigt dies geringe finanzielle Mittel, erzielt aber einen großen positiven Effekt.

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Details

Seiten
13
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640591244
ISBN (Buch)
9783640591442
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v148348
Institution / Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,0
Schlagworte
Bewegungsmangel Bewegungsförderung Mehrebenenansatz

Autor

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Titel: Bewegungsmangel älterer Menschen