Lade Inhalt...

SWOT-Analyse zu Content-Management-Systemen

Bachelorarbeit 2010 118 Seiten

Informatik - Programmierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Abstract

Abkurzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Motivation und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Das Content-Management-Umfeld
2.1 Hintergrund und heutiger Stand der Content-Management-Systeme
2.2 Content-Management-Systeme in verschiedenen Anwendungsfeldern
2.3 Gestaltungsprinzipien des Content-Managements
2.4 Prozess des Content-Managements
2.4.1 Content-Life-Cycle
2.5 Zentrale Funktionen von Content-Management-Systemen
2.6 Arten von Content-Management-Systemen
2.7 Web-Content-Management-Systeme
2.7.1 Aufbau von Web-Content-Management-Systemen
2.7.2 Vorteile von Web-Content-Management-Systemen
2.7.3 Nachteile von Web-Content-Management-Systemen

3 Gewichteter Kriterienkatalog nach Fokusgruppen
3.1 Mogliche Einsatzszenarien
3.2 Bereichskriterien
3.2.1 Erstellung
3.2.2 Kontrolle
3.2.3 Freigabe
3.2.4 Publikation
3.2.5 Terminierung und Archivierung
3.3 Aufbau und Inhalt des Fragebogens
3.4 Zielsetzung der Umfrage
3.5 Definition und Klassifikation der Fokusgruppen
3.6 Ergebnisse der Online Umfrage
3.7 Gewichtete Kriterien und Analyse
3.7.1 Erstellung
3.7.2 Kontrolle
3.7.3 Freigabe
3.7.4 Publikation
3.7.5 Terminierung und Archivierung
3.8 Gegenuberstellungsmatrix

4 Analysierte Content-Management-Systeme
4.1 Abgrenzung
4.2 Open Source CMS
4.2.1 Definition und Begriffsabgrenzung
4.2.2 Allgemeine Vor- und Nachteile
4.3 Closed Source CMS
4.3.1 Definition und Begriffsabgrenzung
4.3.2 Allgemeine Vor- und Nachteile
4.4 Das CMS-System TYPO3
4.4.1 Vorstellung des Systems
4.4.2 Technologie-Architektur TYPO3
4.4.3 Eignung fur den Webpublishing Einsatz
4.5 Das CMS-System Microsoft Office SharePoint Server 2007
4.5.1 Vorstellung des Systems
4.5.2 Technologie-Architektur Microsoft Office SharePoint Server 2007
4.5.3 Eignung fur den Webpublishing Einsatz
4.6 Das CMS-System Joomla!
4.6.1 Vorstellung des Systems
4.6.2 Technologie-Architektur Joomla!
4.6.3 Eignung fur den Webpublishing Einsatz
4.7 Das CMS-System Drupal
4.7.1 Vorstellung des Systems
4.7.2 Technologie-Architektur Drupal
4.7.3 Eignung fur den Webpublishing Einsatz
4.8 Positionierungs-Ubersicht am Markt

5 Fazit und Ausblick
5.1 Fazit
5.2 Ausblick

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung

Die vorliegende Bachelorarbeit beschaftigt sich mit der Bewertung und der Analyse von Content-Management-Systemen fur deren Eignung im Bereich des Webpublishing. Untersucht wurden die Content-Management-Systeme TYPO3, Microsoft Office SharePoint Server 2007, Joomla! und Drupal. In Anlehnung an den in dieser Arbeit beschriebenen Content-Life-Cycle wurden 36 Kriterien entwickelt und zu einem Kriterienkatalog zusammengefasst. Um ermitteln zu konnen, welche Anforderungen Unternehmen heutzutage an ein Content-Management-System stellen, wurde eine Online-Umfrage durchgefuhrt, in der 54 Personen aus unterschiedlichen Unternehmensgrossen und Arten gebeten wurden, die einzelnen Kriterien mit einer Gewichtung zu versehen. In einer detaillierten Analyse wurden dann die definierten Content-Management-Systeme den einzelnen Kriterien gegenubergestellt, bzw. der Grad der Erfullung der einzelnen Kriterien uberpruft. Abschliessend wurde fur jedes Content-Management-System eine SWOT-Analyse erstellt, welche aus den Erkenntnissen der durchgefuhrten Analyse und der Online-Umfrage die wichtigsten Starken, Schwachen, Risiken und Chancen pragnant zusammenfasst. Das abschliessende Fazit beinhaltet fur jedes analysierte Content-Management-System eine Empfehlung fur dessen Einsatztauglichkeit in verschiedenen Betriebsgrossen im Bereich des Webpublishing.

Abstract

This Bachelor’s thesis concerns respectively an evaluation and analysis of the pertinence of Content Management Systems to web publishing. The following Content Management Systems were researched: TYPO3, Microsoft Office SharePoint Server 2007, Joomla! and Drupal. As an allusion to the content life cycles described in this paper, 36 criteria were deduced and summarised in a list of criteria. In order to identify the current CMS requirements of companies, an online survey was conducted, in which 54 people from companies of different sizes and types were invited to award a weighting to the individual criteria. Next, the defined Content Management Systems were compared with the individual criteria in a detailed analysis, before the degree to which they fulfilled these individual criteria was examined. Finally, a SWOT analysis was performed for each Content Management System. This concisely summarised the most important strengths, weaknesses, risks and opportunities based on the information gleaned from the conducted online survey and analysis. In the final conclusion, a recommendation is provided regarding the pertinence of each analysed Content Management System for different enterprise sizes in relation to web publishing.

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage

Die Auswahl an Content-Management-Systemen ist breit gefachert. Vorerhebungen zu dieser Bachelorthesis ergaben eine Zahl von uber 1200[1] Content-Management-System- Losungen, welche allein im Europaischen Raum zur Verfugung stehen.

Dass fur den Einsatz resp. die Auswahl von Content-Management-Systemen im Bereich des Webpublishing bisher keine verbindlichen Richtlinien existieren, macht die Auswahl einer sinnvollen Losung nicht leichter.

Erschwerend kommt hinzu, dass selbst die Hersteller der Content-Management-Systeme den Auswahlprozess unnotig verkomplizieren. Denn aufgrund der hart umkampften Marktsituation im Bereich des Webpublishing werden oft reine Differenzierungsstrategien zur weiteren, besseren Produktabgrenzung verfolgt.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Entscheidungstrager unterschiedlicher Unternehmensgrossen anhand der herrschenden Vielfalt und Komplexitat bei Entscheidungen schlichtweg uberfordert sind, welches Content-Management-System[2] am ehesten ihren Bedurfnissen entspricht.

1.2 Motivation und Zielsetzung

Zu Beginn des Internetbooms waren Webseiten ein Medium fur die Presentation statischer Inhalte zur Informationsgewinnung. Heute verlangen die verschiedenen Anspruchsgruppen innerhalb und ausserhalb von Unternehmen dynamische Intra-, Extra- und Internet-Auftritte mit einem hohen Aktualitatsgrad der angebotenen Informationen.

Vor diesem Hintergrund sind Webmaster[3] ohne entsprechende Hilfsmittel zunehmend uberlastet. Um dem entgegenzuwirken, setzen viele Unternehmen vermehrt Content- Management-Systeme ein.

Mit ihrer Hilfe kann die Administration und Verwaltung von zu publizierenden Inhalten automatisiert, besser gestaltet und mit mehr Aktualitat versehen werden. In den meisten mittelstandigen und grossen Unternehmen, ist die wirtschaftliche Nutzung und Bereitstellung von Informationen mit Hilfe von Content-Management-Systemen bereits heute ein wichtiger Bestandteil ihrer E-Business-Strategie.

Ziel der hier vorliegenden Bachelorthesis ist es, zunachst einen allgemein gultigen Anforderungskatalog fur die Auswahl und Bewertung von Content-Management-Systemen herzuleiten. Die Gewichtung der einzelnen Kriterien in Form von MUSS und KANN wird uber eine durchgefuhrte Online-Umfrage ermoglicht.

Vier bekannte Content-Management-Systeme - namentlich TYPO3, Microsoft Office Sharepoint Server 20 07[4], Joomla! und Drupal - werden anhand der zuvor definierten und gewichteten Kriterien unter Verwendung der vergleichenden Methode detailliert analysiert und mittels einer SWOT-Analyse auf deren Einsatztauglichkeit im Bereich Webpublishing bewertet. Abschliessend wird eine Empfehlung abgegeben, fur welche - in dieser Arbeit definierte - Unternehmensgrosse, sich welches der analysierten Content-Management- Systeme am ehesten eignet.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Bachelorthesis gliedert sich in vier wesentliche Hauptabschnitte.

Im ersten Abschnitt, in Kapitel 2, werden die Grundlagen geschaffen um im weiteren Verlauf der Arbeit die Kriterien fur die Bewertung von Content-Management-Systemen ableiten zu konnen. Zunachst wird naher auf das Umfeld des Content-Managements und die damit verbundenen Gestaltungsprinzipien und Prozesse eingegangen. Des weiteren werden allgemein die moglichen Arten von Content-Management-Systemen vorgestellt und im Detail auf Web-Content-Management-Systeme eingegangen.

Im zweiten Abschnitt, in Kapitel 3, werden die in Anlehnung an den Content-Life-Cycle hergeleiteten Kriterien zur Bewertung der in dieser Arbeit analysierten Content-Management- Systeme herangezogen. Mittels einer durchgefuhrten Online-Umfrage wurden die definierten Kriterien gewichtet. Auf den hierfur verwendeten Fragebogen und die daraus resultierenden Ergebnisse wird im Detail eingegangen. Den Abschluss des Kapitels bildet die Gegenuberstellung der gewichteten Kriterien in tabellarischer Form fur jedes Content- Management-System.

Im dritten Abschnitt, in Kapitel 4, werden die einzelnen Content-Management-Systeme - namentlich TYPO3, Microsoft Office SharePoint Server 2007, Joomla! und Drupal - im Einzelnen detailliert vorgestellt. Pro Content-Management-System wird eine SWOT-Analyse durchgefuhrt, welche sich auf die Analyse des vorhergehenden Kapitels stutzt und die Eignung des jeweiligen Systems im Bereich des Webpublishing wiedergibt. Eine Ubersicht, wie die Systeme aktuell am Markt positioniert sind, bildet den Abschluss des Kapitels.

Im letzten Abschnitt, in Kapitel 5, wird pro analysiertem Content-Management-System eine Empfehlung abgegeben, fur welche der in dieser Arbeit untersuchten Unternehmensgrosse (klein, mittel und gross), sich dessen Einsatz eignet.

2 Das Content-Management-Umfeld

In der einschlagigen Literatur finden sich zahlreiche, unterschiedliche Betrachtungsweisen und Definitionen, die den Begriff des „Content-Managements“ zu erklaren versuchen.

Rothfuss und Ried definieren Content-Management als „systematische und strukturierte Beschaffung, Erzeugung, Aufbereitung, Verwaltung, Presentation, Verarbeitung, Publikation und Wiederverwendung“ [Eis02] von Informationsinhalten (Content[5] ).

Historisch betrachtet wurden Inhalte schon lange vor Christi Geburt verarbeitet, erzeugt, verwaltet, aufbereitet, publiziert und wiederverwendet. Beispielsweise setzten die Agypter bereits 1866 v. Chr. Papyrusrollen fur die Erzeugung, Presentation und Publikation von „Inhalten“ ein. Die Verwaltung und Wiederverwendung erfolgte bereits damals in Form von Sammlungen - den ersten Bibliotheken der Welt, deren beruhmteste sich in Alexandria befand [Vgl. Wiki].

Im Jahr 1990, als das 1969 entstandene und zur Vernetzung von Universitaten und Forschungseinrichtungen genutzte ARPANet abgeschaltet wurde, begann der Siegeszug des uns heute bekannten Internets [Vgl. Wik099]. Heute - 20 Jahre spater - ist das Internet nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken. Neueste Schatzungen gehen davon aus, dass die Zahl der Internet-Anwender bei uber 500 Millionen weltweit liegt und die Zahl der registrierten Domains schatzungsweise 45 Millionen betragt [Vgl. Dom09].

Ahnlich wie bei den registrierten Domains und den Anwendern verhalt es sich auch mit den Inhalten. Taglich steigt die Menge an Inhalten und Informationen im Internet. Damals, in den 90iger Jahren, wurden Losungen gesucht, Inhalte schneller, effizienter und kostensparender zu managen - man fand sie in Content-Management-Systemen.

2.1 Hintergrund und heutiger Stand der Content-Management-Systeme

Betrachtet man die Geschichte von Content-Management-Systemen, so lasst sich diese vereinfacht in drei Generationen unterteilen. Die Menge der zu verwaltenden Informationen auf der Anwenderseite wuchs uber die Jahre zunachst kontinuierlich, dann aber explosionsartig an. Mit neuen Losungen und Wegen sollte die vorherrschende Informationsflut bewaltigt werden. Die uns heute bekannten Formen von Content- Management-Systemen entstanden aus praktischen Bedurfnissen der Anwender und haben ihren Ursprung meist in individuellen Projektlosungen [Vgl. Zsc02]. Durch neue Anforderungen seitens der Anwender, aber auch den stetigen Ausbau und die Weiterentwicklung seitens der Hersteller, gelangten uber die Jahre immer neue und innovativere Systeme auf den Markt. So entstanden aus anfanglichen "Behelfslosungen" ausgereifte Content-Management-Systeme.

Die erste Generation

Die erste Generation von CMS speicherte Inhalte bereits in Datenbanken um sie persistent[6] zu machen. Aus den Datenbank-Inhalten wurden in einem zweiten Schritt dann dynamisch HTML-Dokumente generiert. Ebenfalls vertreten waren bereits Systeme, die HTML- Dokumente uber eine Art Dokumentenmanagement fur Webseiten verwalten konnten. Somit war es erstmalig auch fur Nicht-Informatiker moglich, Inhalte zu bearbeiten, zu erstellen und zu pflegen. Workflows[7] kamen bei den Systemen der ersten Generation noch nicht zum Einsatz, resp. waren noch nicht in diese integriert. Dem Zugriffsschutz der erfassten Inhalte wurde aber damals noch keine Aufmerksamkeit gewidmet. Dieser wurde meist mit den, durch den Webserver bereitgestellten Funktionalitaten, verwirklicht [Vgl. Zsc02].

Die zweite Generation

In der zweiten Generation von CMS fand bereits eine konsequente Trennung von Darstellung und Inhalten statt. Inhaltsobjekte konnten mit Metadaten versehen, Publikationszeitraume definiert und Navigationen automatisiert werden. Die angebotenen Workflow-Funktionalitaten waren noch unausgereift und unflexibel, jedoch konnten bereits Publishingprozesse auf inhaltsreicheren Webseiten uberwacht und gesteuert werden. Fur die Suche nach den mittels CMS erstellten Inhalten war weiterhin die Volltextsuche dominierend. Die Dynamisierung und Personalisierung von Inhalten gewinnt an Bedeutung, jedoch stehen zu diesem Zeitpunkt nur rudimentare Losungen zur Verfugung [Vgl. Zsc02].

Die dritte Generation

Heutige CMS sind der dritten Generation zuzuordnen. Sie verfugen nun uber Schnittstellen, welche es ermoglichen, sie in vorhandene IT-Strukturen zu integrieren. Auch bereits bestehende, programmierte Komponenten lassen sich nunmehr in das Content- Management-System integrieren. Alle erstellten Inhalte konnen nun individuell berechtigt und fur einzelne Benutzer oder festgelegte Benutzergruppen personalisiert werden. Die in der zweiten Generation noch unausgereiften Workflow-Funktionalitaten sind durch frei definierbare, auf die Bedurfnisse des Kunden anpassbare Workflow-Prozess-Engines ersetzt worden [Vgl. Zsc02].

2.2 Content-Management-Systeme in verschiedenen Anwendungsfeldern

Das Internet als schier unerschopfliche Quelle von Information, Wissen, angebotenen Services und Dienstleistungen aller Art, ist zu einem festen Bestandteil unserer heutigen [8] Informationsgesellschaft geworden. Ein Internet-Auftritt lebt von seinen Inhalten und definiert sich uber den Grad von deren Aktualitat. Fur die Erschliessung neuer Markte, die Generierung neuer Auftrage, oder die Bewerbung neuer Dienstleistungen und Produkte sind Webseiten nunmehr ein wichtiges, strategisches Kommunikations- und Marketingmittel geworden.

Die Unternehmen sind sich der Wichtigkeit und Bedeutung von qualitativ hochwertigen und aktuellen Informationen in der Zusammenarbeit mit ihren Kunden, Handlern und Partnern bewusst geworden. Durch den Einsatz eines CMS sind die Unternehmen in der Lage, Anderungen an bestehenden Inhalten flexibel, schnell und kontrolliert durchzufuhren oder den bestehenden Webauftritt inhaltlich zu erweitern.

CMS sind aber auch in anderen Anwendungsgebieten nutzbringend einsetzbar. Beispielsweise im Bereich des Wissensmanagements helfen CMS den Unternehmen bei der Sammlung, Bewertung und Aufbereitung von Wissen, welches „ungenutzt“ vorliegt. Die Auffindung und Wiederverwendung von Information steht hier im Vordergrund.

2.3 Gestaltungsprinzipien des Content-Managements

In diesem Kapitel werden die in Abbildung 1 dargestellten Gestaltungsprinzipien des Content-Managements nun detaillierter beschrieben und gezeigt.

Abbildung 1: Gestaltungsprinzipien des Content-Managements

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Dissertation, Wilhelm, Stephan [Vgl. Wil06]

Contentorientierung

Stephan Wilhelm, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer Institut fur Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, definiert Content-Management wie folgt: „Content Management ist Handling digitaler Informationen in alien Prozessen bzw. Prozessschritten von der Entstehung bis zur Distribution und Verwendung. Planung, Steuerung und Produktion von digitalen Inhalten und Inhaltselementen erfolgt dabei in der Form, dass eine bedarfs- und benutzergerechte Aufbereitung von Informationen aus unterschiedlichen Quellen fur unterschiedliche Medien erfolgen kann“ [Con01].

In seiner Definition schlagt sich die wichtige Erkenntnis nieder, dass zur erfolgreichen Content[9] -Erstellung, Bearbeitung und Wiederverwendung ein Umdenken seitens des Content-Bereitstellers (z.B. Redakteur, Mitarbeiter, Verfasser eines Dokuments / Artikels) erfolgen muss. Selbst das technisch ausgereifteste System kann Inhalte nicht sinnvoll weiterverarbeiten, wenn diese nicht contentorientiert erstellt worden sind [Vgl. Ber02].

Content kann als Summe von drei erforderlichen Einzelinformationen angesehen werden [Vgl. Ber02]. Diese sind: Struktur, Darstellungsform und Inhalt. Die getrennte Verarbeitung und Speicherung dieser Einzelinformationen wird als Contentorientierung angesehen. Sie wiederum bildet die Grundlage fur eine erfolgreiche, formatneutrale Datenhaltung.

Formatneutrale Datenhaltung

Die Grundidee der formatneutralen Datenhaltung besteht darin, Inhalte so abzuspeichern, dass diese ohne nochmalige Anpassungen in verschiedenen Ausgabemedien dargestellt werden konnen [Vgl. Wir03]. Dies geschieht, wie in der Contentorientierung bereits ausgefuhrt, durch die Trennung der Inhalte von ihrer Darstellungsform. In heutigen Systemen wird die Trennung von Inhalt und Layout weitestgehend durch den Einsatz der extensible Markup Language[10] bewerkstelligt. Die extensible Markup Language[11] liefert semantische Inhaltsinformationen, die fur unterschiedliche Medien aufbereitet werden konnen. Im Unterschied zu HTML enthalt XML keine Darstellungsangaben in Form von CSS[12], sondern lediglich den Inhalt.

Templating

Im Sinne der Gestaltungsprinzipien bietet Templating die Moglichkeit, gespeicherte Inhalte prasentationsneutral, somit getrennt von Layout und Design, zu verwalten und auf verschiedenen Ausgabemedien wiederzugeben [Vgl. Chr03]. Uber sogenannte Templates[13] werden die Anordnung und Darstellung der Inhaltselemente auf der Webseite definiert [Vgl. Bae04]. Durch den zusatzlichen Einsatz von Formatvorlagen, den sogenannten CSS13, konnen fixe Vorgaben wie z.B. Schriftgosse, Schriftfarben usw. definiert werden [Vgl. Wik091].

2.4 Prozess des Content-Managements

Der Prozess des Content-Managements kann als systematische, rechnergestutzte Erstellung, Aufbereitung und Aktualisierung, Speicherung, Archivierung und Wiederverwendung sowie Publikation von Web-Inhalten verstanden werden [Vgl. Geb04].

Der traditionelle Content-Prozess besteht gesamthaft aus sechs aufeinander aufbauenden Phasen. Diese sind: die Erzeugung des Contents (Contentgenerierung), das Formen der erzeugten Contents (Contentorganisation), die Bearbeitung des Contents (Contentaufbereitung), die Publikation des Contents (Contentdistribution), die Darstellung des Contents beim Endanwender (Contentnutzung) und die abschliessende Loschung / Archivierung des Contents (Contentreduzierung) [Vgl. Gun09].

Abbildung 2: Prozess des Content-Managements

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Lohr & Deppe [Vgl. Loh01]

Moderne CMS orientieren sich an dem hier aufgezeigten Prozess und versuchen, ihn weitestgehend in ihrer Architektur abzubilden. Als Orientierungshilfe dient ihnen das Modell des sogenannten Content-Life-Cycle, welches im nachsten Abschnitt naher beschrieben wird.

2.4.1 Content-Life-Cycle

Der Content-Life-Cycle stellt ein stark vereinfachtes Prozessmodell dar. Seine einzelnen Phasen zeigen die wiederkehrenden Schritte, die ein Inhalt - welcher auf einer Webseite publiziert wird - wahrend seiner Lebenszeit durchlaufen muss.

Die einzelnen Prozess-Schritte erstrecken sich von der Erstellung des Inhaltes uber dessen Kontrolle und Freigabe bis hin zur Publikation auf dem gewahlten, webbasierten Publikations-Medium (Internet, Intranet, Extranet) samt abschliessender Archivierung [Vgl. Win04; Hip041; Zsc00; Abt08].

Auf die einzelnen Phasen des Prozesses wird im Anschluss noch genauer eingegangen.

Im Gegensatz zum Content-Prozess, welcher im Kapitel 2.4 erlautert wurde, wird die Phase der Contentnutzung durch den Endanwender im Prozessmodell des Content-Life-Cycle nicht berucksichtigt. Das Prozessmodell des Content-Life-Cycle wird heute als Referenzmodell fur das gesamte Content-Management angesehen [Vgl. Keu03].

Abbildung 3: Der Content-Life-Cycle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Zschau [Vgl. Zsc00]

Erstellung

In dieser Phase des Content-Life-Cycle erstellen Autoren oder Benutzer die Inhalte aus verschiedenen Medienformaten - beispielsweise Texte, Bilder, Musik, Videos, usw. - aus denen die zukunftig im Web publizierte Seite bestehen soll [Vgl. Zsc00]. Content, in diesem Zusammenhang, bezeichnet die Gesamtheit aller verwendeten Medienformate, welche in einer weiteren Phase des Prozesses - der Publizierung - eine Einheit bilden.

Kontrolle

In der zweiten Phase folgt die Qualitatssicherung der erstellten Inhalte (Contents) mittels einer Kontrolle, durch gegebenenfalls einen zweiten Autor oder Mitarbeiter der betroffenen Fachabteilung. Die heute eingesetzten CMS bieten fur diese Aufgabe bereits eine integrierte Workflow-Komponente an in Form von z.B. Genehmigungsworkflows [Vgl. Chr031]. Wahrend des gesamten Kontroll- und Freigabeprozesses liegt es in der Verantwortung des eingesetzten CMS, dass die fur den Internet-Auftritt bestimmten Inhalte, nicht durch Dritte verfalscht oder irrtumlich geandert werden konnen. Zudem muss sichergestellt sein, dass die erfassten Inhalte (Contents) erst zum Zeitpunkt der Freigabe offentlich erreichbar und einsehbar sind und nicht schon vorgangig, beispielsweise uber die Suche, gefunden werden konnen.

Freigabe

Werden in der zweiten Phase keine inhaltlichen Verstosse, formmassige Mangel oder Fehler, welche zur Minderung der Qualitat fuhren, festgestellt, erfolgt die Freigabe des gepruften Inhalts (Content) durch einen berechtigen Autor oder Benutzer [Vgl. Chr031]. Erfullt der Content die gewunschten Anforderungen nicht, wird er an den zustandigen Autor oder Benutzer zuruckgewiesen und der Zyklus beginnt wieder von vorne.

Publikation

Die Publikation stellt den Ubergang von der internen Verarbeitung zur externen Veroffentlichung dar. Durch die Freigabe in der vorhergehenden Phase, werden die Inhalte (Contents) auf dem, fur die Publikation vorgesehenen Web-Medium (Internet, Extranet oder Intranet) publiziert und somit fur alle Nutzer der Information sichtbar gemacht [Vgl. Zsc00].

Terminierung und Archivierung

Die erstellten Inhalte (Contents) konnen je nach Informationstyp (aktuelle Meldungen, Dokumente, usw.) veralten. CMS bieten in diesem Bereich einen zusatzlichen Nutzen in Form der terminierten Veroffentlichung. Der Autor oder Benutzer kann festlegen, ob seine Inhalte (Contents) somit erst zu einen bestimmten Datum veroffentlicht, entfernt oder archiviert werden sollen. Die Terminierung des Inhalts (Contents) geschieht bereits in der ersten Phase durch den Autor oder Benutzer selbst.

Im Content-Life-Cycle-Modell kann die Archivierung intern oder extern bzw. offentlich stattfinden [Vgl. Zsc00]. Bei einer internen Nutzung konnen die erstellten Content-Inhalte bei Bedarf erneut wiederverwendet, oder in uberarbeiteter Form neu publiziert werden. Die externe Archivierung (z.B. digitales Zeitungsarchiv) kann einen zusatzlichen Nutzwert fur die Besucher der Webseite darstellen. Gleichgultig, welche Variante schlussendlich eingesetzt wird, entscheidend ist, dass publizierte Inhalte (Contents) nach Ablauf ihrer Lebensdauer archiviert werden sollen. Um zu vermeiden, dass bei der Archivierung von Content-Inhalten tote Links innerhalb des Webauftritts entstehen, verfugen die heutigen CMS meist uber interne Kontrollmechanismen. Diese prufen nach erfolgter Archivierung (oder auch Loschung) ob die internen Verlinkungen noch konsistent sind. Falls Inkonsistenzen entdeckt werden, fuhren sie die notwendigen Korrekturen am Content-Bestand selbstandig durch oder informieren die betroffenen Autoren oder Benutzer, welche dann die Korrekturen durchfuhren konnen.

2.5 Zentrale Funktionen von Content-Management-Systemen

Bei eingehender Beschaftigung mit der Literatur zu Content-Management-Systemen kristallisieren sich die zwei wohl zentralsten Funktionen eines fast jeden CMS heraus. Dies sind die Trennung von Inhalt, Struktur und Layout sowie die zentralisierte Speicherung der Inhalte.

Trennung von Inhalt, Struktur und Layout

Die Trennung von Inhalt, Struktur und Layout wird folgerichtig als zentrale Funktion angesehen, da durch sie erst eine contentorientierte Arbeitsweise (siehe 2.3 Contentorientierung) ermoglicht wird. Zudem bildet sie die Grundlage zur Wiederverwendung und Aufbereitung der erfassten Inhalte, fur unterschiedliche Ausgabemedien unter Vermeidung redundanter Nachbearbeitung. Anordnung und Darstellung der erfassten Inhalte werden uber Vorlagen - die Templates - definiert und gesteuert.

Die Funktionsweise von Templates soll anhand einer Grafik kurz veranschaulicht werden.

Abbildung 4: Funktionsweise von Templates

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Der Einsatz von Templates schrankt den Anwender zwar in seinen individuellen Freiheiten zur Veranderung der Inhaltsprasentation ein, jedoch wird damit eine einheitliche Informations- und Darstellungsstruktur garantiert, welche unerlasslich ist, wenn mehr als eine Person an einem Internet-Auftritt mitwirkt.

Zentralisierte Datenhaltung

Fur die zentralisierte Speicherung der Inhalte stehen hauptsachlich zwei Methoden zur Verfugung: die Ablage der einzelnen Inhalte auf dem File-System des Webservers in Form von Ordnerstrukturen und Dateien oder die Nutzung von Datenbanken.

Der grosste Unterschied zwischen beiden Methoden liegt in der Art, wie die gespeicherten Inhalte verarbeitet und wiederverwendet werden. Inhalte, welche auf dem File-System abgelegt werden, liegen meist in unstrukturierter Form vor, wahrend Inhalte in einer Datenbank in strukturierter Form vorliegen.

Ein weiterer Vorteil, der sich durch den Einsatz einer zentralisierten Datenhaltung ergibt, ist die Vermeidung von Redundanzen in der Datenhaltung und die schnellere Wiederauffindbarkeit bereits erfasster Inhalte. Zudem bieten datenbankbasierte CMS die Moglichkeit, nebst der verfugbaren Volltextsuche auch uber zusatzlich erfasste und dem Inhalt zugeordnete Metadaten[14] zu suchen. In der Praxis existieren noch weitere Mischformen der oben genannten Auspragungen, wie z.B. XML-basierte oder objektorientierte Datenbanken. Objektorientierte Datenbanken konnten sich bisher jedoch noch nicht richtig auf dem Markt etablieren.

2.6 Arten von Content-Management-Systemen

Allgemein konnen CMS funktionell in zwei Arten oder Auspragungen unterschieden werden, auf die anschliessend naher eingegangen wird [Vgl. Boh081].

Serverseitige Content-Management-Systeme

Serverseitige CMS ermoglichen eine vom Standort unabhangige Verwaltung der Inhalte uber das Internet unter Verwendung eines Browsers. Der Vorteil: mehrere Autoren oder Benutzer konnen somit orts- und zeitungebunden die Webseite und deren Contents verwalten. Fur die hier beschriebenen Funktionalitaten setzen serverseitige CMS jedoch zwingend eine serverseitige Programmiersprache (z.B. ASP.NET / PHP / usw.) in Verbindung mit einer Datenbank (z.B. MS-SQL, MySQL, Access) voraus. Ihr Einsatzspektrum erstreckt sich von kleinen bis sehr umfangreichen Webauftritten [Vgl. Wik094]. Beispiele fur dynamische serverseitige CMS sind TYPO3 und Joomla!.

Clientseitige Content-Management-Systeme

Clientseitige CMS werden meist mit Hilfe einer lokal auf dem Rechner des Autors oder Benutzers installierten Software verwaltet und gesteuert. Der bidirektionale Abgleich der lokal geanderten Inhalte (Contents) und der Webseite, geschieht meist durch den Einsatz eines integrierten FTP-Programms. Eine flexible, dezentralisierte, unabhangige Verwaltung - wie bei den serverseitigen CMS - ist nicht moglich, da alle Dateien, die im Zusammenhang mit der Webseite stehen, lokal auf dem Rechner verwaltet werden. Vorteile von clientseitigen CMS sind z.B. die deutlich schnellere Bearbeitung von grossen Medienformaten (z.B. Video, Audio) - da diese beim Autor oder Benutzer lokal bearbeitet werden - und die zumeist umfangreicheren Layout- und Designfunktionen in Form eigener Seitentypen und Vorlagen [Vgl. Wik094]. Beispiele fur statische Clientseitige CMS sind Adobe Creative Suite[15] und Namo WebEditor 8[16].

Naturlich finden sich in der Praxis auch Mischformen der beiden soeben genannten CMS- Auspragungen, auf die an dieser Stelle aber nicht weiter eingegangen wird, da es den Umfang der Arbeit sprengen wurde.

Um diese simple Artenunterscheidung noch etwas zu verfeinern, wird eine zusatzliche Kategorisierung vorgenommen und zwar nach der Form, wie die gespeicherten Content- Inhalte an den Besucher der Webseite ausgegeben werden.

Volldynamische CMS

Die publizierten Inhalte (Contents) werden in Form von Webseiten bei jedem browserbasierten Aufruf, neu aus einer Datenbank generiert und dann an den Browser ausgeliefert. Sie zeichnen sich durch eine hohere Flexibilitat in der Interaktion mit den Inhalten auf der Webseite aus. Beim Einsatz volldynamischer CMS ist darauf zu achten, dass eine leistungsstarke Infrastruktur bereitgestellt werden muss, um diese performant betreiben zu konnen.

Statische CMS

Die publizierten Inhalte (Contents) werden in festgelegten Abstanden automatisiert (Workflow) oder durch menschliche Interaktion (Autor oder Benutzer startet Generierungs- prozess) aus einer Datenbank ausgelesen und in statische Webseiten umgewandelt. Nach der Umwandlung, werden die statischen Webseiten auf ein festgelegtes Zielsystem (Intranet, Extranet, Internet) publiziert. Statische CMS zeichnen sich vor allem durch eine hohere Performance und Verfugbarkeit aus. Die Flexibilitat in der Interaktion mit bereits bestehenden Inhalten auf der Webseite ist jedoch beeintrachtigt, da Korrekturen und Erweiterungen erst nach einem Generierungsprozess freigegeben werden konnen und damit das zeitnahe Aufschalten der Inhalte beeintrachtigt wurde.

2.7 Web-Content-Management-Systeme

Derzeit wird in der Fachliteratur zunehmend der Begriff des Content-Managements gleichgesetzt mit den Begriffen Portal-System, Enterprise-Content-Management-System oder Web-Content-Management-System. Dabei handelt es sich zunachst um einen Oberbegriff. In Wirklichkeit kann das Web-Content-Management als eine Untergruppe des Content-Managements oder als eine Komponente im Enterprise-Content-Management verstanden werden.

Winland und Schellhase definieren Web-Content-Management wie folgt: „Content Management, das sich primar auf Web Content beschrankt, d.h. auf Daten, Informationen, Dokumente, die direkt oder indirekt zur Erzeugung von HTML-Seiten dienen bzw. durch HTML-Seiten referenziert oder eingebunden werden, wird auch als Web Content Management bezeichnef [Win00].

In Anlehnung an die Definition von Winland und Schellhase wird in dieser Arbeit im Folgenden der Begriff des Content-Managements-Systems dem Begriff des Web-Content- Management-Systems[17] gleichgesetzt.

2.7.1 Aufbau von Web-Content-Management-Systemen

Wie schon im Kapitel 2.4 dieser Arbeit erlautert, versuchen die heutigen WCMS den Content-Life-Cycle mit ihrem Funktionsumfang weitestgehend in ihrer Architektur abzubilden. Das Ziel jedes modernen WCMS ist es, durch seine bereitgestellten Komponenten den Content-Life-Cycle weitestgehend zu automatisieren und zu unterstutzen.

Ein Zusammenzug aus mehreren Fachbuchern zum Thema Web-Content-Management- Systeme ergab folgende Auflistung von Basiskomponenten, welche als zentraler Bestandteil eines WCMS angesehen werden konnen: [Vgl. Jab02; Zsc03; Bac07]

Assetmanagement

Das Assetmanagement wird als zentrale Komponente eines WCMS angesehen [Vgl. Sch07]. Es umfasst alle Funktionen, die benotigt werden, um Inhalte auf einer Webseite publizieren, strukturieren und veroffentlichen zu konnen. Das Assetmanagement speichert die erstellten

Inhalte[18] verschiedener Medienformate - Texte, Bilder, Audio, Video - und die fur den Inhalt vorgesehenen Darstellungsinformationen (in Form von Templates) getrennt voneinander ab. Durch die Zusammenfuhrung mehrerer Inhalte mit deren Darstellungsinformation entsteht die Webseite, welche fur den Besucher abrufbar ist. Die Speicherung der Inhalte erfolgt, wie bereits im Kapitel 2.5 beschrieben, zentral in einer Datenbank oder im File-System des Webservers.

Workflowkomponente fur den gesamten Content-Life-Cycle

Die Aufgabe der Workflow-Komponente ist es, die Arbeitsschritte - welche im Content-Life- Circle[19] definiert worden sind - zu automatisieren und zu steuern. Durch den Einsatz von Workflows wird eine dezentrale und aufgabenbezogene Zusammenarbeit, uberhaupt erst ermoglicht und die inhaltliche Qualitat einer Webseite gesichert. Hierfur wird ein Rollenkonzept eingesetzt, welches die Zugriffe auf das System und die darin enthaltenen Inhalte steuert. Die Workflow-Komponente uberwacht stetig die laufenden Tatigkeiten und schickt - wenn erforderlich - Benachrichtigungen an die im Rollenkonzept festgelegten, zustandigen Stellen. Je nach Art des eingesetzten WCMS kann die Auspragung der Komponente mehr oder weniger umfangreich sein [Vgl. Zsc01].

Benutzer- und Zugriffsverwaltung

Die Benutzer- und Zugriffsverwaltung arbeitet mit Gruppen- und Rollenkonzepten wobei uber diese die Zugriffs- und Bearbeitungsrechte der einzelnen Benutzer gesteuert und festgelegt werden [Vgl. Zsc001]. Die Komponente ist verantwortlich fur die Sicherheit der im WCMS abgelegten Inhalte und Informationen. Durch eine granulare Rechteverwaltung wird sichergestellt, dass jeder Anwender nur auf die Funktionen zugreifen kann, die er wirklich fur seine Arbeit benotigt. Daruber hinaus stellt die Komponente sicher, dass Inhalte nicht von mehreren Personen gleichzeitig bearbeitet werden konnen, sondern ein Inhalt wahrend der Dauer seiner Bearbeitung exklusiv dem Bearbeitenden zur Verfugung steht. Viele heutige WCMS bieten Moglichkeiten an, bestehende Benutzerdaten aus einer bereits bestehenden Benutzerverwaltung (LDAP, AD) zu importieren, bzw. diese zu integrieren. Somit kann die Integration des WCMS in die bestehende Infrastruktur vereinfacht und erleichtert werden.

Import- und Exportschnittstellen

Nicht alle Inhalte, die mit einem WCMS publiziert werden, mussen anfanglich mit einem WCMS erstellt worden sein. Aus diesem Grund bietet eine Vielzahl von WCMS Importschnittstellen an, um Inhalte von externen Datenquellen (z.B. anderen Datenbanken, RSS[20] -Feeds, Webseiten, usw.) in ihren Datenbestand integrieren zu konnen. Dabei gilt, dass Inhalte, welche contentorientiert - somit strukturiert - erstellt worden sind, sich besser zum Import eignen als unstrukturierte [Vgl. Jab021]. Exportschnittstellen erfullen den gleichen Zweck wie Importschnittstellen, nur in entgegengesetzter Richtung. Inhalte aus dem bestehenden Datenbestand werden anderen Systemen und Webseiten zum Import angeboten.

Schnittstellen fur funktionale Erweiterungen

Um bestehende Applikationen an ein WCMS anbinden oder bereits vorhandene interaktive Web-Anwendungen nutzen zu konnen, werden sogenannte Prog ram mierschnittstellen benotigt. Der einfachste Weg, solche funktionale Erweiterungen zu ermoglichen, ist der Einsatz von serverseitigen Skriptsprachen, welche die gewunschte Funktionalitat zur Laufzeit ermoglichen. Beispiele fur serverseitigen Skriptsprachen sind: Perl, ASP, JSP, uvm. Skriptsprachen gelangen jedoch haufig schnell an ihre Grenzen, wenn die Anwendungen zu komplex werden.

Die leistungsfahigere Losung bilden sogenannte Application Programming Interfaces (APIs). Diese stellen Objekte und Routinen zur Verfugung, die durch den Einsatz einer hoheren Programmiersprache genutzt werden konnen und somit eine Kommunikation zwischen den beiden Anwendungen ermoglichen [Vgl. Jab022].

2.7.2 Vorteile von Web-Content-Management-Systemen

Gegenuber dem traditionellen Webpublishing, bei dem samtliche Webseiten noch manuell erstellt, gepflegt und publiziert werden mussen, bietet das Webpublishing mit einem WCMS entscheidende Vorteile.

Keine technischen Vorkenntnisse notig

Die Autoren oder Benutzer mussen uber keine speziellen Kenntnisse von z.B. Programmierung, HTML[21], CSS oder XML verfugen, um den bestehenden Web-Auftritt warten zu konnen.

Einhaltung von Design-Vorgaben / Schnelles Re-Design

Durch die Trennung von Inhalt und Layout wird ein einheitliches Design des Web-Auftritts sichergestellt. Das WCMS ubernimmt die korrekte Darstellung und Formatierung der erfassten Inhalte. Durch die darstellungsunabhangige Speicherung der Inhalte kann bei Bedarf das Aussehen des gesamten Web-Auftritts schnell und flexibel geandert werden, ohne dass Inhalte hiervon betroffen waren.

Geringer Aktualisierungszeitraum / dezentrale Pflege

Alle Autoren oder Benutzer, welche mit der Pflege des Web-Auftritts beauftragt sind, konnen ihre Inhalte zeit- und standortunabhangig direkt in das WCMS einpflegen. Hierfur benotigen sie lediglich einen Internet-Anschluss und einen Web-Browser. Der Zeitraum von der Erfassung bis zur Publizierung wird somit erheblich verkurzt, da Zwischenstellen in Form von Webmastern[22] oder Agenturen wegfallen.

Umfang der Webseiten / Laufende Betriebskosten

Beim herkommlichen Webpublishing steigen die Kosten proportional mit den zu erstellenden Inhalten an. Die Anzahl der zu erstellenden Seiten ist durch die manuelle Administration begrenzt. Durch den Einsatz eines WCMS konnen mehr Seiten mit einem geringeren Kostenaufwand betreut werden.

Qualitatssicherung / Arbeitsprozess

Durch den Einsatz von Workflows kann eine gleichbleibende inhaltliche Qualitat sichergestellt werden. Wiederkehrende Arbeitsablaufe wie z.B. das Prufen der Seite auf tote Links, werden durch den Einsatz eines WCMS automatisiert und vereinfacht.

2.7.3 Nachteile von Web-Content-Management-Systemen

Den hier aufgefuhrten Vorteilen beim Einsatz eines WCMS konnen auch folgende Nachteile gegenuber gestellt werden.

Hohere Initialkosten

Die Einfuhrung eines WCMS ergibt je nach Umfang und Grosse des Projekts meist hohere Initialkosten im direkten Vergleich zum herkommlichen Webpublishing. Sie werden jedoch bei einem konsequenten und effizienten Einsatz des WCMS wieder amortisiert.

Aufbau Fachwissen

Bei der Einfuhrung eines WCMS mussen die zukunftigen Autoren und Benutzer im Umgang mit dem System geschult werden. Falls das WCMS zudem firmenintern betrieben wird, ist auch eine intensive Schulung der Techniker erforderlich, um zukunftig einen reibungslosen Betrieb sicherstellen zu konnen. Der Aufbau des benotigten Fachwissens verursacht zusatzliche Kosten, welche wiederum nach Komplexitat und Betriebsanforderungen des eingesetzten WCMS stark variieren konnen.

Einschrankung der Gestaltung

WCMS zielen vorrangig auf eine einheitliche Darstellung von Inhalten ab. Autoren oder Benutzer verlieren somit ihren „gestalterischen Freiraum“.

3 Gewichteter Kriterienkatalog nach Fokusgruppen

3.1 Mogliche Einsatzszenarien

Die Auswahl an WCMS ist breit gefachert. Das Leistungsspektrum der verschiedenen Losungen, erstreckt sich dabei von WCMS fur den privaten Gebrauch (Betrieb einer privaten Webseite) bis hin zu grossen, leistungsstarken Anwendungen fur global tatige Unternehmen, die eine Fulle von komplexen Funktionalitaten aufweisen und ein moglichst breites Einsatzspektrum abdecken.

Anhand der in dieser Arbeit vorliegenden Erkenntnisse und Informationen sowie in Anlehnung an den in Kapitel 2.4.1 beschriebenen Content-Life-Cycle werden im folgenden Teil der Arbeit Kriterien hergeleitet, welche zur Bewertung der in dieser Arbeit analysierten Content-Management-Systeme, namentlich TYPO3, Microsoft Office SharePoint Server 2007, Joomla! und Drupal, herangezogen werden. Die Kategorisierung der einzelnen Kriterien erfolgt anhand der durch den Content-Life-Cycle vorgegebenen Prozess-Schritte in Form von Bereichskriterien.

Der daraus resultierende Kriterienkatalog und die darin enthaltenen Kriterien, wurden in Form einer anonymisierten Umfrage durch Teilnehmer unterschiedlicher Unternehmensgrossen - klein, mittel und gross - mit einer Gewichtung (MUSS / KANN) versehen. Weitere Details zu der durchgefuhrten Online-Umfrage und die daraus resultierenden Ergebnisse, werden im Kapitel 3.3 bis einschliesslich 3.6 dieser Arbeit behandelt.

3.2 Bereichskriterien

Die hier aufgefuhrten und hergeleiteten Kriterien sind bewusst allgemein gehalten, um jegliche Bevorzugung eines der analysierten WCMS durch zu spezialisierte Anforderungen zu vermeiden. Vielmehr sollen die hier aufgefuhrten Kriterien funktionelle Rahmenbedingungen vorgeben, uber die heutige Web-Content-Management-Systeme verfugen sollten, um effektives und effizientes Webpublishing zu ermoglichen.

3.2.1 Erstellung

- Mehrere Benutzer sollen gleichzeitig Inhalte verwalten und erfassen konnen
- Inhalte sollen - unabhangig von Zeit und Standort - durch mehrere Benutzer online verwaltet und erfasst werden konnen
- Fur die Verwaltung und Erfassung von Inhalten sollen alle gangigen Internet-Browser (Internet Explorer, Safari und Firefox) eingesetzt werden konnen
- Offline Erfassung von Inhalten unter Verwendung eines lokal auf dem Rechner installierten Programms
- Inhalte sollen ohne spezielle Programmier / HTML-Kenntnisse erfasst und verwaltet werden konnen
- Integrierte Mediendatenbank zur Erfassung und Verwaltung von Bildern, Multimedia, Texte, Audio, Videos, usw.
- Inhalte (Texte, Bilder, Videos etc.) sollen zentral kategorisiert, erfasst und verwaltet werden konnen
- Inhalte sollen in einer Datenbank gespeichert werden
- Inhalte sollen mehrsprachig erfasst und verwaltet werden konnen
- Inhalte konnen wahrend der Erfassung uber eine Preview-Funktion vorab im Design der Webseite angesehen werden
- Zuordnung von standardisierten und frei definierbaren Metadaten zu Inhalten (z.B. Autor, Schlusselworter, benutzerdefinierte Felder) soll moglich sein
- Integration von Inhalten anderer Webseiten, Multimedia, Applikationen, E-Commerce- Tools
- Das CMS soll uber eine offene API (Prog ram mierschnittstelle) fur individuelle Erweiterung verfugen
- Inhalte sollen einfach importiert / exportiert werden konnen - dabei kommen Formate wie z.B. XML zum Einsatz

3.2.2 Kontrolle

- Granulares Rechte- und Rollenkonzept fur Anwender
- Granulares Berechtigungskonzept fur einzelne Inhalte, Bereiche, Webseiten
- Schutz vor gegenseitigem Uberschreiben erfasster Inhalte durch Check in/ Check out- Mechanismen
- Versionierung von Inhalten mit Moglichkeit zur Wiederherstellung vorhergehender Versionen
- Linkuberprufung: Automatische Prufung der Gultigkeit von internen und externen Links, mit Moglichkeit zur Korrektur bzw. Benachrichtigung an eine definierten Personengruppe
- Mandantenfahigkeit: Mehrfachnutzung des Systems durch verschiedene Parteien mit kompletter Trennung der Daten und Benutzer

3.2.3 Freigabe

- Definition von Workflows inkl. mehrstufiger Freigabeprozesse fur die Freischaltung von Inhalten
- Unternehmensspezifische Bearbeitungsprozesse von Inhalten, sollen uber frei definierbare Workflows verwaltet werden konnen
- Moglichkeit fur „nicht technische" User den Workflow zu kreieren, verwalten und andern. Es soll dafur kein Scripting / Programming notwendig sein
- Moglichkeit externe Benutzer in Workflows mit einbinden zu konnen

3.2.4 Publikation

- Trennung von Inhalt und Design unter Verwendung von Templates
- Mehrfachverwendung von Inhalten an verschiedenen Stellen mit unterschiedlichem Layout
- Moglichkeit zur Wahl zwischen dynamischer oder statischer Generierung der Seiten / Inhalte
- Moglichkeit Inhalte fur anderen Webseiten bereitzustellen (XML, Webservice)
- Navigationsstrukturen werden automatisch vom CMS generiert, publiziert und verwaltet
- Automatisches Anbieten von Druckversion und Weiterempfehlen einer Webseite
- Inhalte sollen auf verschiedene Medien / Technologien (Cross Media Publishing, SMS / Mobile / WAP / usw.) ausgegeben werden konnen
- Einfache Einbindung von Fremdinhalten welche durch Drittanbieter zur Verfugung gestellt werden
- Schnittstellenunterstutzung in Form von APIs sollen zur Verfugung stehen
- Barrierefreiheit bei den publizierten Seiten soll unterstutzt werden

[...]


[1] Quelle: www.contentmanager.de, Stand: 28.12.2009

[2] Content-Management-System wird im Folgenden auch als CMS bezeichnet.

[3] „Webmasterbefassen sich mit der Planung, grafischen Gestaltung, Entwicklung, Wartung, Vermarktung und Administration von Websites und -anwendungen im Internet oder im Intranet einer Organisation [Wik098].

[4] Microsoft Office SharePoint Server 2007 wird im Folgenden auch als MOSS 2007 bezeichnet.

[5] "Unter Content ist der Inhalt zu verstehen, der aus Sicht des Anwenders auf einer Webseite verfugbar ist. Dabei kann es sich um verschiedene Arten von Informationen handeln." [Gad05]

[6] dauerhafte Speicherung von Daten uber die Ausfuhrungszeit von Programmen hinaus.

[7] ubersetzt: Arbeitsablauf - eine vordefinierte Abfolge von Aktivitaten

[8] auf Informations- und Kommunikationstechnologien basierende Gesellschaft - Informations- und Kommunikationstechnologien in diesem Zusammenhang sind z.B. Email, Internet, Mobiltelefone, usw.

[9] "Unter Content ist der Inhalt zu verstehen, der aus Sicht des Anwenders auf einer Webseite verfugbar ist. Dabei kann es sich um verschiedene Arten von Informationen handeln" [Gad05].

[10] "Standard zur Erstellung maschinen- und menschenlesbarer Dokumente in Form einer Baumstruktur. XML definiert dabei die Regeln fur den Aufbau solcher Dokumente" [Pix09].

[11] im Folgenden als XML bezeichnet

[12] Cascading Style Sheets stellt eine Formatierungssprache fur Webseiten dar

[13] zu Deutsch Vorlagen, Schablonen

[14] Daten, die Informationen uber andere Daten enthalten - z.B. Autorname, Erstellungsdatum, Schlusselworter, usw.

[15] Webseite-Produkt: http://www.adobe.com/products/creativesuite/

[16] Webseite-Produkt: http://www.namo.com

[17] im Folgenden auch als WCMS bezeichnet.

[18] in Verbindung mit Assetmanagement wird in der Literatur auch der Begriff Asset fur Inhalte verschiedener Medienformate verwendet.

[19] siehe Kapitel 2.4.1 Content-Life-Cycle

[20] stellt ein XML-Format fur Nachrichten und andere Informationen dar, die haufig aktualisiert werden

[21] HTML - Abkurzung fur Hypertext Markup Language - stellt eine Beschreibungssprache fur Webseiten dar.

[22] „Webmaster befassen sich mit der Planung, grafischen Gestaltung, Entwicklung, Wartung, Vermarktung und Administration von Websites und -anwendungen im Internet oder im Intranet einer Organisation1' [Wik098].

Details

Seiten
118
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640600649
ISBN (Buch)
9783640600809
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149227
Institution / Hochschule
Fernfachhochschule Schweiz – Wirtschaftsinformatik
Note
5.7
Schlagworte
SWOT CMS Content Management TYPO3 MOSS 2007 SharePoint Microsoft Office SharePoint Server 2007 Joomla! Drupal Stärken Schwächen Risiken Chancen Analyse Online-Umfrage Einsatztauglichkeit

Autor

Teilen

Zurück

Titel: SWOT-Analyse zu Content-Management-Systemen