Lade Inhalt...

Untersuchung von Erfolgsfaktoren in der Samstagabend-Unterhaltung

Am Beispiel von Wetten, dass..?

Bachelorarbeit 2006 101 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und Wandel der Samstagabend-Show
2.1 Einleitung zur Geschichte
2.2 Versuch einer Definition
2.3 Weitere Erlauterungen bzw. Eingrenzungen
2.4 Die 1950er Jahre - Entstehung eines neuen Genres
2.4.1 Frankenfeld und Kulenkampff - Die ersten Unterhaltungsstars
2.5 Die 1960er Jahre - Bunt gewordene Unterhaltung
2.6 Die 1970er - Parallele Entwicklung
2.7 Die 1980er Jahre - Neue Strukturen gegen alte Traditionen

3. Ursachen zum Untergang der groften Samstagabendshow

4. Einleitendes zu Wetten, dass..?
4.1 Produktionsaufwand

5. Klassifizierungsversuch von Wetten, dass..?
5.1 Konzept
5.2 Spiel
5.3 Prominenz
5.4 Schwerpunkt der Sendung

6. Strukturanalyse von Wetten, dass..?
6.1 Ablaufstruktur
6.2 Dramaturgie
6.2.1 Nebenhandlung
6.2.2 Haupthandlung

7. Inhaltsanalyse
7.1 Wetten
7.1.2 AuRenwette und Stadtwette
7.1.3 Wetteinlosungen
7.2 Talks / Gesprachsrunden
7.2.1 Gastekonstellation
7.2.2 Gesprachsinhalt
7.3 Show-Acts
7.4 Showmaster

8. Exkurs: Thomas Gottschalk

9. Expertenmeinung zu Wetten, dass..?

10. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anlagen

Verzeichnis der Anlagen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Schwerpunkt der Sendung gemessen in Prozent der Gesamtsendelange

Abbildung 2: Ablaufstruktur von „Wetten, dass..?“ am Exempel der Sendung vom 4. Marz 2006

Abbildung 3: Ablaufmuster von „Wetten, dass..?“

Abbildung 4: Spannungsbogen Nebenhandlung

Abbildung 5: Spannungsbogen Haupthandlung

Abbildung 6: Haufigkeitsverteilung der Gaste nach Genre

Abbildung 7: Datensatz zur Korrelation von Stargasten aus TV/Film und Quote

Abbildung 8: Haufigkeit der Show-Acts nach Genre

Abbildung 9: Music-Acts nach Genre

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die groRe Samstagabend-Show erfreute sich seit Anbeginn der deutschen Rundfunkanstalten in den 1950er Jahren groRer Zuschauerbeliebtheit. Fernsehen war zu der damaligen Zeit ein Gemeinschaftserlebnis, und die Programmform der groRen Samstagabend-Show hat dies mit seiner Familienorientierung unterstrichen. Fernsehen war fur Alle da.

In den 1980er Jahren entwickelte sich das Broadcasting der Sender immer mehr zum zielgruppen- und programmsparten- orientierten Narrowcasting. Dieser Wandel der Medienlandschaft brachte auch ein verandertes Fernsehnutzungsverhalten mit sich. Die Zielgruppen differenzierten sich zunehmend in unterschiedliche (Interessen-) Bereiche.

Die klassischen Samstagabend-Shows verschwanden mehr und mehr von der Mattscheibe, und vollig neuartige Formate drangten auf den Fernsehmarkt. Von dieser Entwicklung ist im Genre der groRen Familienshows am Samstagabend, die gemeinsam vom Enkel bis hin zum Opa geschaut wurden, nur noch Wetten, dass..? ubrig geblieben.

Jurgen von der Lippe1 pragte einst einen in der Literatur oft zitierten Satz: „Der Samstagabend ist der Hochaltar der deutschen Fernsehunterhaltung“. Diesen besetzt seit einem Vierteljahrhundert Wetten, dass..? Im Marz 2006 feierte die Sendung ihr Jubilaum: seit 25 Jahren ist die Show uberaus erfolgreich im deutschsprachigen Raum zu sehen. In dieser Zeit sahen durchschnittlich 16,28 Mio. Zuschauer die Sendung, bei einer Reichweite von uber 50 Prozent. Bereits an dieser Stelle sei gesagt, dass sich das Sendeverhalten der anderen Rundfunkanstalten begunstigend auf den Erfolg der Show ausgewirkt hat. Wenn immer ein Wetten, dass.. ?-Samstag anstand, sendeten sie Spielfilm-Wiederholungen oder andere nicht als Konkurrenz zu erkennende Programme. So war es eine logische Konsequenz, dass Wetten, class..? zu einem Dauerbrenner wurde, der keinen Konkurrenten zu furchten hat.

Wenngleich die Quotenentwicklung bedingt durch die voranschreitende Segmentierung des Marktes und vermehrte Programmkonkurrenz auch fur Wetten, Cass..? in den letzten Jahren rucklaufig ist, so gilt die Sendung heute dennoch als groRte und erfolgreichste Show Europas. Marktanteile von uber 40% in der Gesamtzuschauerschaft sind zu beobachten; auch in der werberelevanten Zielgruppe der 14 - 49-jahrigen bildet sich ein vergleichbarer Wert. Untersuchungen haben ergeben, dass die Sehdauer an Tagen, an denen Wetten, Cass..? ausgestrahlt wird, rund 10 Minuten uber der von anderen Samstagen liegt.2

Vor diesem Hintergrund drangen sich die Fragen auf, was den Erfolg von Wetten, Cass..? kennzeichnet: was macht Wetten, Cass..?, zur Ausnahme und somit besonders? Gibt es Erfolgsfaktoren und wenn ja, welche sind fur den Erfolg ursachlich? Diesen Fragen wird in der Arbeit nachgegangen werden.

In der Literatur sind diese Fragen bislang kaum beantworten worden. Trotz des groRen Publikumserfolgs und der damit einhergehenden Bedeutung des Genres Game-Show liegen nur wenige Studien vor.3 Diese beziehen sich hauptsachlich auf das Genre Quiz und Gameshow im Allgemeinen bzw. verfolgen andere Schwerpunkte wie Product Placement oder Erlebnisweisen.

Die Arbeit beschaftigt sich mit der Untersuchung von mehreren Ausgaben von Wetten, Cass..? um Anhaltspunkte zu aufzuzeigen, die auf mogliche Erfolgsfaktoren schlieRen lassen konnen. Einleitend erfolgt ein geschichtlicher Ruckblick auf die Samstagabend-Show in Deutschland, der die Entwicklung dieser Gattung aufzeigt. Der darauf folgende Abschnitt beschaftigt sich mit dem Untergang der Samstagabend-Shows und zeigt Ursachen am Beispiel, die diese Entwicklung begunstigt haben. Ein weiterer Abschnitt leitet die Show Wetten, class..? und ihren Gegenstand ein und beschaftigt sich mit dem Produktionsaufwand und seiner Relevanz als moglicher Erfolgsfaktor. Der Hauptteil bildet sich aus Klassifizierungsversuch, Strukturanalyse und Inhaltsanalyse der Sendung. Der Klassifizierungsversuch beschaftigt sich mit der Herausstellung von Auffalligkeiten und Charakteristika, die Wetten, Cass..? auszeichnen und der Bestimmung des Schwerpunkts. Die Strukturanalyse untersucht die Ablaufe der Sendung und macht strukturelle Muster erkennbar, die das Format Wetten, Cass..? erfolgreich gestalten. Daruber hinaus erfolgt eine Betrachtung uber den Verlauf der Dramaturgie der Sendung. Eine genauere Betrachtung des Inhaltes der zeitlich signifikanten Komponenten (Wetten, Talks, Show-Acts und Showmaster) und ihrer Funktion geschieht in der Inhaltsanalyse. Ein anschlieRender Exkurs dient der Darstellung der medialen Wirksamkeit Thomas Gottschalks, die uber seine Position als Showmaster hinausgeht. Der Hauptteil dieser Arbeit schlieRt mit einer Experten-Befragung. Dr. Gerd Hallenberger4 auRert sich zur Position die Wetten, Cass..?einnimmt und gibt einen Ausblick auf die Samstagabend-Show im deutschen Fernsehen. Ein zusammenfassendes Fazit schlieRt die Arbeit ab.

2. Geschichte und Wandel der Samstagabend-Show 2.1 Einleitung zur Geschichte

Die Entstehung der Samstagabend-Show in Deutschland geht zuruck in die 1950er Jahre. Um ein Verstandnis fur diese Art von Unterhaltungssendung zu bekommen, bedarf es eines geschichtlichen Ruckblicks. Dieser beginnt zeitlich mit dem Ausstrahlungsstart der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) und geht bis zur Entstehung des Dualen Systems 1984, der Zulassung der privaten Broadcaster in der BRD. Innerhalb dieser groRen Zeitspanne hat es eine unubersehbar groRe Anzahl von Quiz- und Game-Shows gegeben. Vor diesem Hintergrund und um dem eigentlichen Thema gerecht zu werden, wird in den folgenden Abschnitten nur auf das Format der groRen Samstagabend-Shows eingegangen.

Auf herausragende Unterhaltungsshows in den Dekaden ihrer Entstehung wird kurz Bezug genommen.

2.2 Versuch einer Definition

Hier der Versuch einer Definition, nach welcher der Verfasser solche Sendungen versteht, die als „groRe Samstagabend-Show“ kategorisiert und analysiert werden:

Eine groRe Samstagabend-Show qualifiziert sich als eine solche, die live an einem Samstagabend, an ein breites, zielgruppen- ubergreifendes Publikum gerichtet, in ihrer Struktur Spiele, Prominenz und Show-Acts einbindend, mit einer Dauer von mindestens 90 Minuten gesendet wird.5

2.3 Weitere Erläuterungen bzw. Eingrenzungen

Erfolgreiche Sendungen aus dem Bereich Quiz/Game-Show, die auf einem anderen Sendeplatz beheimatet waren, wie etwa am Donnerstagabend Der groBe Preis und Der goldene SchuB, erhalten gemaR Definition in dieser Arbeit keine Berucksichtigung.

Der Begriff „Unterhaltungsshow“ wird in dieser Arbeit als Synonym fur die groRe Samstagabend-Show verwendet. Der Begriff „Game-Show“ sei in dieser Arbeit gleichzusetzen mit dem Begriff „Spielshow“ oder „Spiel“, wie er bis Mitte der 1980er Jahre ublich war.6

2.4 Die 1950er Jahre - Entstehung eines neuen Genres

Die in den USA entstandenen Programmformate Quiz und Game- Show fanden in den 1950er Jahren ihren Weg nach Deutschland. Gleichzeitig wurden sie unabhangig von ihrem Herkunftsland entwickelt: „lange, zur Prime Time ausgestrahlte Sendereihen“7, die zudem werbefrei liefen, waren nur in deutschen Unterhaltungsshows zu finden. Dies hing sicherlich mit der vollkommen anderen, jungen Rundfunkstruktur zusammen.

Am 31. Oktober 1954 sendete die ARD erstmalig ihr Gemeinschaftsprogramm. Zu dieser Zeit war das Fernsehen alles andere als ein Massenmedium. Ende 1952 waren gerade einmal 3657 Fernsehapparate in der Bundesrepublik vorhanden, 11586 zu Beginn des Jahres 1954.8 Es sollte bis 1957 dauern, bis die Millionengrenze erreicht wurde.9 Gaststatten und Sale prasentierten das neue Wundergerat und luden die Bundesburger zum gemeinschaftlichen Schauen ein. Auch die wenigen TV-Gerate in Privatbesitz wurden vorwiegend in Gesellschaft genutzt.10

Eine ganz besondere Zuschauer-Konstellation ergab sich dann mit Beginn der groRen Samstagabend-Shows. Diese Sendungen wurden vom Kind bis zum GroRvater vor dem heimischen Fernseher - vorausgesetzt man besaR einen solchen - in Gemeinschaft verfolgt. In diesen familienfreundlichen Sendungen war fur jeden etwas dabei. Die Mischung aus Kabarett, Variete und Gesang der traditionellen „Bunten Abende“, gepaart mit dem modernen Fernsehquiz begeisterte die junge Fernsehnation und gehorte zu den Programmhohepunkten des deutschen Fernsehens.

Charakteristisch fur die Rubrik Quiz/Game-Show der 1950er Jahre war der hohe intellektuelle Anspruch der Fragen. Hallenberger spricht diesbezuglich von „Abitur, wenn nicht gar der GroRe Brockhaus“ als Voraussetzung11 (Hallenberger 1994:15). Die Sendeanstalten nahmen ihren Bildungsauftrag sehr ernst. Es galt die Ansicht, dass Vergnugen einen unmittelbaren Nutzen fur die Zuschauer haben musse.12

In der ersten Halfte der 1950er Jahre etablierten sich die ersten Quiz-/ Game-Show-Formate im deutschen Fernsehen. Nach wenigen Jahren gab es bereits eine Vielzahl an Unterhaltungsshows, die jedoch groRtenteils eine kurze Existenz hatten.

2.4.1 Frankenfeld und Kulenkampff - Die ersten Unterhaltungsstars

Die herausragenden Shows der 1950er Jahre stammten von Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff, die als Radiostars zum Fernsehen gewechselt waren. Sie prasentierten erfolgreich u.a. die Shows 1:0 fur Sie, Viel Vergnugen! (Frankenfeld) und Wer gegen wen - ferngesehen? (Kulenkampff), die live gesendet wurden.13 Frankenfeld und Kulenkampff waren beide die Fernsehstars der ersten Stunde, nahmen aber unterschiedliche Rollen im Fernsehen ein.

Frankenfeld, aus dem Horfunk gekommen, war nach Strobel/Faulstich ein Game-Show-Moderator und mit 1:0 fur Sie auch ihr Grundungsvater.14 Seine Shows ragten aus der Masse an ernstem Bildungsfernsehen heraus und kamen dem Volksbedurfnis nach Ablenkung nach15. Auch der Moderator Peter Frankenfeld unterschied sich von anderen seiner Zunft. Optisch fiel er durch sein schwarz-weiR kariertes Jackett auf, das zu seinem Markenzeichen wurde. Inhaltlich brachte er neue Ideen - oftmals ubernommen aus ihm bekannten amerikanischen Game-Show-Produktionen - in seine Sendungen ein. Seine Kandidatenauswahl in 1:0 fur Sie geschah durch die „fliegende Untertasse“16, ein Plastikpropeller, der durch Rotation seinen Weg ins Saalpublikum nahm und denjenigen zum Spiel qualifizierte, der ihn fangen konnte.17 Auch sein Moderationsstil setzte sich von anderen ab. Er suchte den Dialog mit den Spielkandidaten und lieR sie mehr als Andere zu Worte kommen, um sie dem Fernsehpublikum naher zu bringen.18 Das Publikum wurde durch Beantwortung der Zuschauerpost am Anfang der Sendung ebenfalls einbezogen.19

Hans-Joachim Kulenkampff gehorte zum Typus „Quizmaster“.20 Seine Show Wer gegen wen - ferngesehen war die erste Samstagabend-Show im deutschen Fernsehen, am 7.11.1953.21 Sie gehorte nach Meinung der Fachpresse zu den besten Fernsehsendungen der damaligen Zeit und machte ihn zum Fernseh-Star.22 Die Kulenkampff-Shows zeichneten sich durch ihre „Gesamtdramaturgie“23 aus. Die verschiedenen Elemente einer Sendung wurden in einer Dramaturgie zusammengesetzt, die in einen finalen Klimax kulminierte.24

Kulenkampff galt als ein „gebildeter, hanseatischer Burger"25, der sich in seinen Sendungen oft besserwisserisch gab. Sein Umgang mit den Kandidaten war speziell. Bliersbach fuhrt an: „Er piekste sie, er schulmeisterte sie (...), er rempelte sie an, und er versohnte sich mit ihnen.“26 Goldener Bildschirm, Goldene Kamera, Goldene Rose, Bambi, Telestar und einige mehr zeichneten Kulenkampffs uber 40 Jahre andauernde Karriere aus.27 28 Seinen groOten Zuschauererfolg mit einer Einschaltquote von uber 90% erreichte Kulenkampff in den 1960er Jahren mit Einer wird gewinnen.

Der Wechsel von den 1950er in die 1960er Jahre wurde begleitet von einem neuen Unterhaltungsformat am Samstagabend. Lou van Burg29 schaffte, vom ORF kommend mit Jede Sekunde ein Schilling den Sprung in das deutsche Samstagabendprogramm. Gegenstand der Show waren „Prufungen“30. Dabei kamen spontane Schikanen ins Spiel, die die vermeintlich leichten Aufgaben schwierig gestalteten. Jede uberstandene Sekunde brachte dem Kandidaten einen Schilling ein. Die vordergrundig mit spielerischem Inhalt gespickte Show erwies sich als Fernsehhit und sollte exemplarisch fur Entwicklung der Sparte Quiz/Game-Show in den 1960er Jahren sein.

2.5 Die 1960er Jahre – Bunt gewordene Unterhaltung

Mit Beginn der 1960er Jahre anderte sich das Programmaufgebot der Quiz-/ Game-Shows zunehmend. Die Sendungen beschaftigten sich thematisch vorrangig mit Hobby- und Freizeit-Fragen, seriose Themen wurden seltener.31 Das vermehrte Aufkommen von Spiel- Elementen in der Sparte Quiz/ Game-Show lieB den schulischen Charakter, der in den 1950er Jahren dominant war, in den Hintergrund treten.32 Die Shows wurden massentauglicher und auch das Fernsehen begann sich als Massenmedium zu etablieren.33

Am Abend des 1. April 1963 nahm das ZDF den offiziellen Sendebetrieb auf und stellte sich schon kurz darauf als ein ernst zu nehmender Rivale der ARD auf dem Unterhaltungssektor heraus. Die Konsequenz war, dass die Vielfalt der Unterhaltungssendungen anstieg, aber auch Altbewahrtes im Programm blieb.34 Vier Jahre Spater, am 25. August 1967, vollfuhrte der damalige AuBenminister Willy Brandt den symbolischen Knopfdruck und startete offiziell das Farbfernsehen.

Es waren besonders zwei neue Shows, die in dieser Dekade fur Aufruhe sorgten: Kulenkampffs Einer wird gewinnen (Erstausstrahlung: 25.1.1964) und das von Dietmar Schonherr und Vivi Bach moderierte Wunsch Dir Was (Erstausstrahlung: 20.12.1969).

Kulenkampffs Unterhaltungsshow startete am 25. Januar 1964 in der ARD und gilt nach Hallenberger als „ein Inbegriff des groBen Samstagabend-Quiz.“35 Es wurde ein groBer Erfolg. Vier internationale Kandidatenpaare (Mann und Frau) traten in Turnierform gegen einander an. Der Modus war simpel: drei Punkte konnten pro Fragerunde gewonnen werden, der Unterlegene schied aus. Im anschlieRenden Halbfinale wurden zwei Runden gespielt: die erste Runde war eine satirische Darbietung einer prominenten Person bzw. einer bekannten Filmszene mit Showmaster Kulenkampff, zu der es im Anschluss Fragen zu beantworten galt. In der zweiten Runde war Allgemeinwissen zu beweisen, welches bei Versagen durch ein Aktionsspiel z.B. in Form einer Geschicklichkeitsubung ausgeglichen werden konnte. Die Finalrunde wurde wiederum mit drei Fragen zum aktuellen Zeitgeschehen beendet.36 Aufgelockert wurde der Ablauf durch Musikdarbietungen, die zwischen den Spielrunden die Umbauzeit uberbruckten. Die Show war uber einen langen Zeitraum auRerst gefragt und verlor auch trotz mehrmaliger Unterbrechungen37 nicht an Beliebtheit.

Auffallig waren ebenso die gelassene Art Kulenkampffs hinsichtlich des Zeitmanagements: seine langen

Einleitungsmonologe als auch das Oberziehen am Ende der Sendung38 wurden zum Ritual. Dieser „Dauerbrenner“39 der groRen Samstagabend-Show ging mit Kulenkampff ohne wesentliche Konzeptanderungen40 insgesamt 82-mal auf Sendung und wurde schlieRlich 1987 eingestellt.41

Von viel kurzerer Dauer war die osterreichisch-deutsch- schweizerische Eurovisionsshow Wunsch dir was. Am 20.12.1969 erstmals im ZDF auf Sendung gegangen, erregte sie bis Anfang der 1970er Jahre Aufsehen wie keine andere Sendung. Bereits die Moderations-Konstellation mit Dietmar Schonherr und seiner Frau Vivi Bach, besaR fur die damalige Zeit einen revolutionar anmutenden Charakter.42 Die Intention der Game-Show, die padagogisch und wissenschaftlich gestutzt wurde, war, Denkanstoße zu geben und gesellschaftliche Veranderungen hervor zu rufen.43

Seeßlen beschreibt die Sendung als „Versuch, ein Quiz- und Showspiel als Instanz zur Erorterung politischer und moralischer Fragen zu etablieren“44, Weingarten bezeichnet den Ruf der Sendung „als Brandherd der Kapitaliusmuskritik“45

In der Sendung traten drei Familien gegen einander an, die ihre familiare Einheit spielerisch zu demonstrieren hatten. Problematisch und provokativ waren vor allem die Spiel-Themen: ein junges Madchen hatte die Wahl zwischen verschiedenen Kleidungsstucken und entschied sich fur eine durchsichtige Bluse, mit der sie sich prasentierte; ein inszenierter Autounfall unter Wasser lieR eine Kandidatin beinahe ertrinken, sie konnte nur mit Hilfe von Tauchern gerettet werden. Moderator Schonherr sorgte ebenfalls fur Aufregung, als er wahrend der Sendung fur die Sozialistische Partei Osterreichs warb. Wunsch dir was hatte einen stark schwankenden Marktanteil von 18% - 66%46 und wurde durch standige Polarisierung47 „zur meistdiskutierten Game Show der deutschen Fernsehgeschichte.“48

Eine fruhe Form der Fernsehzuschauer-Interaktion im deutschen Fernsehen fand sich im Finale der Sendung wieder. Die Zuschauer hatten zur Abstimmung samtliche Elektrogerat einzuschalten bzw. die Toilettenspulung zu betatigen. In einer ausgewahlten Stadt wurden dann live die Zahlerstande der Elektro- und Wasserwerke verglichen und der Sieger gekurt.

Aufgekommene Zuschauerkritik und interne Auseinander- setzungen bezuglich der inhaltlichen Themen fuhrten das Ende der Show im Dezember 1972 herbei.49 Entgegen aller Kritik wurde Wunsch dir was abschlieRend mit einem Bambi geehrt.

2.6 Die 1970er - Parallele Entwicklung

Die 1970er Jahre waren hinsichtlich der Unterhaltungsformate besonders interessant:

Wahrend sich das ZDF hauptsachlich mit Der groBe Preis und Dalli Dalli erfolgreich auf den Donnerstagabend konzentrierte50, konzentrierte sich die ARD auf neue Samstagabend-Formate. Es entstanden Shows, die uberwiegend Game-Show-Elemente in sich trugen und die Entwicklung der Gattung vorantrieben, darunter Am laufenden Band.

Die neue Game-Show von und mit Rudi Carrell ging am 27.4.1974 in der ARD erstmalig auf Sendung. Schon ein Jahr spater 1975 wurde von „der zur Zeit beliebtesten deutschen Fernseh- Show“51 gesprochen.

Vier Familienpaare (wie etwa Mutter/Sohn, Vater/Tochter, etc.) traten gegen einander an. Gegenstand der Show war keineswegs eine ernsthafte Hochstleistung, Spiel und SpaR stand im Mittelpunkt. In den Spielrunden waren Kreativitat und Improvisation genau so Bestandteil wie Menschenkenntnis und Raten. Carrell verknupfte die einzelnen Spiele mit Gesangsauftritten oder fuhrte mit seinen Assistenten Sketche auf. Auffallig war Carrells Kandidatennahe. Oftmals war er selbst an der Spielinszenierung beteiligt und spielte tatsachlich aktiv mit den Kandidaten.52 Die ausgeschiedenen Kandidaten erhielten ein Abendessen mit der gesamten Familie. Im Finale standen zwei Kandidaten, die drei Fragen aus der aktuellen Tagesschau zu beantworten hatten. Der Gewinner wurde vor ein FlieRband gesetzt, welches mit ungefahr 40 Gegenstanden bestuckt war, die es sich zu merken galt. Im Anschluss hatte dieser 30 Sekunden Zeit, die vorgefuhrten Gegenstande zu benennen und sie so zu erhalten. Als interessant erwiesen sich dabei Oberraschungsgewinne; die so genannten „symbolischen Gewinne“. Ein Regenschirm beispielsweise konnte ebenso fur eine neue Regentonne stehen als auch fur eine Englandreise.

Trotz groRer Beliebtheit lieRen Carrell und sein zustandiger Redakteur Biolek die Familien-Unterhaltungsshow am Silvester- abend 197953 aufgrund mangelnder Spielideen untergehen.54 Die Show hatte sich selbst gefressen. Reinhard nennt in diesem Zusammenhang den Begriff der „cannibalistic game shows“55.

2.7 Die 1980er Jahre - Neue Strukturen gegen alte Traditionen

In den 1980er Jahren traten die privaten Rundfunkanstalten in der deutschen Fernsehlandschaft auf den Plan. Wenngleich sie anfanglich keine direkte Konkurrenz zu den offentlich-rechtlichen Anstalten darstellten, so beeinflussten sie dennoch deren Sendeverhalten. Kommerzielle und kostengunstige Sendungen, meist amerikanische Adaptionen von erfolgreichen Quiz- / Game- Shows, drangten durch die privaten Anbieter ins Fernsehen. Diese neuen Programmformen brachten den offentlich-rechtlichen Sendern zwar keinen direkten Einschnitt in die groRe Samstag- abendunterhaltung, zwang sie aber, zu immer neuen Programmformen, um den privaten Sendern die Stirn zu bieten. Bleicher/GroRmann/Hallenberger et al. sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Re-Amerikanisierung“56 der offentlich- rechtlichen Sender.

Die von den privaten Sendern gepragte Form von Narrowcasting57 brachte eine groRe Diversifikation von Programmangeboten ins Fernsehen. Dies hatte zur Folge, dass die Zuschauer mehr Sendungen zur Auswahl hatten. Der Marktanteil bzw. die Gesamtquote der offentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wurde geringer. Die offentlich-rechtlichen Einschaltquoten mussten fortan mit neuem MaRstab gemessen werden.

Ganz nach Tradition der klassischen Samstagabendunterhaltung konzipiert, aber mit neuen Themen bespickt, waren die offentlich- rechtlichen Entwicklungen Anfang der 1980er Jahre: Verstehen Sie SpaB? (ARD, 1980) und Wetten, dass..? (ZDF, 1981) an, die sich als Publikumsgaranten erwiesen.

In Verstehen Sie SpaB? kommen vornehmlich voyeuristische Inhalte zum tragen. Mit versteckten Kameras und einem „Lockvogel“ wurden Prominente und Nicht-Prominente hinters Licht gefuhrt. Der Erfinder der Show, Kurt Felix, prasentierte gemeinsam mit seiner Frau Paola Felix ab dem 19.11.1983 die groRe Samstagabend-Show in der ARD. Die Idee der versteckten Kamera war keineswegs neu.58 Das Konzept, heimlich gedrehten Einspielfilmchen in das Format einer Samstagabend-Show mit Stars und Showeinlagen zu verarbeiten, war jedoch neu und erwies sich als uberaus erfolgreich.59

Es folgten Moderatoren-Wechsel, die Auswirkungen auf Quote und Inhalt der Show hatten.60 Seit dem 28. September 2002 moderiert Frank Elstner die Show in ihrer aktuellen Erscheinungsform bis heute.

Betrachtet man den Quotenverlauf der Sendung, so sind nach den erfolgreichen Werten der 1980er Jahre seit 1992 die Zahlen von 12 Mio. Zuschauern auf 5,21 Mio. (August 2006) gesunken.61 Die aktuelle Show ist trotz standiger Erneuerungsversuche62 weit davon entfernt, wieder die groRe Masse am Samstagabend zu unterhalten. Die letzte groRe Samstagabend-Show, die ihr Gesicht bewahrt hat, ist nunmehr die Game-Show Wetten, dass? 63 (fortfolgend auch als Wd bezeichnet). Ein Quiz-Format ist als groRe Samstagabendshow heute nicht mehr existent.64

3. Ursachen zum Untergang der groBen Samstagabendshows

Der folgende Abschnitt stellt Ursachen fur den Niedergang der Programmsparte der Samstagabend-Shows an verschiedenen Exempeln dar.

In Anbetracht der langen Tradition der Samstagabendshow und ihrer zahlreichen Vertretungen in der deutschen Programm- geschichte kann, verglichen mit der heutigen Zeit, durchaus von einem Untergang die Rede sein.

Die Kurzlebigkeit der Unterhaltungsshows erklart sich in den 1950er und 1960er Jahren nicht durch schlechte Quoten. Frankenfeld und Kulenkampff waren bis damals die einzigen Stars im deutschen Fernsehen und man wollte den interessierten Zuschauern stetig neue Sendungen prasentieren. So wurden „beide fast jedes Jahr in neuen Produktionen eingesetzt.“65 Auch Lou van Burgs Jede Sekunde ein Schilling mundete 1961 in einer weiteren Samstagabendunterhaltung, genannt Sing mit mir, spiel mit mir. Bei Wunsch Dir was waren es hingegen interne Unstimmigkeiten und externe Kritik, die ein Ende herbei riefen. Carrells Am laufenden Band mangelte es an neuen Spielideen und wurde abgesetzt. Verstehen Sie SpaB? ist zwar nach wie vor im Programm, unterhalt aber nach zahlreichen Moderatoren- und Konzeptwechseln langst nicht mehr die Zuschauerquote einer groGen Samstagabendshow. Aus den genannten „Untergangs-Grunden“ lassen sich im Umkehrschluss Aspekte aufgreifen, die moglicherweise Erfolgsfaktoren fur Wetten, dass..? sind.

Grenzt man sie in Begriffe ein, so entstehen Aspekte wie:

- Organisation: gutes, homogenes Team(-work), ausreichende Absprache
- Inhalt: keine auf Polarisation orientierten Inhalte zur Voraussetzung von Massenkompatibilitat
- Format: kein Ideen fressendes Format (Konzept), keine ubermaRigen bzw. grundlegenden Formatanderungen in Bezug auf Showmaster und Konzept66

4. Einleitendes zu Wetten, dass..?

Die groRe Familiensendung Wetten, dass..? begeistert seit seiner Premiere vor nunmehr 25 Jahren an Samstagabenden die TV- Zuschauer. Am 2. Februar 1981 geht um 20:15 Uhr erstmalig die Samstagabend-Show Wetten, dass..? auf Sendung. Die von „Frank“ Elstner67, erfundene Show beschaftigt sich mit rekordorientierten Spielen, die in Form von Wetten durch Kandidaten dargeboten werden. So wettet beispielsweise ein Kandidat, dass er mit seinem Team einen LKW auf vier Bierglaser stellen kann, ohne diese zu zerstoren. Ein anderer wettet, dass er mit seinem Auto schneller die Rodelbahn in Unterammergau herunter fahrt als der Hornschlitten- Europameister mit seinem Team; eine weitere Kandidatin wettet, dass sie Farben von Kleidungsstucken erfuhlen kann.68 Variationen der Wettformen gibt es mit der Kinderwette69 und der so genannten AuRenwette70.

Allen Kandidaten steht im Saal ein „Wettpate“ in Person eines Prominenten zur Seite, der vor der Darbietung des Wettstellers einzuschatzen hat, ob die Wette gelingen mag oder nicht. Dazu hat er einen Wetteinsatz zu bringen, den er bei Falschtipp einzulosen hat. Es soll sich dabei um eine kleine „Bestrafung“ handeln, die der Prominente uber sich ergehen lassen muss. Neben den prominenten Gasten treten in Tradition der Samstagabend-Shows weitere Stars im Rahmen von Show-Acts auf, die vor allem musikalische Auftritte darstellen. Nach Ablauf des meist aus funf Kandidatenwetten bestehenden Kerns der Sendung, wird die anfangs von Showmaster Gottschalk bestimmte „Stadtwette“71 aufgelost, welche sich an die Burger der Stadt richtet, in der die Show gerade gastiert. Der Showmaster wettet z.B. dass die Frankfurter es nicht schaffen, aus alien 32 Landern, die an der FuRball-WM teilnehmen, mindestens eine Person im passenden Nationaltrikot auf den Romerberg zu bekommen oder etwa, dass es die Nurnberger bis zur Ende der Sendung nicht schaffen, 300 Menschen als Weihnachtsbaum verkleidet auf den Jakobsplatz zu versammeln.72

Stellvertretend fur die Burger nimmt ein Prominenter aus Stadt oder Region die Wette entgegen. Gelingt es der Stadt, die eingangs genannte Forderung wahrend der Sendung umzusetzen, so muss Gottschalk einen vorher festgelegten Einsatz73 als Wettschuld einlosen.

Zum Ende der Sendung bestimmen die Zuschauer per TED74 den „Wettkonig“ der Sendung. Berechtigt zur Wahl sind hierbei alle in der Sendung aufgetretenen Kandidaten, ausgenommen ist die Kinder- wette. Der Sieger wird mit einem Gewinn von 5000€ gekurt. Die Platze 2 bis 5 werden mit 4000€ bis 1000€ belohnt.75

4.1 Produktionsaufwand

Die Bedingungen und der Aufwand fur eine Samstagabend-Show wie Wd kann ohne einen weiteren Blick nur erahnt werden. Es folgt ein Oberblick uber den Produktionsaufwand einer Wd-Folge und seine Relevanz als moglicher Erfolgsfaktor.

Wd wird in der Regel sechsmal pro Jahr produziert von ZDF, ORF und SF DRS und wird als Eurovision-Sendung in Deutschland, Osterreich und Schweiz live gesendet. Fur gewohnlich werden drei Folgen im ersten Halbjahr und drei im zweiten Halbjahr geplant. Dazwischen liegt die Sommerpause, die die Staffel beendet. Ausnahmen bilden die vereinzelt seit 1991 auftauchenden „Sommerausgaben“76, die als „Open-Air-Veranstaltung uberwiegend im Ausland stattfinden.

Zu Beginn der Planung einer Wd-Produktion entscheidet die ZDF- Abteilung "Kooperationen und Hallenveranstaltungen" in Absprache mit der Produktionsleitung und der Redaktion uber die Veranstaltungsorte in Deutschland, Osterreich und der Schweiz. Es ist vorgesehen, die Show „moglichst in jeder Region einmal zu Gast sein zu lassen.“77 Dafur mussen eine Reihe von Faktoren gewahrleistet sein. Eine Stadt muss eine Halle mit einer Mindestkapazitat von ca. 2000 - 4000 Gasten und ausreichend Hotelmoglichkeiten besitzen. Dementsprechend eine hohe Anzahl von Toiletten und Catering fur 300 - 500 Mitarbeiter, Kandidaten und Gaste. Die Decke der Veranstaltungshalle muss 20 - 28 Tonnen technische Gerate tragen konnen. Ebenso Voraussetzungen sind geeignete Zufahrtsbedingungen78 fur Lastwagen und einen nahe gelegenen Flughafen fur den An- und Abtransport von Studio- Material und prominenten Gasten.79

[...]


1 Er war seit den spaten 1980er Jahren als Moderator in der Samstagabend- Unterhaltung der ARD tatig, z.B. Geld oder Liebe (1989 - 2001).

2 vgl. Rott/Schmitt 2001: 258 ff.

3 Hallenberger 1990, Jorg 1984, Fuchs 2005, Rott/Schmitt 2001

4 Langjahrig tatig fur den Sonderforschungsbereich 240 der Universitat Siegen, Mitherausgeber der Bucher Unterhaltung Curch Spiel (1990) und Hatten Sie’s gewusst? (1991). Zur Zeit in verschiedenen Forschungsprojekten und als Privat- Dozent deutschlandweit tatig.

5 Der Showmaster ist dabei selbst als Prominenter zu verstehen.

6 Der Begriff „Game-Show“ trat erst 1985, von Alfred Biolek propagiert, auf (vgl. Hallenberger 1993: 26)

7 Bleicher/GroRmann/Hallenberger et al. 1993: 50

8 vgl. Hallenberger 1994: 34; Tietze 1991: 154

9 Am 1. Oktober 1957 sind eine Million Fernsehteilnehmer erfasst (vgl. Bleicher 1992: 17)

10 vgl. Hallenberger 1994: 34

11 vgl. Hallenberger 1994: 15

12 vgl. Hallenberger 1991: 39

13 Bis zur Einfuhrung der Magnetbandaufzeichnung in den Jahren 1958/59 war das Fernsehen ein reines Live-Medium.

14 Strobel/Faulstich 1998: 446

15 vgl. Hallenberger 1994: 45

16 Tietze 1991: 154

17 ebd.: 155

18 vgl. Hallenberger 1994: 38

19 vgl. ebd.

20 Strobel/Faulstich 1998: 446

21 Nach Angaben der ZDF Zuschauerredaktion wurde Wer gegen wen - ferngesehen erstmalig am Donnerstag, dem 3.9.1953 gesendet. Ab November des Jahres wurde sie auf den Samstag verschoben, an dem sie fortwahrend lief. Der Verfasser ist der Auffassung, dass diese Sendung als Samstagabend-Sho behandelt wird und verweist auf das ahnliche, aktuell laufende Beispiel der Sendung Verstehen Sie Spass?

22 vgl. Faulstich/Strobel 1994: 106

23 Hallenberger 1994: 39

24 ebd.

25 SeeOlen 1999: 134 Bliersbach 1990: 72

26 Nach einigen Unterbrechungen ging Kulenkampffs Karriere als Showmaster

27 im Sommer 1998 endgultig zu Ende.

28 vgl. Faulstich/Strobel 1994: 106

29 Mit burgerlichem Namen Loetje van Weerdenburg

30 Hallenberger 1991: 112

31 vgl. Hallenberger 1994: 48

32 Die Sendung Einer wird gewinnen ist in den 1960er Jahren das einzige „Vollquiz“ der Samstagabendunterhaltung. (Weingarten 2001: 242)

33 Im Laufe des Jahres 1964 wurde der 10.000.000 Fernsehapparat in Deutschland angemeldet (vgl. http://www.gfu.de/paaes/historv/his TV 05.html, 18.08.06)

34 vgl. Hallenberger 1994: 40

35 Hallenberger 1991: 44

36 Im Falle eine Gleichstands entschied die Stichfrage (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Einer wird gewinnen, 06.08.2006)

37 Die erste Pause von 1966 - 1968, dann bereits ein Jahr spater eine weitere, diesmal zehnjahrige Unterbrechung, bis 1979.

38 Bliersbach spricht von durchschnittlich „etwa zwanzig Minuten“, Wikipedia vermerkt „wenigstens 30 Minuten“. (Bliersbach 1990 : 5, http://de.wikipedia.org/wiki/Einer wird gewinnen, 06.08.06)

39 Kruger 1991: 85 f.

40 vgl. ebd.

41 Trotz mehrmaliger Nachfrage beim Hessischen Rundfunk wurde keine Auskunft uber den Grund der Sendungseinstellung erteilt.

42 ebd. :139

43 vgl. Heger 1991c: 160

44 SeeRlen 1999: 139

45 Weingarten 2001: 240

46 vgl. Heger 1991c: 161

47 Auftritte von langhaarigen Musikern oder einem bartigen Moderator waren zu der Zeit nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechend.

48 Hallenberger 1991: 49

49 vgl. Heeger 1991: 161

50 Dort hatte sich bereits in den 1960er Jahren bereits Der goldene SchuB bewahrt.

51 Horzu, Nr. 12, 1975: 12

52 Als Beispiel ist hier ein Spiel der Sendung vom 5.10.1974 zu nennen, in welchem Carrell singend Trimm- und Gymnastikubungen vollfuhrt, denen sich die Kandidaten bestmoglich anzuschlieRen haben.

53 Insgesamt wurden 51 Folgen ausgestrahlt.

54 vgl. Jurgens 1991: 75

55 Reinhard 1993: 33

56 Bleicher/GroRmann/Hallenberger et al. 1993: 51

57 Zielgruppenfernsehen

58 Bereits 1960 trat diese von Chris Howland gepragte Form („candid camera") der situationskomischen und schadenfreudigen Unterhaltung mit „Vorsicht Kamera" im deutschen Fernsehen auf.

59 Nach Angaben der ARD besaR Verstehen Sie SpaB? zu der Zeit bis zu 23 Millionen Zuschauer und galt als die erfolgreichste Samstagabend-Show der ARD. Sie kam 1983 vom Vorabend- ins Samstagabendprogramm und halt sich dort bis dato. Der Autor zahlt die Sendung aus diesem Grund zur Samstagabend-Show.

60 Harald Schmidt, von 1992 an Moderator, brachte Stand-up Comedy in die Sendung. 1995 ging die Show nach redaktionellen Fehlern zu Ende. Auferstanden unter Dieter Hallervorden (1996 - 1997) wandelte sich die Show zur Kabarett-Buhne und trug den Zusatz „Die Hallervorden-Show“ im Titel. Sie veranderte sich von der groRen Familienunterhaltung zu einem „Comedy-Format fur bestimmte Zielgruppen“ (http://www.Gameshowkult.de/vssd.htm, 28.08.2006).
Jobatey, der von 1998 bis Anfang 2002 die Moderation ubernahm, brachte Ruckbesinnung mit sich. Das Format prasentierte sich fur 17 Sendungen wieder in seiner Urform. Jobatey beklagte mangelndes Mitspracherecht und die alte Zielgruppe und verabschiedete sich aus der Samstagabendunterhaltung.
(vgl. http://www.Gameshowkult.de/vssel.htm, 28.08.2006)

61 Geese 2006: E-Mail

62 Elstner bezahlte sogar Studenten fur neue Konzeptideen (vgl. http://www.Game- Showkult.de/vssel.htm, 28.08.2006).

63 Die Sendung wird als Schwerpunkt in dieser Arbeit naher beleuchtet und in einem weiteren, eigenen Abschnitt inhaltlich behandelt werden.

64 Die Sendung Wer wird Millionar, welche gelegentlich am Samstagabend gesendet wird, ist als ein neumodisches „Nur-Quiz“ zu betrachten, welches in keiner Weise das Format einer Samstagabend-Show ausfullt.

65 Hallenberger 1991: 38

66 In Anbetracht der Tatsache, dass Gottschalk vor Lipperts Zeit bereits einige Jahre fur Wd tatig war und bereits eine groRe Bekanntheit auf Zuschauerseite genoss, kann der Wechsel Lippert-Gottschalk nicht mit einem auf Neues orientierten Moderatorenwechsel wie etwa bei Verstehen Sie SpaB? verglichen werden.

67 Mit burgerlichem Namen Tim Maria Franz Elstner

68 vgl. die Sendungen vom 12.12.1981,22.2.2003, 1.10.2005

69 Sie gibt jungeren Kandidaten die Moglichkeit aufzutreten. Diese werden nach der Wette mit einem Preis belohnt und treten nicht zur Wahl des Wettkonigs am Ende der Sendung an, „da Kinder erfahrungsgemaR bei einer solchen Wahl bevorzugt werden und die erwachsenen Wettanbieter somit kaum eine Gewinnchance hatten“.
(http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0.1872.2137233.00.html. 19.09.2006)

70 Sie wird per Live-Schaltung von einem anderen Ort in den Saal (und so auch zum Fernsehzuschauer) ubertragen.

71 Seit der 130. Ausgabe von Wd existiert die Stadtwette. Zuvor war es die „Saalwette“. Jeder Zuschauer im Saal konnte eine Wette abgeben. Funf von ihnen wurden von der Redaktion ausgewahlt wovon eine in der Sendung nach Publikumsapplaus ausgewahlt wurde. Diese Saalwette hatte Gottschalk und sein Team innerhalb der Sendung zu erfullen. Die Auflosung war wie bei der Stadtwette direkt vor der Wahl des Wettkonigs.

72 vgl. Sendung 161 vom 4. Marz 2006 und Sendung 152 vom 11. Dezember 2004.

73 z.B. 50 Km mit dem Rad zu nachsten Sendung fahren (Ausgabe 134) oder sich einen Bart wie Rudi Voller stehen lassen.

74 Teledialog. Sie konnen durch die jeweils zugeordnete Endziffer einen bestimmten Kandidaten wahlen. Wer die meisten Anrufe (=Stimmen) erhalt gewinnt.

75 Der ursprunglich von Elstner eingefuhrte Modus lieR den prominenten Wettpaten gewinnen, der die meisten richtigen Wetttipps abgegeben hatte. Dieser erreichte den erspielten Geldgewinn an seinen „Schutzling“, welcher in seiner Hohe durch den prozentualen Anteil, bestimmt durch das Publikum, festgelegt wurde. Unter Gottschalk war es dann nur noch das Publikum, welches den Wettkonig bestimmen konnte. Bis zur Einfuhrung des Euros war der zu gewinnende Geldbetrag ebenfalls durch den Prozentsatz des Publikums bestimmt. 11% bedeuteten so 1100 DM. Mit dieser Anderung konnte jeder Kandidat etwas gewinnen gegenuber des Modus' unter Elstner. (vgl. Heger 1991b: 159)

76 1991 Xanten (Schweiz), 1999 Mallorca (Spanien), 2002 Paris (Frankreich), 2004 Berlin, 2005, Aspendos (Turkei)

77 Gruhne 05.10.2006: E-mail

78 Die Eingangshohe muss mindestens 4 Meter betragen (Tore fur Buhnenbild)

79 vgl. Gong, Nr. 41/99, S.28 f.

Details

Seiten
101
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640621095
ISBN (Buch)
9783640621699
Dateigröße
797 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149479
Institution / Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
1,0
Schlagworte
Medien Medienwissenschaft TV Unterhaltung Samstagabend Show Gottschalk Thomas Gottschalk Elstner Frank Elstner Erfolgsfaktoren wissenschaftliche Arbeit Hallenberger Gerd Hallenberger Wetten dass Wetten Nils Dienemann Dienemann

Autor

Zurück

Titel: Untersuchung von Erfolgsfaktoren in der Samstagabend-Unterhaltung