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Wissensproduktion in der Wikipedia

Hausarbeit 2010 24 Seiten

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Glossar

1. Einleitung

2. Einführung in die Wikipedia
2.1 Von der Gründung bis heute
2.2 Die Wiki-Technologie

3. Wissensproduktion in der Wikipedia
3.1 Individualismus und Kollektivismus
3.2 Netzwerktheorie
3.3 Verteilte Wissensproduktion aus netzwerktheoretischer Perspektive
3.3.1 Beispiel

4. Schlussbetrachtung

5. Ausblick
5.1 Diskurstheorie
5.2 Inklusionisten vs. Exklusionisten

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der Artikelanzahlen der fünf größten Wikipedias, 2001 bis 2010

Abbildung 2: Frontend des Artikel „Universität zu Köln“

Abbildung 3: Backend des Artikels „Universität zu Köln“

Abbildung 4: Versionsgeschichte des Artikels „Universität zu Köln“

Abbildung 5: Diskussionsseite des Artikels „Universität zu Köln“

Abbildung 6 Gerichtetes Diskussionsnetzwerk um den Artikel "Logik"

Abbildung 7 Zweimodales Artikel-Diskussionsnetzwerk der mit dem Artikel „Logik“ verbundenen Artikel

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Glossar

Backend - Bearbeitungsoberfläche Frontend - Benutzeroberfläche

Peer-Review-Verfahren - Verfahren zur Beurteilung von wissenschaftlichen Arbeiten im Wissenschaftsbetrieb oder Projekten in Unternehmen durch unabhängige Gutachter

Wikipedianer - aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Wikipedia-Projekt

1. Einleitung

„ Different people come to Wikipedia with different motivations. “

Dieser Satz ist ein Zitat des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales auf dem 21. Chaos Communication Congress vom Dezember 2004 in Berlin (Völkel 2004). Er ist sehr allgemein gehalten und besagt, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Motivationen an der Wikipedia (WP) teilnehmen. Teilnehmen kann nun jedoch unterschiedlich gedeutet werden. Meint Jimmy Wales die Nutzung der WP zur Informationsbeschaffung bzw. Weiterbildung oder die Teilnahme am System der WP selbst, also die Wissensproduktion?

Diese Hausarbeit behandelt Wales' Ausspruch anhand der zweiten Deutung und wird im Folgenden das Wikipedia-System der Wissensproduktion genauer analysieren. Dabei wird den Fragen nachgegangen, ob die enorme freiwillige Teilnahme an der Wikipedia anhand soziologischer Theorien erklärt werden kann und ob diese in der Realität Einfluss auf die Wissensproduktion haben.

Zunächst wird im ersten Abschnitt eine allgemeine Einführung in die Wikipedia und ihre Geschichte gegeben und das verwendete Wiki-System vorgestellt. Der zweite Abschnitt wird die Wissensproduktion und die Beteiligungsmotivation behandeln. Es werden zwei klassische soziologische Beteiligungstheorien erläutert, die Netzwerktheorie vorgestellt und diese schließlich mit der Wissensproduktion verknüpft. Abschließend wird diese Perspektive anhand eines realen Beispiels aus der deutschen WP erläutert. Der dritte Abschnitt enthält die daraus gezogenen Schlussfolgerungen und im vierten und letzten Abschnitt dieser Hausarbeit wird ein Ausblick auf aktuelle Entwicklungen und andere Erklärungsansätze der Wissensproduktion in der Wikipedia gegeben.

Die maßgebliche Quelle waren die Beiträge von Stegbauer (Stegbauer 2008) sowie, bei dieser Thematik auch verständlich, diverse Wikiseiten der Wikipedia.

2. Einführung in die Wikipedia

Nachfolgend wird nun eine kurze Einführung in die Wikipedia gegeben, um ein erstes Verständnis und Hintergrundwissen herbeizuführen. Dabei wird die Entwicklung der WP von ihrer Gründung bis heute aufgezeigt und das System der Wiki-Technologie vorgestellt.

2.1 Von der Gründung bis heute

Wie bereits zuvor erwähnt, wurde die (englischsprachige) Wikipedia von Jimmy Wales gegründet. Im eigentlichen Sinn wurde sie jedoch nicht als eigenständige Enzyklopädie konzipiert, sondern sie war nur als Erweiterung der sogenannten Nupedia geplant. Die Nupedia war ein Projekt von Jimmy Wales und seinem Partner Larry Sanger, welches zum Ziel hatte, eine Internet-Enzyklopädie aufzubauen, die nach dem gleichen Redaktionsprinzip wie die gebräuchlichen Print-Enzyklopädien funktionierte. Das bedeutet, dass sich Autoren bewerben mussten, um Artikel schreiben zu dürfen und dass diese in einem aufwendigen Peer-Review-Verfahren geprüft wurden. Zudem fungierte Sanger auch noch als Chefredakteur und somit als oberster Kontrolleur der Artikel (www.wikipedia.de, 2010 a).

Ende 2000/Anfang 2001 wurden Wales und Sanger nun auf die sogenannte Wiki-Technologie (siehe 2.2) aufmerksam. Diese bauten sie umgehend in die Nupedia ein, hatten dabei aber nicht unbedingt eine Aufwertung der Nupedia im Blick, sondern sprachen von einem fun project (www.nupedia.com, 2001). Am 15. Januar 2001 ging die Nupedia-Erweiterung dann mit der eigenen Domain www.wikipedia.com online - Wikipedia war geboren. In der der darauffolgenden Zeit übertraf die Nupedia-Erweiterung alle Erwartungen und stellte somit auch die eigentliche Enzyklopädie Nupedia in den Hintergrund. Aus diesem Grund wurde Nupedia im September 2003 durch Wales und Sanger aufgegeben und durch Wikipedia ersetzt (www.wikipedia.de, 2010 a).

Bereits 2 Monate nach Gründung der englischsprachigen Wikipedia wurden weitere Versionen in anderen Sprachen, darunter als erste weitere die deutsche WP, eingerichtet. Heute gibt es die Wikipedia in 271 Sprachversionen, darunter auch Exoten wie Alemannisch, Letzeburgisch und Plattdüütsch (www.wikipedia.de, 2010 b).

Von 2001 bis heute sind weltweit ca. 56,5 Mio. Artikel produziert worden, von denen rund 15,2 Mio. den Einzug in die Wikipedia geschafft haben. Die deutsche Wikipedia verfügt über 1 Mio. Artikel (Abbildung 1). Eine genaue Nutzerzahl der WP kann leider nicht angegeben werden, da es keine Pflicht zur Registrierung gibt. Jedoch gibt es ca. 22,6 Mio. freiwillig angemeldete Mitglieder, von denen wiederum knapp 4700 Administratoren mit besonderen Aufgaben sind (www.wikipedia.de, 2010 c). Bei den Internetseitenaufrufen liegt Wikipedia in Deutschland aktuell auf Platz 6, noch vor den Internetseiten spiegel.de und bild.de (www.alexa.com, 2010).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Entwicklung der Artikelanzahlen der fünf größten Wikipedias, 2001 bis 2010

Quelle: www.wikipedia.de, Wikipedia:Statistik, 27.03.2010

Hinter der Wikipedia steht als Träger die Wikimedia Foundation. Sie wurde von Jimmy Wales als gemeinnützige Organisation gegründet und soll sicherstellen, dass die WP werbefrei bleibt und jeder Mensch einen freien und kostenlosen Wissenszugang über die WP hat (www.wikimediafoundation.org, 2010 a). Die laufenden Ausgaben der WP werden somit über Spenden finanziert. Der letzte groß angelegte Spendenaufruf datiert auf die Jahreswende 2009/2010 und brachte der Foundation über 8 Mio. US$ von mehr als 230 000 Spendern zum Betrieb der WP im laufenden Geschäftsjahr ein (www.wikimediafoundation.org, 2010 b).

2.2 Die Wiki-Technologie

Die Wiki-Technologie wurde nun schon mehrfach erwähnt, sodass sie jetzt auch in ihren Grundzügen vorgestellt werden soll. Das Wort „wikiwiki“ stammt aus dem hawaiianischen und bedeutet übersetzt „schnell“ (www.wikipedia.de, 2010 d). Hinter der Technologie verbirgt sich, einfach ausgedrückt, die Möglichkeit, Inhalte schnell und unkompliziert online im eigenen Browser zu verändern. Dabei sieht der Nutzer auf dem Bildschirm den ursprünglichen Text und kann ihn anhand vorgegebener Eingabemasken selbstständig ändern und dann neu abspeichern (www.wikipedia.de, 2010 d).

Abbildung 2 Frontend des Artikels „Universität zu Köln“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.wikipedia.de, Artikel „Universität zu Köln“, 27.03.2010

Wikis sind zumeist offene Plattformen, in denen jeder Nutzer seine Änderungen einbringen kann. Wikipedia, das nun eigenständige Wiki der Nupedia, ist die Plattform, auf der durch die Hilfe von tausenden von Nutzern die Enzyklopädieeinträge entstehen. Es verfugt dazu über verschiedene Bearbeitungsebenen. Zunächst gibt es das Frontend auf dem der aktuelle Artikel in seiner ursprünglichen Form zu sehen ist (Abbildung 2). Daran knüpft das Backend an. Hier wird ebenfalls der Text angezeigt, allerdings aufgeteilt in verschiedene Eingabemasken. Hier kann der Nutzer seine beliebigen Änderungen vornehmen (Abbildung 3).

Abbildung 3 Backend des Artikels „Universität zu Köln“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.wikipedia.de, Artikel „Universität zu Köln“, 27.03.2010

Details

Seiten
24
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640606535
ISBN (Buch)
9783640736867
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149778
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Seminar für Soziologie
Note
1,3
Schlagworte
Wikipedia Wissensproduktion Beteiligungsmotivation Soziologie Internetsoziologie Individualismus Kollektivismus Inklusionisten Exklusionisten

Autor

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