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Wörterbucharbeit im Unterricht Deutsch als Fremdsprache

Ein Abriss der Forschungsergebnisse anhand ausgewählter Aufsätze

Seminararbeit 2006 11 Seiten

Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangssituation

2. Wörterbuchbenutzer

3. Wörterbuchtypen

4. Wörterbuchbenutzungsanlässe

5. Häufige Fehler – Probleme

6. Strategien zur effektiven Wörterbuchbenutzung

7. Übungstypen

8. Forderungen der Forschung

9. Ausblick

10. Literaturverzeichnis

In den Einführungen zur Methodik und Didaktik des Bereichs Deutsch als Fremdsprache scheint ein Begriff immer bestimmender zu werden - der Begriff Lernerautonomie. Der Fo­kus im Unterricht verschiebt sich somit verstärkt hin zum Lerner. Welche Hilfsmittel hat nun der Lerner zur Verfügung, um diese „Freiheit“ effektiv zu nutzen? Eines in den Handbüchern oft ausgespartes Instrument ist das Wörterbuch. Im Folgenden wird anhand von ausgewählten Aufsätzen versucht zu skizzieren, welche Potentiale in der Wörterbucharbeit liegen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Am Ende werden die vorgestellten Forschungsbei­träge kritisch betrachtet und ein Resümee gezogen. Da mit dem Hintergrund Deutsch als Fremdsprache schon eine Eingrenzung der Thematik besteht, wird von einer tiefer gehenden Auseinandersetzung mit den Aspekten Wörterbuchbenutzer und Wörterbuchtypen abgesehen. Zuerst folgt eine Beschreibung der Ausgangssituation, die vielleicht auch schon einen ersten Einblick liefert, warum die Wörterbucharbeit - mit Einschränkung die Wörterbucharbeit mit zweisprachigen Wörterbücher - noch ein Stiefkind in der Forschung und auch in der Praxis ist.

1. Ausgangssituation

„Dictionary, n. A malevolent literary device for cramping the growth of a language and making it hard and inelastic, The present dictionary, however, is one of the most useful works that its author, Dr John Satan, has ever produced. It is designed to be a compendium of everything that is known up to date of its completion, and will drive a screw, repair a red wagon or apply for a divorce. It is a good substitute for measles, and will make rats come out of their holes to die. It is a dead shot for worms, and children cry for it.“ (Aus BIERCE-ENLDEVIL-PW.)

Dieses Zitat zeigt in überspitzter, doch nichts desto trotz anschaulicher Weise, welche Vorstellungen mit dem Begriff Wörterbuch verbunden sind. Um es kurz zusammenzufassen, in Wörterbüchern findet man alles was man wissen möchte, man kann es für alle möglichen Arbeiten einsetzen – der Stein der Weisen – so könnte man meinen, doch scheinen Wörterbü­cher eine zweite Seite zu besitzen, die Mensch und Tier zur Verzweiflung treibt und Kinder zum Weinen bringt.

Das mag sich fantastisch anhören, doch extrahiert man die Kernaussagen und vergleicht sie mit der Wörterbuchforschung, so findet man die ein oder andere Übereinstimmung. Baurmann (2001) spricht z.B. davon, dass Wörterbücher in Deutschland kein besonderes Prestige genießen. Weiterhin gibt es die Tendenz, den Duden als allwissendes Universalwörterbuch anzusehen. „Der Duden reicht mir“ ist solch ein plakativer Ausdruck, den man des wiederholt in der Literatur auftaucht. Einen Aspekt, den das Zitat nicht abdeckt, ist der didaktische Einsatz von Wörterbüchern. Wie in den bekannten DaF-Einführungen zu lesen ist, erfolgt eine Bedeutungserschließung in erster Linie über den Kontext, indem sich der unbekannte Ausdruck befindet. Hierbei handelt es sich um einen so genannten „top-down-process“, bei dem Vorwissen aktiviert wird. Funk (1990) unterstützt dies, indem er Wörterbücher als „zweitbeste Möglichkeit der Bedeutungserschließung“ ausweist. Er sagt weiter:

„ Es ist nicht die Einübung in den Wörterbuchgebrauch, die die Abhängigkeit fördert. Im Gegenteil: Nur wer den Umgang mit dem Wörterbuch trainiert hat, kann die Möglichkeiten des Arbeitsmittels realistisch einschätzen, flexibel nutzen, sich auf diese Weise unabhängiger – auch vom Wörterbuch selbst – machen, d.h. Ein Stückchen „Lernerautonomie“ gewinnen.“

Zum Punkt Lernerautonomie fügt er an, dass der Vorteil darin läge, dass Wörterbücher auch unabhängig vom Unterricht im Alltag zur Verfügung stehen würden. Gehen wir nun einen Schritt weiter und begrenzen Wörterbücher auf einsprachige Wörterbücher. Denn nach Wingate (1999) scheint der Vorteil von Wörterbüchern, besonders einsprachiger Werke darin zu liegen, dass „der Fremdsprachenlerner sein Vokabular schneller erweitern, letztendlich sogar die Sprache schneller lernen kann, wenn er alle Worterklärungen in der zielsprachigen Definition liest“. Doch bemängelt sie ein schwerwiegendes Problem, die Verständlichkeit der Bedeutungserklärungen. Doch wer benutzt welche Wörterbücher?

2. Wörterbuchbenutzer

Um mit den Worten von Wiegand (1977b, 59 aus: Kühn 1989) zu beginnen, der Wörter­buchbenutzer ist ein „bekannter Unbekannter“. Damit spricht er die schlechte Forschungslage an, denn es gibt kaum Untersuchungen in diesem Bereich. Nichts desto trotz gibt es eine Ka­tegorisierung von Kühn (1989), die auf den Umtexten der Wörterbücher und auf Hypothesen zu den vermutlichen Benutzern basiert. Letzteres ist daher zu erklären, dass bestimmte Fach­wörterbücher eher für bestimmte Spezialisten und nicht unbedingt für Laien konzipiert sind. Die für uns hier relevante Gruppe ist Gruppe b, die der Lehrer und Lerner. Hier ist interessant zu sehen, dass die in diesen Bereich fallenden Wörterbuchbenutzer wohl ähnliche Bedingungen an Wörterbücher stellen.

3. Wörterbuchtypen

Da es aufgrund der vielen Faktoren keine allgemein gültige Typologisierung von Wörterbü­chern gibt, verzichte ich an dieser Stelle auf eine Darstellung. Da wir uns mit Wörterbuchar­beit im Bereich DaF und somit mit den beiden Akteuren Lehrer und Lerner beschäftigen wollten, möchte ich nur kurz die für diese Gruppe relevantesten Typen aufzählen. Zu nennen wären Rechtschreibwörterbücher, Fremdwörterbücher, Bedeutungswörterbücher, Aussprachewörterbücher, Stilwörterbücher, Synonymiken u.v.m. Noch nicht genannt, aber für die Wörterbucharbeit am vielseitigsten einsetzbar sind wohl die so genannten Lernerwör­terbücher unter diese Kategorie z.B. das Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremd­sprache fallen würde. Wann und wozu benutzt man diese Wörterbücher nun genau?

4. Wörterbuchbenutzungsanlässe

Wie man auf Abbildung 1 erkennen kann, gibt es zwei große Bereiche. Auf der einen Seite das Wörterbuch als Nachschlagewerk und auf der anderen Seite der Aspekt Lesebuch. Beide Bereiche haben gemein, dass sie didaktische Elemente beinhalten. Doch besitzt nur der Be­reich Lesebuch auch das Element der Unterhaltung, das zum Lernen anregen soll. Gehen wir nun auf die Funktion als Nachschlagewerk näher ein. Hier gibt es zwei Gliederungspunkte, auf die ich ansprechen möchte – Kompetenzkontrolle und Textproduktion. Besonders der Anlass Kompetenzkontrolle scheint vertraut, z.B. die Kontrolle der Schreibung eines Ausdrucks. Weniger vertraut scheint der Punkt Textproduktion. Gerade die Kollokationswörterbücher und Synonymiken sind hier sehr gut einzusetzen. Doch fehlt deren Einführung im Spracherwerbsprozess. Kühn setzt den Fokus auf den Bereich Lesebuch, da dieser dem Aspekt der Lernerautonomie vermutlich am nächsten kommt. Allgemein kann man von den drei Gründen Kontrolle, Reflexion und Kompensation sprechen, wobei diese wieder mit den Begriffen Informationsdefizit und Informationsunsicherheit (Lemnitzer 2001) umschrieben werden können.

Details

Seiten
11
Jahr
2006
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149999
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
2,3
Schlagworte
Deutsch Wörterbucharbeit Wörterbuch Lexik DaF

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Titel: Wörterbucharbeit im Unterricht Deutsch als Fremdsprache