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Verbesserung der Schwimmtechnik Brustkraul in der Feinform

Berufsfeldbezogenes lehrpraktisches Handeln

Seminararbeit 2009 46 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Institutionelle Voraussetzungen
2.1 Räumliche Voraussetzungen
2.2 Materielle Voraussetzungen
2.3 Organisatorische Voraussetzungen

3 Planung der Makrostruktur
3.1 Festlegung der Grobziele
3.2 Sachanalyse
3.2.1 Technikmodel Gesamtlage
3.2.2 Die Beinbewegung
3.2.3 Die Armbewegung
3.2.4 Die Koordination von Arm- und Beinbewegung
3.2.5 Die Atmung
3.3 Lernstrukturdiagramm
3.4 Spezielle Voraussetzungen der Teilnehmer
3.5 Entwurf der Lehreinheiten
3.5.1 Lehreinheit I
3.5.1.1 Festlegung der Lernziele
3.5.1.2 Methoden
3.5.1.3 Medien
3.5.1.4 Organisation
3.5.2 Lehreinheit II
3.5.2.1 Festlegung der Lernziele
3.5.2.2 Methoden
3.5.2.3 Medien
3.5.2.4 Organisation
3.5.3 Lehreinheit III
3.5.3.1 Festlegung der Lernziele
3.5.3.2 Methoden
3.5.3.3 Medien
3.5.3.4 Organisation
3.6 Abschnittsplan

4 Planung der Mikrostruktur
4.1 Mikrostruktur der vierten Unterrichtseinheit
4.1.1 Stundenthema
4.1.2 Lernziele
4.1.3 Methodik
4.1.4 Medien 3.1
4.1.5 Organisationsformen 31
4.1.6 Benötigte Geräte und Materialien
4.2 Beschreibung einzelner Stundeninhalte 3.2
4.2.1 Begrüßung, Bekanntgabe Stundenablauf, Organisation
4.2.2 Gymnastische Übungen
4.2.3 Einschwimmprogramm
4.2.4 Vorschwimmen mit Beurteilung 3.3
4.2.5 Übungen zum Kraularmzug
4.2.6 Übungen zur Gesamtlage mit Schwerpunkt Kraul-Armzug
4.2.7 Ausschwimmen
4.2.8 Nachbesprechung mit Auswertung und Ausblick
4.3 Unterrichtsablauf

5 Unterrichtsauswertung
5.1 Fragen zum Lehrverhalten
5.2 Fragen zum Teilnehmerverhal.te.n
5.3 Fragen zur Methodik
5.4 Fragen zur Stundenorganisation

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb.01: Gesamtlage Kraul (DLRG, 2007, S.26)

Abb.02: Beinbewegung (Gierl & Hahn, 2004, S.22)

Abb.03: Armbewegung (Gierl & Hahn, 2004, S.24)

Abb.04: Sechserbeinschlag (Gierl & Hahn, 2004, S.28)

Abb.05: Atmung (Gierl & Hahn, 2004, S.29)

Abb.06: Lernstrukturdiagramm Brustkraul

Abb.07: Deduktive Methode (Heymen & Leue, 2008, S.126)

Tabellenverzeichnis

Tab.01: Teilnehmer

Tab.02: Abschnittsplan

Tab.03: Unterrichtsablauf

1. Einleitung

Das Schwimmen und der Schwimmsport im Allgemeinen spalten die Menschen in zwei Lager. Auf der einen Seite, diejenigen welche schwimmen für unangenehm und nutzlos halten und auf der anderen Seite die Schwimmer, welche unter Anderem auch um die gesundheitlichen Vorteile ihrer Sportart wissen. „Schwimmen, gut schwimmen zu können ist die Vorraussetzung um auch im zunehmenden Alter und abnehmender Leistungsfähigkeit noch die kreislaufanregende Wirkung des Schwimmens zu nutzen. Der richtige Schwimmer sollte ausdauern schwimmen und sich in mehreren Schwimmarten fortbewegen können“ (Gierl & Hahn, 2004, S.6). Die unbestritten schnellste Schwimmart ist das Kraulschwimmen. Der aktuelle olympische Rekord im Freistil 100m, welcher von Eamon Sullivan gehalten wird, liegt bei 47,05 sec. Solche Zeiten sind selbstverständlich Profis vorbehalten und auch nur im Zusammenspiel vieler Faktoren erreichbar. Der wohl wichtigste Faktor als Vorrausetzung für einen solchen Erfolg ist das absolute Beherrschen der Kraultechnik, welche nicht nur im Profibereich, sondern auch im Bereich des Freizeitsports die Grundlage für jeden Erfolg im Bereich Freistil oder Langstrecke darstellt.

2. Institutionelle Voraussetzungen

Im Folgenden werden die institutionellen Voraussetzungen für die Durchführung der Lehreinheiten näher betrachtet. Sie sind für den Planungsprozess hinsichtlich Zielfestlegung, Entscheidungen über Methoden und Medien sowie Festlegung von Organisationsformen von hoher Bedeutung. „Funktion der Beschreibung der institutionellen Vorraussetzungen ist es, Fehlentscheidungen bei der Unterrichtsplanung zu vermeiden“ (Heymen & Leue, 2008, S. 6). Unter den institutionellen Voraussetzungen versteht man die räumlichen, materiellen und organisatorischen Gegebenheiten. Dazu gehören unter Anderem Örtlichkeiten, Gerätschaften, Anzahl der Teilnehmer, Hallenbelegung etc. Diese sollen im weiteren Verlauf dargestellt werden. Auf eine umfassende Gesamtbeschreibung der Institution, hier die Universität der Bundeswehr (UniBwM), kann verzichtet werden, da dies sons]t unübersichtlich wird. „Es kommt vielmehr darauf an, die Datenmenge so begrenzt zu halten, dass sie noch übersichtlich ist [...] und für die Entscheidungsprozesse direkt verwertbar ist (Heymen & Leue, 2008, S. 6).

2.1. Räumliche Voraussetzungen

Die Schwimmhalle, in welcher die Lehrprobe durchgeführt werden soll, befindet sich auf dem Gelände der Universität der Bundeswehr in Neubiberg. Da die Kursteilnehmer Studentinnen der Universität sind und uneingeschränkt auf dem Campus wohnen, ergeben sich keine Einschränkungen durch eventuelle Belastungen aufgrund weiter An- und Abfahrtswege. Umkleide-, Wasch- und Duschmöglichkeiten sind nach Geschlechtern getrennt verfügbar und können von den Teilnehmern genutzt werden. Sie befinden sich in einem guten Zustand. Zudem stehen zwei Saunen, ein Dampfbad, zwei Sonnenbänke und Ruhemöglichkeiten bereit. Das in der Halle befindliche Schwimmbecken verfügt über fünf einzeln abtrennbare Schwimmbahnen mit einer jeweiligen Länge von 25,0m und einer Breite von jeweils 2,50m. Die Wassertiefe, welche an der Startblockseite 3,40m beträgt, nimmt bis zur gegenüberliegenden Seite auf 1,30m ab. Der daraus resultierende Tiefenunterschied kann in das jeweilige Training einbezogen werden. Die Wassertemperatur schwankt zwischen 25 und 28 Grad Celsius und wird das Ausbildungsvorhaben dementsprechend nicht einschränken. Die Außentemperatur ist in der Regel 3-5 Grad Celsius höher. In der Schwimmhalle selbst ist eine Uhr mit großem Ziffernblatt angebracht. Darüber hinaus ist zusätzlich am Beckenrand eine Schwimmuhr mit vier Sekundenzeigern installiert, die eine sekundengenaue Zeitmessung ermöglicht. Am Beckenrand befinden sich beheizte Sitzmöglichkeiten. Diese ermöglichen auch Unterrichtsgespräche oder kurze Einführungen abzuhalten. Zwar steht kein spezieller Medienraum zur Verfügung, es besteht jedoch die Möglichkeit, mitgebrachtes Medienmaterial einzusetzen. Der Zugang zu den Groß- und Kleingeräten ist in Absprache mit dem Bademeister immer möglich. Im Bademeisterraum befinden sich der Erste Hilfe Koffer, sowie ein Telefon, die jederzeit leicht erreichbar und einsatzbereit sind. Es gibt optimale An- und Abfahrtswege für etwaige Rettungs- und Hilfskräfte vor dem Gebäude. Die räumlichen Vorrausetzungen sind als sehr gut zu betrachten.

2.2. Materielle Voraussetzungen

„Auch die Beantwortung dieses Fragenkomplexes bildet die Grundlage für die Auswahl der Inhalte, sowie der methodischen Verfahren und Maßnahmen und für die Organisation des Sportunterrichtes. Die Überprüfung der Geräte auf ihren Zustand ist unerlässlich, da hier bereits mögliche Gefahrenquellen beseitigt werden können (Heymen & Leue, 2008, S. 8).

Die materiellen Voraussetzungen sind optimal. Die Teilnehmer besitzen die notwendige Badebekleidung, Schwimmbrillen und Badesandalen. Zusätzliches für die Ausbildung benötigtes Material, ist in ausreichender Anzahl in der Schwimmhalle vorhanden. Es stehen den Kursteilnehmern genug Schwimmbretter, Pullboy, Schwimmflossen, etc. zur Verfügung. Diese benötigten Hilfsmittel werden vom Bademeister verwaltet und befinden sich auch meist in einem einwandfreien Zustand. Eventuell einzusetzende Lehrbildreihen oder andere Hilfsmittel werden vom Durchführenden zur Verfügung gestellt.

2.3 Organisatorische Voraussetzungen

Grundsätzlich steht für die Durchführung von Lehreinheiten und Sportstunden die Schwimmhalle auf dem Gelände der Universität zur Verfügung. Die Belegung wird über das Sportzentrum geregelt, welches auch bei der Reservierung der Hallenzeiten Ansprechpartner ist. Die grundsätzlich gültigen Hallenbelegungszeiten sind unter http://www.unibw.de/hochschulsport/sportstaetten/ abrufbar. Die Lehreinheiten finden nach Absprache im FT 2009 statt. Die Gruppe der Teilnehmer besteht aus vier bis acht Sportstudenten und hat sich eigens für die Durchführung der Lehrprobe zusammen gefunden. Die Teilnahme ist freiwillig. Durch die Möglichkeit des Emailverkehrs und den eventuellen Einsatz von ICQ und Telefon an der UniBw München ist die Lerngruppe relativ schnell zu erreichen. Terminänderungen oder Ähnliches können so im Notfall kurzfristig weitergegeben werden. Vor und nach den Lehreinheiten ist ausreichend Zeit, um die Vor- und Nachbereitung der Schwimmhalle durchzuführen und benötigtes Material wieder zu verstauen. Sinnvoll ist es, die Teilnehmer vor der Stunde daran zu erinnern welche geforderte Ausrüstung für die Unterrichtsstunde mitgebracht werden müssen. Dazu gehören in diesem Fall Badehose, Schwimmbrille, Handtuch, Duschzeug und Badeschlappen.

3. Planung der Makrostruktur

„Ziel dieser Ebene ist die Planung ganzer Lehreinheiten mit Entscheidungen über Ziele und grundsätzlichen Festlegungen der Methode. Mehrere Lehreinheiten werden miteinander verbunden oder ineinander verzahnt, so dass die Planung für einen Schuljahresabschnitt vorliegt“ (Heymen & Leue, 2008, S. 3). Ziel der Makrostruktur ist die Planung der Lehreinheiten mit den dazugehörigen Zielstellungen und Methoden. Die Lehreinheiten, die zunächst isoliert voneinander betrachtet werden, müssen schließlich miteinander verbunden werden, so dass sich eine schlüssige Unterrichtsfolge ergibt. Das Erreichen der angestrebten Ziele soll so erleichtert und vorangetrieben werden. Anhand der Grobziele aus der Makrostruktur werden später die Feinziele formuliert. Die Planung der Makrostruktur bezieht sich auf das Frühjahrstrimester 2009 und umfasst drei Lehreinheiten mit insgesamt fünf Unterrichtseinheiten a 90 Minuten. Diese sollten in relativ geringen Zeitabstand innerhalb von fünf Wochen durchgeführt werden.

3.1. Festlegung der Grobziele

„Aufgrund der festgestellten Bedingungen ist als erster eigentlicher Planungsschritt die Festlegung der Ziele möglich. Hierbei handelt es sich zunächst um Grobziele und nicht um ausdifferenzierte Ziele für die einzelnen Unterrichtsstunden“ (Heymen & Leue, 2008, S. 29). Diese Grobziele dienen der Bildung von Lehreinheiten. Sie geben einen Überblick über die Hauptmerkmale des angestrebten Endverhaltens. Grobziele geben noch keinen Hinweis darauf, wie diese Verhaltensweisen optimal erreicht, organisiert und kontrolliert werden können. Sie sollen Zielvorstellungen für einen längeren Zeitraum schaffen und Entscheidungen über Lehreinheiten und Stundenthemen möglich machen. Unter Beachtung der zuvor beschriebenen institutionellen Voraussetzungen sind für mich die Folgenden Grobziele relevant:

- Die Teilnehmer verbessern ihre Beintechnik/ -arbeit im Hinblick auf die Hüftstellung, Fußstellung und Dynamik
- Die Teilnehmer verbessern ihren Kraularmzug im Hinblick auf Wasserfassen, Zug-, Druck- und Erholungsphase mit Einbeziehung der Schulterotation und der entsprechenden Kopfhaltung
- Die Teilnehmer verbessern ihre Kraultechnik im Bezug auf die Wasserlage und damit verbunden Atmung und Koordination zwischen Armen und Beinen

3.2. Sachanalyse

Grundsätzlich handelt es sich bei diesem Planungstyp um eine Analyse des Gegenstandes, welcher behandelt wird. Dabei sollen die vorher beschriebenen Grobziele aus psychomotorischer, kognitiver und affektiver Perspektive näher betrachtet werden. Dies sollte für jedes einzelne Grobziel erfolgen. Die Sachanalyse ermöglicht es, durch möglichst genaue Kenntnis und Beschreibung von Bewegungen, sinnvolle methodische Maßnahmen auszuwählen und Inhalte zu vermitteln. Dazu ist der Übungsleiter gezwungen, sich ein detailliertes und umfassendes Bild der Bewegungen zu machen. Dies kann durch das Studium der entsprechenden Fachliteratur, Betrachtung von Videos oder Wettkämpfen, Analyse von Reihenbildern oder Befragung von Experten geschehen (Heymen & Leue, 2008, S. 31f). Dazu werden im weiteren Verlauf die einzelnen Punkte des Brustkrauls, die in den Grobzielen genannt wurden, beschrieben und analysiert.

3.2.1. Technikmodell Gesamtlage

Das Kraulschwimmen ist eine Schwimmtechnik, die dem natürlichen Bewegungsablauf des Laufens am Land nahe kommt. Der Bewegungsablauf ermöglicht einen nahezu kontinuierlichen Antrieb. Dadurch ist Kraulschwimmen eine sehr schnelle Schwimmtechnik. Die Kraftausdauer der Arm- und Schultermuskulatur erbringt den Hauptanteil der Vortriebsleistung. Bei der Beinarbeit ist vor allem die Gelenkigkeit in den Fußgelenken zu berücksichtigen. Der Kraulstil ist ein sportlicher Schwimmstil. Er ist „schneller“ als der allgemein verbreitete Bruststil und bei Ausdauersportlern sehr beliebt. Wie auch das Rückenschwimmen oder „Rückenkraul“ ist das Kraul in Bauchlage bei Rückenbeschwerden zu empfehlen. Bei beiden Stilarten wird die Wirbelsäule insbesondere im Lenden- und Halswirbelsäulenbereich entlastet und gekräftigt zugleich, was die Beschwerden lindern kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 01: Gesamtlage Kraul (DLRG, 2007, S.26)

Wie in Abbildung 01 dargestellt sind besondere Kennzeichen der Kraulschwimmtechnik das wechselseitige Ziehen und Drücken der Arme unter Wasser und das gegenläufige Auf- und Abbewegen der der Beine mit Ansatz aus dem Hüftgelenk. Die Arme leisten dabei den Hauptanteil für die Vorwärtsbewegung, die Beinbewegung ist der Armbewegung untergeordnet. Ein Bewegungszyklus dauert vom Beginn des Eintauchens des rechten Armes bis zu seinem wiederholten nächsten Eintauchen. Der Körper gleitet so stromlinienförmig und so flach wie möglich in der Bauchlage durch das Wasser. Der Kopf schneidet die Wasseroberfläche in Höhe des Haaransatzes. Die Beine schlagen wechselseitig aus dem Hüftgelenk. Wenn sich die Beine begegnen, liegen sie in der Verlängerung der gedachten Körperlängsachse und wirken so mit ihrem Vortrieb am günstigsten auf den Körperschwerpunkt. Der Krafteinsatz in beiden Bewegungsrichtungen ist unterschiedlich: Der Abwärtsschlag wird kräftig ausgeführt, die Aufwärtsbewegung ist eine aktive ausgeführte Ausholbewegung. Der Abwärtsschlag wird dabei vom Oberschenkel eingeleitet, dabei wird das Knie leicht gebeugt. Hat das Knie den tiefsten Punkt der Abwärtsbewegung erreicht, schlägt der Unterschenkel peitschenartig bis zur Streckung des Beines nach. Entspannt und gestreckt wird das Bein im Rahmen der Ausholbewegung wieder nach oben geführt. Bei der Armbewegung werden die Antriebsphase (Zug- /Druckphase) im Wasser und die Erholungsphase über Wasser unterschieden. Der Arm in der Ausgangsstellung liegt fast ausgestreckt vor der Schulter. Die Handfläche wird mit Beginn der Zugphase unter der Schulter zur Druckrichtung gestellt, sie fasst das Wasser. Der Arm zieht nun nach unten- hinten. Dabei wird der Arm im Ellenbogengelenk gebeugt, am Ende der Druckphase ist der Arm wieder gestreckt. Nach dem kräftigen Druck an der Hüfte vorbei wird die Erholungsphase durch das Herausnehmen des Ellenbogens eingeleitet. Der Arm schwingt locker mit dem Ellenbogen als höchstem Punkt über dem Wasser, die gestreckte Hand taucht in einem Winkel von etwa 45° zur Wasseroberfläche- mit dem Daumen vorn - möglichst spritzarm ins Wasser ein und entspannt in die Ausgangstellung und beginnt mit dem neuen Zug. Auch in der Erholungsphase über Wasser wird der Arm im Ellenbogengelenk gebeugt. Man nennt dies „hoher Ellbogen“. Der Ellenbogen ist dabei immer höher als die Hand. (DLRG, Ausbilderhandbuch Schwimmen, 2007, S.33)

3.2.2. Die Beinbewegung

Die Beinbewegung der Beine gewährleistet eine stabile Körperlage. Die Abwärtsbewegung wird mit mehr Krafteinsatz ausgeführt. In der Aufwärtsbewegung ist die Beinmuskulatur weitgehend entspannt. Zum Bewegungsablauf, wie in Abbildung 02 gezeigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 02: Beinschlag (Gierl&Hahn, 2004, S.22)

- Ein Bein wird durch einen Impuls aus der Hüfte mit dem Oberschenkel abwärts bewegt
- Das Knie und Fußgelenk sind dabei so entspannt, dass die Abwärtsbewegung von Unterschenkel und Fuß durch den Wasserwiderstand verzögert wird.
- Im Umkehrpunkt und in der beginnenden Aufwärtsbewegung des Oberschenkels erfolgt dann ein peitschenartiges Nachschlagen des Unterschenkels, Knie und Fußgelenk werden nun gestreckt
- Nach dieser Streckung wird das Bein lang durch den Oberschenkel wieder zur Wasseroberfläche gebracht.
- Der Bewegungsumfang/ Bewegungsamplitude beträgt dabei circa 30cm (DLRG, Ausbilderhandbuch Schwimmen, 2007)

Als wesentlich gilt dabei gemäß DSV-Nachwuchskonzeption Schwimmen ein intensiver, vortriebswirksamer 6er Beinschlag auf allen Distanzen mit flossenähnlicher Bewegung der Füße, dabei abwärts überstreckt und aufwärts gestreckt. Dabei arbeiten die Füße hinter dem Rumpf am Wellenberg hinter dem Schwimmer. (2006, S.37)

3.2.3. Die Armbewegung

Die Armbewegung lässt sich grob in zwei Teile untergliedern. Die Antriebsphase mit Zug- und Druckphase (Unterwasserphase) und die Erholungsphase (Überwasserphase). Diese wird im Folgenden an Hand beider Arme dargestellt.

- Das Eintauchen des linken Armes erfolgt mit leicht gebeugtem Ellenbogen so, dass über den Daumen als erstes die Fingerspitzen ins Wasser eintauchen und der Arm erst unter Wasser vollständig gestreckt wird. Durch diese Handstellung wird widerstandsarm eingetaucht und Lufteinschlüsse werden möglichst vermindert. Die Antriebsphase des Armes beginnt, wenn die Handfläche diagonal nach außen zeigt.
- Nach dem Einwärtsdrehen des Unterarms aus dieser diagonalen Stellung kommt es zur Handgelenksbeugung und damit einem günstigen Arbeitswinkel der Hand. Die Hand erfasst dabei mit leicht geöffneten Fingern im ersten Viertel des Arbeitsweges in einer nahezu kreisförmigen Auswärts-Abwärts-Bewegung den gedachten Wasserwiderstand, zieht den Körper unter zunehmender Nutzung des Unterarmes als Abdruckfläche in Schwimmrichtung und die Schulter des eingetauchten Armes bewegt sich leicht nach unten. Im zweiten Viertel wird die kreisförmige Bewegung nach innen-unten mit dem Ziehen der Hand bis unter die gedachte Senkrechte der Schulter fortgesetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 03: Armbewegung (Gierl&Hahn, 2004, S.24)

[...]

Details

Seiten
46
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640615926
ISBN (Buch)
9783640616213
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v150153
Institution / Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg – Institut für Sportwissenschaften und Sport
Note
1,7
Schlagworte
schwimmen schwimmtechnik brustkraul rückenkraul lehrpobe lehrpraxis lehrpraktische übung technik verbessern Kraul kraulschwimmen

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