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Gewaltdarstellungen in den Medien

Vordiplomarbeit 2010 24 Seiten

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition
2.1. Neue Medien
2.2. Gewalt

3. Gewalt als alltägliches Medienerlebnis
3.1. Fernsehen
3.2. Internet

4. Theorien
4.1. Stimulationstheorie
4.2. Inhibitions- und Katharsistheorie
4.3. Lerntheorien

5. Auswirkungen von Gewalt

6. Rechtliche Grundlagen: Jugendmedienschutz

7. Präventionsmaßnahmen

8. Fazit

9. Literaturangaben

1. Einleitung

Das Thema „ Gewaltdarstellungen in den neuen Medien“ ist in der empirischen Medien­for­schung eines der umfangreichsten und meist diskutierten Themen. Medien spielen im alltägli­chen Leben unserer Gesellschaft eine bedeutende Rolle und sind aus unse­rem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gewalt in den Medien ist längst ein Teil unse­res alltäg­lichen Lebens und unserer Medieneindrücke geworden. Das Thema Gewalt bildet also einen wichtigen Bereich in unserer Gesellschaft, auch und gerade dann, wenn sich Gewaltdelikte von Jugendlichen nach einer offensichtlichen Vorlage aus den Medien ereignen. Daher kommt die Frage auf, inwie­weit mediale Gewaltin­halte die Betrachter beeinflussen und ihr Denken und Handeln verän­dern. Heutzutage wachsen Kinder und Jugendliche in einer von zahlreichen und vielfäl­tigen Medien geprägten Umwelt auf, mit der sie sich auseinandersetzen müssen. Immer mehr Nachrichten, Wissen, Inhalte und Erfahrungen werden über die Medien vermittelt. So spielen die Einflüsse der Medien auf unseren Alltag und unsere Meinungen eine gravie­rende Rolle. Sie sind nicht nur allgegenwärtig, sondern sie intensivieren sich immer weiter durch die ste­tige Weiterent­wicklung der Informations- und Kommunikations­technologien. Medien wie das Fernse­hen und Internet üben auf Kinder und Jugend­liche eine große Faszination aus.[1] Kinder und Jugendli­che sind sehr experimentierfreudig und zeigen schon früh Erfah­rungen mit diesen Me­dien. Für viele Heranwachsende ist es inzwischen schon selbstverständlich, Zugang zu einem Fernseher und/oder Computer mit Internetanschluss zu haben. Je einfacher ein Fernse­her oder das Inter­net für Kin­der und Jugendliche zugänglich sind, desto eher gewöhnen sich Kinder daran, dass die Inhalte und Fernsehprogramme jederzeit verfügbar sind. Dazu zählen auch Sendungen und Inhalte, die eigentlich nicht für ihr Alter geeignet sind.

In meiner studienabschließenden Hausarbeit möchte ich mögliche Auswirkungen von media­len Gewalt­darstel­lungen auf Heranwachsende erarbeiten. Vor allem Kinder haben noch kein festes Moralverständnis und sind wie Jugendliche häufig leicht zu beeinflus­sen. Da es sich um ein sehr umfang­reiches Thema handelt, lege ich meinen Schwerpunkt auf die neuen Medien Fern­sehen und Internet. Dabei konzentriere ich mich auf fol­gende Frage­stellungen:

1. Wie nehmen Kinder und Jugendliche Gewaltdarstellungen wahr?
2. Welche Auswirkungen haben die neuen Medien auf Kinder und Jugendliche?

Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil die neuen Medien und die daraus folgende notwendigerweise stärkere Medienerziehung eine immer größere Rolle in der heutigen Gesell­schaft spie­len. Die interessante Problematik besteht darin, dass die Medien Fernsehen und In­ternet nicht mehr aus dem Lebensalltag wegzudenken sind. Welche Folgen dies hat und wieso Mediener­ziehung heute sehr wichtig ist, wird in dieser Haus­arbeit aufgezeigt. Zunächst soll dargelegt werden, was genau unter den Begriffen Neue Medien und Gewalt zu verstehen ist, weil dies zu einem besseren Verständnis dieser Arbeit beiträgt. Im dritten Teil möchte ich auf Gewaltdarstellungen im Fernse­hen und Internet eingehen. Der häufige Medien­konsum wird immer wieder in Zusammen­hang mit gewalttä­tigem und aggres­sivem Verhalten ge­bracht. Da­her halte ich es im nächsten Schritt für sinn­voll, verschie­dene Theorien zum Thema Gewalt aufzuzeigen: Dazu zählen die Stimulati­onstheorie, die Inhibiti­onstheorie, die Kathar­sistheorie und die Lerntheorien. Anschließend erläutere ich im fünften Kapitel die Aus­wir­kungen von medialen Gewaltinhal­ten. Im darauf folgenden Abschnitt zeige ich recht­liche As­pekte des Ju­gend­medienschutzes auf. In diesem Zusammenhang gehe ich auf verschiedene Orga­nisa­tionen, das Jugendschutzgesetz und den Jugendmedien­schutz-Staatsvertrag ein. An­schlie­ßend erläutere ich vielfältige Prä­ventionsmöglichkeiten im Um­gang mit den medialen Gewaltdarstel­lungen für Eltern und Erzieher. Im Fazit folgen eine kurze Zusammen­fassung und die Darstellung der wich­tigsten Ergebnisse.

2. Begriffsdefinition

2.1. Neue Medien

Das Wort Medien ist die Pluralform des Wortes ,,Medium“ und stammt aus dem Lateini­schen. Schlägt man dieses Wort im Wörterbuch nach, findet man die Übersetzung „Mittel­punkt, Öf­fentlichkeit, tägliches Leben, Publikum, menschliche Gesellschaft.“[2] Medien vermit­teln und über­tragen Informationen in die Öffentlichkeit und somit in unser alltägliches Leben. Zu den Medien zählen nicht nur das Fernsehen und Internet, sondern auch das klassische Hör­spiel, Radio, Bücher, Zeitungen, Magazine und ähnliche Formate. Medien dienen als Bindeglieder zwischen einem Sender und Empfänger. Sie gewährleisten einen regelrechten Austausch, um Nachrichten, Infor­mationen und Mitteilungen über verschiedene Kanäle zu publizieren, zu vermitteln, zu speichern oder zu transportieren. Neue Medien werden als „Sammelbegriff für computergestützte Kommunikationsmittel und digitale elektronische Medien (z.B. digitales Fernsehen, CD, CD-ROM, DVD), interaktive und multi­mediale Kommunikationsformen (z.B. Pay-TV, Video-on-Demand, Videokonferenz), das Inter­net und darüber zu nutzende Dienste (z.B. Informa­tions­abfragen, Downloads, E-Mail, Chats, Onlineshopping, Datenbankdienste) sowie Mobil­funk­anwendungen (z.B. SMS, WAP) und durch die UMTS-Technik ermöglichte Kommuni­kations­formen (z.B. MMS, Bildtelefonie)“[3] genutzt. Dabei werden Medien in audiovisu­elle, elektronische und Druckmedien unterteilt. Zu den audiovisuellen Medien gehö­ren diejenigen Medien, die über Schallwellen und Bilder übertragen werden wie z.B. das Fern­sehen, Telefon und Radio sowie Tonträger wie CDs oder Kassetten und Bildträger wie DVDs und Videokassetten. Zu den Druckmedien gehören Me­dien, die als Träger für das ge­druckte Wort oder Bild gebraucht werden (z. B. Zei­tungen und Bücher). Die Medien, die schnell viele Menschen errei­chen können und auf elektronischem Wege Informationen erstellen, über­tragen und empfangen können, werden als elektronische Medien bezeichnet. Hierzu zählt das Internet, mit der Möglichkeit E-Mails, Foren oder Chats zu nutzen. „Neue Medien führen in den aller­meisten Fällen nicht zu einem Verschwin­den der al­ten Medien, sondern dazu, dass den alten Medien neue Funktionen zugeschrieben werden.“[4]

[...]


[1] Vgl. Meister, Dorothee M., 2008, S. 209.

[2] Pertsch, Erich und Ernst Erwin Lange-Kowal, 1999, S. 244.

[3] Meyers Lexikon online (2008), Neue Medien (Sachartikel).

[4] Süss, Daniel, 2004, S. 57.

Details

Seiten
24
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640613151
ISBN (Buch)
9783640613304
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v150220
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,2
Schlagworte
Gewaltdarstellungen Medien

Autor

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Titel: Gewaltdarstellungen in den Medien