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Die katholische Kirche im demokratischen Transitionsprozess Spaniens

Examensarbeit 2008 107 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1. Das Demokratieverstandnis der katholischen Kirche im Wandel der Zeit
2.1.1. Von der Franzosischen Revolution bis 1962
2.1.2. Das Zweite Vatikanische Konzil 1962 bis 1965
2.2. Die dritte Demokratisierungswelle und die besondere Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils nach Samuel Huntington
2.3. Erganzende und alternative Erklarungstheorien
2.3.1. Der Einfluss kontingenter Faktoren nach Daniel Philpott
2.3.2. Kirchliches Hegemonialstreben

3. Die Rolle der spanischen katholischen Kirche im demokratischen Transitionsprozess
3.1. Einleitung: Die spanische Kirche in der Zeit vom Beginn der zweiten Republik 1931 bis zum Zweiten Vatikanum
3.2. Exkurs: Das Opus Dei
3.3. Die kirchliche Entwicklung von 1965 bis 1975
3.3.1. Die Veranderung der Position der spanischen katholischen Kirche und die aufkommenden Gegensatze innerhalb des Klerus
3.3.2. Exkurs: Die Anoveros-Affare 1974 als Beispiel fur das Verhaltnis von Regime und Kirche am Vorabend der Demokratisierung
3.4. Die Hauptquellen zur Analyse der Rolle der Kirche wahrend der Transition
3.4.1. Dokumente des Heiligen Stuhls
3.4.2. Dokumente der spanische Bischofskonferenz
3.4.3. El Pais
3.4.4. Der Blick von aufien: Europaische Bischofskonferenzen und deutsche Printmedien
3.5. Analyse der Rolle der katholischen Kirche in der Zeit der Demokratisierung
3.5.1. Die erste Phase bis zu dem Wahlen 1978: Konzentration auf die Demokratisierung und die Bereitschaft der katholischen Kirche zum Aufbau der Demokratie
3.5.1.1. Die Reaktion auf den Tod Francos am 20. November 1975 ...
3.5.1.2. Aussagen zur politischen Beteiligung von Christen
3.5.1.3. Ablehnung einer Unterstutzung fur christdemokratische Parteien
3.5.1.4. Stellungnahmen der Kirche zur Teilnahme an den geplanten Wahlen und zu einzelnen Parteien
3.5.1.5. Die Wahlen im Juni 1977
3.5.1.6. Die Zustimmung zur Verfassung von 1978
3.5.2. Die zweite Phase von 1978 bis zum Sieg der PSOE1982: Konzentration auf moralische Werte und Einfluss im Erziehungswesen
3.5.2.1. Zwischen Transition und Konsolidierung: Hintergrunde der Zeit von 1978 bis 1982
3.5.2.2. Moral und Werte: Die Kirche als „Huterin der Moral“
3.5.2.3. Kirchliche Bildungspolitik
3.6. Ausblick auf die Zeit nach der Transition

4. Mogliche Grunde fur das Kirchliche Handeln
4.1. Bezug zur vorgestellten Theorie Huntingtons
4.2. Bezug zur Theorie der kontingenten Faktoren nach Philpott und zum Versuch der Hegemonie-Erhaltung nach Haynes

5. Zusammenfassung und Fazit

6. Anhang
6.1. Spanien: Regionen
6.2. Spanien: Diozesen

7. Literaturverzeichnis
7.1. Quellen
7.2. Zeitungsquellen
7.3. Sekundarliteratur
7.4. Abbildungen

1. Einleitung

„An der Hand der Kirchenhierarchie und der reaktionarsten Rechten ist der Nationalkatholizismus in den Wahlkampf eingetreten."[1]

So auBerte sich der Justizminister der sozialistischen Regierung Spaniens unter Ministerprasident Jose Luis Rodriguez Zapatero am 2. Januar 2008. Vorangegangen waren in den Weihnachtstagen 2007 groBe Demonstrationen in der spanischen Hauptstadt, zu denen der Erzbischof von Madrid, Antonio Maria Rouco Carela aufgerufen hatte, um fur konservative Familienwerte zu kampfen. Zum ersten Mal seit uber 30 Jahren machte die Kirche fur die kommende Wahl gegen eine Partei, hier die sozialistische PSOE, derart offen mobil. Nachdem die Sozialisten erstaunlich lange dazu geschwiegen hatten, fand der Justizminister deutliche Worte. „Nationalkatholizismus“, die bewusste Verwendung dieses Begriffes, beschreibt den Ernst der Lage. Er bezeichnete die Rolle der katholischen Kirche in Spanien als groBe Unterstutzerin und Verbundete Francos seit dem Burgerkrieg zwischen 1936 und 1939 bis in die spaten 1950er Jahre. Erst danach setzte sich die Kirche langsam vom Regime ab und fand zu einer neuen Rolle. Bevor aber nachvollziehbar wird, warum die sozialistische Regierung solange zu der Kritik schwieg, und warum der Protest der Kirche gegen die Reformen in Spanien eine besondere Bedeutung hat, muss betrachtet werden, wie sich die Kirche nach Francos Tod verhielt und wie sie sich schlieBlich in der neuen Demokratie positionierte. Nur vor diesem Hintergrund lasst sich die aktuelle Entwicklung Spaniens richtig verstehen und einordnen.

Eine Arbeit, die sich mit dem Einfluss von Religion in Westeuropa auseinandersetzt, wird nahezu zwangslaufig erklaren mussen, warum sie trotz des Sakularisierungsparadigmas relevant ist. Wie das vorangegangene Beispiel zeigt, ist die These von einer zwangsweisen Sakularisierung bei zunehmendem Wohlstand in den westlichen Industriestaaten wie auch anderswo nicht unangreifbar. Spatestens mit dem Eintritt Polens in die EU und schon zuvor in Landern wie zum Beispiel Irland und eben dem hier im Mittelpunkt stehenden [2]

Spanien weisen einige Lander der EU eine vitale Religion auf. Hierzu kommt ein weltweit beobachtbarer Trend zur zunehmenden Bedeutung religioser Akteure auf der politischen Buhne, wie die christlichen Rechten in den Vereinigten Staaten oder die Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus. Einen weiteren Beleg fur die steigende Bedeutung des Themas „Religion und Demokratie“ kann man in den Arbeiten von Jose Casanova und Samuel Huntington seit den 1990er Jahren sehen. So meldete sich unlangst auch der Soziologe Ulrich Beck in der Wochenzeitung Die Zeit zu Wort mit dem Titel „Gott ist gefahrlich“.[3] [4] Bei diesen Betrachtungen der Thematik „Demokratie und Religion“ wird Westeuropa immer noch weitgehend als letzte Basis der Sakularisierung angesehen. Doch gerade der Fall Spanien zeigt ein Land, welches Jahrhunderte lang streng christlich gepragt war und dessen autoritares Regime bis 1975 mitten im Herzen Europas existierte. Als es 1975 nach dem Tod Francos zu einer demokratischen Transition kam, wurden vor allem die Handlungen des jungen Konigs Juan Carlos I. sowie die der verschiedenen politischen Lager betrachtet.[5] Die Rolle der katholischen Kirche wurde weitgehend ignoriert. Aber wie kann es moglich sein, dass ein Land, welches spatestens seit der Herrschaft der katholischen Konige Ende des 15. Jahrhunderts streng christlich gepragt war, einen groBen politischen Wandel durchmacht, ohne dass die Kirche eine Rolle gespielt hat? Das Ausklammern dieser Frage lasst sich nur durch die allgemeine Akzeptanz des Sakularisierungsparadigmas erklaren.

Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch, diese Lucke in der Betrachtung der Vorgange in Spanien wahrend der demokratischen Transition zu schlieBen und die Rolle der katholischen Kirche in dieser Zeit zu klaren.

In der Einleitung werden das Thema und die untersuchten Ausgangsthesen vorgestellt, auBerdem die Methoden und der zugrunde liegende Forschungsstand.

Im Zentrum der Arbeit stehen die Betrachtung des Akteurs „Katholische Kirche“ und dessen Verhalten im demokratischen Transitionsprozess Spaniens.[6] Basis der Untersuchung ist dabei das Verhaltnis der katholischen Kirche zur Demokratie und den Menschenrechten, welches sich seit der Franzosischen Revolution grundlegend geandert hat. Wurden zunachst Freiheitsrechte und Demokratie abgelehnt, so kam es seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer langsamen Entspannung des Verhaltnisses zwischen liberalen Ideen und Kirche. Der entscheidende Wendepunkt war das von 1962 bis 1965 andauernde Zweite Vatikanische Konzil.[7]

Dieses Ereignis sowie der ihm zugrunde liegende und folgende innerkirchliche Wandel der katholischen Kirche stellen die Grundlage der Uberlegungen zur Rolle der katholischen Kirche in der Beschreibung Samuel Huntingtons uber die von ihm so genannte „dritte Demokratisierungswelle" dar.[8] Neben okonomischen, sozialen und kulturellen Veranderungen sieht Huntington auch in den Umwandlungen der katholischen Kirche im Zuge des Zweiten Vatikanums einen entscheidenden Faktor fur die Demokratisierung. Dies bedeutet, dass die katholische Kirche in den Landern, welche zur dritten Demokratisierungswelle gehorten, einen entscheidenden Anteil am Transitionsprozess hatte. Wie dargestellt ist der Fall Spanien vor allem aus zwei Grunden besonders interessant. Zum einen liegt Spanien mitten im westlichen Europa, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Demokratie dominierte. Trotzdem war das Land bis zum Tode Francos im Jahre 1975 eine autoritare Diktatur. Zum anderen war die katholische Kirche in Spanien bis in die spaten 1950er Jahre als Stutze des Regimes aufgetreten.[9]

Diese Uberlegungen fuhren zu der ersten Hauptfrage, mit welcher sich die vorliegende Arbeit beschaftigt:

Welche Rolle nahm die katholische Kirche im demokratischen Transitionsprozess Spaniens ein?

Die Thesen dieser Arbeit lauten in Bezug auf die so gestellte erste Hauptfrage:

1. Die katholische Kirche nahm nach einem innerkirchlichen Wandel in der ersten Phase der Veranderungen nach Francos Tod die Rolle einer Demokratisiererin ein und forderte maBgeblich den demokratischen Transitionsprozess.
2. Nach der Verabschiedung der Verfassung 1978 positionierte sich die Kirche neu und entwickelte sich wahrend einer zweiten Phase der Transition nach 1978 zu einer Verteidigerin von konservativen Normen und Werten.

Diese erste Frage und die darauf aufbauenden Thesen liefern die Begrundung fur den ersten Teil in der Struktur der Arbeit.

Nach dieser Einleitung folgt ein Kapitel uber das Demokratieverstandnis der katholischen Kirche seit der Franzosischen Revolution, welches die Grundlage fur die Frage bildet, ob ein innerkirchlicher Wandel festzustellen ist.

AuBerdem werden die Theorieansatze Samuel Huntingtons, Daniel Philpotts und Jeffrey Haynes vorgestellt, die einen zweiten Orientierungspfeiler bilden.

Das dritte Kapitel schlieBlich stellt die Hauptanalyse der Arbeit dar. In ihm wird die Rolle der katholischen Kirche in der demokratischen Transition Spaniens ausfuhrlich untersucht. Dabei teilt sich das Kapitel in drei zeitliche Abschnitte. Zunachst wird die Zeit unmittelbar vor der eigentlichen Transitionszeit betrachtet. Da, wie zu sehen sein wird, das Zweite Vatikanische Konzil eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Kirche darstellt, ist die Zeit von 1965 bis zu Francos Tod 1975 die Grundlage und der Ausgangspunkt fur die Betrachtung der Transitionszeit.

Die eigentliche Transition, welche fur diese Arbeit 1975 mit dem Tod Francos beginnt und mit dem Wahlsieg der unter Franco verbotenen sozialistischen PSOE 1982 endet, wird gemaB den Thesen in zwei Phasen eingeteilt. Die erste Phase geht dabei von 1975 bis zur Verabschiedung der Verfassung 1978. Die zweite Phase beginnt mit der Verabschiedung der Verfassung und endet 1982.

Die zweite Hauptfrage der Arbeit baut auf die in der Analyse gewonnenen Erkenntnisse auf und lautet:

Wie lassen sich die Handlungen der katholischen Kirche in Spanien in der Transitionszeit erklaren?

Diese Frage ist deutlich schwieriger zu beantworten. So lasst sich nicht jedes Motiv der Kirche eindeutig bestimmen. Es folgt daher ein Ruckgriff auf die in Kapitel zwei vorgestellten Theorien Huntingtons, Philpotts und Haynes‘. Diese sollen nun nach der Analyse in einem weiteren Kapitel mit den zuvor gewonnenen Ergebnissen auf den Fall Spanien angewendet werden. Als grundlegende Thesen fur die Begrundung des kirchlichen Handelns gelten dabei:

1. Die katholische Kirche handelt aus einem gewandelten Demokratieverstandnis heraus, welches sich im Zweiten Vatikanischen Konzil niederschlagt, das von den Veranderungen in der spanischen Bischofskonferenzbegleitet wird.
2. Es gibt eine enge Verbindung zwischen der spanischen Kirche und dem Heiligen Stuhl, so dass sich die spanische Kirche zunachst dem Wandel nach dem Zweiten Vatikanum anpasst und spater der konservativen Wende unter Johannes Paul II. folgt.
3. Die katholische Kirche in Spanien passt sich den neuen Gegebenheiten an, um einen Teil ihrer im Franquismus ausgepragten Macht zu behalten.
4. Die sozio-okonomischen sowie kulturellen Veranderungen in Spanien zwingen die Kirche seit Mitte der 1950er Jahre zum Umdenken.

Zusammenfassend stellt die Arbeit also einen Zweischritt dar, bei dem zunachst die Rolle der katholischen Kirche im demokratischen Transitionsprozess Spaniens untersucht wird und anschlieBend mogliche Grande fur ihr Handeln beleuchtet werden.

Die vorgestellten Thesen der Arbeit sollen anhand einer qualitativen Literatur- und Quellenanalyse erfolgen. Dabei werden zunachst im zweiten Kapitel wesentliche Grundlagen anhand einer Literaturanalyse vorgestellt. Als erstes wird das Verhaltnis der katholischen Kirche zur Demokratie und den Menschenrechten im Wandel der Zeit vorgestellt. Von essentieller Bedeutung fur den Teil der allgemeinen Kirchengeschichte werden dabei die Arbeiten von Klaus Schatz sowie in Hinblick auf das 20. Jahrhundert auch zentrale Dokumente und Enzykliken des Heiligen Stuhls verwendet. Uber das Verhaltnis der Kirche zu den Menschenrechten werden unter anderem Aufsatze von Karl Graf von Ballestrem (2006) und Hubert Wolf (2007) herangezogen. Insbesondere zu Demokratie und Verfassungsstaat wird erganzend Rudolf Uertz (2006) herangezogen.

Im Folgenden wird ein kurzer Uberblick des Forschungsstands zu der Frage nach dem Verhaltnis von Katholischer Kirche und Demokratisierung in der Moderne im Allgemeinen gegeben und daruber hinaus werden existierende Arbeiten zur Demokratisierung in Spanien betrachtet. Diese Sichtung fuhrt schlieBlich zur Begrundung der Relevanz dieser Arbeit.

Die Frage nach der Vereinbarkeit von Demokratie und Religion bekommt, wie schon erwahnt, mit der zunehmenden Kritik an der klassischen Sakularisierungstheorie eine neue Bedeutung. Spatestens seit der Veroffentlichung von Samuel Huntingtons Werk: „Der Kampf der Kulturen“[10], in dem eine Einteilung der Welt in von Religion maBgeblich gepragten Kulturkreisen dargestellt ist, brach eine Diskussion uber die Bedeutung der Religion in Bezug auf eine demokratische Entwicklung der Welt aus. Dass dieser Aspekt weiterhin aktuell und keineswegs eindeutig beantwortet ist, lasst sich auch daran erkennen, dass Standardwerke uber Demokratietheorien den Aspekt der Religion in der Regel aussparen.[11] Allgemein ist eine Schwerpunktsetzung auf den Islam zu erkennen, doch lasst der historische Gegensatz zwischen Liberalismus und Katholizismus, welcher in Kapitel 2 als Uberblick dargestellt wird, auch hier einen wichtigen Einfluss erahnen.

Neben den schon erwahnten Werken von Samuel Huntington spielt fur diese Arbeit vor allem seine Veroffentlichung „The Third Wave“[12] eine wichtige Rolle. Hier beschreibt er seine Ideen von einer katholischen Pragung der Demokratisierung seit der Nelkenrevolution in Portugal. Diese werden im zweiten Kapitel ebenso ausfuhrlich dargestellt wie die erganzenden Ideen Daniel Philpotts.[13] Eine allgemeine Ubersicht uber das Thema und die wichtigsten Theorien bietet John Andersons Aufsatz: „Religion, politics and international relations. The catholic contribution to democratization's 'third wave': altruism, hegemony or self-interest?”[14]

Die Ansatze Huntingtons und Philpotts gehen jeweils von einer gravierenden innerkirchlichen Veranderung und einer herausragenden Bedeutung des Zweiten Vatikanums aus. Ahnliche Ansatze lassen sich bei Ernst-Wolfgang Bockenforde finden. Er betont dabei, dass es seiner Ansicht nach vor allem auBere, also sakulare Elemente sind, welche die Kirche zu einem Umdenken bewegen.[15] Ob es sich bei diesen Veranderungen um einen langsamen Anpassungsprozess von auBen handelt oder ob es schon immer eine liberale Minderheit innerhalb der katholischen Kirche gab, wird zudem von Hubert Wolf diskutiert.[16]

Die wichtigsten Theorien in Bezug auf die vorliegende Arbeit, die auch fur die Bewertung der Handlung der katholischen Kirche in Spanien entscheidend sind, werden im zweiten Kapitel ausfuhrlich erlautert.

AbschlieBend sollen vorliegende Arbeiten uber die Transition in Spanien vorgestellt werden mit besonderer Berucksichtigung der Frage, ob in ihnen die Rolle der katholischen Kirche in Spanien wahrend der Transition untersucht wurde.

Die Arbeiten lassen sich grob in zwei groBe Gruppen einteilen. Zum einen in solche, die meist in den 1980er Jahren erschienen sind und die katholische Kirche ganzlich unerwahnt lassen oder ihr nahezu keine Bedeutung fur den Verlauf des Transitionsprozesses einraumen. Herausragend und (abgesehen von der Vernachlassigung der Kirche) ein umfassendes Werk ist die Analyse Paul Prestons „Spanien. Der Kampf um die Demokratie“ von 1986.[17] Daruberhinaus existieren noch weitere Werke uber die Transformation Spaniens, welche die Kirche und ihre Bedeutung ganzlich aussparen und sich auf Parteien, Gesetze und andere nicht-religiose Gruppen konzentrieren, wie die von Michael Antoni und Franz-Georg Trabert.[18] AuBerdem werden oftmals die Falle Portugals, Spaniens und Griechenlands verglichen, welche sich lange als autoritare Regimes in Europa (mit Ausnahme vom kommunistischen Osteuropa) halten konnten und sich in einer ahnlichen Zeit demokratisierten. Beispiele sind hier die Untersuchungen Beate Kohlers und, etwas neuer, Birgit Spenglers.[19]

Demgegenuber steht eine zweite Gruppe von Aufsatzen und Monografien, welche die Rolle der Kirche durchaus erwahnen. Diese stammen hauptsachlich aus der Zeit seit 1990 und weisen darauf hin, dass Religion und insbesondere die Kirche als Akteur nicht mehr vollig ignoriert werden konnen.

Fur den Fall Spanien wird die Rolle der Kirche aber vor allem darin gesehen, nicht mehr offen das Franco-Regime unterstutzt zu haben. Das heiBt, es wird von einer neutralen Position ausgegangen, welche dann die Demokratisierung fordert. Besonders wird diese Position bei Jeffrey Haynes (2006)[20] und Mark Arenhovel (1998) deutlich, welcher angibt, in der Kirche habe sich „eine Position der Neutralitat durchgesetzt“.[21] Diese Position wird weithin vertreten und widerspricht der These, dass die Kirche eine offensive Rolle im ersten Teil der Transition Spaniens gespielt habe.

Auffallig bei den neueren Arbeiten bleibt eine nur nebensachliche Behandlung des Einflusses der katholischen Kirche. Ausnahmen bilden Jose Casanova und Carlos Collado Seidel.[22] Trotz der dort vorgenommenen historischen Analyse der Rolle der spanischen Kirche im Wandel der Zeit spielt die Transition und der dabei zu beobachtende direkte Einfluss der Kirche nur eine geringe Rolle. Eine ausfuhrliche Analyse wird nicht vorgenommen. Eine weitere Beschreibung der spanischen Kirche findet man bei John Anderson (9003), welcher aber vor allem die Konsolidierung der Kirche in der neuen spanischen Demokratie nach Abschluss der Transition in den Mittelpunkt seiner Betrachtung ruckt.[23]

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass es keine umfassende Analyse der Rolle der katholischen Kirche in der spanischen Transitionszeit gibt. Doch auf- grund der Neubewertung von Religion in Bezug auf die Entwicklung von Demo- kratisierung und die tiefe historische Verwurzelung der spanische Kirche in der Gesellschaft ist davon auszugehen, dass die Kirche einen entscheidenden Beitrag bei der Umwandlung des Franco-Regimes zu einer modernen westeuropaischen Demokratie geleistet hat. Die erste These dieser Arbeit unterstreicht, dass vermu- tet wird, dass diese Rolle nicht nur in einer neutralen Position bestand, sondern auch in einem aktiven Handeln, besonders in der Zeit von 1975 bis 1989. Die aus­fuhrliche Primarquellenanalyse in Bezug auf diese Zeit bildet somit auch den Hauptteil und Kern dieser Arbeit.

2. Grundlagen

Das folgende Kapitel stellt die theoretische Grundlage der vorliegenden Arbeit dar. Es werden verschiedene Theorien erlautert, die das Handeln der katholischen Kirche im spanischen Demokratisierungsprozess zu erklaren versuchen.[24] Nach- dem im Hauptteil der Arbeit die Rolle der Kirche in Spanien untersucht wird, sollen die Ergebnisse abschlieBend in Bezug zu den hier beschrieben Theorien gesetzt werden.

Dabei wird in einem ersten Abschnitt das sich im Laufe der Zeit wandelnde De- mokratieverstandnis der katholischen Kirche seit der Franzosischen Revolution bis zum Zweiten Vatikanum dargestellt. Aus der Analyse des Konzils entwickelte Samuel Huntington die Grundlagen seiner Theorie. Alternativ wird abschlieBend der Ansatz Daniel Philpotts erlautert, welcher landerspezifische Besonderheiten in den Mittelpunkt seiner Ideen ruckt, sowie, mit Bezug auf Jeffrey Haynes, das kirchliche Hegemonialstreben als Motivation fur ihr Handeln vorgestellt.

2.1. Das Demokratieverstandnis der katholischen Kirche im Wandel der Zeit

Seit der Franzosischen Revolution bis zum zweiten Vatikanischen Konzil durch- lief die katholische Kirche einen 150-jahrigen Entwicklungsprozess von „konser- vativ-traditionalistischen Vorstellungen hin zu liberal-demokratischen Ideen“.[25] Diese Entwicklung ist auch entscheidend fur das sich wandelnde Verhaltnis der katholischen Kirche zum Franco-Regime und der darauf folgenden Demokratie, welches im dritten Kapitel dieser Arbeit behandelt wird.

Nachdem hier nun knapp die Positionen der Kirche seit der Franzosischen Revo­lution bis zum Zweiten Vatikanum vorgestellt werden, folgt eine Darstellung der wichtigsten Ergebnisse des Konzils in Bezug auf Menschenrechte und Demokra- tie. Besonders in der im Anschluss betrachteten Theorie Samuel Huntingtons spielen diese Veranderungen eine Rolle.

2.1.1.Von der Franzdsischen Revolution bis 1962

Betrachtet man die Entwicklung der Position der katholischen Kirche zur Demo- kratie seit der Franzosischen Revolution, sind zwei unterschiedliche Wertungen moglich. Zum einen kann man die Veranderungen als einen stetigen Prozess se- hen, bei dem die Kirche bis 1878 liberale Freiheitsideen radikal ablehnt und im Anschluss bis zum Zweiten Vatikanum eine langsame Entwicklung durchlauft. Zum anderen gibt es die Theorie, welche davon ausgeht, dass es durchgehend schon liberale Stromungen in der Kirche gab. Unter Beachtung dieser Positionen werden nun die Veranderungen erlautert.

Ausgangspunkt ist die von der franzosischen Nationalversammlung am 12. Juli 1790 beschlossene Zivilkonstitution, welche unter anderem die Wahl der Bischofe durch politische Gebietskorperschaften vorsah. Dazu kamen Ideen eines radikali- sierten Gallikanismus, welche schon zuvor in moderaterer Form in Frankreich existiert hatten, wie beispielsweise die Bestatigung der Bischofe durch den Metropoliten und nicht mehr ausschlieBlich durch den Papst.[26] Nach acht Mona- ten folgte die papstliche Breve Quot aliquantum, welche die naturliche Freiheit und Gleichheit aller Menschen, die Volkssouveranitat und die Religionsfreiheit ablehnt.[27] In der Folgezeit kommt es zu einer immer deutlicheren anti-christlichen Ausrichtung der Revolution.[28]

Bis zum Beginn des Pontifikats Leos XIII. kommt es zu weiteren Verurteilungen liberaler, freiheitlicher Ideen, wie in der Enzyklika Mirari vos aus dem Jahre 1832, in der die Grundrechte der Gewissens-, Religions- und Meinungsfreiheit abgelehnt werden.[29]

Einen Hohepunkt stellt schlieBlich die Enzyklika Quanta cura, und insbesondere ihr Anhang Syllabus errorum 1864 dar. In dieser verurteilt Papst Pius IX. 80 so- genannte „moderne Irrtumer“, wie Religions- und Gewissensfreiheit, aber auch die Trennung von Staat und Kirche.[30] Auf dem ersten Vatikanischen Konzil 1870 setzt sich diese, „ultramontan“ genannte, Sichtweise schlieBlich durch.[31]

Dies Alles spricht bis hierhin fur einen konsequenten Prozess, welcher im Sylla­bus errorum sowie in der Unfehlbarkeitsdoktrin des Ersten Vatikanums seine Ho- hepunkte findet. Allerdings kann man mit Verweis auf die Existenz eines soge- nannten „liberalen Katholizismus“ dagegen halten, dass es durchgehend abwei- chende Meinungen in der katholischen Kirche gab, welche schlieBlich auch im Zweiten Vatikanum die Grundlage der Veranderungen bilden.

Erstes Anzeichen ist schon 1790 die durchaus zwiespaltige Reaktion auf die Zivil- konstitution, welche vor allem vom niederen Klerus, aber auch von sieben Bischo- fen anerkannt wurde.[32]

Ein wichtiger Vertreter im 19. Jahrhundert, welcher ein „Bundnis von Katholiken und Liberalen gegen die alte Furstenmacht“ anstrebte, war Hugues-Felicite-Ro- bert de La Mennais,[33] welcher als Sprachrohr dieser Position die Zeitung „Avenir“ 1830 mit grundete.[34] Er schrieb im Eroffnungsartikel des „Avenir“ am 16. Okto- ber 1830 „Zwei Dinge, nur zwei allein: Gott und die Freiheit. Vereinigt sie, und alle innigen und bleibenden Bedurfnisse der menschlichen Natur sind befrie- digt.“[35] Als Beispiel fur den Erfolg von Bundnissen zwischen Katholiken und Liberalen kann hier Belgien dienen.[36] De La Mennais‘ Position war dabei kein Einzelfall. Auch andere, wie Charles de Montalembert oder Ignaz von Dollinger vertraten ahnliche Positionen, die in dieser Arbeit aber nicht ausfuhrlich vorgestellt werden konnen.[37]

Als Beweis der Existenz einer liberalen Stromung im katholischen Klerus kann eine Unterschriftenliste gegen die Unfehlbarkeitsdefinition auf dem Ersten Vati- kanum dienen, auf der immerhin 136 von ca. 700 Bischofen die Unfehlbarkeits- doktrin ablehnten.[38]

Es spricht also vieles dafur, dass es auch in den Hochzeiten des Ultramontanismus immer eine Minderheit gab, welche den Gegensatz zwischen liberalen Ideen und Katholizismus fur uberwindbar hielten.

Mit der Wahl Leos XIII. 1878 entscharfte sich der Konflikt etwas. Als Beispiel kann hier die Enzyklika Immortale Dei[39] aus dem Jahr 1885 angefuhrt werden, welche einen positiven Einfluss des Volkes auf das Gemeinwesen nicht mehr aus- schlieBt.[40]

Seit dem ersten Weltkrieg und den aufkommenden totalitaren Ideologien des Fa- schismus und vor allem des Kommunismus „tritt der klassische Liberalismus als Gegner zuruck.“[41] Die Ablehnung das Faschismus und insbesondere des Nationalsozialismus lassen sich unterschiedlich bewerten. So stellt sich die Frage, ob es nicht moglich gewesen ware, starker offentlich gegen die Herrschaft der Nationalsozialisten vorzugehen. Hohepunkt der Ablehnung sowohl des National- sozialismus als auch des Kommunismus sind die beiden Enzykliken Divini Re- demptoris und Mit brennender Sorge[42] von 1937.[43] Allerdings wurde immer wie- der ein sogenannter „ Modus vivendi“ gesucht, welcher seelsorgerisch begrundet wurde. Dieses fuhrte jedoch oft zu einer Instrumentalisierung durch das herr- schende Regime, wie zum Beispiel bei dem Konkordat mit dem Deutschen Reich 1933.[44]

Insbesondere Spanien ist ein Beispiel, wo die Ablehnung von Liberalismus und Sozialismus die Kirche zunachst zu einer Unterstutzerin des autoritaren Regimes machte.[45]

Ein erstes deutliches Zeichen hin zu einer Akzeptanz oder sogar Forderung der Demokratie ist die Weihnachtsansprache Pius‘ XII. 1944. Die hier propagierte Vorstellung einer „christliche Demokratie“ wurde in den 1950er Jahren vor allem von den christdemokratischen Parteien in Deutschland, Frankreich und Italien getragen.[46] Aber erst mit dem zunachst als Ubergangspapst gewahlten Johannes‘ XXIII und dem vom ihm initiierten Zweiten Vatikanischen Konzil anderte sich die Haltung der Kirche gegenuber Demokratie und Menschenrechten offiziell und umfassend.

Die Konzilserklarungen „schopf[t]en [dabei] aus den Traditionen eines alternati- ven, liberalen Katholizismus, wie er sich schon bei de La Mennais gezeigt hat und wie er zur Zeit des Zweiten Vatikanums von vielen Katholiken [...] wie selbstver- standlich praktiziert wurde.“[47]

2.1.2. Das Zweite Vatikanische Konzil 1962 bis 1965

“Man has the right to live. He has the right to bodily integrity and to the means
necessary for the proper development of life, particularly food, clothing, shelter,
medical care, rest, and, finally, the necessary social services.”[48]

Im Jahre 1958 wird als Nachfolger Pius‘ XII. der schon 77-jahrige Johannes XXIII. gewahlt.[49] Anders als erwartet, kundigt dieser bereits 1959 ein neues, gro- Bes okumenisches Konzil an, welches das Ziel der inneren Erneuerung der Kirche sowie eine Anpassung an die geanderte Welt hat. Zentrales Schlagwort ist dabei „Aggiornamento“.[50]

Nach einer dreijahrigen Vorbereitungszeit beginnt das Konzil im Herbst 1962 und dauert uber 4 Sitzungsperioden bis 1965. Insgesamt gibt es dieses Mal ungefahr 2000 bis 2500 Teilnehmer.

Fur den weiteren Verlauf dieser Arbeit, vor allem in Bezug auf die grundlegende Theorie Samuel Huntingtons und daruber hinaus die Bewertung der Rolle der spanischen Kirche wahrend des Demokratisierungsprozesses, sind besonders drei Dokumente von Bedeutung: Die Erklarungen Dignitatis humanae[51] uber die Religionsfreiheit und die Konstitution Gaudium et spes[52], welches das Verhaltnis der katholischen Kirche zur modernen Welt neu definiert. Des Weiteren gibt es die papstliche Enzyklika Pacem in terris[53], in welcher die katholische Kirche erstmals umfassend die Menschenrechte anerkennt.[54]

Pacem in terris entstand zwar zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils, ist aber kein Ergebnis des Konzils, sondern wurde von Papst Johannes XXIII. kurz vor seinem Tod 1963 verfasst und erkennt offiziell die Menschenrechte an.[55]

Das am Ende des Konzils 1965 beschlossene Gaudium et spes[56], ist das fur den Einfluss der katholischen Kirche auf Demokratisierungsprozesse entscheidende Werk. In diesem wurde zum ersten Mal offiziell der Verfassungsstaat befurwortet. AuBerdem wird der Totalitarismus verurteilt.[57]

Die drei entscheidenden Werke setzen einen Schlusspunkt unter die in Abschnitt 2.1.1. beschriebene Entwicklung der katholischen Kirche von einer Gegnerin der liberalen Freiheitsideen, wie Religionsfreiheit und Menschrechte, hin zu einer Verteidigerin dieser. Der Prozess, welcher zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit La Mennais seinen Anfang nahm, bildet hierbei die Grundlage fur die Ergebnisse des Zweiten Vatikanums.

2.2. Die dritte Demokratisierungswelle und die besondere Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils nach Samuel Huntington

„Most important, however, the changes flowed from the Second Vatican Council
[...]. Vatican II stressed the legitimacy and need for social change, the importance of
collegial action by bishops, priests, and laity, dedication to helping poor, the
contingent character of social and political structures, and the right of individuals.”[58]

In seinem Buch “The Third Wave” (1991) beschreibt Samuel Huntington ausfuhrlich seine Theorie uber die dritte Welle der Demokratisierung, welche er als “a Catholic wave”[59] bezeichnet. Grundlage ist dabei die Annahme, dass sich die Demokratisierung in der Moderne in Wellen und Gegenwellen einteilen lasst, wobei AusreiBer moglich sind. Eine erste Welle reichte dabei von 1828 bis 1926, welche unter anderem auch die USA und GroBbritannien einschloss. Ab 1922 bis 1942 kam es zu einer ersten Gegenwelle an deren Ende es noch 11 Demokratien gab. Eine zweite Welle, welche 1943 anfing und 1962 endete, fuhrte die Zahl der Demokratien auf einen neuen Hochststand von 51. Dazu gehorten beispielsweise West-Deutschland und Italien. Nachdem es zwischen 1958 und 1975 zu einer er- neuten Gegenwelle kam, begann 1974 mit der Nelkenrevolution in Portugal die hier im Mittelpunkt stehende dritte Demokratisierungswelle, zu der als eines der ersten Lander Spanien gehorte.[60]

Den besonderen Charakter einer katholische Demokratisierungswelle bekommt sie, da drei Viertel aller sich demokratisierender Lander katholische Mehrheitsge- sellschaften waren, also uber eine Bevolkerungsmehrheit katholischer Christen verfugten.[61] Dies ist der Ausgangspunkt fur Huntingtons Suche nach dem Einfluss des Katholizismus auf diese Demokratisierungen. Neben der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung spielen fur ihn vor allem die innerkirchlichen Veranderun- gen im Anschluss an das Zweite Vatikanum eine entscheidende Rolle fur den Demokratisierungsprozess.[62]

Dabei sieht Huntington eine Veranderung auf zwei verschiedenen Ebenen: Zum einen die globale innerkirchliche Veranderung besonders unter Papst Johannes XXIII., welche dann im Zweiten Vatikanischen Konzil auch umgesetzt wurde, und zum anderen die Veranderungen an der kirchlichen Basis.[63]

Durch diese innerkirchlichen Veranderungen gerat die katholische Kirche laut Huntington zwangsweise in eine Oppositionsrolle zu autoritaren Regimen, wie es auch Spanien in der Zeit Francos war. Er kommt schlieBlich zu dem Schluss, dass „all in all, if it were not for the changes within the Catholic Church and the resulting of the Church against authoritarianism, fewer third wave transitions to democracy would have occurred and many that did occur would have occurred later.”[64]

2.3. Erganzende und alternative Erklarungstheorien

Im Folgenden werden nun zwei Theorien erlautert, welche die Theorie Hunting­tons erganzen, beziehungsweise kritisieren. Sie werden im Abschlusskapitel dazu verwendet, um Handlungen der spanischen katholischen Kirche zu erklaren, die sich mit Huntingtons Theorie nicht vollstandig in Einklang bringen lassen.[65]

2.3.1. Der Einfluss kontingenter Faktoren nach Daniel Philpott

Auch fur Daniel Philpott spielte das Zweite Vatikanische Konzil eine entschei- dende Rolle, aber er wirft die Frage auf, aus welchem Grand die Auswirkungen auf das Verhalten der katholischen Kirche wahrend der Demokratisierungspro- zesse in verschiedenen Landern unterschiedlich ausfallen. Oder, um es in seinen Worten zu sagen:

„In each country, though, the opposition of the local Church varied in form and extend. [...] Why did the Church's influence vary?“[66]

Er sieht die Begrundung in vier moglichen sogenannten “Kontingenten Faktoren”, also landerspezifischen Besonderheiten, die einen Einfluss auf das Verhalten der katholischen Kirche hatten.

dem Staat in der Zeit vor der Demokratisierung, also wahrend der autoritaren Herrschaft. Dabei ist entscheidend, ob die Kirche in Bezug auf ihre Finanzen, re- ligiosen Praktiken und Aussagen eine autonome Stellung bewahren konnte. Philpott stellt die Theorie auf, dass die Rolle der katholischen Kirche wahrend der Demokratisierungsprozesse immer dort stark ist, wo es der Kirche gelang, eine groBe Autonomie zu bewahren.[67]

Ein zweiter Aspekt sind transnationale Verbindungen innerhalb der katholischen Kirche. Fur Philpott ist die katholische Kirche uber Landesgrenzen hinweg auBer- gewohnlich stark miteinander verbunden. Das ist fur ihn ein Grand, warum sich die Lehren des zweiten Vatikanums so schnell innerhalb der Kirche verbreiteten. Eine starke auBere Unterstutzung durch den Heiligen Stuhl oder durch die katholische Kirche aus anderen Landern fuhrte zu einer starkeren Rolle wahrend der Demokratisierung. AuBerdem ist es ausschlaggebend, wie eng die jeweilige Teilkirche mit dem Vatikan und seinen Lehren verbunden war, also auch den Leh- ren des Zweiten Vatikanums bereit war zu folgen.[68]

Hinzu kommen als dritter Einflussfaktor nach Philpott Verbundete auBerhalb der Kirche, wie beispielsweise Gewerkschaften oder Parteien. Es handelt sich also um von Land zu Land variierende externe Faktoren.[69]

Als letzter, aber oft sehr entscheidender Faktor, lasst sich untersuchen, ob und in welchem AusmaB sich der katholische Glaube mit der nationalen Identitat gleich- setzen lasst. Besonders, wenn das betreffende Land lange unter fremder Herr- schaft stand oder das autoritare System von auBen kontrolliert und so als Fremd- herrschaft wahrgenommen wurde[70], lasst sich solch eine Gleichsetzung finden.[71]

2.3.2. Kirchliches Hegemonialstreben

“Hegemonic arguments suggest that national hierarchies of the Roman Catholic Church supported democratization and sought to build up counter-hegemonic movements primarily as a means of preserving their power and influence.”[72]

Eine Reihe von Autoren, wie Sabrina Ramet und Jeffrey Haynes, kritisieren den Ansatz Huntingtons vor allem dahingehend, dass sie ihm vorwerfen, er uberbe- werte die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils.[73] Stattdessen nehmen sie an, dass ein entscheidender Grand fur die Forderung von Demokratisierung durch die katholische Kirche in der Verteidigung einer Hegemonialstellung im betroffenen Staat liegt. Wenn also auBere Einflusse oder sozialer und okonomi- scher Druck zu einer Demokratisierung fuhren, wird diese durch die Kirche un- terstutzt, um im spateren System weiter eine wichtige Machtposition zu besetzen. AuBerdem kann ein revolutionarer Wandel zugunsten eines gemaBigten Um- schwungs beeinflusst werden.[74]

Als Beispiel konnen hier die Untersuchungen Sabrina Ramets uber Polen dienen, welche zeigen, dass 1983 eine Mehrheit der polnischen Bevolkerung der Meinung war, dass die Kirche die Regierung und nicht die Opposition unterstutzte. Also 18 Jahre nach dem Ende des Zweiten Vatikanums. Erst 1988 anderte die Kirche ihre Richtung und „had achieved its first priority of sweeping the communists from power.“[75] Also erst als sich der demokratische Wandel anbahnte, wechselte die Kirche die Seiten von der bisher, nach Aussage Ramets, unterstutzten Regierung zur Opposition.

Der Hegemonie-Ansatz kann allerdings nicht erklaren, warum die katholische Kirche in verschiedenen Landern unterschiedlich stark als Demokratisiererin auf- tritt.

3. Die Rolle der spanischen katholischen Kirche im demokratischen T ransitionsprozess

Nachdem im zweiten Kapitel ein allgemeiner Uberblick uber das Verhaltnis der Kirche zu Demokratie und Menschenrechten im Laufe der Zeit seit der Franzosischen Revolution bis einschlieBlich des Zweiten Vatikanischen Konzils gegeben wurde und im Anschluss die theoretischen Grundlagen der Arbeit, wel- che den Ausgangspunkt und die Motivation der Analyse bilden, vorgestellt wur- den, folgt nun die Betrachtung des Falles Spanien.

Auf Grundlage der allgemeinen kirchlichen Entwicklung werden kurz die wich- tigsten Entwicklungen der Kirche in Spanien bis zum Zweiten Vatikanum erlau- tert. Im Folgenden wird die Zeit von 1965 bis 1975, also die Zeit nach dem Konzil bis zum Tode Francos, genauer betrachtet, da dort die direkte Grundlage fur das Handeln der Kirche nach seinem Tod bis 1982, also dem Jahr des Abschlusses der Transition entsteht. Dabei stehen der Einfluss des Opus Dei sowie die Anoveros- Affare als wichtige Eckpunkte im Mittelpunkt.

Danach folgt schlieBlich die Hauptanalyse der Rolle der Kirche in der Transi- tionszeit von 1975 bis 1982. Die wichtigsten Quellen bilden dabei die offiziellen Dokumente und Aussagen des Vatikans sowie der spanischen Bischofskonferenz. Hinzu kommen Dokumente der 1976 gegrundeten Zeitung El Pais, deren Sonder- stellung vor der Analyse begrundet wird.

Einen kurzen Abschluss bildet im Abschnitt 3.6 der Ausblick auf die Kirche nach dem Ende der Transition, das in dieser Arbeit im Wahlsieg der PSOE[76] 1982 gese- hen wird.

3.1. Einleitung: Die spanische Kirche in der Zeit vom Beginn der zweiten Republik 1931 bis zum Zweiten Vatikanum

Die Zeit von 1931 bis 1965 lasst sich grob in vier Abschnitte einteilen: Die Zeit der Zweiten spanischen Republik 1931 bis 1936, den Burgerkrieg in den folgen­den drei Jahren, eine erste Phase der franquistischen Herrschaft mit einer hohen Ubereinstimmung in den Zielen von Kirche und Regime mit dem Hohepunkt des Konkordats 1953 und die daran anschlieBende langsame Abkuhlung der Bezie- hungen, welche sich nach 1965 beschleunigt.

[...]


[1] Fernandez Bermejo, Mariano: Zitiert nach: Caceres, Javier (2008): Angriff der Theo-Cons. In: Suddeutsche Zeitung. Madrid. 2.1.2008.

[2] Kritik an der Sakularisierungsthese findet sich unter anderem bei Casanova, Jose (2006): Rethinking Secularization: A Global Comparative Perspektive. In: Hedgehog Review 8. S. 7-22 und bei Berger, Peter (1999): The desecularization of the world: A global overview. In: Berger, Peter (Hg.): The desecularization of the world. Resurgent religion and world politics. Washington. D.C. / Grand Rapids: Ethics and Public Policy Center / W.B. Eerdmans. S. 1-18.

[3] Casanova, Jose (1994): Public Religions in the Modern World .Chicago [Kunftig zitiert: Casanova 1994] und Huntington, S. (1991): The Third Wave. Democratization in the late Twentieth Century, Norman.

[4] Beck, Ulrich (2007): Gott ist gefahrlich. In: Die Zeit Nr. 52/2007. 19.12.2007.

[5] Genaueres im Abschnitt uber den Forschungsstand.

[6] In dieser Arbeit ist mit dem Akteur „Katholische Kirche“ in der Regel die spanische Amtskirche gemeint. Abweichungen davon werden an der entsprechenden Stelle deutlich gemacht.

[7] Vgl. hierzu Kapitel 2.1.

[8] Vgl. hierzu Kapitel 2.2.

Mit der dritten Demokratisierungswelle ist die 1974 mit Portugal beginnende Periode einer Ausbreitung der Demokratie auf der Welt gemeint, welche in Europa Portugal, Spanien und Griechenland in der 1970er Jahren umfasste und in den folgenden Jahren vor allem katholische Lander in Sud- und Mittelamerika, sowie die Philippinen und die ehemaligen kommunistischen Ostblockstaaten erfasste.

[9] Vgl. hierzu Kapitel 3.1.

[10] Huntington, Samuel (1996): Der Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Munchen. Vorbereitet in dem Aufsatz Huntington, Samuel (1993): The Clash of Civilizations? In: Foreign Affairs. Jg. 72. Nr.3. S. 22-49.

[11] Vgl. Schmidt, M. (2008): Demokratietheorien. Eine Einfuhrung. Wiesbaden oder Massing, Peter / Breit, Gotthard (2002): Demokratietheorien. Von der Antike bis zur Gegenwart. Texte und Interpretationen. Schwalbach.

[12] Huntington, S. (1991): The Third Wave. Democratization in the late Twentieth Century, Norman [Kunftig zitiert: Huntington 1991a].

[13] Philpott, D. (2005): The Catholic Wave. In: Diamond, Larry / Plattner, Marc / Costopoulos, Philipp J. (Hg.). World Religions and Democracy. Baltimore / London. [Kunftig zitiert: Philpott 2005].

[14] Anderson, John (2007): Religion, politics and international relations. The catholic contribution to democratization's 'third wave': altruism, hegemony or self-interest?, In: Cambridge Review of International Affairs, Volume 20, Number 3. 2007. S. 383-399. [Kunftig zitiert: Anderson 2007].

[15] Vgl. Bockenforde, Ernst-Wolfgang (2007): Kirche und christlicher Glaube in den Herausforderungen der Zeit. Beitrage zur politisch-theologischen Verfassungsgeschichte 1957 - 2006. Munster.

[16] Vgl. Wolf, Hubert (2007): Der Kampf in den Kulturen. Katholizismen und Islamismen vor der Herausforderungen der Moderne, In: Historisches Jahrbuch 127, Jahrgang 2007. S. 521-553. [Kunftig zitiert: Wolf 2007].

[17] Preston, Paul (1986): Spanien. Der Kampf um die Demokratie. Rheda-Wiederbruck. [Kunftig zitiert: Preston 1986].

[18] Antoni, Michael (1981): Spanien auf dem Weg zur parlamentarischen Demokratie. Parteien, Wahlen, Verfassung und politische Entwicklung 1975 bis 1980. Europaische Hochschulschriften. Reihe 31. Politikwissenschaften. Band 27. Bonn. und Trabert, Franz-Georg (1985): Die politische Transformation Spaniens nach Franco. Regensburg. Philosophische Fakultat III. Dissertation.

[19] Kohler, Beate (1981): Politischer Umbruch in Sudeuropa. Portugal, Griechenland, Spanien auf dem Weg zur Demokratie. Europaische Schriften des Institutes fur Europaische Politik. Band 57. Bonn. [Kunftig zitiert: Kohler 1981]. und Spengler, Birgit (1995): Systemwandel in Griechenland und Spanien. Ein Vergleich. Saarbrucken. Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultat. Dissertation. [Kunftig zitiert: Spengler 1995].

[20] Vgl. Haynes, Jeffrey (2006): Christianity and Politics. In: Haynes, Jeffrey (Hg.): The Politics of Religion. A survey. Routledge. London. S. 20.

[21] Vgl. Arenhovel, Mark (1998): Transition und Konsolidierung in Spanien und Chile. Strategien der Demokratisierung. GieBen. [Kunftig zitiert: Arenhovel 1998].

99 Casanova 1994: S. 75-99 und Collado Seidel, Carlos (9004): Kirche, Religiositat und Re- Evangelisierung in einer sakularisierten Gesellschaft. In.: Bernecker, Walther L. / Dircherl (Hg.): Spanien heute. Politik - Wirtschaft - Kultur. 4. Auflage. Vervuert. Frankfurt am Main. S. 417-450. [Kunftig zitiert: Collado Seidel 9004].

93 Vgl. Anderson, John (9003): Catholicism and democratic consolidation in Spain and Poland. In: West European Politics. Volume 96. Number 1. 1/9003. S. 137-156.

[24] Die folgenden Theorien beziehen sich zuerst einmal grundsatzlich auf Demokratisierungsprozesse in der Zeit seit 1974 und somit nicht ausschlieBlich auf Spanien. Sie sind auch gultig fur andere Lander mit katholischen Mehrheitsgesellschaften.

[25] Uertz, R. (2006): Katholizismus und demokratischer Verfassungsstaat. In: Brocker, Manfred / Stein, Tine (Hg.): Christentum und Demokratie. Darmstadt. S. 128. [Kunftig zitiert: Uertz 2006].

[26] Vgl. Schatz, Klaus (2008): Kirchengeschichte der Neuzeit. Zweiter Teil. 3. Auflage. Dusseldorf. S. 16 f. [Kunftig zitiert: Schatz 2008a].

[27] Vgl. Ballestrem, Karl Graf von (2006): Katholische Kirche und Menschrechte. In: Brocker, Manfred / Stein, Tine (Hg.): Christentum und Demokratie. Darmstadt. S. 156 [Kunftig zitiert: Ballestrem 2006].

[28] Vgl. Schatz 2008a: S. 19.

[29] Vgl. Uertz 2006: S. 118.

[30] Vgl. Ballestrem 2006: S. 157.

[31] Schatz, Klaus 2008: Allgemeine Konzilien - Brennpunkte der Kirchengeschichte. 2. Auflage. Paderborn. [Kunftig zitiert: Schatz 2008b]. S. 215 ff.

[32] Vgl. Schatz 2008a: S. 18.

[33] In der politisch-historischen Literatur oft in der Schreibweise de Lamennais. Vgl. dazu Schatz 2008a und Ballestrem 2006. Die hier verwendete Schreibweise orientiert sich an der Brockhaus Enzyklopadie.

[34] Vgl. Wolf, Hubert 2007: S. 529.

[35] Zit. Nach Valerius, Gerhard (1983): Deutscher Katholizismus und Lamennais. Die Auseinandersetzung in der katholischen Publizistik 1817-1854. Mainz. S. 118.

[36] Vgl. Wolf 2007: S. 530.

[37] Vgl. Schatz 2008b: S. 223.

[38] Vgl. Schatz 2008b: S. 245.

[39]

Immortale Dei: Enzyklika von Papst Leo XIII. vom 1.11.1885. Im Internet unter: http://www.vatican.va/holy_father/leo_xiii/encyclicals/documents/hf_lxiii_enc_01111885_immort ale-dei_en.html (Stand 4.1.2009).

[40] Vgl. Wolf 2007: S. 541.

[41] Vgl. Schatz 2008a: S. 131.

[42] Mit brennender Sorge: An die Erzbischofe und Bischofe Deutschlands und die anderen Oberhirten, die in Frieden und Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl leben, uber die Lage der katholischen Kirche im Deutschen Reich. Enzyklika von Papst Pius XI. vom 14.3.1937. Im Internet unter:

http://www.vatican.va/holy_father/pius_xi/encyclicals/documents/hf_p-xi_enc_14031937_mit- brennender-sorge_ge.html (Stand: 4.1.2009).

[43] Vgl. Schatz 2008a: S. 138 f.

[44] Vgl. Ebd.: S. 139.

[45] Dieses wird im weiteren Verlauf der Arbeit besonders im Kapitel 3 beleuchtet, als Grundlage der Rolle der spanischen Kirche im demokratischen Transitionsprozess.

[46] Vgl. Schatz 2008a: S. 144 f.

[47] Wolf 2007: S. 546.

[48] Pacem in terris: Uber den Frieden auf Erden. Enzyklika von Papst Johannes XXIII. vom 11.4.1963. Im Internet unter:

http://www.vatican.va/holy_father/john_xxiii/encyclicals/documents/hf_jxxiii_enc_11041963_pac em_en.html (Stand 4.1.2009). [Kunftig zitiert: Pacem in terris: Uber den Frieden auf Erden].

[49] Allgemein wurde davon ausgegangen, dass dieser die Rolle eines Ubergangspapstes annehmen wurde.

[50] Vgl. Hierzu Roloff, Gregor (2008): Die Rolle der katholischen Kirche wahrend der Demokratisierungsprozesse in Spanien und Polen. Munster. Institut fur Politikwissenschaft. Hauptseminararbeit. S. 5 f. [Kunftig zitiert Roloff 2008].

[51] Dignitatis humanae: Die Erklarung uber die Religionsfreiheit. In: Rahner, Karl / Vprgrimler, Herbert (2005): Kleines Konzilskompendium.Samtliche Texte des Zweiten Vatikanums. Freiburg. S. 66 -675.

[52] Gaudium et spes: Kirche in der Welt von heute. In: Rahner, Karl / Vorgrimler, Herbert (2005): Kleines Konzilskompendium.Samtliche Texte des Zweiten Vatikanums. Freiburg. S. 449 - 552. [Kunftig zitiert: Gaudium et spes: Kirche in der Welt von heute].

[53] Pacem in terris: Uber den Frieden auf Erden.

[54] Vgl. Pesch, Otto Hermann (2001): Das Zweite Vatikanische Konzil. Vorgeschichte - Verlauf - Ergebnisse - Nachgeschichte. Wurzburg. S. 346 f.

[55] Roloff 2008: S. 6.

[56] Vgl. Gaudium et spes: Kirche in der Welt von heute.

[57] Vgl. Schatz 2008b: S. 331.

[58] Huntington 1991a: S. 78.

[59] Huntington, S. (1991): Democracy's Third Wave, In: Journey of Democracy. Volume 2. Number 2. 1991. S. 13. [Kunftig zitiert: Huntington 1991b].

[60] Vgl. Huntington 1991a: S. 13 f.

[61] Vgl. Huntington 1991b: S. 13.

[62] Vgl. Huntington 1991a: S. 77.

[63] Vgl. Ebd.: S. 78 f.

[64] Ebd.: S. 85.

[65] Weitere theoretische Erklarungsmodelle wie von Anthony Gill oder Carlos Torres beziehen sich nur auf die Situation von Lateinamerika und werden deshalb an dieser Stelle nicht naher erlautert. Vgl. hierzu: Gill, Anthony (2008): The Political Origins of Religious Liberty. Cambridge University Press. Cambridge.

[66] Philpott 2005: S. 103.

[67] Vgl. Ebd.: S. 112.

[68] Vgl. Ebd.: S. 112 f.

[69] Vgl. Ebd.: S. 113.

[70] Als Prototyp ernes solchen Landes kann man Polen betrachten. Vgl. dazu auch: Roloff 2008.

[71] Vgl. Philpott 2005: S. 113.

[72] Anderson 2007: S. 393.

[73] Vgl. Ebd.: S. 389.

[74] Vgl. Haynes, Jeffrey (1996): Religion and politics in Africa. London. S. 118 ff.

[75] Ramet, Sabrina (1998): Nihil obstat: religion, politics and social change in East-Central Europe and Russia. North Carolina. Duke University Press. o.O. S. 294.

[76] Die PSOE ist die Partido Socialista Obrero Espanol, die mitte-links stehende Volkspartei Spaniens, welche 1982 bis 1996 und seit 2004 den spanischen Ministerprasidenten stellte.

Details

Seiten
107
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640621125
ISBN (Buch)
9783640621859
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v150313
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für Politikwissenschaft
Note
2,3
Schlagworte
Kirche katholisch Spanien Demokratie Transition Prozess

Autor

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Titel: Die katholische Kirche im demokratischen Transitionsprozess Spaniens