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Schwarze Pädagogik in der Literatur

„Mine Haha oder über die körperliche Erziehung der jungen Mädchen“ von Frank Wedekind

Seminararbeit 2010 14 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Schwarze Pädagogik
1.1 Grundlagen
1.2 Geschichtlicher Hintergrund
1.3 Ziele und Mittel

2 Das Erziehungssystem des 19. Jahrhunderts
2.1 Erziehungsarten
2.2 Stellung der Mädchen

3 Mine-Haha oder über die körperliche Erziehung der jungen Mädchen

4 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Monographien

Internetquellen

Einleitung

Diese Hausarbeit bildet den Abschluss zum dazugehörigen Seminar „Ästhetische Erziehung – Bildungsszenarien“ bei Herrn Prof. Dr. Wolfgang Struck. Das Thema der Schwarzen Pädagogik wird noch einmal zusammenfassend erläutert und anhand von Frank Wedekinds „Mine-Haha“ analysiert. Das Pädagogik auch in der Literatur unheimlich wichtig scheint, wird deutlich und vor allem die verschiedene Herangehensweise an dieses heikle Thema klar hervorgehoben. Mine-Haha – ist also ein zeitloses Werk? Eine Frage auf die im anschließenden Teil genauer eingegangen wird.

1 Schwarze Pädagogik

1.1 Grundlagen

Als repressives Mittel bei der Erziehung von Kindern, wurde Schwarze Pädagogik vor allem in der Erziehung des 19. Jahrhunderts angewandt. Es beinhaltet alle zielgerichteten Handlungen, mit denen ein Kind, auch unter Einsatz körperlicher oder seelischer Mittel bzw. Gewalt, zu bestimmten Handlungen und Verhalten gebracht werden soll. Der Ursprung liegt im Jahr 1941 bei Katharina Rutschky[1], die diesen Begriff prägte. Schwarze Pädagogik ist eine Erziehungstheorie die vor allem die älteren Generationen kennenlernten, dennoch lassen sich auch heute Ansätze der Theorie bei der Kindererziehung feststellen. Mitunter benutzte man Mittel wie Listanwendung, Gewaltanwendung und auch Folter, sowie Angsteinflößung, Manipulation oder Demütigung.

1.2 Geschichtlicher Hintergrund

Durch die Vorstellung einer bösen, abartigen Kindsnatur, deren Grundeigenschaft als negativ galt, wurde durch Abrichtung massiv versucht, auf das Kind einzuwirken und es ähnlich einem Tier zu formen und es gehorchen zu lassen. Sicher scheint dies als Aberglaube und ist durch intensive Auseinandersetzung mit dem Mensch und seinem Ursprung widerlegbar, dennoch wurde bei den der „Abrichtung“ der Kinder, von dem Wunsch der absoluten Übermacht ausgegangen.

"Diese ersten Jahre haben unter anderem auch den Vorteil, dass man da Gewalt und Zwang brauchen kann. Die Kinder vergessen mit den Jahren alles, was ihnen in der ersten Kindheit begegnet ist. Kann man da den Kindern den Willen nehmen, so erinnern sie sich hiernach niemals mehr, dass sie einen Willen gehabt haben . "[2]

Doch generell ist hierbei auch zwischen den damaligen innerdeutschen Einheiten zu unterscheiden. In der DDR wurde das Schlagen von Kindern in Schulen 1949 verboten, in der BRD erst 1973. Selbst in der heutigen Zeit gibt es noch befürwortete Anwendung von Züchtigung der Kinder durch Gewalt. Erst im Jahr 2000 wurde das elterliche Züchtigungsrecht abgeschafft und selbst die damalige Bundesfamilienministerin (1994-1998) Claudia Nolte wollte an der mit gewaltgerichteten Handlungen festhalten. Erwiesen ist, dass eine solche Erziehung bzw. derartige Erziehungsmaßnahmen schwere Schäden beim Kind hinterlassen und sicher nicht den gewünschten Erfolg erzielt, sondern andere Konsequenzen mit sich bringt.

"Unter der „Schwarzen Pädagogik“ verstehe ich eine Erziehung, die darauf ausgerichtet ist, den Willen des Kindes zu brechen, es mit Hilfe der offenen oder verborgenen Machtausübung, Manipulation und Erpressung zum gehorsamen Untertan zu machen . "[3]

1.3 Ziele und Mittel

Ausgehend von einem Über-Ich im Kind, zielt jede Handlung die der Schwarzen Pädagogik zugeschrieben wird, darauf ab, die Triebe im Kind zu vernichten. Das Über-Ich soll etabliert und gefestigt werden. Abhärtung, Instrumentalisierung des Körpers und seiner Sinne, aber auch aufgezwungene Normen und Werte der Gesellschaft stehen dabei innerhalb der Erziehung an erster Stelle[4]. Während Abhärtung noch einen eher positiven Charakter trägt, ist der völlig abgeschaffte Eigensinn des Kindes ein Hinweis auf verlorene Selbstverwirklichung und Unterdrückung.

[...]


[1] Rutschky, K. (1997). Schwarze Pädagogik: Quellen zur Naturgeschichte der bürgerlichen Erziehung. Berlin, Ullstein.

[2]aus J. Sulzer: Versuch von der Erziehung und Unterweisung der Kinder, 1748, Zit. n. [Rutschky 1977, 173ff.]

[3] Miller, A. (2004). Evas Erwachen: über die Aufösung emotionaler Blindheit. Frankfurt am Main, Suhrkamp.

[4] Focault, M. (1976). Überwachen und Strafen, Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640625611
ISBN (Buch)
9783640625864
DOI
10.3239/9783640625611
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Erscheinungsdatum
2010 (Mai)
Note
2,3
Schlagworte
Schwarze Pädagogik Frank Wedekind Erziehungsmethoden Mine Haha

Autor

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Titel: Schwarze Pädagogik in der Literatur