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Mobbing - auch ein Problem bei der Polizei?

Hausarbeit 2010 12 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Präambel

2. Einleitung in die Problematik

3. Begriffsableitung

4. Mobbing-Definition nach Leymann

5. Unterschied zwischen Mobbing und Konflikten

6. Studien zu den Tätern und deren Motive
6.1 Wer mobbt?
6.2 Wie alt sind die typischen Mobber?
6.3 Mobbingmotive

7. Die Phasen eines Mobbing-Prozesses
7.1 Phase 1: Die täglichen Konflikte
7.2 Phase 2: Mobbing etabliert sich
7.3 Phase 3: Destruktive Personalverwaltung
7.4 Phase 4: Der Ausschluss

8. Phase 0: Gib Mobbing keine Chance
8.1 Pädagogische Mittel
8.2 Konfliktmanagement
8.3 Mitarbeitergespräche

9. Konsequenzen für die Mobber
9.1 Straftatbestände durch Mobbing
9.2 Dienstpflichten der Beamten
9.3 Disziplinarmaßnahmen gegen die Beamten

10. Fazit

11. Anhang
11.1 Quellenverzeichnis
11.2 Liste der 45 Mobbinghandlungen nach Leymann

1. Präambel

Mobbing im Beruf ist ein sehr wichtiges Thema. Es ist aktuell und fast jeder Mensch wurde schon einmal damit konfrontiert, sei es über die Medien, über Bekannte oder sogar selbst als Opfer oder Täter. Der Mobbingverlauf beginnt oft mit harmlosen Hänseleien und endet meist fließend im Desaster.

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Problem des Mobbings im Polizeidienst.

2. Einleitung in die Problematik

„WAZ MÜNCHEN. Am Schluß sah die junge Polizistin keinen anderen Ausweg mehr als den Griff zur Dienstwaffe: Nach wochenlangen Problemen mit Kollegen erschoß sich die 22jährige Beamtin auf der Fahrt in den Dienst in ihrem Auto.

Ein Vorgesetzter habe die Polizistin massiv sexuell belästigt - bis sie krank wurde, klagten die Eltern der Toten nach Angaben des Münchener Polizeipräsidenten Roland Koller. Der Beschuldigte selbst weist die Vorwürfe zurück.

Nur 14 Tage, nachdem sie in die Polizeiwache im Münchener Stadtteil Milbertshofen versetzt wurde, hatte die junge Frau Mitte Dezember bereits sehr aufgeregt bei der Gleichstellungsbeauftragten angerufen. Sie komme mit ihren Kollegen nicht zurecht, klagte sie. Der Hilfeschrei so kurz nach der Versetzung deute darauf hin, daß Massives vorgefallen sei, glaubt der Polizeipräsident. Doch bei dem Gespräch war von sexueller Belästigung nicht die Rede. Die 22jährige lehnte alle Hilfsangebote ab, wie sich die Gleichstellungsbeauftragte erinnert. Weil es bereits zwei andere Klagen von Frauen aus der gleichen Dienstgruppe gegeben habe, leitete sie eine Ermittlung ein - bei der nichts herauskam.

Einen Monat nach dem ersten Hilfeschrei wandte sich die 22jährige an einen Personalrat. Erstmals klagte sie auch über sexuelle Belästigung. Doch wieder lehnte die Frau alle Hilfsangebote ab: Sie wolle es selbst versuchen, sagte sie. Die 22jährige galt mit ihren guten Noten als engagierte Polizistin; in ihrer Freizeit fuhr sie die Straßen ab, um ihr Revier besser kennenzulernen. Im Januar erfuhr auch der Chef der Milbertshofener Wache, Hartmuth Meyer, daß eine seiner Dienstgruppen in Polizeikreisen als frauenfeindlich gelte. Es war die Dienstgruppe der 22jährigen. Meyer: Ich habe mir gedacht, da machst du Nägel mit Köpfen und setzt da eine Frau als Leiterin hin. Die 22jährige, die sich am Sonntag umbrachte, lernte die neue Chefin nicht mehr kennen.

Der Beschuldigte, ein 32jähriger, verheirateter Kommissar, wurde versetzt. Ihm droht ein Disziplinarverfahren.“[1]

Der WAZ-Zeitungsartikel vom 17.02.1999 berührte die Menschen emotional. Die Fragen nach den Ursachen für Mobbing im Beruf, was dort eigentlich passiert und wie man sich dagegen wehren kann, werden im Folgenden reflektiert.

3. Begriffsableitung

„Der Begriff „Mobbing“ leitet sich von dem englischen Verb „to mob“ ab. Übersetzt werden kann es mit „angreifen“, „anpöbeln“, „über jemanden herfallen“.“[2]

„Zurückzuführen ist der Begriff letztendlich auf den lateinischen Ausdruck „mobile vulgus“ - „wankelmütige Masse, aufgewiegelte Volksmenge“.“[3]

Für Mobbing gibt es mehrere Definitionen.

4. Mobbing-Definition nach Leymann

Der schwedische Mobbingforscher und Psychologe Heinz Leymann hat Mobbing wie folgt definiert:

„Der Begriff Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Opfer und Täter kennzeichnen.“[4]

5. Unterschied zwischen Mobbing und Konflikten

Das Wort Mobbing ist zu einem Wort unserer Alltagssprache geworden. Doch was genau unterscheidet Mobbing von Konflikten?

Nicht jede kleine Streiterei ist direkt Mobbing, es kann jedoch aus schlecht oder nicht ausgetragenen Konflikten fließend zu Mobbing kommen.

Die wesentlichen Merkmale des Mobbings sind nach Leymann: Konfrontation, Belästigung, Nichtachtung der Persönlichkeit und die Häufigkeit der Angriffe über einen längeren Zeitraum hinweg.

Um klare Grenzen zwischen Mobbing und kleinen Konflikten zu ziehen, erstellte Leymann in den neunziger Jahren eine Liste mit 45 Mobbinghandlungen, untergliedert in fünf Gruppen:

- Angriffe auf die Möglichkeiten sich mitzuteilen
- Angriffe auf die sozialen Beziehungen
- Angriffe auf das soziale Ansehen
- Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation
- Angriffe auf die Gesundheit[5]

Kommt eine oder kommen mehrere dieser 45 Mobbinghandlungen mindestens einmal pro Woche über ein halbes Jahr lang vor, so spricht man erst von Mobbing.[6]

6. Studien zu den Tätern und deren Motive

Untersuchungen haben ergeben, dass es kein typisches Mobbingopfer gibt, es kann somit jeden treffen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) führte dazu mehrere Umfragen durch, um aussagekräftige Statistiken zu erstellen.

6.1 Wer mobbt?

Dazu führte die BAuA führte eine repräsentative Umfrage an Mobbingopfern durch, von wem sie gemobbt wurden:

- nur vom Vorgesetzen: 38,2%
- gemeinsam vom Vorgesetzen und von Kollegen/-innen: 12,8%
- nur von einer Kollegin/ von einem Kollegen: 22,3%
- von einer Gruppe von Kollegen/-innen: 20,1%
- nur von Untergeben: 2,3%
- keine Angabe: 4,2%

[...]


[1] Reitschuster, Boris, Polizistin floh vor Kollegen - in den Tod. Hilfeschrei deutete massive Probleme an (17.02.1999), Online im WWW unter URL: http://service.derwesten.de/zeitungsarchiv/detail.php?query=1261006789138&article=2&auftritt=WAZ, [Stand: 19.12.2009].

[2] Körner, Rosemarie, Albtraum Mobbing. Hilfe zur Selbsthilfe bei Konflikten im Beruf, Filderstadt, 2002, S. 13.

[3] von Prondzinski, Peter, Mobbing - Psychoterror oder Modetrend?, Witten, 2004, S.2.

[4] Leymann, Heinz, Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann, Hamburg, 2002, S.21.

[5] Siehe dazu Kapitel 11.3 – Liste der 45 Mobbinghandlungen nach Leymann.

[6] von Prondzinski, Peter, Mobbing - Psychoterror oder Modetrend?, Witten, 2004, S.2; Leymann, Heinz, Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann, Hamburg, 2002, S.22.

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640634132
ISBN (Buch)
9783640634453
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151081
Institution / Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Duisburg
Note
1,7
Schlagworte
Mobbing Problem Polizei

Autor

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Titel: Mobbing - auch ein Problem bei der Polizei?