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Online Communities – Potenziale und Risiken für jugendliche Nutzer

Hausarbeit 2010 26 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lebensphase Jugend

3. Jugendliche und neue Medien

4. Jugendliche in Online Netzwerken
4.1 Communities für Heranwachsende: Beispiel SchülerVZ
4.2 Motive und Bedürfnisse jugendlicher Nutzer

5. Exkurs: Online Communities für Erwachsene

6. Potenziale und Risiken von Online Netzwerken

7. Interventionsmöglichkeiten
7.1 Stärkung der Medienkompetenz
7.2 Verantwortung der Anbieter
7.3 Beispiele aus der Praxis

8. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mit dem Web 2.0 hat eine neue Ära des Internets begonnen. Dieser Begriff ist nicht exakt umrissen, er umschreibt eine neue Internetkultur und tauchte erstmals während einer Konferenz in den USA auf (O´Reilly, 2005). Er verweist auf eine Reihe von Internetanwendungen, deren Merkmal es ist, dass Nutzer und Nutzerinnen1 selbst zum Mitgestalter von Webinhalten werden. Mit Hilfe solcher Anwendungen kann jeder Nutzer, auch ohne große technische Kenntnisse, selbst produzierte Texte, Fotos, Audio- und Videobeiträge innerhalb webbasierter Plattformen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Andere Nutzer haben wiederum die Möglichkeit diese zu bewerten oder zu kommentieren.

Eine besondere Gruppe von Web 2.0-Plattformen stellen die sogenannten Social Networking Sites (abgekürzt SNS) oder Online Communities dar. Auch in Deutschland verzeichnen solche Plattformen zur Zeit einen regelrechten Boom mit explodierenden Mitgliederzahlen. Vor allem Heranwachsende nutzen diese Plattformen sehr intensiv. SchülerVZ, das unter Jugendlichen beliebteste Netz- werk, zählt nach eigenen Aussagen knapp 5,5 Millionen Mitglieder (schü- lervz.net, 2009).

Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, einerseits die Potenziale von Online Netzwerken für Jugendliche zu erfassen. Auf der anderen Seiten sollen die mit der Nutzung verbundenen Risiken aufgezeigt werden.

Zunächst werden im zweiten Kapitel die Besonderheiten der Lebensphase Jugend dargestellt. Das dritte Kapitel geht anschließend auf die Medienausstattung und -nutzung von Jugendlichen ein. Am Beispiel SchülerVZ werden die Möglichkei- ten und Funktionen von Communities dargestellt (Kap. 4.1) und es werden die Motive und Bedürfnisse jugendlicher Netzwerknutzer erläutert (Kap. 4.2). Ein kurzer Exkurs zu Erwachsenen-Communities und deren Nutzung erfolgt im fünf- ten Kapitel: Zum einen, weil auch immer mehr - vor allem junge - Erwachsene in SNS agieren, andererseits, weil sich teilweise auch Jugendliche auf diesen Platt- formen aufhalten. Auf mögliche Potenziale und Risiken von Online Netzwerken wird im sechsten Kapitel hingewiesen und im Anschluss daran werden medienpä- dagogische Interventionen erörtert (Kap. 7). Die Arbeit schließt mit einer Zusam- menfassung und einem Fazit (Kap. 8).

2. Lebensphase Jugend

Die Lebensphase Jugend, die den Zeitraum zwischen der Kindheit und dem Er- wachsenenalter beschreibt, beginnt etwa mit dem Zeitpunkt der Pubertät, die ei- nen „tiefgreifenden Einschnitt in der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen“ (Hurrelmann, 1997, S. 31) kennzeichnet. In modernen Gesellschaften kann sich die Jugendphase bis auf das dreißigste Lebensjahr erstrecken, aufgrund eines län- geren Verbleibs im Bildungssystem und somit eines verspäteten Eintritts in das Berufsleben und der damit oft verbundenen späteren Gründung einer eigenen Fa- milie (Hurrelmann, 1997, S. 30).

In diesem Zeitabschnitt sind junge Menschen immer stärker in ihrer sozialen Umwelt eingebunden, die gewisse Anforderungen an sie hinsichtlich ihrer zukünf- tigen Handlungskompetenz als Erwachsener stellt. Laut Dreher und Dreher (zit. n. Oerter und Dreher 2008, S. 279) werden Jugendliche mit sogenannten Entwick- lungsaufgaben konfrontiert, die es zu bewältigen gilt. So ist es für Jugendliche wichtig, sich von den Eltern zu lösen und unabhängig zu werden. Statt dessen müssen sie einen Freundeskreis aufbauen und intensivere Beziehungen mit Gleichaltrigen des gleichen oder des anderen Geschlechts eingehen können. Eine weitere Aufgabe ist, sich in die von der Gesellschaft vorgegebene Rolle als Mann oder Frau einzufinden. Wichtig sind auch Gedanken zur Zukunft bezüglich Aus- bildung und Berufswunsch, Familiengründung, Partnerschaft. Die Jugendlichen müssen lernen, sich selbst und ihren Körper zu akzeptieren und wissen, welches Bild andere von ihnen haben. Eigene Wertvorstellungen und Prinzipien entwi- ckeln sich, nach denen das zukünftige Handeln ausgerichtet ist. Eine wichtige Bedeutung stellt demnach die Beziehung zu Gleichaltrigen während der Jugend- phase dar (Hurrelmann, 1997 S. 150). Freundschaften mit Peers nehmen in diesem Alter zu und damit einher geht der Ablösungsprozess von den Eltern.

Die Entwicklung der eigenen Identität stellt eine weitere zentrale Aufgabe dar (Hurrelmann 1997 S.73). In Anlehnung an Erik Erikson, auf den der Begriff der Identität zurückzuführen ist, gewährt die Gesellschaft jungen Menschen für diese Aufgabe ein psychosoziales Moratorium, eine Art Erprobungsraum.. Hier können sie verschiedene zukünftige Rollen ausprobieren, mit ihnen experimentieren, ohne sich festlegen zu müssen, Erikson (1988, S.152, zit. n. Oerter & Dreher, 2008, S. 278) nennt es einen „Aufschub erwachsener Verpflichtungen“.

Nach Meinung Böhnischs (2009, S.29) ist das Modell des Moratoriums in der heutigen Zeit schwieriger zu fassen. Jugendliche werden heutzutage stärker als früher mit sozialen Problemen der Erwachsenenwelt konfrontiert. Sie erleben die Unsicherheiten des Arbeitsmarktes, bekommen die Sorgen und Nöte ihrer Eltern mit und stehen selbst schon früh unter dem Druck, eine möglichst gute Bildung, Ausbildung zu bekommen. Jugendliche befinden sich in der heutigen postmoder- nen Gesellschaft zwischen einer frühen Selbstständigkeit und einer verstärkten Kontrolle der Erwachsenen, dies schränkt die Experimentierfreudigkeit Jugendli- cher ein (Böhnisch, 2009, S. 28). Er betont, dass Jugendliche jedoch auch zukünf- tig einen Schonraum benötigen, in dem sie sich ausprobieren können, diesen fin- den sie im Internet, hier finden sie ein „digitales Jugendmoratorium“ (Böhnisch, 2009, S. 29).

Welche Rolle die Medien im Alltag von Jugendlichen spielen, soll das nächste Kapitel zeigen.

3. Jugendliche und neue Medien

Jugendliche können heute auf ein enorm großes Angebot unterschiedlicher Me- dien zugreifen. Besonders auffallend ist die hohe Ausstattung mit Computern und Internet in Haushalten mit jungen Menschen. Die aktuelle JIM-Studie des Me- dienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest2, die das Medienverhalten von 12- bis 19-jährigen Jugendlichen untersucht, zeigt, dass Haushalte mit dieser Al- tersgruppe nahezu eine Vollversorgung mit Computern bzw. Laptops und Inter- netanschluss vorweisen. Die Werte liegen hier deutlich über dem bundesdeut- schen Durchschnitt (MPFS, 2009, S. 6). Betrachtet man die unterschiedliche for- male Bildung der Jugendlichen, so lassen sich kaum Unterschiede in den Zu- gangsmöglichkeiten zum Internet feststellen (MPFS, 2009, S.7). Einen eigenen Computer besitzen etwa drei Viertel der Jugendlichen und etwas mehr als die Hälfte hat einen Internetzugang im eigenen Zimmer, diese Zahl steigt mit zuneh- mendem Alter (MPFS, 2009, S. 32). Im Vergleich zur JIM-Studie 2008 ist eine leichte Zunahme bezüglich des Computerbesitzes und des Internetzugangs zu ver- zeichnen (MPFS, 2009 S. 8).

Inzwischen nutzen etwa 98% dieser Altersgruppe das Internet, vor allem der An- teil der Intensivnutzer ist sehr hoch, lediglich jüngere Nutzer sowie Jugendliche mit niedrigerem Bildungsniveau liegen in der Nutzungshäufigkeit etwas zurück

(MPFS, 2009, S. 31).

Genutzt wird das Internet vor allem zuhause und bei zwei Dritteln der Befragten im eigenen Zimmer. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Christa Gebel, die die Internetnutzung von Hauptschülern untersuchte. Sie fügt hinzu, dass mit steigendem Alter die Nutzung des Internets zusammen mit Familienangehörigen abnimmt (Gebel, 2008, S. 70).

Die Kommunikation mit anderen steht dabei im Zentrum der Interessen der Inter- netnutzer (MPFS 2009, S. 33; Gebel, 2008, S. 75), dies trifft insbesondere auf die weiblichen Nutzer zu. Die Informationssuche dagegen steigt erst mit zunehmen- dem Alter an. Die Kommunikation erfolgt zum großen Teil über sogenannte In- stant-Messenger, über Online-Communities, per E-Mail oder auch per Chat (MPFS, 2009, S. 34), wobei Instant-Messenger und Online-Communities mit über 70% den größten Anteil ausmachen. Gebel (2008, S. 75) weist auf die Wichtigkeit des Chattens bei den befragten Hauptschülern hin, dies kann auch innerhalb von Communities erfolgen, durch die Möglichkeit des Versendens von Nachrichten.

Wie Communities funktionieren und weshalb Jugendliche sie nutzen, diese Fragen sollen im nächsten Kapitel beantwortet werden.

4. Jugendliche in Online Netzwerken

4.1 Communities f ü r Heranwachsende: Beispiel Sch ü lerVZ

Um Menschen, die ähnliche Interessen, Ziele und Bedürfnisse haben, miteinander zu verbinden, sind in den letzten Jahren sogenannte Netzwerkplattformen entstan- den (Kalz, Klamma & Specht, 2008, S. 59). Sie geben ihren Mitgliedern innerhalb der Plattform die Möglichkeit, sich selbst darzustellen und eine Verbindung mit anderen Nutzern aufzunehmen. Diese Kontakte werden in einer Liste angezeigt, die auch für andere Nutzer sichtbar ist (Boyd & Ellison, 2007). In jüngster Zeit hat es einen regelrechten Boom solcher Plattformen für unterschiedliche Ziel- gruppen gegeben.

Um einen Überblick über die Funktionen und Möglichkeiten von Online Netz- werken zu erhalten, soll hier, exemplarisch für andere Netzwerke, SchülerVZ vor- gestellt werden, vor allem, weil es sich speziell an die Gruppe der Heranwachsen- den wendet. Es gehört zusammen mit den Erwachsenen-Communities StudiVZ und MeinVZ zum Holtzbrinck-Verlag und wurde 2007 gegründet. Finanziert wird die Plattform ausschließlich über Werbung (schülervz.net, 2009).

Die Nutzung der Plattform durch Schüler ist kostenlos, das Mindestalter ist auf 12, das Höchstalter auf 21 Jahre festgelegt. Die Anmeldung ist nur aufgrund einer Einladung eines Mitglieds per E-Mail möglich, um sicherzustellen, dass sich dort auch nur Schüler ab zwölf Jahren anmelden. Bei der Erstanmeldung muss der Nutzer den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie einem Verhaltenskodex zustimmen und einige Pflichtangaben machen, wie Name, E-Mail-Adresse, Ge- burtsdatum, Geschlecht und Schule. Das Einloggen erfolgt über ein eigenes Pass- wort. Nach erfolgter Anmeldung kann der Nutzer sein Profil um weitere persönli- che Angaben wie beispielsweise Hobbys und Interessen ergänzen. Ferner können die Nutzer ein Foto von sich hochladen oder auch ganze Fotoalben ins Netz stel- len. Andere Nutzer können gesucht und als Freund hinzugefügt werden, indem man die Person einlädt und diese die Einladung wiederum bestätigt. Auf der Pro- filseite wird angezeigt, mit wem man verlinkt ist und wie viele Freunde man hat. Des Weiteren kann man bestimmten Interessen-, Meinungsgruppen beitreten oder selbst solche gründen. Zur Kommunikation mit anderen Teilnehmern stehen di- verse Möglichkeiten wie E-Mail, Instant-Messaging, Kurzmitteilungen etc. zur Verfügung. Freunde können - für alle sichtbar - auf einer Pinnwand Nachrichten hinterlassen.

Eine Privacy-Funktion erlaubt den Benutzern zu bestimmen, wer welche Informationen einsehen kann, private Daten können somit vor ungewolltem Zugriff geschützt werden (schülervz.net, 2009).

4.2 Motive und Bed ü rfnisse jugendlicher Nutzer

Innerhalb der JIM-Studie von 2008 wurde diesbezüglich eine qualitative Zusatz- befragung erhoben. Sie ergab, dass Jugendliche Social Networking Sites vor allem nutzen, weil man dort Freunde finden oder auch wiederfinden kann. Bestehende Freundschaften können gepflegt werden, indem man sich über die Plattform mit- einander austauscht, sich Mitteilungen schreibt. Aber auch neue Freundschaften können geknüpft werden (MPFS, 2008, S. 56), es fällt den Jugendlichen hier leichter, auf jemanden zuzugehen und ihn anzusprechen. Zu einem ähnlichen Er- gebnis kommt auch die Ofcom-Studie (2008, S. 41f.) aus Großbritannien: Die Mehrzahl der Befragten nutzt SNS, um den Kontakt zu Freunden aber auch zur Familie aufrecht zu halten. Bei 92% der Nutzer handelt es sich dabei hauptsäch- lich um Kontakte zu Freunden, zu denen man ohnehin eine engere Beziehung hat (vgl. auch Lenhart, 2009, S. 6). Die Kommunikation zu Freunden, Angehörigen, die man eher selten sieht, wird in etwas geringerem Maße angegeben (79%) und auch nur 59% der Befragten knüpfen neue Freundschaften über Communities, in der Studie von Lenhart (2009, S. 6) sind dies noch weniger der Befragten. „In der digitalen Medienkultur wächst offensichtlich der Bedarf, sich mit anderen Men- schen auszutauschen, Erfahrungen und Erlebnisse zu kommunizieren“ bemerkt Röll (2010, S. 222f.). Viele Nutzer gaben auch an, sich gern das Profil der Freun- de, Verwandten aber auch anderer Menschen anzuschauen (Ofcom, 2008; MPFS, 2008). Dies erfolgt vor allem, um abzuwägen, ob man jemanden als Freund hinzu- fügen kann und Kontakt zu ihm aufnehmen soll (Schmidt, Paus-Hasebrink & Ha- sebrink, S. 268; Eggert, Gebel & Wagner, S. 157)

Ein sehr differenziertes Bild über jugendliche Community-Nutzer liefert die Stu- die „Heranwachsen mit dem Social Web“. Sie untersucht allgemein die Rolle von Web 2.0-Angeboten im Alltag von Heranwachsenden. Auch hier steht bei allen Nutzern die Beziehungs- und Kontaktpflege zu Freunden im Mittelpunkt (Paus- Hasebrink, Wijnen & Brüssel, 2009, S. 202). Web 2.0-Angebote werden initiativ genutzt und je nach Kompetenz und Interesse werden selbst Gruppen gegründet, Beziehungen gepflegt oder man präsentiert sich selbst, indem man kommentiert oder bewertet, was andere ins Netz gestellt haben. Andere SNS-Nutzer richten sich ein Profil bei einer Plattform ein, weil alle es tun und sie nicht im Abseits stehen wollen (Paus-Hasebrink et al., 2009, S. 203f.). Sie ergreifen eher selten die Initiative, Gruppen zu gründen, sondern ihnen geht es mehr darum, Gleichaltrige zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Um sich anerkannt zu fühlen, ist es manchen Jugendlichen wichtig, möglichst viele Kontakte zu haben. Es gibt jedoch auch Nutzer, denen die Anzahl der Kontakte unwichtig ist, ihnen reicht es, nur dabei zu sein (vgl. auch MPFS, 2008, S. 56). Des Weiteren wird auf eine Gruppe Jugendlicher mit Migrationshintergrund hingewiesen, die mit der SNS-Nutzung ihre sozialen Probleme aus dem Alltag (fehlende Anerkennung, Integration bei Gleichaltrigen) zu kompensieren versucht. Diese Jugendlichen nutzen die Platt- formen vor allem zum Identitätsmanagement, indem sie ihre Herkunft explizit darstellen und sich entsprechenden Gruppen zuordnen. Ferner nutzen sie die kommunikativen Möglichkeiten der Plattformen zur Auseinandersetzung mit geg- nerischen Gruppen, indem sie sie beleidigen oder belästigen (Paus-Hasebrink et al., 2009, S. 197ff.) Vielen Nutzern ist es wichtig, sich mit Hilfe des Profils darzu- stellen, dabei möchten sie möglichst authentisch sein. (Paus-Hasebrink et al., 2009, S. 175). Entscheidend ist, wie sie durch ihr Profil auf andere wirken, so werden beispielsweise die Bilder mit Bildbearbeitungsprogrammen bearbeitet, um gut anzukommen. Auch die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen sagt etwas über die Person aus, dazu werden diese gezielt ausgesucht (Paus-Hasebrink et al, 2009. S. 162f.).

Hinsichtlich des Umgangs mit Social Networking Sites wird innerhalb dieser Stu- die zwischen verschiedenen unterschiedlichen Nutzungstypen unterschieden. Un- ter den SchülerVZ-Nutzern finden sich vor allem die routinierten Kontaktpfleger und außenorientierten Selbstdarsteller mit jeweils ca. 25%. Dagegen gibt es relativ wenig Randnutzer ohne Profil sowie reflektierte Gelegenheitsnutzer. Es zeigt sich somit, dass die Rolle, die Social Networking Sites im Alltag von jungen Men- schen einnimmt, recht vielfach sein kann. (Schmidt & Gutjahr, 2009, S. 209f.).

5. Exkurs: Online Communities für Erwachsene

Inzwischen agieren auch immer mehr Erwachsene in Online Netzwerken, laut Pew Internet-Studie hat sich die Zahl der erwachsenen Nutzer zwischen 2005 und 2008 vervierfacht (Lenhart, 2009, S. 3). Damit angestiegen ist auch die Anzahl der Netzwerke. Es gibt Freunde-Netzwerke, wie beispielsweise MeinVZ, Face- book oder auch Netzwerke, in denen man frühere Schulfreunde wiederfinden kann (Beispiel Stayfriends). Zusätzlich existieren Business-Netzwerke, wie zum Bei- spiel Xing und LinkedIn sowie eine große Anzahl von Netzwerken, die sich an ganz spezielle Interessengruppen richten (Meskill, 2005, zit. n. Kalz et al., 2008, S. 60). Im Unterschied zu SchülerVZ finanzieren sich diese Netzwerke meist nicht nur über Werbung. Die kostenlose Nutzung ist oft nur auf bestimmte Nut- zungsfunktionen begrenzt. Möchte man erweiterte Funktionen nutzen, so muss hierfür zumeist ein bestimmter monatlicher Betrag entrichtet werden. Erst dann hat man beispielsweise Zugriff auf persönliche Daten und eingestellte Fotos seiner Freunde oder kann sehen, wer sich das eigene Profil angeschaut hat. Auf den Pro- filseiten der Plattformen werden oft weit umfangreichere Informationen abgefragt, wie beispielsweise die Religionszugehörigkeit, die politische Richtung oder die Telefonnummer. Zumeist sind die Profile zudem standardmäßig für jeden Platt- formnutzer sichtbar (vgl. Fraunhofer Institut, 2008).

[...]


1 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Verlauf der Arbeit die männliche Schreibweise verwendet, gemeint sind jeweils die männliche sowie die weibliche Form.

2 Im weiteren Verlauf dieser Arbeit abgekürzt durch „MPFS“

Details

Seiten
26
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640628537
ISBN (Buch)
9783640628612
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151311
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – LG Bildungstheorie und Medienpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Social Networking Sites Jugendliche Online Communities

Autor

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Titel: Online Communities – Potenziale und Risiken für jugendliche Nutzer