Lade Inhalt...

Hacker oder Cracker?

Unterschiede des Hackings in der heutigen Zeit

Hausarbeit 2009 8 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Hacker – Versuch einer Definition

3. Hacker, Cracker und die Frage der Ethik

4. Die Amoralität des Computers

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen des Seminars „Lifehacking: Medientechnologien/Selbsttechnologien“ im Sommersemester 2009. Sie geht hervor aus einem Referat zum Thema „Hacker oderCracker ? Hacking in der Gegenwart“, das versucht, Grenzen zu ziehen zwischen den Eigenschaften und Intentionen von Hackern und denen von Crackern. Diese Unterscheidung ist vor allem im allgemeinen und medienspezifischen Sprachgebrauch sehr unklar, und oft werden beide Begriffe synonym verwendet. Doch nicht nur für die Selbstwahrnehmung von Hackern und Crackern, sondern auch für die breite Öffentlichkeit scheint eine genauere Abgrenzung unabdingbar. Dieser Essay versucht nachzuvollziehen, warum eine diesbezügliche Unterscheidung tatsächlich notwendig und sinnvoll ist. Vor allem aber werden einzelne Kriterien, die diese Grenze abstecken, auf ihre Relevanz untersucht und hinterfragt. Daraus folgend soll eine hinreichende Definition und Beurteilung der Unterscheidungsmerkmale als Fazit dieser Arbeit hervorgehen.

2. Der Hacker – Versuch einer Definition

„In its original technological sense, the word ‚hacker‘, coined at MIT in the 1960s, simply connoted a computer virtuoso. That’s still the meaning enshrined in the 1994 edition of the New Hacker’s Dictionary, which defines such a person as someone ‘who enjoys exploring the details of programmable systems and how to stretch their capabilities; one who programs enthusiastically, even obsessively” (Roush 1995, 1). Dieser Ansatz einer Definition macht deutlich, wie vage der BegriffHacker umrissen ist und in welchem Ausmaß er ständigen Neuerungen unterworfen ist. Das Umfeld des Computerhackers, das von technologischen Weiterentwicklungen geprägt ist, macht eine genaue Bestimmung des Begriffs praktisch unmöglich, und doch finden sich in der Literatur und im Netz unzählige Ansätze, das, was den Hacker an sich ausmacht, in Worte zu fassen.

Trotz aller vorhergegangenen Versuche, den BegriffHacker genau zu definieren, sind, wie auch im Seminar herausgearbeitet, die Grenzen stark verwischt. Taylor spricht in diesem Zusammenhang von der „slippery nature of this term“ (Taylor 1999, 14) und betont: “[T]here is no one single, uncontested description of hacking” (ibid.). Im Zuge der Ausweitung von Technologien auf das tägliche Leben hat sich jedoch nicht nur das Selbstverständnis dieser Technologien, sondern auch das Umfeld des Hackers gewandelt. Die ursprüngliche, strikt computerbezogenen Definition wich bald anderen, diverseren Ansätzen: Da ist zum einen der antiautoritäre Spieler laut Stallmann (2002), der versucht, durch „playful cleverness“ (ibid.) Problemlösungen zu entwickeln oder Alltagsgegenständen eine innovative Bestimmung zu geben und der nur von der technischen Kapazität in seinen autodidaktischen Bemühungen eingeschränkt wird. Der ursprüngliche Computerbezug wird hier ausgedehnt auf andere Ebenen, die unter Umständen nichts mehr mit Technik zu tun haben. Dann ist da das sozialutopische Bild der Medien (vgl. 3-sat-Bericht im Seminar), das den Hacker als eine Art Robin Hood der Neuzeit darstellt, der, obwohl seine Legalität in Frage gestellt wird, als eine moralische Instanz dient und Sicherheitslücken aufdeckt und die Freiheit von Informationen propagiert. Und zu guter Letzt ist da das breite Bild der Öffentlichkeit, die die BegriffeHacker undCracker beinahe synonym verwendet und diese beschreibt als „Piraten undCracker, die Schutzmechanismen entfernen und Software verbreiten“ (Pias 2002, 1). Sogar Mizrach definiert die „neuen” Hacker der 90er als „people who attempt to penetrate security systems on remote computers” und setzt sie damit gleich mit Crackern (1997). In diesem Zusammenhang steht nicht mehr die ursprüngliche Eleganz des Hacks im Vordergrund, sondern schlicht die Überwindung von Sicherheitssystemen. Durch all diese unterschiedlichen Verwendungen der Begriffe und die Weiterentwicklung der Techniken und damit auch der Hacker scheint eine genaue Definition letztendlich unmöglich: „D er Hacker scheint in der Diversität seiner Aktionen und Zielsetzungen unfaßbar (sic!) geworden zu sein“ (Pias 2002, 1).

[...]

Details

Seiten
8
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640630417
ISBN (Buch)
9783656763055
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151571
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Institut für Medienwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Hacker/Cracker

Autor

Zurück

Titel: Hacker oder Cracker?