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Wie schreibt man eine wissenschaftliche Arbeit?

Seminararbeit 2010 34 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

2. Allgemein
2.1. Wissenschaft (Definition)
2.2. Gütekriterien (Definition)
2.3. Wie findet man ein interessantes Forschungsthema?
2.4. Literaturrecherche

3. Wissenschaftliche Arbeit
3.1. Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
3.1.1. Aufbau einer Haus- / Seminararbeit
3.1.2. Aufbau einer Diplom-/Magisterarbeit oder Dissertation
3.2. Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit
3.2.1 Allgemein
3.2.2 Chronologische Gliederung
3.2.3. Systematische Gliederung
3.2.4. Deduktive Gliederung
3.2.5. Induktive Gliederung
3.2.6. Ursache-Wirkung-Gliederung
3.2.7. Relationsgliederungen
3.2.8. Empirische / Naturwissenschaftlichen Gliederungen
3.3. Arten von Zitaten
3.3.1. Großzitate (Zitate ganzer Werke)
3.3.2. Kleinzitate (auszugsweise Zitate, z. B. einzelne Sätze oder Gedankengänge)
3.3.3. Bildzitate
3.3.4. Filmzitate
3.3.5. Wörtliches Zitat (= direktes Zitat)
3.3.6. Sinngemäßes Zitat (= indirektes Zitat)
3.4. Korrektes Zitieren
3.4.1. ISO-Norm 690
3.4.2. Fußnoten, Quellenverwaltung und Zitate einfügen und verwalten
3.4.3. Zitieren aus Büchern und Buchabschnitten
3.4.4. Zitieren aus Zeitschriftenaufsätzen oder Zeitungsartikeln
3.4.5. Zitieren aus Sammelwerken
3.4.6. Sonderformen
3.5. Formale Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit
3.5.1. Schriftart
3.5.2. Zeilenabstand
3.5.3. Schriftgröße
3.6. Art und Weise der Argumentation in einer wissenschaftlichen Arbeit
3.7. Wie schreibt man eine wissenschaftliche Arbeit?
3.7.1. Erste Phase: Planung des Projektes
3.7.2. Zweite Phase: Sammlung der Daten
3.7.3. Dritte Phase: Auswertung
3.7.4. Vierte Phase

4. Wissenschaftliche Forschung
4.1. Untersuchungsziele einer Forschungsarbeit
4.2. Vorgehensweise bei einer wissenschaftlichen Untersuchung
4.3. Arten von Hypothesen
4.3.1. Zusammenhangshypothese
4.3.2. Unterschiedshypothese
4.3.3. Empirisch-wissenschaftliche Hypothesen
4.4. Unterschied zwischen einer Theorie und einer Hypothese

5. Sozialforschung
5.1. Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Sozialforschung
5.1.1. Quantitative Sozialforschung
5.1.2. Qualitative Sozialforschung
5.1.3. Gegenüberstellung der beiden Ansätze
5.2. Qualitative Interviews - Formen und Verwendung
5.3. Verwendung einer Beobachtung
5.4. Verwendung einer Gruppendiskussion
5.5. Verwendung einer Inhaltsanalyse

6. Datenauswertung
6.1. Arten der qualitativen Datenauswertung
6.2. Arten der quantitativen Datenauswertung
6.2.1. Explorative Datenanalyse
6.2.2. Populationsbeschreibende Datenanalyse
6.2.3. Hypothesentestende Datenanalyse

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

10. Quellenverzeichnis

11. Abkürzungsverzeichnis

2. Allgemein

2.1. Wissenschaft (Definition)

In den deutschen Standardnachschlagewerken (Duden, Brockhaus) wird der Begriff „Wissenschaft“ folgendermaßen definiert:

„Wissenschaft ist der Inbegriff des durch Forschung, Lehre und überlieferter Literatur gebildeten, geordneten und begründeten, für gesichert erachteten Wissens einer Zeit; auch die für seinen Erwerb typische methodisch- systematische Forschungs- und Erkenntnisarbeit sowie ihr organisatorisch-institutioneller Rahmen.

Hauptziel der Wissenschaft ist die rationale, nachvollziehbare Erkenntnis der Zusammenhänge, Abläufe, Ursachen und Gesetzmäßigkeiten der natürlichen wie der historischen und kulturell geschaffenen Wirklichkeit; neben der Erwei- terung des Wissens über die Welt liefern vor allem Naturwissenschaft und Technik die Mittel zu vorausschauender Planung und gezielter Veränderung der Wirklichkeit Als Hauptmerkmal der Wissenschaft wird (außer im Marxismus) eine von Wertungen, Gefühlen und äußeren Bestimmungsmomenten freie, auf Sachbezogenheit gründende Objektivi- tät angesehen, welche neben dem methodischen Konsens die Verallgemeinerungsfähigkeit und allgemeine Nachprüf- barkeit wissenschaftlicher Aussagen begründet." (5)

Bei der Wissenschaft handelt es sich um die "Gesamtheit der planmäßigen Bemühungen des Menschen, vernunft- gemäße Erkenntnisse und wahre, nachprüfbare Aussagen über die Natur und den Menschen zu gewinnen. Die Wis- senschaft als Ganzes ist in viele unterschiedliche Einzelwissenschaften unterteilt, die nach dem Objekt ihrer Erkenntnis und nach ihrer Methode und Zielsetzung unterschieden und benannt werden. Man spricht von Naturwissenschaften, die ihre Erkenntnisse durch Experimente (Versuche) gewinnen und in mathematisch begründeten Formeln ausdrü- cken, und von Geisteswissenschaften (alle Wissenschaften, die nicht Naturwissenschaften sind, mit Ausnahme der Mathematik), die weniger auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten als auf historische Einmaligkeit gerichtet sind und das geistige Schaffen des Menschen in seiner Zeit und seiner Wechselwirkung zur Gesellschaft untersuchen." (6)

2.2. Gütekriterien (Definition)

Bei Gütekriterien handelt es sich um Kriterien zur Beurteilung der Datenqualität, die im Rahmen eines Messvorganges erhoben werden oder Kriterien zur Beurteilung der Qualität von Ergebnissen aus Analysen (1).

Es wird zwischen den folgenden Gütekriterien unterschieden:

- Objektivität
- Reliabilität
- Validität

Nur wenn diese Gütekriterien in einem bestimmten Umfang berücksichtigt werden, können aus einer Analyse (= Messvorgang) auch verlässliche Schlussfolgerungen gezogen werden.

2.2.1.Objektivität

Eines der Gütekriterien ist bei empirischen Tests und Untersuchungen die Objektivität. Dabei ist eine Analyse nur dann objektiv, wenn die Ergebnisse der Messung nicht vom Untersuchungsleiter abhängig sind.

Es gibt sowohl die Durchführungsobjektivität (= keine Beeinflussung der Ergebnisse durch äußeres Erscheinungsbild, und / oder das Ziel- und Wertsystem des Untersuchenden), als auch die Auswertungsobjektivität (besonders bei stan- dardisierten Fragen) und die Interpretationsobjektivität (= wenig bis kein Spielraum für subjektive Interpretationen durch den Leiter der Untersuchung) (2).

2.2.2. Reliabilität

Die Reliabilität einer Analysemethode gibt an, inwieweit die Messergebnisse übereinstimmen, die unter identischen Bedingungen mit dem gleichen Messverfahren erreicht werden. Sie wird auch häufig als Korrelation zwischen zwei Messreihen berechnet (3).

Methoden zur Analyse:

Test-Retest-Reliabilität: Hier werden die Einstellungen einer Gruppe korreliert, die mit der gleichen Methode zu unter- schiedlichen Zeitpunkten gemessen werden (3).

Äquivalente Messungen: Es werden die Einstellungen einer Gruppe, die mit verschiedenen, aber als äquivalent einge- schätzten Analysemethoden gemessen werden, korreliert (3).

Bei parallelen Messungen wird die Einstellung einer Gruppe zwei Mal gemessen, allerdings wird die Messung mit ver- schiedenen Items vorgenommen (3).

2.2.3. Validität

Unter der Validität (= Gültigkeit) versteht man das Ausmaß, in dem eine Messmethode tatsächlich das Konstrukt misst, das auch gemessen werden soll. Sie erhält eine besondere Relevanz bei der Messung von nicht direkt be- obachtbaren theoretischen Konstruktionen, wie z.B. Motivation etc. (4).

Man unterscheidet zwischen der Inhalts-Validität (=Content-Validity) (4) und der Kriterien-Validität (= Criterion- Validity) (4). Die Inhalts-Validität bezieht sich dabei auf die Gültigkeit des Inferenz-/Induktionsschlusses und zeigt an, inwieweit die beobachtete Wirkung auch für die relevante Grundgesamtheit gilt (4). Dagegen wird bei der Kriterien- Validität die Gültigkeit durch einen Vergleich mit einem beobachteten Kriterium analysiert. Stellt man zwischen dem beobachteten Verhalten und dem Verhalten, das aus der Messung von Einstellungen vorhergesagt wurde, einen Zu- sammenhang (= Korrelation), nennt man dies Vorhersage-Validität (= Predictive-Validity) (4). Wenn aber die Einstel- lung und das Verhalten zeitgleich gemessen werden, ist dies als Übereinstimmungsvalidität (=Concurrent-Validity) definiert (4).

Man spricht von einer Konstrukt-Validität (=Construct-Validity) (4), wenn die Ergebnisse aus mehreren Analysen eines theoretischen Konstrukts unter Verwendung unterschiedlicher Methoden korrelieren (=Convergent-Validity) (4) oder aber die Resultate aus mehreren Analysen verschiedener Konstrukte korrelieren (=Discriminant-Validity) (4).

Die interne Validität stellt den Maßstab für die Sicherheit dar, mit der der beobachtete Effekt wirklich der experimen- tell veränderten Variablen zugeschrieben werden kann (4).

Bei der externen Validität werden die Inhalts- und die Vorhersage-Validität zusammengefasst (4).

Im Gegensatz zur objektiven Betrachtungsweise gibt es auch die Anschauungs-Validität (= Face-Validity), bei der die subjektive Einschätzung von Experten(=Expertenbefragung) mit den Ergebnissen übereinstimmt (4).

2.3. Wie findet man ein interessantes Forschungsthema?

Es gibt vielfältige Wege um interessante Themen zum Erstellen einer Diplomarbeit bzw. Dissertation, aber auch für Haus- und Seminararbeiten zu finden. Oft können interessante Artikel aus der aktuellen Fachliteratur und aus Fach- zeitschriften für den Bereich Print Ideen für eine wissenschaftliche Arbeit beinhalten, aber auch Radio, TV und Internet mögliche Quellen. Vorlesungen, Material aus diesen Lehrveranstaltungen bieten ebenfalls Ansätze für ein Forschungs- thema.

Auch persönliche Fragen oder Fragestellungen aus dem Berufsumfeld (z.B. für eine Masterarbeit) können in einer Arbeit ausgestaltet werden. Natürlich bieten auch Forschungsinstitute sowie Firmen und Organisationen, z. B. im Rahmen von komplexen Forschungsprojekten Themen für eine wissenschaftliche Arbeit (7).

2.4. Literaturrecherche

Folgende Schritte sind sinnvoll, um sich in der Fülle der (Forschungs-) Literatur zurechtzufinden und um nach geeigne- ten Literaturquellen für die Forschungsarbeit zu recherchieren (8):

- Nachschlagen von Stichwörtern in einem allgemeinen Wörterbuch oder Fachlexikon aus dem ge- wünschten Themenbereich, um einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und Hin- weise auf wichtige Forschungsbeiträge zu erhalten
- Recherche in den Literaturverzeichnissen von (aktuellsten) Büchern bzw. Artikeln aus Fachzeitschrif- ten. Ausführliche Angaben finden sich vor allem in Habilitationsschriften und Dissertationen des Hochschulverzeichnisses der Deutschen Bibliographie
- Recherche im Schlagwortkatalog einer (wissenschaftlichen) Bibliothek, da dieser nach inhaltlichen Schwerpunkten sortiert ist
- Allgemeine Suche in Präsenzbibliotheken, größeren Buchhandlungen und in online-Buchhandlungen mit Hilfe der bereits recherchierten Schlagworte
- Recherche in online-Datenbanken von Universitätsbibliotheken sowie Bibliografien zu speziellen Themenbereichen
- Recherche in der vom Dozenten veröffentlichten Literatur
- Recherche in Fachzeitschriften und Periodika
- Internetrecherche, z.B. bei online-Datenbanken und Informationsdiensten und last but not least
- In Suchmaschinen, wie z.B. www.google.de

3. Wissenschaftliche Arbeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1. Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit

Beim Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit unterscheidet man, ob es sich um eine Haus- oder Seminararbeit oder aber um eine Diplom- / Magisterarbeit oder Dissertation handelt. Dabei gibt es noch Gestaltungsvarianten, die von der jeweiligen Hochschule vorgegeben werden.

3.1.1. Aufbau einer Haus- / Seminararbeit

Diese Variante einer wissenschaftlichen Arbeit gliedert sich wie folgt (9):

1. Titel- bzw. Deckblatt
2. Vorwort
3. Inhaltsverzeichnis und Abbildungsverzeichnis (ggf. auch nach dem Literaturverzeichnis)
4. Textteil mit Einleitung, Hauptteil und Schluss
5. Literatur- und Quellenverzeichnis
6. falls vorhanden Anhang, Quellen Fragebögen

3.1.2. Aufbau einer Diplom-/Magisterarbeit oder Dissertation

Eine Diplomarbeit bzw. eine Dissertation gliedern sich folgendermaßen (10):

1. Leeres Blatt
2. Titel- / Deckblatt (oder vorgegebenes Formular)
3. ehrenwörtliche Erklärung (falls nicht auf dem Deckblatt)
4. Vorwort
5. Inhaltsverzeichnis und Abbildungsverzeichnis (ggf. auch nach dem Literaturverzeichnis)
6. Textteil (Einleitung, Hauptteil, Schluss)
7. Literatur- und Quellenverzeichnis
8. Anhang
9. Leeres Blatt

3.2. Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit

Es existieren verschiedene Gliederungsmodelle, wie eine wissenschaftliche Arbeit aufgebaut werden kann. In erster Linie richtet sich die Art der Gliederung nach der Themenstellung oder aber auch nach dem Fachbereich der wissen- schaftlichen Arbeit:

3.2.1 Allgemein

Es wird zwischen einer alpha-numerischen Bezeichnung und einer numerischen Bezeichnung einer Gliederung unter- schieden (11). Diese Gliederungsvarianten sind bereits durch Microsoft WORD vorgegeben oder können benutzerdefi- niert gestaltet werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1. alpha-numerische und numerische Gliederungsvarianten

3.2.1.1. Alpha-Numerische Bezeichnung

A. Einleitung

B.Hauptteil
I. Kapitel
1. Unterpunkt
1.1.
1.2.
2. Unterpunkt
2.1.
2.2.
II. Kapitel
1. Unterpunkt
1.1.
1.2.
2. Unterpunkt
2.1.
2.2.
III. Kapitel
1. Unterpunkt
1.1.
1.2.
2. Unterpunkt
2.1.
2.2.

C.Fazit (12)

3.2.1.2. Numerische Bezeichnung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Numerische Bezeichnungen

3.2.2 Chronologische Gliederung

Bei der chronologischen Gliederung (15) werden die Ergebnisse in einer zeitlichen Reihenfolge dargestellt indem die unterschiedlichen Phasen bzw. die fortlaufende Entwicklung beschrieben werden. Diese Variante bietet sich an, wenn sich die Thematik erst durch eine chronologische Anordnung erschließt (z.B. historische Themen).

3.2.3. Systematische Gliederung

Die systematische Gliederung wird bei einer gleichen Gewichtung der Unterpunkte angewendet. Dabei werden die Antworten auf die Unterfragen zum gewählten Thema gleichberechtigt aneinander gereiht. Diese Art der Gliederung wird sehr häufig angewendet (16). Es besteht aber auch die Möglichkeit bei dieser Variante der Gliederung die Unter- punkte hierarchisch anzuordnen, wenn das dadurch besser dargestellt werden kann (17).

3.2.4. Deduktive Gliederung

Bei der deduktiven Gliederung ist die Struktur durch Hypothesen und ihre Belege bestimmt und führt von der Theorie (Hypothese) zur Anwendung (Beleg) (18).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Deduktive Gliederung

Die deduktive Gliederung hat ihren Schwerpunkt primär auf den Hypothesen, die bewiesen werden. Sie ist besonders relevant für eine wissenschaftliche Arbeit, deren Folgerungen (sehr) interessant sind (20).

[...]

Details

Seiten
34
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640639533
ISBN (Buch)
9783640639366
Dateigröße
1001 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v152251
Institution / Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien – Münchener Marketing Akademie
Note
2,0
Schlagworte
wissenschaftliches Arbeiten korrektes Zitieren Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit Zitate formale Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit wissenschaftliche Forschung Sozialforschung Datenanalyse qualitative Sozialforschung quantitative Sozialforschung

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