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Wertpapierprogrammentscheidungen

Kritische Betrachtung der Portfolio Selection Theory und des Capital Asset Pricing Modells

Seminararbeit 2009 22 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung

2. Portfolio Selection Theory
2.1. Die Grundidee der Portfolio Selection Theory
2.2. Die Berechnung des effizienten Portfolios
2.3. Eine kritische Betrachtung

3. Capital Asset Pricing Modell
3.1. Die Annahmen und Prämissen des CAPM
3.2. Die Kapitalmarktlinie
3.3. Die Wertpapierline
3.4. Eine kritische Würdigung des Capital Asset Pricing Modell

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Verzeichnisse

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Effizienzlinie

Abbildung 2: Die Capital Market Line und effiziente Portfolios

Abbildung 3: Das Capital Asset Pricing Modell

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Für Unternehmen ist es von existenzieller Bedeutung, die begrenzten finanziellen Ressourcen optimal einzusetzen. Insbesondere in Zeiten von wirtschaftlicher Unsicherheit und Wirtschaftskrisen ist es ein zentraler Faktor unternehmerischer Tätigkeit, Investitionsentscheidungen genauestens zu überdenken und die dadurch entstehenden Risiken abzuwägen. Fehlinvestitionen können gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftslage die Existenz eines Unternehmens ernsthaft gefährden: falsche Verteilung von limitiert zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln führt zu zu geringen Renditen und somit zu einer Bedrohung des Fortbestandes des Unternehmens.

Auf Grund dessen ist es ein bedeutendes Unternehmensziel, Investitionsobjekte auszuwählen, die ein optimales Risiko/Rendite-Verhältnis aufweisen. Im Auswahlprozess einer Investitionsalternative stellt sich folglich die Frage nach risikogerechten Kapitalkosten aus Sicht des Investors. Zusätzlich müssen die risikobehafteten Anlagemöglichkeiten aus Sicht des Anlegers bewertet werden, um die für ihn optimale Anlagealternative herauszufiltern.

Ziel dieser Seminararbeit ist es, die Portfolio Selection Theorie sowie das Capital Asset Pricing Modell als Entscheidungsmodelle für Wertpapierprogrammentscheidungen darzustellen und diese kritisch zu betrachten.

1.2. Gang der Untersuchung

In Kapitel 2 wird zunächst die Portfolio Selection Theory nach Markowitz dargestellt. Es werden die grundsätzlichen Annahmen dieses Modells dargelegt sowie die Berechnung eines für den Anleger optimalen Portfolios mit Hilfe der Effizienzlinie aufgezeigt. Den Abschluss von Kapitel 2 bildet eine kritische Würdigung der Portfolio Selection Theory.

In Kapitel 3 wird auf das Capital Asset Pricing Modell eingegangen. Zu Beginn werden die Grundgedanken des Modells demonstriert, anschließend werden die essentiellen Bestandteile des Capital Asset Pricing Modells aufgezeigt: die Kapitalmarktlinie sowie die Wertpapierlinie. Die Berechnung dieser bedeutenden Bestandteile wird ausführlich dargestellt. Anschließend erfolgt eine kritische Würdigung des Modells.

Diese Seminararbeit wird mit einer Schlussfolgerung zur Anwendbarkeit und Bedeutung der beiden Modelle abgeschlossen.

2. Portfolio Selection Theory

2.1. Die Grundidee der Portfolio Selection Theory

Harry M. Markowitz entwickelte 1952 die Portfolio Selection Theory, welche auch als Portfoliotheorie bezeichnet wird.1 Das Portfoliomodell ist ein praktischnormatives Modell, welches hauptsächlich zur Wertpapierauswahl genutzt wird.2 Die Theorie beschäftigt sich mit Investitionsprogrammentscheidungen und versucht in diesem Zusammenhang folgende Fragen zu beantworten:

1. Wie lässt sich eine Investition so planen, dass das Risiko möglichst gering ist?
2. Welche Investitionen können unter Beachtung der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel realisiert werden?3

Das Grundproblem der Portfolioauswahl besteht in der Frage, wie ein zur Verfügung stehender Geldbetrag eines Anlegers auf verschiedene Investitionsalternativen verteilt werden soll, um ein vorgegebenes Renditeziel zu erreichen.4 Das Portfoliomodell von Markowitz berücksichtigt sowohl alle Investitions- und Handlungsalternativen als auch die Zielvorstellungen des Anlegers. Somit kann der Prozess der Auswahl einer Investitionsalternative in zwei Schritte unterteilt werden. Zunächst werden alle Handlungsalternativen unter Berücksichtigung der vorgegebenen Ziele aufgezeigt. Anschließend wird ein individuelles und optimales Investitionsportfolio mit Hilfe von rationalen Entscheidungsprinzipien erstellt.5 Ein vollständiges Entscheidungsmodell erfordert die Kenntnis verschiedener Komponenten. Diese Komponenten sind:

- die Präferenzrelationen für das angestrebte Ausmaß der Zielgrößen
- die Beurteilung der zeitlichen Struktur der Zielgrößen
- die Bedeutung der einzelnen Zielgrößen
- die Risikoeinstellungen der Entscheidungsträger sowie Portfolio Selection Theory 4
- der Planungszeitraum.6

Die Portfolio Selection Theory nach Markowitz untersucht demnach eine Entscheidungssituation unter Beachtung der vorhandenen Risiken. Ziel ist es, die für den Investor nutzenmaximale Investitionsmöglichkeit zu ermitteln.7

Die Theorie unterstellt den Entscheidungsträgern ein risikoscheues Verhalten, da dieses auch in der Realität häufig vorliegt. Risikoscheues Verhalten bedeutet, dass der Investor eine niedrigere Rendite in Kauf nimmt, wenn dadurch das vorhandene Risiko sinkt. Risikofreudige Investoren hingegen versuchen ihren Nutzen zu maximieren indem sie effizientere Investitionen mit höherem Risiko tätigen.8

2.2. Die Berechnung des effizienten Portfolios

Ein Einsatzschwerpunkt der Portfolio Selection Theory nach Markowitz ist die Zusammenstellung eines für den Anleger nutzenmaximalen Aktienportfolios. Die Portfolioplanung kann auf der Basis verschiedener Annahmen durchgeführt werden. In dieser Seminararbeit wird die Portfolioplanung auf der Grundlage des µб-Prinzips dargestellt. Das Risiko einer Investition wird in diesem Fall mit Hilfe der Parameter µ und б erfasst. µ bezeichnet hierbei den Erwartungswert der Rendite, б stellt die Standardabweichung des Endvermögens dar. Die Handlungskonsequenzen beim Kauf von Wertpapieren sind somit eindeutig festgelegt.9

Markowitz geht in seiner Theorie davon aus, dass ein Investor einen festen Betrag in Wertpapieren des Kapitalmarktes anlegen möchte, so dass er eine minimales Risiko hat und trotzdem eine bestimmte Mindestrendite M in einem festgelegten Planungszeitraum erzielt. Das ausgewählte Portfolio muss demnach möglichst effizient sein. Effizienz heißt laut der Definition von Markowitz, dass es nicht möglich ist, eine höhere Rendite zu erzielen, ohne eine höhere Standardabweichung in Kauf nehmen zu müssen. Andersherum bedeutet dies, dass ein Portfolio nur dann effizient ist, wenn es nicht möglich ist, eine geringere Standardabweichung zu erreichen, ohne eine geringere erwartete Rendite in Kauf zu nehmen.10

Ein Investor hat in der Regel mehrere Investitionsalternativen zur Auswahl, so dass sich der Erwartungswert des Portfolios (µp) wie folgt definierten lässt:11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hierbei steht n für die Anzahl der zur Verfügung stehenden Wertpapiere, αi für den Anteil des Wertpapiers i am Portfolio. Dabei gilt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anschließend wird die Varianz des Portfolios berechnet. Für ein Portfolio mit n Anlagen wird dies folgendermaßen durchgeführt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein aus n Einzelbestandteilen bestehendes Portfolio enthält n Terme mit Varianzen sowie n* (n-1) Therme mit Kovarianzen. Somit lässt sich feststellen, dass die Kovarianzen auf Grund ihrer größeren Anzahl ein höheres Gewicht für die Standardabweichung des Portfolios besitzen als die Einzelvarianzen. Die Portfoliovarianz wird hauptsächlich durch die Korrelationen der Komponenten des Portfolios bestimmt, wenn es aus vielen Titeln besteht. Je geringer die Stärke der Korrelation der Titel in einem Portfolio, desto kleiner ist auch die Varianz bzw. die Standardabweichung des gesamten Portfolios, wodurch das Risiko sinkt.12

Es zeigt sich, dass mit steigender Titelzahl in einem Portfolio das Risiko in der Regel sinkt, es aber nicht vollständig wegdiversifiziert werden kann. Demnach müssen zwei Formen von Risiken unterschieden werden, das diversifizierbare Risiko und das nicht-diversifizierbare Risiko. Letzteres kann auch als allgemeines Marktrisiko bezeichnet werden. Das Marktrisiko lässt sich niemals ganz ausschließen. Das diversifizierbare Risiko hingeben wird als unternehmensabhängiges Risiko bezeichnet. Werden in einem Portfolio Anlagen

kombiniert, die nicht perfekt korreliert sind, so lässt sich das unternehmensabhängige Risiko wegdiversifizieren.13

Das optimale Portfolio kann unter Zuhilfenahme der effizienten Linie ausgewählt werden. Optimal bedeutet, dass für einen geforderten Mindestertrag das Risiko minimiert werden bzw. für eine bestimmte Risikobereitschaft die Gewinnerwartung maximiert werden soll.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Entnommen aus: http://www.deifin.de/thema007.htm Abbildung 1: Effizienzlinie15

Jeder Punkt auf der Fläche bildet eine mögliche Portfoliomischung ab. Als effizient im Sinne der Portfoliotheorie gelten jedoch nur diejenigen Portfolios, die auf der Effizienzlinie liegen.16 Welches auf der Effizienzlinie liegende Portfolio sich der Investor aussucht, hängt von seinen individuellen Nutzenerwartungen ab.

[...]


1 Vgl. Weis, K. (1985), S.51.

2 Vgl. Wilhelm, S. (2000), S. 66.

3 Vgl. Perridon, L., Steiner, M. (2004), S. 265.

4 Vgl. Hielscher, U. (1996), S. 54.

5 Vgl. Wilhelm, S. (2000), S. 67.

6 Perridon, L., Steiner, M. (2004), S. 265.

7 Vgl. Weis, K. (1985), S. 51.

8 Vgl. Deppner, C. (1992), S. 21.

9 Vgl. Perridon, L., Steiner, M. (2004), S. 265.

10 Vgl. Schmidt, R.H., Terberger, E. (1997), S. 326.

11 Vgl. Perridon, L., Steiner, M. (2004), S. 267.

12 Vgl. Borchert, J., Schemm, R. (2007), S.312.

13 Vgl. Borchert, J., Schemm, R. (2007), S 312.

14 Vgl. Thommen, A., Achleitner A.-K. (2006), S. 941.

15 http://www.deifin.de/thema007.htm, Stand 14.06.2009.

16 Vgl. Weis, K. H. (1985), S. 72.

Details

Seiten
22
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640643332
ISBN (Buch)
9783640643233
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v152305
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2.0
Schlagworte
Wertpapierprogramm Portfolio Selection Theory Capital Asset Pricing Modell CAPM Kapitalmarktlinie Wertpapierline effizienten Portfolios 24bak.de BAK-Betreuungsagentur Kusnierz e.K.

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