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Das Konzept des Sachverständigenrates zur Lohnpolitik

Hausarbeit 2002 18 Seiten

VWL - Konjunktur und Wachstum

Leseprobe

Gliederung

Abkürzungsverzeichnis

1.Einleitung

2.Der Sachverständigenrat
2.1 Rechtliche Stellung/ Organisation
2.2 Aufgaben des SVR

3. Lohnpolitik
3.1 Die produktivitätsorientierte Lohnpolitik
3.1.1 Herleitung der Formel
3.1.2 Erläuterungen zur produktivitätsorientierten Lohnpolitik
3.2 Die kostenniveauneutrale Lohnpolitik
3.2.1 Berücksichtigung der terms of trade
3.2.2 Berücksichtigung der Inflation
3.3 Moderate Lohnpolitik
3.4 Lohndifferenzierung

4. Kritik an der Lohnpolitik des SVR
4.1 Inflationszuschlag
4.2 Grenzproduktivität der Arbeit
4.2.1 Ermittlung der Grenzproduktivität nach SVR
4.2.2 Ortung des Fehlers

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Einleitung

Am 8. Juni 1967 hat der Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates das „ Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“ beschlossen. Im sog. „Stabilitätsgesetz“ wurden die wesentlichen wirtschaftspolitischen Kernziele der Bundesrepublik Deutschland verankert. Die gesamtwirtschaftlichen Ziele lauten demnach Preisniveaustabilität, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, stetiges, angemessenes Wirtschaftswachstum und hoher Beschäftigungsstand. Wegen der Schwierigkeit alle vier gesamtwirtschaftliche Ziele gleichzeitig zu verwirklichen wird dieses Zielviereck in der Literatur zu recht oft als „magisches Viereck“ bezeichnet. Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland sei „ nach wie vor die gravierendste Zielverfehlung der Wirtschaftspolitik“[1].

Deshalb sei es besonders dringlich eine Lohnpolitik zu verfolgen, die das Beschäftigungsziel nicht gefährdet.[2]

Doch welche Lohnpolitik soll verfolgt werden? Mit welchen Raten sollen die Löhne steigen? Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung veröffentlicht jährlich ein Gutachten, in dem seine lohnpolitischen Empfehlungen schon seit Beginn ein Kernstück des Jahresgutachtens bilden.

2.Der Sachverständigenrat

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) wurde am 14. August 1963 gegründet. Seine Gründung war Ausdruck eines neuen wirtschaftspolitischen Denkens in der Bundesrepublik Deutschland. Bis Anfang der sechziger Jahre blieben der Wirtschaftspolitik durch eine dogmatische Ordnungspolitik enge Grenzen gesetzt. Erst die zunehmenden Stabilisierungsschwierigkeiten einer vollbeschäftigten Volkswirtschaft gaben den Anstoß, eine intensivere makroökonomische Prozesspolitik zu

betreiben. Ergebnisse dieses neuen Denkens war u.a. das Gesetz über die Bildung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVG).

2.1 Rechtliche Stellung/ Organisation

Der SVR setzt sich aus 5 Mitgliedern, den sog. „5 Weisen“ zusammen. Die Mitglieder sollen über besondere wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse und volkswirtschaftliche Erfahrungen verfügen. Die Mitglieder werden auf Vorschlag der Bundesregierung durch den Bundespräsidenten für die Dauer von fünf Jahren berufen.

Sie dürfen nicht der Regierung oder einer gesetzgebundenen Körperschaft des Bundes oder eines Bundeslandes angehören und nicht im Dienste einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, eines Wirtschaftsverbandes oder einer Arbeitgeber- bzw. Arbeitnehmerorganisation stehen, um die Unabhängigkeit des SVR zu sichern.

2.2 Aufgaben des SVR

Eine Aufgabe des SVR ist die periodische Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage und deren absehbarer Entwicklung, die in Jahresgutachten veröffentlicht werden muss. In den Gutachten soll untersucht werden, wie die wirtschaftspolitischen Ziele („ magisches Viereck“) nach dem Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (StWG) gleichzeitig erfüllt werden können. Fehlentwicklungen, die diese Ziele gefährden können sollen aufgedeckt werden und alternative Möglichkeiten sollen aufgezeigt werden.

„Der SVR soll zur Erleichterung der Urteilsbildung bei allen wirtschaftspolitisch verantwortlichen Instanzen und in der Öffentlichkeit beitragen (Aufgabe der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung)“3. Eine weitere Aufgabe besteht darin, Sondergutachten zu erstatten, wenn Entwicklungen erkennbar werden, die die wirtschaftspolitischen Ziele gefährden oder wenn er von der Bundesregierung mit der Erstattung eines zusätzlichen Gutachtens beauftragt wird.

[...]


[1] Sachverständigenrat: Jahresgutachten 2000/01, Tz.408

[2] vgl. Görgens (1999), S.321

3 Gabler- Wirtschaftslexikon (1997), S.265

Details

Seiten
18
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638204149
ISBN (Buch)
9783656493389
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v15241
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart – Institut für Allgemeine VWL der Uni Stuttgart
Note
1,3
Schlagworte
Konzept Sachverständigenrates Lohnpolitik AVWL-Übung Konjunktur Beschäftigung

Autor

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Titel: Das Konzept des Sachverständigenrates zur Lohnpolitik