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Was ist eigentlich Poetry Slam?

Studienarbeit 2010 20 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Unterrichtliche Vorbedingungen
1.1. Die Lerngruppe
1.2. Die Referendarin
1.3. Schulspezifische Voraussetzungen

2. Didaktische Analyse
2.1. Gegenstand der Unterrichtseinheit
2.2. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
2.3. Didaktische Überlegungen
2.4. Gegenstand der Unterrichtsstunde

3. Ziele

4. Methodische Analyse

5. Tabellarischer Entwurf

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Unterrichtliche Vorbedingungen

1.1. Die Lerngruppe

Der Kurs 9/1 umfasst 16 Schülerinnen und Schüler[1], darunter fünf Mädchen und elf Jungen. Die Lernatmosphäre im Kurs kann als unausgeglichen beschrieben werden. Die SuS lernen erst seit Beginn des Schuljahres in dieser Konstellation und nicht alle waren mit der Gruppenzusammensetzung zufrieden. Dies kann zunächst darauf zurückgeführt werden, dass hier ganz unterschiedliche Leistungsniveaus aufeinander treffen. Ein Schüler, der vor einem Monat neu zur Gruppe hinzu gestoßen ist, muss die neunte Klasse krankheitsbedingt wiederholen und ist seinen Klassenkameraden kognitiv deutlich voraus. Eine Gruppe von acht SuS ist (für ihr Alter) als sehr leistungsstark einzustufen, zwei weitere befinden sich im Grenzbereich zwischen Realschul- und Gymnasialniveau. Wenngleich sich nicht alle betroffenen SuS realistisch einschätzen, lernen fünf SuS auf Realschulniveau. Einem letzten Schüler wurde aufgrund seiner schwachen Leistungen im mündlichen wie im schriftlichen Bereich angeraten, die Hauptschulprüfung abzulegen, da Bedenken im Hinblick auf einen erfolgreichen Realschulabschluss bestehen. Diese hat er (nur) mit einer befriedigenden Leistung abgeschlossen, wodurch die Zweifel bekräftigt wurden.

Die Inhomogenität der Gruppe schlägt sich u.a. in der Sitzordnung nieder. Die SuS lernen i.d.R. in festen Sitzgruppen, die sie sich danach auswählen, mit welchen Lernpartnern sie gerne und konstruktiv zusammenarbeiten. Da sich nun vorwiegend SuS auf etwa gleichem Leistungsniveau zusammengefunden haben, kann das “Helfersystem“ hier nicht greifen. Bei Gruppenarbeiten in leistungsinhomogenen Gruppen fühlen sich die leistungsstarken SuS zudem von den schwächeren SuS gehemmt, sodass solche Konstellationen gemieden werden. Man kann hier nicht davon sprechen, dass im Kurs konkrete Antipathien der SuS untereinander bestehen, wohl aber von einer interessen- und leistungsbedingten Untergliederung.

Die Einstellung der SuS gegenüber dem Unterrichtsfach Deutsch variiert von Schüler zu Schüler ebenfalls sehr. Bisherige Beobachtungen ergaben folgendes Bild: Einige stärker naturwissenschaftlich begabte Schüler hegen (auch bei kreativen Verfahren) kaum Interesse und Motivation für das Fach. Sie stören den Unterricht des Öfteren durch Gespräche, zeigen wenig Sorgfalt im Schriftlichen und benötigen stets längere Anlaufzeit und Beratung bei selbstständig zu lösenden Aufgabenstellungen. Der oben bereits erwähnte Schüler mit Hauptschulniveau wiederum zeigt sich im Fach Deutsch generell unmotiviert sowie unkonzentriert und führt Arbeitsaufträge nur

widerwillig und nur nach mehrfacher Aufforderung aus. Tatsächlichen Eifer zeigte er nur in der Vorbereitung auf seine Hauptschulprüfung.

Ein Großteil des Kurses hegt für das Fach Deutsch zwar keine offenkundige Begeisterung, wohl aber Leistungsbereitschaft. Mündlich wie schriftlich sind es v.a. jene SuS der Leistungsspitze und des Mittelfeldes, die sich engagieren und auch gut selbstständig arbeiten können.

Im Großen und Ganzen ist zudem auffällig, dass viele SuS des Kurses gerne kreativ und darstellerisch tätig werden. Es zeigt sich, dass sie in den unteren Klassen Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt haben und gelernt haben, Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen. Jene, deren Motivation allgemein zu wünschen übrig lässt, laufen jedoch auch in diesem Bereich nicht zu Spitzenleistungen auf, wenngleich sie mit mehr Freude bei der Sache sind.

1.2. Die Referendarin

Ich bin seit dem 1.4. des vorigen Jahres als Referendarin an der Werkstattschule tätig und begann den Kurs 9/1 zu Beginn des laufenden Schuljahres selbstständig zu unterrichten. In der unterrichtlichen Gestaltung lässt mir meine Mentorin große Freiheiten, steht mir aber stets beratend äußerst kompetent und verständnisvoll zur Seite. Sie hospitiert in regelmäßigen Abständen.

Die Beziehung zum Kurs wurde zu Beginn des Schuljahres durch einige ungewollte Konflikte beeinträchtigt. Die SuS fühlten sich in der Notengebung ungerecht behandelt und waren z.T. mit der Unterrichtsgestaltung unzufrieden, da zu wenig Differenzierung stattfand. Nach Gesprächen mit einigen SuS entspannte sich die Situation zunehmend, bis zur angestrebten offenen und freundlichen Atmosphäre ist es jedoch noch ein kleiner Weg. Zudem muss stets an einer konstruktiven Gesprächskultur gearbeitet werden, da der Unterricht noch zu stark durch (nicht böswillige) Störungen beeinträchtigt wird. Bei Gesprächen im Sitzkreis muss ich die SuS oft daran erinnern, dass sie sich melden müssen, bevor sie etwas sagen. Bei allgemeinem Durcheinanderreden warte ich stets, bis die SuS sich gegenseitig disziplinieren. Dies kostet Zeit, funktioniert aber i.d.R. gut. Bei Störungen durch einzelne SoS spreche ich diese an oder bewege mich im Raum auf sie zu und bedeute ihnen eventuell mit einer Berührung der Schulter, dass sie stören. Wird die Unterrichtsqualität stark durch Privatgespräche beeinträchtigt, setzte ich die betroffenen SuS auseinander.

1.3. Schulspezifische Voraussetzungen

Die Werkstattschule in Rostock ist eine staatlich anerkannte Schule in freier Trägerschaft, die seit 1998 existiert. Sie hat ein besonderes Profil:

An der integrierten Gesamtschule lernen derzeit insgesamt 480 Kinder und Jugendliche in der Grundschule und in den Sekundarstufen I und II.

Das Konzept der Werkstattschule führt verschiedene Reformansätze von Schule zu einem ganzheitlichen Ansatz zusammen. Integrative Unterrichtsformen, Altersmischungen, Modelle für Individualisierung und Binnendifferenzierung, die Orientierung am Gemeinwesen Schule oder die Öffnung zur Umgebung innerhalb eines Ganztagsbetriebs […] entfalten in ihrer Summe neue Möglichkeiten für eine zeitgemäße Bildung und Erziehung.

Die Werkstattschule versteht sich als ein lebendiges Haus des Lernens, das von kultureller Toleranz und friedlichem Miteinander geprägt ist. Übergeordnetes Ziel der schulischen Arbeit ist es, die Schülerinnen und Schüler zu eigenverantwortlichem Lernen, solidarischem Handeln und sinnvollen Formen der Verständigung zu befähigen.“[2]

Die SuS werden in vier Lernzeiten unterrichtet, die jeweils 90 Minuten umfassen und durch unterschiedlich lange Pausenzeiten unterbrochen werden. Lehreinheiten im Umfang von 45 Minuten bilden die Ausnahme im Schulalltag.

Das Kollegium umfasst ca. 60 Personen und ist im Großen und Ganzen als jung oder jung geblieben zu beschreiben. Die Arbeitsatmosphäre ist familiär und den Referendarinnen stehen die Kolleginnen und Kollegen aufgeschlossen gegenüber. Im Rahmen von fächerübergreifendem, kursübergreifendem oder projektorientiertem Arbeiten verbringt man viel Zeit miteinander und dementsprechend eng sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Dem SuS gegenüber verstehen sich die Lehrerinnen und Lehrer[3] als helfende, unterstützende Pfeiler auf dem Weg in den selbstständigen Wissenserwerb. Die geschieht je nach individuellem Bedarf und Fähigkeiten der SuS in engeren und weiteren Grenzen. Daher ist das Verhältnis zwischen SuS und LuL i.d.R. kollegial, arbeitsorientiert und von gegenseitigem Respekt geprägt. Die Lehrkräfte stehen den SuS auch außerhalb des regulären Unterrichtsbetriebes zur Verfügung. Im Rahmen des Ganztagsbetriebs ist ein dichtes schulisches und soziales Betreuungsnetz aufgebaut, in dem sich die SuS augenscheinlich aufgehoben fühlen, da viele von ihnen nach Unterrichtsschluss das Schulgebäude nicht sofort verlassen. Vielmehr nutzen sie die gegebenen Voraussetzungen für Hausaufgaben,

betreute Freizeitangebote oder zu privaten Zwecken wie beispielsweise Zusammensein mit Freunden.

Für den selbstständigen Wissenserwerb steht den SuS u.a. eine schuleigene Bibliothek zur Verfügung, in der sie neben Literatur des Kanons eine große Auswahl an Jugendliteratur finden können. Zudem befinden sich im Schulhaus mehrere Internetarbeitsplätze für Recherchezwecke sowie zwei Informatikräume inklusive etwa zwanzig Internetarbeitsplätzen. Im technischen Bereich ist die Schule ebenfalls gut bestückt. Overheadprojektoren, Musikrecorder und Beamer können jederzeit ausgeliehen werden und sind für den Unterrichtsalltag unentbehrlich.

[...]


[1] Kurz: SuS

[2] http://www.werkstattschule-in-rostock.de/Profil.5.0.html. (Zugriff: 25.1.10)

[3] Kurz: LuL

Details

Seiten
20
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640653973
ISBN (Buch)
9783656229681
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v152689
Institution / Hochschule
Universität Rostock
Note
Schlagworte
Poetry Slam

Autor

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Titel: Was ist eigentlich Poetry Slam?