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FSF Principles of Sound Compensation Practices

Eine kritische Analyse

Hausarbeit 2009 19 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Das Financial Stability Forum

3. Principles of Sound Compensation Practices
3.1 Ziele und Anwendungsbereich
3.2 Inhalt

4. Bewertung

Verzeichnis der Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Die Gehälter und Bonuszahlungen von Managern standen in den letzten Monaten stark im Fadenkreuz der Medien. Die größten Kritikpunkte waren die unangemessene Vergütungshöhe, ein ungesundes Verhältnis zwischen Leistungen und Gegenleistungen und das Setzen von Fehlanreizen.

So sehen Finanzmarktexperten die horrenden Managergehälter und die umstrittenen Bonuszahlungen als einen Faktor, der zur Entstehung der Finanzmarktkrise beigetragen hat. Im September 2009 befragte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hierzu 250 Experten. Fast 90 Prozent sind der Meinung, dass eine Veränderung der Vergütungssysteme für Manager unbedingt notwendig ist. Als geeignete Maßnahmen um Fehlanreize bei der Vergütung zu verhindern, nannten rund 90 Prozent die Verlängerung von Haltefristen für Aktienoptionen und Malus-Regelungen, die bei Misserfolg zur Dezimierung der Leistungen führen. 82 Prozent der Befragten halten die Kopplung von Bonuszahlungen an andere Aspekte als an den Aktienkurs für geeignet um kurzfristig orientierte Managemententscheidungen zu hemmen. Rund drei Viertel der Finanzexperten sehen in der Ausweitung der Managerhaftung bei unternehmerischem Misserfolg eine erfolgsversprechende Maßnahme, während Obergrenzen für Bonuszahlungen oder die Kopplung der Bonuszahlungen an das

Lohnniveau weniger wirkungsvoll gelten. 1

Im alten Vergütungssystem von Finanzinstituten finden Risikoaspekte keine Berücksichtigung und führen somit zu einer falschen Anreizsystematik. Hohe

kurzfristige Gewinne führten zu horrenden Bonuszahlungen, ohne Betrachtung der langfristig eingegangenen Risiken.2 Aufgrund dessen erließ das Financial Stability Forum (FSF) am 02.04.2009 die „Principles of Sound Compensation Practices“3 und am 25.09.2009 die „Principles of Sound Compensation Practices - Implementation Standards“4. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) übersetzt diese in den Rundschreiben 22/2009 (BA) und 23/2009 (VA). Die Rundschreiben traten mit deren Veröffentlichung

am 21.12.2009 in Kraft. Sie ersetzen die vergütungsrelevanten Regelungen des Rundschreibens 15/2009 (BA) über die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) AT 7.1 Teilziffern 4 – 7. Zudem sind die Regelungen des FSF Gegenstand der Änderung der europäischen Eigenkapitalrichtlinie 2006/48/EG (Bankenrichtlinie) und 2006/49/EG (Kapitaladäquanzrichtlinie).5

Ferner hat der Gesetzgeber im August 2009 durch das „Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung“ die allgemeinen aktienrechtlichen Vergütungsregelungen neu gefasst.6

In der Sitzung vom 09.02.2010 hat das Kabinett einen Gesetzesentwurf7 über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Vergütungssysteme von Finanzinstituten beschlossen, das Änderungen des Kreditwesengesetzes (KWG) und des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) zur Folge haben wird. Voraussichtlich wird das Gesetz im Oktober 2010 in Kraft treten. Deutschland hat sich verpflichtet, die Vereinbarung auf G20-Ebene schnellstmöglich und mit Nachdruck umzusetzen. Der vorliegende Gesetzentwurf ist der letzte Schritt eines dreistufigen Maßnahmenpakets der Bundesregierung. Zuvor wurden bereits

Rundschreiben von der BaFin verfasst und acht große deutsche Banken und drei der größten deutschen Versicherungsunternehmen haben sich selbst verpflichtet.8

Aufgrund der vorweggenommen Problematik der Vergütungssysteme wird die vorliegende Arbeit die These „Aufsichtsrechtliche Standards für Vergütungssysteme von Finanzdienstleistungsinstituten können das Risikoverhalten der Geschäftsleitung und der Mitarbeitern positiv beeinflussen“ festigen. Die Ausführungen der Arbeit beziehen sich explizit auf das Rundschreiben 22/2009 (BA), da es sich um die aktuellste Version einer Umsetzung der FSF Regelungen in Deutschland handelt und sich im Wesentlichen mit dem Rundschreiben 23/2009 (VA) deckt.

1.2. Gang der Untersuchung

Die vorliegende Arbeit diskutiert die Vergütungssysteme von Finanzdienstleistungsunternehmen im Hinblick auf die Berücksichtigung von Risikopositionen. Zunächst wird im zweiten Kapitel das FSF vorgestellt, insbesondere dessen Ziele und Aufgaben. Anschließend werden die „Principles of Sound Compensation Practices“ hinsichtlich der Ziele und des Inhaltes beleuchtet. Der Inhalt gliedert sich in die Ausführungen der FSF Principles und die BaFin Regelungen. Die Ausarbeitung der FSF Principles wird hierbei kurz gehalten. Stützende Argumente zur Stärkung der These sowie eine Bewertung des Themas finden sich im letzten Kapitel wieder.

2. Financial Stability Forum

Das Forum für Finanzstabilität wurde 1999 auf Initiative der G79 gegründet. Seine Ziele sind die Stärkung der internationalen Finanzmarktstabilität, die Verbesserung der Funktionsfähigkeit der Märkte und die Reduktion der Systemrisiken. Die Mitglieder des Forums setzen sich aus hochrangigen Vertretern der Finanzministerien, Zentralbanken und Aufsichtsbehörden der G7- Länder und fünf weiterer bedeutender internationaler Finanzplätze sowie Repräsentanten wichtiger internationaler Institutionen und Gremien zusammen. Deutsche Vertreter im Forum sind der für Finanzmarktpolitik zuständige Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, der Vizepräsident der

Deutschen Bundesbank und der Präsident der BaFin.10

[...]


1 Vgl. o.V., Experten sehen hohe Managergehälter als Grund für die Krise, 23.09.2009, http://www.net-tribune.de/nt/node/11202/news/Experten-sehen-hohe-Managergehaelter-als- Grund-fuer-Krise, (17.02.2010 - Dokument 1 der CD).

2 Vgl. Financial Stability Board (Hrsg.), FSF Principles for Sound Compensation Practices, 02.04.2009, http://www.financialstabilityboard.org/publications/r_0904b.pdf, (17.02.2010 – Dokument 2 der CD).

3 Vgl. Bundesfinanzministerium (Hrsg.), Rechtsichere Umsetzung der G20-Standards für nachhaltige Vergütungssysteme, 09.02.2010, http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2010/02/201 00902 PM05.html, (17.02.2010 – Dokument 3 der CD).

4 Vgl. Financial Stability Board (Hrsg.), FSF Principles for Sound Compensation Practices – Implementation Standards, 02.04.2009,

http://www.financialstabilityboard.org/publications/r_090925c.pdf, (17.02.2010 – Dokument 4 der CD).

5 Vgl. Bafin (Hrsg.), Begleitschreiben zum Rundschreiben Aufsichtsrechtliche Anforderungen an die Vergütungssysteme von Instituten, 21.12.2009, www.voeb.de/download/bafin_anschreiben_21-12-2009.pdf, (17.02.2010 – Dokument 5 der CD).

6 Vgl. Bundesjustizministerium (Hrsg.), Angemessenheit der Vorstandsvergütung, 18.06.2009, http://www.bmj.de/enid/2f89767ebcac92f7ccb57b72a347fce8,c1b2c85f7472636964092d0935323 933/Corporate_Governance/Angemessenheit_der_Vorstandsverguetung_1li.html, (17.02.2010 – Dokument 6 der CD).

7 Gesetzesentwurf Gesetz über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Vergütungssysteme von Instituten und Versicherungsunternehmen,09.02.2010, http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1928/DE/Wirtschaft__und Verwaltung/Geld und_ _Kredit/100209-gesetzesentwurf-angemessene-nachhaltige- verguetung Anlage,templateId=raw,property=publicationFile.pdf (17.02.2010 – Dokument 7 der CD).

8 Vgl. Bundesfinanzministerium (Hrsg.), Rechtsichere Umsetzung der G20-Standards für nachhaltige Vergütungssysteme, 09.02.2010, http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2010/02/201 00902 PM05.html, (17.02.2010 – Dokument 3 der CD).

9 Zusammenschluss der sieben wichtigsten Industriestaaten (USA, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Deutschland).

10 Vgl. Bundesfinanzministerium (Hrsg.), Forum für Finanzstabilität, 02.03.2007, http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_82/DE/Wirtschaft und Verwaltung/Internationale_Beziehungen/Financial__Stability Forum FSF/node.html? nnn=true, (17.02.2010 – Dokument 8 der CD).

Details

Seiten
19
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640647309
ISBN (Buch)
9783640647330
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v152752
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
Schlagworte
Principles Sound Compensation Practices Eine Analyse

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Titel: FSF Principles of Sound Compensation Practices