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Innozenz III. und sein Verhalten im deutschen Thronstreit zwischen Staufer und Welfen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 22 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der deutsche Thronstreit
2.1 Die Doppelwahl 1198 - der Ausgangspunkt des Thronstreits
2.2 Die Rolle Papst Innozenz III. im Thronstreit
2.2.1 Kardinal Lothar von Segni
2.2.2 Innozenz III. - die Entscheidung zugunsten Ottos
2.2.3 Innozenz III. - der geplante Umschwung zu Philipp
2.2.4 Innozenz III. - die Entscheidung für Friedrich II

3. Fazit

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Alles war ungewöhnlich an ihm: seine vornehme Abkunft, sein Alter, seine Bildung, sein Charakter und nicht zuletzt seine Chancen und sein Geschick. Auch als ungewöhnlich liebenswürdig, großmütig und humorvoll wurde er gerühmt; ein Mann von Welt war Innozenz III., äußerlich wohl gestaltet.“[1]

So beschreibt Joachim Leuschner den Mann, der es verstand, in seinem Pontifikat seine Machtposition stets so einzusetzen, dass die Kirche daraus beständig einen Vorteil ziehen konnte. Kardinal Lothar von Segni zählt zu den wichtigsten Protagonisten des deutschen Thronstreites zwischen 1198 und 1214, der das Reich in eine Phase der Irrungen und Wirrungen stürzte. Ausgangspunkt für den schwellenden Konflikt war der frühe Tod Kaiser Heinrich VI. 1198 und sein zuvor gescheiterter Erbreichsplan, der die Nachfolge im Reich geregelt hätte. Die anschließenden Auseinandersetzungen zwischen den Staufern und Welfen um die Königsherrschaft wurden auch für die Kirche und den Papst zu einem zentralen Thema. Das Anliegen dieser Arbeit ist es nun herauszustellen, welchen Einfluss der junge Papst Innozenz III. auf die Geschehnisse der Zeit hatte. Da er in diesem Konflikt weder die staufische, noch die welfische Seite durchgängig unter­stützte, ist es zu hinterfragen, aus welchen Beweggründen er seine Entscheidungen traf. Bei genauerem Betrachten fällt auf, dass er seine Gunst beständig demjenigen Kandidaten zu Teil werden ließ, der dazu bereit war, seinen Forderungen nachzu­kommen. Einerseits könnte man überspitzt sagen, dass Innozenz seine Fahne stets in den günstigsten Wind drehte. Andererseits zeugt sein Handeln aber auch von einer festen Überzeugung, die er von sich und seinem Amt hatte. Im Hinblick auf seine Ziele ist er somit als konsequent und zielstrebig charakterisierbar. Um das Verhalten Innozenz' im Thronstreit genauer herauszustellen, wird zunächst kurz die Ausgangslage für die Doppelwahl dargestellt. Auf ausführliche Erläuterung aller beteiligten Personen am Thronstreit muss wegen des Erkenntnisziels allerdings verzichtet werden. Ab Punkt 2.2 wird es dann dezidiert um Innozenz III. gehen. Zuerst soll seine Person etwas genauer beschrieben werden, bevor seine Entscheidungen bis zur Legitimation Otto IV. genauer untersucht werden. Im Anschluss wird der fast erfolgte Umschwung zu Philipp von Schwaben zu erläutern sein, um abschließend seine Entscheidung für Friedrich II. und die Beendigung des Thronstreites zu untersuchen. In den genannten Abschnitten soll nun gezeigt werden, aus welchen Gründen und unter welchen Umständen Innozenz III. seine Entscheidungen im Thronstreit fällte und wie diese zu bewerten sind.

2. Der deutsche Thronstreit

2.1 Die Doppelwahl 1198 - der Ausgangspunkt des Thronstreits

Der unerwartet frühe Tod Kaiser Heinrich VI. am 28. September 1197 war der Aus­gangspunkt für eine lange Zeit der Verwirrungen und des Chaos im Reich. Heinrich VI. befand sich mitten in den Vorbereitungen für seinen geplanten Kreuzzug, als er in der Nähe von Messina auf der Jagd wahrscheinlich an der Malaria erkrankte und sich nicht mehr davon erholte. Selbst die angestrebte Rückkehr nach Palermo ließ sich nicht mehr realisieren und somit verstarb der Kaiser an besagtem Tag in Messina.[2] Mit dem Ab­leben des Regenten stellte sich nun die Frage nach dessen Nachfolge. Zwar gebar ihm seine Frau Konstanze am 26. Dezember 1194 in Jesi den einzigen gemeinsamen Nach­kommen, den späteren Kaiser Friedrich II. und obwohl Heinrich ihn bereits am Weih­nachtstag des Jahres 1196 zum römischen König wählen ließ,[3] war dieser durch sein frühes Kindesalter nicht dazu in der Lage, die Amtsgeschäfte im Reich übernehmen zu können. Da im Vorfeld der Wahl Friedrichs der Erbreichsplan[4] Heinrich VI. am Wider­stand des Papstes und schließlich auch der Fürsten gescheitert war, war die Frage über die Nachfolge offen. Mit der Ablehnung der staufischen Vorstellung scheiterte ebenfalls der Gedanke, das Imperium und das Königreich Sizilien langfristig zu vereinen. Durch das Nichtzustandekommen des Erbreichsplanes war das Reich auch nicht wie geplant eine Erbmonarchie geworden, sondern blieb weiterhin ein Wahlkönigtum und diesen Umstand nutzte vor allem die antistaufische Partei, um den Kölner Erzbischhof Adolf von Altena, um einen Gegenkönig zu wählen. Grundvoraussetzung für diese Wahl war ein Schritt Konstanzes, die durch ihren Lehenseid an den Papst auch im Namen ihres Sohnes auf das deutsche Königtum verzichtete.[5] Sie verzichtete aber nicht auf das Königreich Sizilien und ließ ihren vierjährigen Sohn Friedrich Roger Pfingsten 1198 zum König von Sizilien krönen. Konstanze, die bis zur Volljährigkeit Friedrichs die Amtsgeschäfte zu führen hatte, starb aber ebenfalls sehr früh im Januar 1198 und be­stimmte zuvor testamentarisch den neuen Papst Innozenz III. zum Vormund ihres Sohnes.[6] Durch die geschilderte Konstellation ergab sich nun die Frage, wer denn nun König im Reich werden sollte. Für die Partei der Staufer kam lediglich der jüngste Sohn Barbarossas, Herzog Philipp von Schwaben,[7] in Betracht, der zunächst den Thron für seinen Neffen bis zu dessen Volljährigkeit freihalten wollte, dann aber durch die Gegenkandidatur der antistaufischen Partei dazu gezwungen war, sich selbst zum König wählen zu lassen, um die Königskrone innerhalb der staufischen Familie zu behalten. Die Gegenspieler der Staufer, um den bereits erwähnten Kölner Erzbischof, wählten nach längerer Suche schließlich Otto IV.[8] zum König.[9] Beide Parteien hatten somit ihre Wahl getroffen und suchten nach der Legitimierung ihrer gewählten Kandidaten. In diesem Prozess fiel nun dem Papst eine entscheidende Rolle zu, welcher Innozenz III. sehr wohl bewusst war und sie insbesondere für seine und die Interessen der Kirche einzusetzen wusste. Insbesondere das Verhalten des Papstes in den Jahren nach der Doppelwahl bis 1214 wird im Folgenden genauer zu betrachten sein.

2.2 Die Rolle Papst Innozenz III. im Thronstreit

2.2.1 Kardinal Lothar von Segni

Im vorherigen Kapitel wurden die Ausgangslage und die weltlichen Beteiligten des Thronstreites kurz vor- und ihre Machtansprüche dargestellt. Nun soll es aus geistlicher Sicht um die wichtigste Person dieser Zeit gehen: Lothar von Segni, den späteren Papst Innozenz III. Bernhard Schimmelpfennig beschreibt Innozenz III. sogar als den größten Papst des Mittelalters.[10] Dieser wurde 1160/61 in Gavignano bei Segni geboren, stammte aus der führenden Schicht derer von Segni und war über seine Mutter mit dem römischen Stadtadel verwandtschaftlich verbunden.[11] Er studierte Theologie und Kanonistik in Paris und Bologna und bewahrte zeit seines Lebens eine Anhänglichkeit an Frankreich und an die Universität seiner Jugend.[12] Lothar von Segni verstand es wie kein anderer, die Geschicke des Papsttums zu lenken und handelte stets im Interesse der Kirche. So auch während des deutschen Thronstreites zwischen den Staufern und Welfen. Der Aufstieg Lothars von Segni begann bereits in frühen Jahren, denn schon um den 18. und 20. November 1187, während der ersten Wochen seines Studiums in Bologna, wurde er durch Papst Gregor VIII.[13] zum Subdiakon geweiht.[14] Der Aufstieg hielt unvermindert an und im jungen Alter von 29 Jahren wurde er von Papst Clemens III.[15] ins Kardinalkollegium berufen.[16] Dass er dieses Amt trotz seiner Jugend bekleiden durfte, ist bereits ein Hinweis darauf, dass er hohes Ansehen genossen haben muss, denn sonst wäre er nicht in dieses Amt erhoben worden. Ein weiteres Indiz dafür, dass er durch seine Arbeit innerhalb der Kurie zu überzeugen wusste, ist allein die Tatsache, dass er zum Nachfolger des am 8. Januar 1198 im Alter von 92 Jahren verstorbenen Papstes Coelestin III.[17] gewählt wurde und diese Wahl fand unmittelbar nach dessen Tod am 8. Januar 1198 statt.[18] Betrachtet man das Todesdatum, so muss man zwangs­läufig feststellen, dass Kaiser Heinrich VI. erst unmittelbar zuvor gestorben war und somit galt es zwei vakante Positionen neu zu besetzen, wobei die Vergabe des Papst­stuhles innerhalb kürzester Zeit erfolgte, wohingegen der Thronstreit zwischen den Staufern und Welfen noch lange nicht entschieden war. In eben diesen Thronstreit griff der neue Papst schließlich entscheidend ein. Bevor es allerdings dazu kam, wurde Kardinal Lothar von Segni am 21. Februar 1198 zum Priester geweiht und am folgenden Tag, dem Fest der Stuhlfeier Petri, empfing er die Bischofsweihe und „nahm von dem Stuhl des Apostelfürsten feierlich Besitz.“[19] Lothar von Segni war nun Papst Innozenz III. und als dieser empfand er sich nicht nur als Nachfolger Petri, wie das Datum seiner Weihe zeigte, sondern als Stellvertreter Gottes und deshalb beanspruchte er nicht nur die Fülle an Autorität, sondern auch die Macht.[20] In diesem Selbstverständ­nis äußerte er sich auch:

„Denn die einzelnen Großen haben einzelne Gebiete und die einzelnen Könige einzelne Reiche. Petrus aber überragt alle wie an Fülle, so an Ausbreitung der Macht, weil er Stell­vertreter dessen ist, dem die Erde und ihre Nachhaltigkeit gehört, der Erdkreis und alle, die darauf wohnen.“[21]

[...]


[1] LEUSCHNER, Joachim: Deutschland im Spätmittelalter (Deutsche Geschichte Bd. 3), 2., durchgesehene und bibliografisch ergänzte Auflage 1983, S. 53.

[2] Zu den Vorbereitungen zum Kreuzzug und zum Tod Kaiser Heinrich VI. Vgl. CSENDES, Peter: Heinrich VI. (Gestalten des Mittelalters und der Renaissance), Darmstadt 1993, S. 179 - 196, hier S. 181.

[3] Vgl. KRIEB, Steffen: Vermitteln und Versöhnen, Konfliktregelung im deutschen Thronstreit 1198 - 1208 (Norm und Struktur, Studien zum sozialen Wandel in Mittelalter und früher Neuzeit, Bd. 13), Köln, Weimar, Wien 2000, S. 5.

[4] ERBREICHSPLAN: Ein wohl niemals schriftlich konzipiertes Angebot Kaiser Heinrich VI. an die Großen des Reiches auf dem Mainzer Hoftag Ende Februar 1196. Anlass war der Wormser Hoftag im Dezember 1195, der den Beginn des geplanten Kreuzzuges auf Weihnachten 1196 festlegte. Infolge dessen wollte Heinrich zur Sicherung der Thronfolge seinen Sohn Friedrich Roger, den späteren Friedrich II, zum römischen König wählen lassen. Da die Fürsten diese Wahl verweigerten, trat Heinrich im Februar 1196 in Mainz mit dem sogenannten Erbreichsplan an die Fürsten heran. Dieser beinhaltete, dass die Königs­nachfolge nur noch erblich wurde und die Wahl damit wegfiel. Im Gegenzug für den Wegfall des Wahl­rechtes wurde den Fürsten die Erblichkeit ihrer Reichslehen in männlicher und weiblicher Linie und bei Kinderlosigkeit in der Seitenlinie sowie dem Episkopat der Verzicht auf die Spolien angeboten. Die Fürsten stimmten zunächst zu, allerdings verhandelte Heinrich vergebens mit Coelestin III.. Während dieser Verhandlungen zogen nun auch die Fürsten ihre Zustimmung zurück. Damit war der Erbreichsplan gescheitert. Die Ablehnung des Erbreichsplanes war nun der Anlass für den Kaiser zu Weihnachten 1196 erneut die Wahl seines Sohnes zu fordern, der die Fürsten nun auch nachkamen, in: ENGELS, Odilo: Erb­reichsplan, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. III, München 1986, Sp. 2117.

[5] Vgl. Engels, Odilo: Die Staufer (Kohlhammer-Urban Taschenbücher 154), 8. Auflage, Stuttgart 2005, S. 142.

[6] Vgl. ROGGE, Jörg: Die deutschen Könige im Mittelalter, Wahl und Krönung (Geschichte kompakt) Darmstadt 2006, S. 36.

[7] Philipp von Schwaben: Jüngster Sohn Kaiser Friedrich Barbarossas und dessen Gemahlin Beatrix von

Burgund, der 1177 in Oberitalien geboren wurde. Er war ursprünglich für eine geistliche Laufbahn be­stimmt und tritt bereits 1189 als Probst des Aachener Marienstifts auf, wurde aber bereits 1193 durch seinen Bruder, Heinrich VI., wieder in den weltlichen Stand zurückgeführt. Nach der Wahl seines Neffen Friedrich Roger zum deutschen König wurde er 1196 mit der Aufgabe betraut, diesen zur Krönung nach Deutschland zu holen. Dieses Unterfangen scheiterte aber in Montefiascone bei Viterbo an Aufständen, die in Italien aufkamen, als der Tod des Kaisers bekannt wurde. Er musste somit ohne seinen Neffen zurückkehren. Philipp plante ursprünglich, das Königtum für seinen Neffen zu erhalten und nur so lange zu regieren, bis Friedrich alt genug sei. Dies scheiterte allerdings am wachsenden Widerstand im Reich und somit musste er selbst für das Königtum kandidieren, um die Krone der staufischen Familie zu er­halten. Sein Machtanspruch leitet sich somit aus seiner Familientradition ab. Zur Vertiefung dieser Thematik siehe unter anderen: SCHÜTTE, Bernd: König Philipp von Schwaben, Itinerar-

Urkundenvergabe-Hof (Monumenta Germaniae Historica, Schriften, Bd. 51), Hannover 2002., GÖRICH, Knut: Die Staufer, Herrscher und Reich (Beck'sche Reihe Bd. 2393), München 2006. sowie Krieb, Steffen: Vermitteln und Versöhnen, Konfliktregelung im deutschen Thronstreit 1198 - 1208 (Norm und Struktur, Studien zum sozialen Wandel in Mittelalter und früher Neuzeit, Bd. 13), Köln, Weimar, Wien 2000.

[8] Otto IV: Wahrscheinlich wurde er 1175/76 in Braunschweig geboren und ist der Sohn Heinrich des Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern und dessen Frau, der englischen Königstochter Mathilde. Otto war keineswegs die erste Wahl, die Adolf von Köln getroffen hatte. Im Gegenteil, lange wehrte sich der Erzbischof gegen den Welfen, eher er ihn nach zahlreichen Absagen und unter Zeitnot schließlich doch zum Gegenkönig auswählte. Maßgeblich für seine Wahl war sein Onkel, der englische König Richard Löwenherz, durch den Otto schließlich auch gönnerhaft gefördert wurde. Zur Vertiefung dieser Thematik siehe insbesondere: Hücker, Bernd Ulrich: Kaiser Otto IV. (Monumenta Germaniae Historica, Schriften, Bd. 34) Hannover 1990. und Schneidmüller, Bernd: Die Welfen, Herrschaft und Erinnerung (819 - 1252) (Urban-Taschenbücher Bd. 465), Stuttgart, Berlin, Köln 2000.

[9] ROGGE, Jörg: Die deutschen Könige im Mittelalter, Wahl und Krönung, S. 37.

[10] Vgl. SCHIMMELPFENNIG, Bernhard: Das Papsttum. Von der Antike bis zur Renaissance, 5., unver­änderte Auflage, Darmstadt 2005, S. 191.

[11] MALECZEK, Werner: Innozenz III., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. V, München 1991, Sp. 434.

[12] LEUSCHNER, Joachim: Deutschland im Spätmittelalter, S. 54.

[13] Gregor VIII.: Albertus de Morra wurde in Benevent geboren und starb im Dezember 1187 in Pisa. Zum Papst wurde erst am 21. Oktober 1187 gewählt. Gregor suchte den Ausgleich mit den Staufern und trat auch sonst für Befriedigung ein. Siehe: ROBERG, Burkhard: Gregor VIII., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. IV, München 1989, Sp. 1671.

[14] TILLMANN, Helene: Papst Innozenz III. (Bonner Historische Forschungen, Bd. 3), Bonn 1954, S 9.

[15] Clemens III.: Gegenpapst seit März 1084 (Wahl und Inthronisation). Er wurde zwischen 1020 und 1030 in Parma geboren und starb am 8. September 1100 in Civita Castellana. Nach der Einnahme Roms durch Heinrich IV. am 21. März 1084 wurde er auf Vorschlag des Königs zum Papst gewählt und (durch zwei nicht berechtigte Bischöfe) inthronisiert, wobei er den Namen Clemens III. erhielt. Am 31. März 1084 (Ostersonntag) krönte er Heinrich IV. zum Kaiser und residierte anschließend mit ihm gemeinsam im Lateranpalast. Siehe: STRUVE, Tilman: Clemens III., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. II, München 1983, Sp. 2139.

[16] TILLMANN, Helene: Papst Innozenz III., S. 10.

[17] Coelestin III.: Wurde Anfang des 12. Jahrhunderts in Rom geboren und starb am 8. Januar 1198 auch dort. Er wurde erst mit fast 90 Jahren zum Papst gewählt und erhielt am 13. April 1191 die Priesterweihe. Sein Pontifikat war geprägt von der Vorbereitung einer Rekuperationspolitik auf lange Sicht und durch die Abwehr der drohenden Umklammerung des Kirchenstaates durch die Staufer. Von diesem Verhalten war auch sein Verhältnis zu Heinrich VI. geprägt. Mit seiner Anerkennung der Königsherrschaft Tankreds von Lecce auf lehnrechtlicher Basis erhielt er sowohl die Lehenshoheit des Papstes gegenüber dem Königreich Sizilien aufrecht und erreichte damit auch eine Ausdehnung der Kirchenhoheit über den Rahmen des Vertrages von Benevent (1156) hinaus. Siehe: VONES, Ludwig: Coelestin III., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. III, München 1986, Sp. 4 - 6.

[18] Vgl. LEUSCHNER, Joachim: Deutschland im Spätmittelalter, S.53.

[19] Tillmann, Helene: Papst Innozenz III., S. 15.

[20] Vgl. LEUSCHNER, Joachim: Deutschland im Spätmittelalter, S.55.

[21] Register über die Reichsfragen Nr. 18: Die den Gesandten im Konsistorium erteilte Antwort des Papstes, in: GEORGINE Tangel: Das Register Innocenz'III. über die Reichsfrage 1198 - 1209 (Die Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit, Bd. 95), Leipzig 1923, S. 41. Der Originaltitel dieses Schrift­stückes lautet: RESPONSIO DOMNI PAPE FACTA NUNTIIS PHILIPPI IN CONSISTORIO. Das Schreiben ist ursprünglich eine Rede als Antwort auf eine Botschaft, die zuvor im Lateran durch Boten Philipps von Schwaben überbracht wurde. Sie wurde im feierlichen Konsistorium, wo Gesandte empfangen und entlassen worden, gehalten. Es ist eine Konsistorialrede, die die Überlegenheit der Kirche gegenüber der weltlichen Gewalt unterstreichen sollte. Die Ausarbeitung ist bewusst zurückhaltend durchgeführt worden, um im Thronstreit nicht zu so früher Zeit schon Farbe für eine Partei bekennen zu müssen. Innozenz hält sich durch dieses Schreiben noch alle Entscheidungsmöglichkeiten offen und dies zeigt, wie strategisch er während des Thronstreites agierte.

Details

Seiten
22
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640657766
ISBN (Buch)
9783640658350
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153594
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Historisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Mittelalter Papst Innozenz Hochmittelalter Thronstreit Staufer Welfen

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Titel: Innozenz III. und sein Verhalten im deutschen Thronstreit zwischen Staufer und Welfen