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Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS und US-GAAP

Seminararbeit 2010 44 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Grundlagen und Definitionen
2.1 Definition der Finanzinstrumente in der Bilanzierung
2.2 Arten von Finanzinstrumenten
2.3 Standards und Anwendungsbereich

3. Klassifikation

4. Bewertung
4.1 Zugangsbewertung
4.2 Folgebewertung
4.3 Wertminderung und Wertaufholung

5. Umwidmung und Ausbuchung

6. Ausweis und Anhang

7. Schlussfolgerung und Ausblick

Anhang

Verzeichnis der Rechnungslegungsnormen und Verordnungen

Verzeichnis der Internetquellen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Prüfungsschema zur Ausbuchung von Finanzsinstrumenten

Abb. 2: Darstellung der Bestimmung der Bewertungskategorien

1. Problemstellung

Finanzinstrumente erlangen immer mehr an Bedeutung. In den Unternehmen haben sie einen starken Einfluss auf die Darstellung von Vermögen, Cashflows und Ergebnissen. Darüber hinaus entwickeln sich laufend neue Formen von Finanzinstrumenten. Dies führt dazu, dass die Regelungen zur Bilanzierung und Abbildung von Finanzinstrumenten nicht nur im Umfang sondern auch in der Komplexität zunimmt.

Ziel der Arbeit ist, auf Basis der Grundsachverhalte zur Bestimmung, zum Ansatz und zur Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS einen fundierten Überblick über die Bilanzierung von Finanzinstrumenten zu geben und gegebenenfalls wesentliche Unterschiede zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach US-GAAP darzustellen.

Im einführenden Kapitel zwei wird näher auf den Begriff der Finanzinstrumente und deren verschiedene Arten eingegangen. Zudem wird ein Überblick über die relevanten Standards und deren Anwendungsbereich in der Bilanzierung nach IFRS, sowie nach US-GAAP gegeben. Im folgenden Kapitel werden die Regelungen zur Ansatzpflicht von Finanzinstrumenten und deren Einordnung in die Bewertungskategorien nach IFRS erläutert und die wesentlichen Unterschiede zu US-GAAP dargestellt. Das Kapitel vier beschäftigt sich mit einem Schwerpunkt dieser Arbeit, der Regelung der Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS und nach US-GAAP. Zunächst wird darauf eingegangen, wie Finanzinstrumente bei ihrem Zugang bewertet werden. Daraufhin wird geklärt, mit welchem Ansatz die Finanzinstrumente in den folgenden Geschäftsjahren erfasst werden und wie Gewinne und Verluste der Finanzinstrumente behandelt werden. Der abschließende Teil des vierten Kapitels widmet sich dem Umgang mit dauerhaften Wertminderungen von Finanzinstrumenten, sowie der Frage, wie mit etwaigen Wertaufholungen zu späteren Zeitpunkten zu verfahren ist. Um die bilanziellen Risiken einer Destabilisierung des internationalen Finanzsystems als Folge der Wirtschaftskrise einzudämmen, wurden von der EU-Kommission Umwidmungsmöglichkeiten bestimmter Finanzinstrumente durch Änderungen von IAS 39 und IFRS 7 geschaffen, die in Kapitel fünf näher erläutert werden. Zudem erklärt dieses Kapitel die Regelungen der Ausbuchung von Finanzinstrumenten nach IFRS und US-GAAP, vor allem die Kombination verschiedener Konzepte für Ausbuchungen von Finanzinstrumenten und deren bilanzielle Zugehörigkeit. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit den Ausweis- und Angabepflichten nach IFRS, die sich aus IAS 1.54 bzw.

IFRS 7 ergeben. Demgegenüber werden die Regelungen zum Ausweis nach US-GAAP dargestellt.

2. Grundlagen und Definitionen

Im Folgenden werden der Begriff und die verschiedenen Arten von Finanzinstrumenten in der Bilanzierung erläutert. Zudem werden die relevanten Standards für die Rechnungslegung nach IFRS und US-GAAP, sowie deren Anwendungsbereich dargestellt.

2.1 Definition der Finanzinstrumente in der Bilanzierung

Finanzinstrumente sind gemäß IAS 32.11 definiert als „Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen.“[1]

Finanzielle Vermögenswerte (financial assets) umfassen Kassenbestände, Eigenkapital­instrumente anderer Unternehmen, Rechte auf Barmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte anderer Unternehmen, ebenso wie Rechte, die den Austausch von Finanzinstrumenten unter vorteilhaften Bedingungen ermöglichen.[2] Dabei sind finanzielle Vermögenswerte von den körperlichen (z. B. Vorräte, geleaste Vermögens­werte) und immateriellen Vermögenswerten (z. B. Patente, Warenzeichen) zu differen­zieren.[3] Die Verfügungsmacht über körperliche und immaterielle Vermögenswerte entspricht nicht einem bestehenden Rechtsanspruch auf den Erhalt von Finanzinstrumenten, sondern lediglich der Möglichkeit einen Zufluss an finanziellen Vermögenswerten zu generieren, somit liegen keine finanziellen Vermögenswerte vor.[4] Im Gegenzug gibt es die finanzielle Verbindlichkeit und das Eigenkapitalinstrument. Eine finanzielle Verbindlichkeit (financial liability) ist definiert als vertragliche Verpflichtung, entweder flüssige Mittel an ein anderes Unternehmen zu übertragen oder mit diesem unter potentiell nachteiligen Bedingungen Finanzinstrumente zu tauschen.[5] Ein Eigenkapitalinstrument (equity instrument), wie z. B. eine Aktie, garantiert dem Eigentümer einen Residualanspruch an den Vermögenswerten nach Abzug aller Schulden eines Unternehmens.[6]

Gemäß IAS 32.1 ergeben sich aus der Definition von finanziellen Verbindlichkeiten folgende Kriterien zur Bilanzierung eines Finanzinstruments als Eigenkapital­instrument:

- Es existiert keine vertragliche Verpflichtung, Vermögenswerte an Dritte abzugeben oder Vermögenswerte oder Schulden zu potenziell nachteiligen Bedingungen zu tauschen.
- Besteht eine Erfüllungsmöglichkeit mit eigenen Eigenkapitalinstrumenten, wird eine feste Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten gegen einen festen Betrag an Geld oder anderen Finanzinstrumenten abgegeben. Sobald die Anzahl oder der Betrag variiert werden kann, liegt kein Eigenkapital sondern Fremdkapital vor.[7]

Die Definition der Finanzinstrumente nach IFRS stimmt inhaltlich weitgehend mit dem Begriff der Finanzinstrumente in der US-amerikanischen Rechnungslegung überein. Gemäß ASC 825 sind Finanzinstrumente definiert als Zahlungsmittel, verbriefter Anteilsbesitz und Verträge, die dazu verpflichten, Zahlungsmittel oder Finanzinstrumente zu liefern oder zu möglicherweise unvorteilhaften Bedingungen zu tauschen bzw. die das Recht einräumen, Zahlungsmittel oder Finanzinstrumente zu fordern oder unter potenziell günstigen Bedingungen zu tauschen.[8]

2.2 Arten von Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente lassen sich in unterschiedliche Arten aufteilen. Sie umfassen sowohl die klassischen originären Finanzinstrumente, als auch die innovativen derivativen Finanzinstrumente. Die klassischen originären Finanzinstrumente teilen sich in eigenkapitalbezogene Finanzinstrumente (z. B. Aktien, Aktienportfolios, stille Einla­gen) und fremdkapitalbezogene Finanzinstrumente (z. B. Forderungen, Verbindlich­keiten, Zerobonds) auf.[9] Wie in Abschnitt 2.1 bereits behandelt, gelten für finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten, sowie für die Eigenkapitalinstrumente die Regelungen des IAS 32.1. Ein derivatives Finanzinstrument ist gemäß IAS 39.9 definiert als ein Finanzinstrument oder anderer Vertrag, dessen Wertänderung an ein Basisobjekt (z. B. einen Zinssatz, einen Rohstoffpreis, ein Bonitätsrating) gekoppelt ist, dessen Anfangsinvestition gleich Null oder sehr gering ist und erst zu einem späteren Zeitpunkt beglichen wird.[10] Als Derivate werden besonders neuere Kapital­marktprodukte wie Futures, Forwards, Options, Swapgeschäfte etc. bezeichnet. Der Einsatzbereich dieser im Unternehmen lässt sich funktional in Sicherungs-, Spekulations- und Handelsinstrumente unterteilen, wobei dem Absichern von Risikopositionen, das sogenannte Hedging, eine besondere Bedeutung beigemessen wird.[11] Des Weiteren sind die strukturierten (hybriden) Finanzinstrumente zu nennen, welche sich aus einem originären Basisvertrag (host contract) und einem derivativen Finanzinstrument (embedded derivative) zusammensetzen. Beispiele hierfür sind Finanzinstrumente mit Optionen, wie Wandel- oder Optionsanleihen.[12]

Analog zu den unterschiedlichen Arten nach IFRS, wird nach US-GAAP ebenfalls zwischen nicht-derivativen und derivativen Finanzinstrumenten unterschieden. Nicht­derivative Wertpapiere sind entweder debt securities oder equity securities zuzuordnen.[13] Bei debt securities handelt es sich um Wertpapiere, die Fremdkapital durch Verbriefung von Gläubigerrechten zur Verfügung stellen. Dagegen sind equity securities Wertpapiere, die Eigenkapital durch Verbriefung von Mitgliedschaftsrechten zur Verfügung stellen, in dessen Regelungsbereich Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, joint ventures, Tochtergesellschaften und sonstige Beteiligungen fallen.[14]

2.3 Standards und Anwendungsbereich

Als relevante Standards zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS sind im Wesentlichen folgende drei Standards zu nennen:

IAS 32 financial instruments: presentation“ regelte ursprünglich Angaben und Darstellung. Nach grundlegender Überarbeitung im Jahr 2003 wurden 2005 die Angabepflichten aus dem IAS 32 herausgenommen und in den IFRS 7 überführt.

IAS 39 financial instruments: recognition and measurement“ wurde 1995 beschlossen und im Jahr 2003 umfassend überarbeitet, mit dem Hauptziel der Vereinfachung der Regeln für Ansatz und Bewertung.[15]

IFRS 7 financial instruments: disclosures“ regelt seit dem 01.01.2007 die Angabepflichten für Finanzinstrumente. Er modifiziert, wie bereits erwähnt, den IAS 32 und löst den IAS 30 „disclosures in the financial statements of banks and similar financial“ ab.[16]

Der Anwendungsbereich dieser Standards bezieht sich grundsätzlich auf alle Finanzinstrumente, es existieren allerdings einige, wie im Folgenden aufgeführte, Anwendungsausschlüsse für:

- Anteile an Tochtergesellschaften (IAS 27), an assoziierten Unternehmen (IAS 28), an Gemeinschaftsunternehmen (IAS 31), wenn diese Anteile konsolidiert oder at equity bewertet werden.
- Finanzinstrumente in einem Fondvermögen für Altersversorgungspläne (IAS 19)
- Versicherungsverträge (IFRS 4) mit Ausnahme von Derivate, die als embedded derivatives in den Vertrag integriert sind.
- Finanzinstrumente aus Leasingverhältnissen (IAS 17) außer Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und embedded derivatives,
- Eigenkapitalinstrumente, die dem Eigenkapital der Unternehmung zuzuordnen sind (IAS 32).[17]
- Verträge mit bedingter Gegenleistung im Rahmen eines Unternehmens­zusammenschlusses (IFRS 3),
- Verträge über eigenkapitalbasierte Entgelte für bezogene Güter und Dienstleistungen und deren Behandlung beim Emittenten (IFRS 2), ausgenommen netto glattstellbare Warenterminkontrakte.[18]

Am 30. 6. 2009 verabschiedete der amerikanische Standardsetter FASB die sog. „FASB Accounting Standards Codification“. Die FASB ASC gilt für alle Jahres- und Zwischenabschlüsse, die nach dem 15.09.2009 enden.[19] Für die Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach US-GAAP sind eine Reihe von Standards maßgeblich, wobei ASC 320 (früher SFAS 115) und ASC 815 (früher SFAS 133) als wichtigste zu nennen sind.

ASC 320 „investments- debt and equity securities “ regelt den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von nicht-derivativen Wertpapieren.

ASC 815 ,,derivatives and hedging“ enthält Vorschriften zum Ansatz, Bewertung und Ausweis von Finanzderivaten und Sicherungsgeschäften.

Des Weiteren sind folgende Standards für die Bilanzierung von Finanzinstrumenten wichtig:

ASC 860 „transfer und servicing“ (früher SFAS 140) regelt den Abgang von Finanzinstrumenten.

ASC 820 „fair value measurement and disclosures” (früher SFAS 157) liefert eine eindeutige und einheitliche Definition des Fair-Value-Begriffs und enthält Regelungen zur Bewertung des Fair Values.

ASC 825 „financial instruments“ (früher SFAS 159) ermöglicht den Unternehmen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Fair Value zu bewerten.[20]

3. Klassifikation

Die Ansatzpflichten von Finanzinstrumenten regelt der IAS 39. Es entsteht eine Ansatzpflicht von Finanzinstrumenten genau dann, wenn das bilanzierende Unternehmen Partei eines Vertrages wird, der zu einen Finanzinstrument führt.[21] Dies erfolgt unabhängig davon, ob das Finanzinstrument ein originäres oder derivatives Finanzinstrument ist.[22] Auch Finanzinstrumente mit einem Anfangswert von Null sind ansatzpflichtig. Vorhersehbare Transaktionen können aber nicht in der Bilanz angesetzt werden, da die vertragliche Verpflichtung über Menge und Preis nicht gegeben ist. Es wird davon ausgegangen, dass beim Erstansatz eine zuverlässige Bewertung des Finanzinstruments immer möglich ist. Während es beim Erstansatz zum Abschlusszeitpunkt des Vertrages zu keiner Beurteilung des zukünftigen Nutzenflusses kommt, spielt dieses Kriterium eine wichtige Rolle bei der Bewertung von Finanzinstrumenten. Die Ansatzpflichtregelung für den Erstansatz weicht somit konzeptionell stark von den Ansatzregelungen zur Bewertung ab.[23]

Für die zeitliche Festlegung des erstmaligen Ansatzes besteht ein Wahlrecht. Das Unternehmen kann entscheiden, ob das Finanzinstrument zum trade date (Handelstag) oder settlement date (Erfüllungstag) angesetzt wird, unabhängig welcher Kategorie von Finanzinstrumenten das anzusetzende Finanzinstrument zugeordnet wird. Dabei muss beachtet werden, dass alle Finanzinstrumente innerhalb einer Kategorie gleich behandelt werden müssen. Wenn Finanzinstrumente zum Erfüllungstag angesetzt werden, müssen mögliche Wertänderungen zwischen Handels- und Erfüllungstag entsprechend der geltenden Folgebewertungsvorschriften der jeweiligen Kategorie erfasst werden.[24] Wird dagegen das Finanzinstrument zum Handelstag bilanziert, muss ein aktives und gleichzeitig ein passives Finanzinstrument angesetzt und am Abschlussstichtag bewertet werden.[25]

Die Einteilung in die nachfolgenden Bewertungsklassen bzw. -kategorien erfolgt hauptsächlich aufgrund des Zweckes der Bewertung, vor allem der Folgebewertung. Als Nachweis und zur besseren Nachvollziehbarkeit der Einordnung in die verschiedenen Kategorien, sollte zum Erwerbszeitpunkt der Finanzinstrumente die Entscheidung über die Zuordnung dokumentiert werden.[26]

Gemäß IAS 39 werden bei den finanziellen Vermögenswerten die vier Kategorien at fair value through profit or loss, mit den Unterkategorien held for trading und designated at fair value, held-to-maturity, loans and receivables und available-for-sale unterschieden. Bei den finanziellen Verbindlichkeiten wird zwischen den beiden Kategorien at fair value through profit or loss, mit den Unterkategorien held for trading und designated at fair value, und other liabilities differenziert.[27]

Um ein Finanzinstrument der Kategorie held for trading (Finanzinstrumente, die zu Handelszwecken gehalten werden) zuordnen zu können, muss es mit dem Ziel gekauft worden sein, es kurzfristig wieder zu verkaufen oder zurückzukaufen. Der Handel zeichnet sich dabei durch häufige An- und Verkäufe aus. Finanzinstrumente dieser Kategorie werden somit gehalten, um kurzfristig Gewinn zu erzielen. Ein weiteres Kriterium, anhand dessen man ein Finanzinstrument als zu Handelszwecken gehalten klassifizieren kann, ist das Vorliegen eines derivativen Finanzinstruments, das in keine effektive Sicherungsbeziehung eingebunden ist.[28]

Die Zuordnung zur Unterkategorie designated at fair value (bei erstmaligem Ansatz wahlweise in diese Kategorie eingeordnet) kann nur unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen erfolgen. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass sich der beizulegende Wert, Fair Value, verlässlich ermitteln lässt. Des Weiteren muss eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein: entweder existiert ein finanzieller Vermögenswert, der als trennungspflichtiges, eingebettetes Derivat vorliegt, die Designation in diese Unterkategorie führt zur Vermeidung oder Reduktion einer Ansatz- oder Bewertungsinkonsistenz, dem sogenannten accounting mismatch, oder der finanzielle Vermögenswert gehört zu einem Portfolio, das anhand des beizulegenden Zeitwertes bewertet wird.[29]

Ein Finanzinstrument der Kategorie held-to-maturity (bis zur Endfälligkeit gehalten) ist definiert als nicht-derivativer Vermögenswert mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, den ein Unternehmen bis zur Endfälligkeit halten will (Halteabsicht) und kann (Haltefähigkeit).[30] Die festen bzw. bestimmbaren Zahlungen und die feste Laufzeit müssen vertraglich festgelegt sein, d. h. der Vertrag muss über die Höhe und den Zeitpunkt der Zahlungen Auskunft geben. Aktien, Investmentanteile und andere Eigenkapitalinstrumente ohne feste Laufzeitabrede können somit nicht als held- to-maturity kategorisiert werden. Dies gilt ebenfalls für Finanzinvestitionen, die mit einer ewigen Laufzeit versehen sind, d. h. ohne Fälligkeit sind, und auf Grund dessen die Bedingung des Haltens bis zur Endfälligkeit nicht erfüllen können.[31] Liegt einer der folgenden Fälle vor, ist die Bedingung der Halteabsicht bis zur Endfälligkeit nicht erfüllt. Das Unternehmen möchte die Finanzinstrumente nur bis zu einem unbestimmten Zeitpunkt in seinem Besitz halten, der Verkauf der Finanzinstrumente wegen geänderter Marktverhältnisse oder wegen eines Liquiditätsbedarf für das Unternehmen jederzeit in Frage kommt oder der Schuldner die finanziellen Vermögenswerte jederzeit zu einem Betrag, der sich weit unter den fortgeführten Anschaffungskosten befindet, zurückzahlen kann.[32] Der Standard besagt weiter, dass ein Finanzinstrument, das vom Unternehmen beim erstmaligen Ansatz als at fair value through profit or loss oder available-for-sale designiert wurde, nicht der Kategorie held-to-maturity zugeordnet werden darf. Erfüllt ein Finanzinstrument die Voraussetzungen zur Einordnung in die Kategorie loans and receivables darf es ebenfalls nicht der Kategorie held-to-maturity zugeordnet werden.[33]

[...]


[1] COENENBERG, A. G./ HALLER, A./ SCHULTZE, W. (2009), S. 238.

[2] Vgl. PELLENS, B. et al. (2008), S. 536.

[3] Vgl. INGOLD, M. (2005), S. 12.

[4] Vgl. KUHN, S. (2007), S. 99.

[5] Vgl. im Internet: DELOITTE (2010).

[6] Vgl. SCHWARZ, C. (2006), S. 7.

[7] Vgl. WAGENHOFER, A. (2009), S. 238.

[8] Vgl. HAYN, S./ WALDERSEE, G. (2006), S. 146.

[9] Vgl. COENENBERG, A. G./ HALLER, A./ SCHULTZE, W. (2009), S. 238 f.

[10] Vgl. IAS 39.9.

[11] Vgl. COENENBERG, A. G./ HALLER, A./ SCHULTZE, W. (2009), S. 238 f.

[12] Vgl. WAGENHOFER, A. (2009), S. 241.

[13] Vgl. COENENBERG, A. G./ HALLER, A./ SCHULTZE, W. (2009), S. 271.

[14] Vgl. HAYN, S./ WALDERSEE, G. (2006), S. 147 f.

[15] Vgl. JENSEN-NISSEN, L. (2007), S. 6.

[16] Vgl. PELLENS, B. et al. (2008), S. 534 f.

[17] Vgl. COENENBERG, A. G./ HALLER, A./ SCHULTZE, W. (2009), S. 256.

[18] Vgl. PELLENS, B. et al. (2008), S. 537 f.

[19] Vgl. ZÜLCH, H. / PRONOBIS, P. (2009), S. 2669 ff.

[20] Vgl. im Internet: FASB (2010).

[21] Vgl. WAGENHOFER, A. (2009), S. 242.

[22] Vgl. PELLENS, B. et al. (2008), S. 539.

[23] Vgl. WAGENHOFER, A. (2009), S. 242.

[24] Vgl. PELLENS, B. et al. (2008), S. 539.

[25] Vgl. WAGENHOFER, A. (2009), S. 243.

[26] Vgl. BIEG, H. et al. (2009), S. 158.

[27] Vgl. COENENBERG, A. G./ HALLER, A./ SCHULTZE, W. (2009), S. 257.

[28] Vgl. HAYN, S./ WALDERSEE, G. (2008), S. 155.

[29] Vgl. BUTOLLO, B./ PRACHNER, G./ SCHMIDT-KARALL, M. (2006), S. 119.

[30] Vgl. IAS 39.9.

[31] Vgl. KUHN, S. (2007), S. 137.

[32] Vgl. BIEG, H. et al. (2009), S. 160.

[33] Vgl. BIEG, H. et al. (2009), S. 169 f.

Details

Seiten
44
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640659395
ISBN (Buch)
9783640659296
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153618
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Schlagworte
Bilanzierung Finanzinstrumenten IFRS US-GAAP

Autor

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Titel: Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS und US-GAAP