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Der Mann, der schneller zieht als sein Schatten

Die Darstellung der Heldenfigur in ’Lucky Luke - Die Gesetzlosen`

Seminararbeit 2010 12 Seiten

Amerikanistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Superheld

3. Der Superheld ‚Lucky Luke‘?
3.1 Powers
3.2 Identity
3.3 Mission

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lucky Luke, den einsamen Comic-Cowboy, kennt man aus Kindertagen und verbindet damit ein spannendes und leichtes Lesevergnügen. Die Stories sind einfach zu lesen und gerade wegen der Dalton-Brüder immer sehr lustig. Nebst diesen Bänden von ‚Lucky Luke‘ werden natürlich auch andere Comicgeschichten gelesen. Vor allem Superhelden hatten in der Geschichte der Comics ihren Erfolg. Superhelden-Comics sind aber nicht nur in der heutigen Zeit beliebt, sondern auch in früheren Jahrzenten wurden sie oft gelesen. Während des zweiten Weltkrieges gab es insgesamt 160 verschiedene Superheldentitel von mehr als zwei Dutzend Verlagen. Mit einer Gesamtauflage von 300 Millionen Heften und einem jährlichen Umsatz von 30 Millionen Dollar etablierten sich zu jener Zeit die Superhelden in ihren Comics.[0]In dem hier untersuchten Band ‚Lucky Luke - Die Gesetzlosen‘ aus dem Jahr 1954 wird nun der Blick auf die Rolle des Lucky Lukes als Held geworfen.[1]

Der von Morris und René Goscinny herausgebrachter Comic ‚Lucky Luke‘ ist im eigentlichen Superhelden-Genre nicht zu verordnen, die Hauptfigur besitzt jedoch Eigenschaften, welche sie als Superhelden kennzeichnen. Um nun diese Überschneidung genauer zu analysieren, wird in dieser Arbeit in einem ersten Schritt der Superheld an sich charakterisiert und definiert, um in einem zweiten diese Eigenschaften auf Lucky Luke im Comic-Band ‚Die Gesetzlosen‘ anzuwenden. Dieser Comic stellt die Auseinandersetzungen zwischen dem Westerner Lucky Luke und seinen Gegenspielern, den Daltons dar. Es wird untersucht, inwieweit sich Lucky Luke einem Superhelden annähert. Daraus ergeben sich die folgenden Forschungsfragen: Ist Lucky Luke ein typischer Superheld? Wie äußern sich seine Heldeneigenschaften im Comic-Band? Durch diese Analyse wird die Figur ‚Lucky Luke‘ präziser eingeordnet und ins Verhältnis zum typischen Superhelden gesetzt.

2. Der Superheld

Um die Charakteristiken eines Helden auf Lucky Luke übertragen zu können, müssen jene erst ausführlich erarbeitet werden. „Die Heroenmythen der Griechen sind […] bis heute das maßgebliche Modell für die Figur des Helden im abendländischen Kulturraum“.[2] Das klassische heroische Ideal bezeichnet somit einen Helden, welcher als halb-göttliches Wesen lebt und hierarchisch über den normalen Menschen und unter den Göttern steht.[3] Der Begriff des Heros kann aber auch die tapferen Bürger, die ihr Leben in der Gegenwart für die gemeinsame Sache opfern, bezeichnen.[4]

Dieser hier kurz umrissene Begriff eines klassischen Heros wird nun aber eingegrenzt, oder besser gesagt, erweitert auf das Konstrukt des Superhelden. Diese so genannten ‚Superheroes‘ besitzen spezielle Eigenschaften und haben bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Um den Gegenstand besser einordnen zu können, werden nun einige Definitionen vorgestellt. So definiert Matthias Kniep den klassischen Superhelden mit Hilfe der sittlich-moralischen Perspektive und der Identitätsfrage:

„Die Entdeckung oder der Erwerb der Superkräfte ist immer mit dem Vorsatz verbunden, diese in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. […] Der Held sieht sich gezwungen, ein Doppelleben zu führen (Kostümierung und Namensgebung), damit seine wahre Identität der Öffentlichkeit verborgen bleibt.“[5]

Diese Definition ist sehr treffend, jedoch nicht umfangreich und somit ungenügend, um eine ausreichende Anwendung der Theorie zu gewährleisten. Mila Bongco zum Beispiel beschreibt in ihrem Buch über Superhelden 100 Merkmale von modernen Heldenfiguren.

In einem zusammenfassenden Fazit gehören zum Beispiel die ungewöhnliche Abstammung oder die menschlich-göttlichen Eigenschaften zu den Eigenschaften eines klassischen Superhelden. Auch der Verlust der Eltern und Probleme mit persönlichen und emotionalen Beziehungen charakterisieren ihn. Die Autorin erwähnt hier auch die doppelte Identität, den Gebrauch übernatürlicher Kräfte und das große Interesse für Gerechtigkeit.6 Bongcos Definition ist somit sehr umfangreich, wobei die Übersicht hingegen nicht perfekt gewährleistet ist.

[...]


[0] vgl. http://www.prenzlberglive.de/Videothek/Fantasy/ComicHelden.html

[1] vgl. http://www.khalisi.com/comics/luckyluke/specials/gesetzlose.html

[2] Schmitt 2006, 142.

[3] vgl. Miller 2000, 370-371.

[4] vgl. Schmitt 2006, 134.

[5] Kniep 2007, 31.

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640663170
ISBN (Buch)
9783640663262
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153753
Institution / Hochschule
Universität Zürich – Institut für Populäre Kulturen Universität Zürich
Note
1
Schlagworte
Lucky Luke Superheld Held Peter Coogan Die Gesetzlosen

Autor

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Titel: Der Mann, der schneller zieht als sein Schatten