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Das Arbeitszeugnis – Bedeutung, wichtige gesetzliche Regelungen und inhaltliche Ausgestaltung

Studienarbeit 2009 24 Seiten

Jura - Zivilrecht / Arbeitsrecht

Leseprobe

Inhaltsangabe

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung
2.1 Aus Sicht der Arbeitnehmer
2.1.1 Verwendung von Arbeitszeugnissen
2.1.2 Bedeutsamkeit bei Bewerbung um eine neue Stelle
2.2 Aus Sicht der Arbeitgeber

3. Gesetzliche Regelungen
3.1 Anspruch auf ein Arbeitszeugnis
3.2 Rechtskonforme Ausstellung
3.3 Zustellung des Arbeitszeugnisses
3.4 Erlöschen des Zeugnisanspruchs
3.4.1 Erfüllung
3.4.2 Verjährung und Verwirkung
3.4.3 Verzicht
3.5 Schadensersatz- und Entschädigungspflicht
3.5.1 Ansprüche des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber
3.5.2 Ansprüche des neuen Arbeitgebers gegen den alten Arbeitgeber

4. Zeugnisarten
4.1 Einfaches Zeugnis
4.2 Qualifiziertes Zeugnis

5. Inhaltliche Ausgestaltung
5.1 Grundsätze des Zeugniserteilung
5.1.1 Grundsatz der Zeugniswahrheit
5.1.2 Grundsatz der wohlwollenden Beurteilung
5.2 Betrachtung der Begrifflichkeit Geheimcode

6. Fazit und Ausblicke

Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Arbeitszeugnisse sind eingebettet in das Rechtssystem Deutschlands und werden dem juristischen Teilbereich Arbeitsrecht zugeordnet. Das Arbeitsrecht ist der Teilbereich unseres Rechtssystems, der das für die Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitgeber[1] und Arbeitnehmer geltende Recht umfasst. Grundtatbestand ist die abhängige Arbeit.[2] Abhängige Arbeit ist gegenwärtig die dominante Form der Erwerbstätigkeit. In Deutschland leisten circa 66% der Erwerbspersonen eine abhängige Arbeit bzw. gelten als Normalbeschäftigte, dagegen sind nur 11% der erwerbstätigen Bundesbürger selbstständig oder sind in atypischen Beschäftigungsverhältnissen (ca. 22%) tätig.[3] Somit bedarf es einer Leistungsbeurteilung bzw. eines Nachweises in Form eines Arbeitszeugnisses für den Großteil der abhängig Beschäftigten.

Arbeitszeugnisse sind für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen von zentraler Bedeutung.[4] Dem Arbeitnehmer dient es als Nachweis seiner beruflichen Tätigkeit, da es Aussagen über den Werdegang im Unternehmen und die erbrachten Leistungen enthält. Mithin ist das Arbeitszeugnis ein wichtiger Bestandteil der Bewerbungsunterlagen. Auch in der betrieblichen Personalpraxis nehmen Arbeitszeugnisse eine wichtige Rolle ein, da sie einerseits als Beurteilung für ausscheidende Arbeitnehmer erstellt werden und andererseits als Instrument der betrieblichen Personalrekrutierung genutzt werden. Die Anspruchsgrundlagen für die verschiedenen Personenkreise, die Durchsetzungswege und –möglichkeiten sind anhand von Gesetzen geregelt.[5] Der Inhalt ist geprägt von den Grundsätzen zur Erstellung und der sog. Zeugnissprache. Der Rahmen für die formale und die inhaltliche Ausgestaltung wird weitgehend durch die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte bestimmt. Aus diesen Gründen werden Arbeitszeugnisse als bürokratisch, genau und typisch deutsch angesehen.[6] Weiterhin ist anzuführen, dass das Thema Geheimcode in Arbeitszeugnissen nicht selten zu kontroversen Diskussionen in Literatur und Praxis führt.

Folglich werden die Hauptbestandteile der anzustellenden Begutachtung die Bedeutung, die gesetzlichen Regelungen und der Zeugnisinhalt sein.

2 Bedeutung

Arbeitszeugnisse sind eine Form der Personalbeurteilung. In der Personalfreisetzung werden Arbeitszeugnisse als Leistungsbeurteilung und Tätigkeitsnachweis erstellt und in der Personalauswahl werden sie dazu verwendet, das Potenzial von Bewerbern besser beurteilen zu können.[7] So hat das Arbeitszeugnis für das Unternehmen bei der Personalfreisetzung eine andere Bedeutung als bei der Personalrekrutierung. Bei der Personalfreisetzung formuliert der Arbeitgeber ein Zeugnis für einen ausscheidenden Arbeitnehmer. Hingegen analysiert und bewertet er die Arbeitszeugnisse bei der Personalauswahl. Somit haben Arbeitszeugnisse unterschiedliche Anknüpfungspunkte und lassen den sich gegenüber stehenden Interessengemeinschaften unterschiedliche Bedeutungen zukommen.

Arbeitszeugnisse erfüllen in Deutschland zwei Funktionen. Einerseits sollen sie Arbeitnehmern einen Nachweis ihrer Leistungen und ihres Verhaltens als abhängig Beschäftigte ermöglichen. Andererseits sollen sie Arbeitgebern, die Arbeitnehmer einstellen wollen, Informationen über deren bisher erbrachte Leistungen und das in der vorangegangenen Position gezeigte Verhalten liefern. Damit haben Arbeitszeugnisse eine Werbefunktion für Arbeitnehmer und eine Informationsfunktion für potentielle Arbeitgeber.[8] Diese Funktionen werden in der Personalrekrutierung besonders thematisiert. So nehmen Arbeitszeugnisse für den Arbeitnehmer eine wichtige Stellung bei der Bewerbung ein, da sie die berufsbiografische Entwicklung des jeweiligen Bewerbers aufzeigt. Somit könnte die Frage, wie bedeutsam ein Arbeitszeugnis bei der Bewerbung eines Arbeitnehmers ist, folgendermaßen beantwortet werden: Arbeitszeugnisse sind nicht alles, aber ohne Arbeitszeugnisse ist alles nichts.[9]

[...]


[1] Innerhalb dieser Praktikumsarbeit wird aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung nur die männli- che Form verwendet. Es sind jedoch stets Personen männlichen und weiblichen Geschlechts gleichermaßen gemeint.

[2] Vgl. Richardi, 1. Skript zum Arbeitsrecht, SS 2009, v. April 2009, http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Jura/richardi/Lehre/download/ArbR-Skript1.pdf, S. 1 § 1, eingesehen am 16.08.2009.

[3] Vgl. Statistisches Bundesamt, Pressegespräch von Vizepräsident Peter Weigl „Niedrigeinkommen und Erwerbstätigkeit“, v. 19. August 2009, http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/ Internet/DE/Presse/pk/2009/Erwerbstaetigkeit/statement__Erwerbstaetigkeit,property=file.pdf, S. 3, eingesehen am 21.8.2009.

[4] Vgl. Jung, Personalwirtschaft, 7. Aufl. 2008, S. 182.

[5] Dem geht die Arbeit im Gliederungspunkt 3 nach.

[6] Vgl. Huesmann, Arbeitszeugnisse aus personalpolitischer Perspektive, 1. Aufl. 2008, S. 1.

[7] Vgl. Steinmann/Schreyögg, Management: Grundlagen der Unternehmensführung, 6.Aufl. 2005, S. 140.

[8] Vgl. Weuster, Aufsatz „Zeugnisgestaltung und Zeugnissprache zwischen Informationsfunktion und Werbefunktion“, BB 1992, S. 58.

[9] Vgl. Huber/Großblotekamp, Das Arbeitszeugnis in Recht und Praxis, 11. Aufl. 2007, S. 10.

Details

Seiten
24
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640898107
ISBN (Buch)
9783640898251
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v154611
Institution / Hochschule
Hochschule Schmalkalden, ehem. Fachhochschule Schmalkalden
Note
1,0
Schlagworte
arbeitszeugnis bedeutung regelungen ausgestaltung

Autor

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Titel: Das Arbeitszeugnis  – Bedeutung, wichtige gesetzliche Regelungen und inhaltliche Ausgestaltung