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Untersuchung zum Horrorvideokonsum bei Jugendlichen

von Anja Kleint (Autor) Carolin Schneckenburger (Autor)

Forschungsarbeit 2003 56 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhalt

1. Fragestellung
1.1 Entwicklung und Begründung der Fragestellung
1.1.1 Fragestellung
1.1.2 Begriffsbestimmungen
1.1.3 Überlegungen zur Entwicklung der Fragestellung
1.2 Begründung der pädagogischen Relevanz der Fragestellung
1.3 Bezug zur Literatur und bereits vorhandenem Wissen

2. Methodenauswahl

3. Theoretisches Modell und Variablenmatrix
3.1 Theoretisches Modell (UV-AV)
3.2 Variablenmatrix

4. Allgemeine Gesichtspunkte zur Konstruktion des Fragebogens und zur Formulierung der Fragen
4.1 Stichprobe / Auswahlverfahren

5. Fragebogen

6. Einzelfragenbezogene Auswertung

7. Rückbezug auf die Fragestellung

8. Globale Schlussfolgerungen der Gesamtuntersuchung

9. Bibliographie

1. Fragestellung

Wir beide, Carolin Schneckenburger und Anja Kleint, studieren Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienpädagogik. Daher haben wir verschiedene Filmseminare besucht und uns intensiv mit der Medien-, und Filmwelt auseinandergesetzt.

Ein Seminar behandelte das Genre Horrorfilm und dessen Inhalte, Techniken und Besonderheiten. Doch eine Frage blieb bis zum Ende ungeklärt: nämlich warum Horrorfilme so faszinieren und was viele dazu bewegt, sich solche Filme anzuschauen und sich dem Grauen zu stellen. Selbst wir als aktive Horrorfilmschauer haben uns diese Frage zum ersten Mal gestellt.

Sicherlich kann man vermuten, worin der Reiz des Horrors liegt, doch sind es nur Vermutungen und Vorurteile.

Für uns Grund und Ansporn genug, durch die Fragebogenmethodik eine klare Antwort auf die noch offene Frage zu finden und zu untersuchen, inwiefern die vorläufigen Urteile begründet sind.

1.1 Entwicklung und Begründung der Fragestellung

1.1.1 Fragestellung

Wie ist der Horrorfilmkonsum bei Jugendlichen im Hinblick auf das zeitliche Ausmaß, den örtlichen und medialen Zugang, der Aufmerksamkeitsgrad des Rezipierens und im Hinblick auf gesellschaftliche Aspekte?

1.1.2 Begriffsbestimmungen

In Bezug auf die Fragestellung sind einige Begriffsbestimmungen, bzw. Definitionen, voranzustellen:

Der Begriff „Horrorfilm“ wird in drei Kategorien unterteilt: Teeniefilme, Zombiefilme und Psychofilme.

„Teeniefilme“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie meist an Schulen und/oder Universitäten spielen und die Schauspieler auch Schüler oder Studenten darstellen, z.B. „Düstere Legenden“, „Scream“, „The Hole“.

In „Zombiefilmen“ handelt es sich meist um eine düstere und übernatürliche Mythenwelt, die von phantastisch-mythischen Figuren, verrückten Persönlichkeiten oder ganzen Legenden beherrscht wird. Dazu zählen Vampire, Werwölfe, lebende Mumien, Monster etc., z.B. „Braindead“, „Friedhof der Kuscheltiere“, „Tanz der Teufel“. Die Handlungsstränge sind den Gewaltszenen meist untergeordnet. Im Vordergrund stehen Bilder, die die Gewalt deutlich veranschaulichen durch spritzendes Blut, offene Gehirne,...

In „Psychofilmen“ sind die Protagonisten meist Psychopathen, Verrückte oder Perverse, die wahllos morden oder tyrannisieren. Anders als bei Zombiefilmen wird der Zuschauer durch psychische Gewalt gefesselt, hervorgerufen durch Mittel wie eine effektverstärkende Geräuschkulisse, die Art der Kameraführung, durch extra verzögerte Spannungsmomente und durch Einbindung des Phantasiespielraums des Zuschauers, indem gewisse Szenen nicht verdeutlicht werden, z.B. „Psycho“, „Es“, „The Others“.

Die Gemeinsamkeit der Filme liegt darin, dass sie ein Gefühl der Angst, des Schreckens/Entsetzens und des Ekels hervorrufen. Die Rationalität kann in Frage gestellt werden. Die Affekte im Film dauern im Schnitt ein bis zwei Stunden, wobei die Stimmungshaltung eines jeden mehrere Stunden, bzw. Tage andauern kann, teilweise gekennzeichnet durch Verfolgungswahn.

Der Terminus „Jugendlicher“ bezieht sich auf weibliche und männliche SchülerInnen aus Dresden im Alter von 15-17 Jahren. Sie stehen noch nicht voll und/oder eigenverantwortlich im Leben, wurden im Januar 2003 befragt und nahmen freiwillig an der Befragung teil.

Jugendliche, die Horrorfilme konsumieren, sind also „Horrorfilmkonsumenten“. Sie beschaffen sich bewusst und intendiert die Horrorfilme und rezipieren die Filme aus eigenem Antrieb. Es muss eine sichtbare Häufigkeit und ein deutliches Interesse an Horrorfilmen vorhanden sein.

Unter „gesellschaftlichen Aspekten“ werden die familiären Hintergründe verstanden.

1.1.3 Überlegungen zur Entwicklung der Fragestellung

Während der Erarbeitung der Fragestellung, die als leitend für die Untersuchung dient, mussten wir verschiedene Überlegungen anstellen und auch Einschränkungen vornehmen: die Einschränkungen bezogen sich zunächst auf die zu befragten SchülerInnen und deren Alter, denn es ist unmöglich, alle SchülerInnen verschiedenen Alters aus Dresden zu befragen. Gewicht legten wir dabei auf einen schichtspezifischen Ansatz. Er soll die Erklärungsversuche aufzeigen, welche die Faszination des Mediums Horror mit der sozialen Ungleichheit innerhalb unserer Gesellschaft begründet. Der hohe Konsum von Horrorfilmen wird als Versuch gedeutet, dem eintönigen und öden Alltag zu entfliehen. Nach Sontheim ist es die sog. „No-Future-Generation“.

Zudem kam eine Einschränkung auf das Themengebiet. Das Thema Horrorfilm bringt viele Einzelaspekte mit sich, die sich aber in der Untersuchung kaum unterbringen lassen. Schon die zeitlichen, örtlichen und gesellschaftlichen Aspekte stellen ein weites Feld der Untersuchung dar.

Der zeitliche Rahmen bezieht sich auf das bisher gelebte Leben der Jugendlichen. Damit aber eine stärkere Aktualität gewährleistet werden kann, haben wir die Jugendlichen nach dem Horrorvideokonsum innerhalb der letzten drei Monaten gefragt.

Wir erwarten von dieser Untersuchung, dass wir herausfinden, worin der Reiz am Horrorfilm liegt und welche Faktoren die Rezeption beeinflussen.

Die Schüler wurden mittels Fragebogen befragt. Die Fragen wurden den Versuchspersonen mündlich, immer in gleicher Form, gestellt und durch die Befragenden durch ankreuzen vorgegebener Antwortenmöglichkeiten beantwortet, bzw. sollte das eigene Wissen der Befragten aktiviert werden, in dem z.B. eine offene Liste mit bereits gesehenen Filmen ausgelistet werden sollte, an die sich die Versuchspersonen ohne Unterstützung noch selbständig erinnern konnten. Anschließend sollte diese Liste mit Filmen auf Karteikarten ergänzt werden, um durch die Länge der Liste und das damit verbundene abnehmende Konzentrationsvermögen die Antwortmöglichkeiten immer wieder neu zu mischen. Damit sollte verhindert werden, dass einige Filme, die sonst stets am Ende der Liste aufgelistet waren, aus möglichem Mangel an Beachtung eine weniger hohe Trefferzahl erreichten und damit eine Ergebnisverfälschung unterstützen würden.

1.2 Begründung der pädagogischen Relevanz der Fragestellung

Wir leben im Zeitalter der Medien. Filme werden nicht nur im Kino, sondern können auf verschieden Art und Weise rezipiert werden, sei es VHS, DVD, CD-ROM,...Die vielfältigen Medienträger decken die Bedürfnisse ab, die das Kino vorher befriedigte. Die Programmwahl kann heute selbst zusammengestellt und gestoppt werden. Es entwickelt sich zu einem Gruppenerlebnis und es werden daraus regelrechte Filmparties veranstaltet.

Die Einfachheit des Filmkonsums brachte eine erhöhte Filmrezeption mit sich, die sich vor allem bei Jugendlichen in einem neuen Freizeiterlebnis zeigt. Auffallend dabei ist, dass das Genre Horror immer mehr Anklang bei Jugendlichen findet, was in der Wissenschaft zu vielen Diskussionen und Forschungen führte. Auch an der TU Dresden wird das Thema in einigen Seminaren der Medienpädagogik immer häufiger diskutiert. Doch die Ergebnisse unterscheiden sich sehr in ihrer Auswertung.

Der vermehrte Horrorvideokonsum bewegt nicht nur die Wissenschaft, sondern ist auch ein Thema, das die Gesellschaft angeht, da ihre Hintergründe teilweise für den Konsum verantwortlich gemacht wird.

An der Auswertung soll nun erkannt werden, ob wirklich pädagogische Einflussnahme nötig ist und in welchem Maße. Und wenn ja, wo man pädagogisch ansetzen kann.

1.3 Bezug zur Literatur und bereits vorhandenem Wissen

In ihrem Buch „Das neue Lexikon des Horrorfilms“ von 2002 beschreiben die Herausgeber Ronald M. Hahn und Rolf Giesen die Zusammensetzung der Horrorfilmzuschauer und deren (Geistes-)Zustand als eine Mischung aus „[...] christlich verbrämter Mystik, unbefriedigten sexuellen Albträumen, postpubertären Gewissensbissen und einer ungesunden Portion Sadomasochismus [...]. (vgl. Ronald M. Hahn, Rolf Giesen: Das neue Lexikon des Horrorfilms, 2002)

Sascha Westphal und Christian Lukas versuchen in ihrem Buch „Die Scream-Trilogie“ die Hintergründe für die Beliebtheit solcher Filme zu ergründen. Aus ihrem Werk geht hervor, dass sie der Ansicht sind, das die Regisseure in ihren Meisterwerken gern mit der Lust des Schauens durch den Zuschauer spielen. Sie stellen sie quasi als kleine Voyeure dar, die beim Schauen eines Horrorfilms gern in ein anderes Leben eindringen, aufnehmen, auseinandernehmen und dennoch auf Distanz bleiben. Somit wird der Horrorfilmzuschauer direkt mit dem Tabu „Mord“ und mit der Gewalt der Welt konfrontiert, und bleibt dennoch mit der Auseinandersetzung mit sich selbst verschont. „Der Voyeur im Kino kann bei einem so miterlebenden Akt die Gewalt, die dunkle Seite seiner Begierden ausleben, ohne dass sich daraus weitere emotionale Konsequenzen für ihn ergeben. Bei vielen Jugendlichen löst Gewalt gleichzeitig Entsetzen und Faszination aus. Für sie ist einfach die „Lust am Verbotenen“ ausschlaggebend beim Schauen von Horrorfilmen – die Lust am Grausamen, das Überschreiten von Extremen. Oft identifizieren sie sich auch mit dem Mörder, der in Filmen machtausübend wirkt. Eduard Spranger hat hierzu einmal festgestellt, dass sich besonders Jugendliche aus Unterschicht-Verhältnissen mit Horrorfilmen beschäftigen, da sie die Filme weniger hinterfragen und sich darin einfach gehen lassen. Hinzu kommt, dass Horrorfilme unter Jugendlichen oft auch als Mutprobe verstanden werden, da sie für die Jugendlichen eine Grenzschwelle zwischen dem schwachen Kind und dem starken Erwachsenen darstellen, die es in der Gruppe als eine Frage der Anerkennung zu überwinden gilt.

Ebenfalls gibt es Thesen, die davon ausgehen, dass sich aggressive Menschen mit aggressiven Medieninhalten beschäftigen, um darin ihre Normalität bestätigt zu wissen und um die Verantwortung für das eigene Handeln dann abschieben zu können.

Der Psychologe Paul Messerschmidt wies daraufhin, dass Kinder dazu erzogen werden, Gewalt im Fernsehen zu banalisieren und die gesehenen Bilder anschließend schnell mit Fiktion und Realität verwechseln.

Die Medienwirkungsforschung entwickelte zum Thema Extremdarstellungen folgende Theorien: Die „Katharsistheorie“, welche auf der Frustrations- Aggressions-Hypothese basiert. Sie schreibt dem Gewalt-Konsum eine reinigende Wirkung zu, die reale Gewalt verhindert. Diese These konnte allerdings empirisch nicht bestätigt werden.

Die „Inhibitionshypothese“ beschreibt das vermehrte Aufkommen von Angst und die abnehmende Aggressionsbereitschaft bei insbesondere realistischen Gewaltdarstellungen. Auch diese Theorie konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Die „Habitualisierungstheorie“ beschäftigt sich mit der Gewöhnung, die nach längerfristigem Konsum eintreten soll und allmählich zur Abstumpfung führt.

Die „Nachahmungstheorie“ (Lerntheorie) bezieht sich besonders auf Minderjährige, die am Vorbild lernen und sich somit auch an Filmen orientieren.

(vgl. Stefanie Melz unter: www.censuriana.de/texte/faszinantion.htm)

2. Methodenauswahl

Für die Gewinnung der empirischen Information in dieser Untersuchung diente die mündliche Befragung, da sie nicht so aufwendig ist wie eine schriftliche Befragung und zuverlässigeres Datenmaterial liefern kann als eine Beobachtung.

Von vornhinein konnten wir uns so auf diejenigen Jugendliche konzentrieren, die den Anforderungen der empirischen Untersuchung gerecht wurden. Dabei haben wir mit dem Fragebogen gearbeitet, da er eine Reihe an Vorteilen bietet, z.B. im Vergleich zur mündlichen Befragung am Telefon. Die Daten hatten wir somit schriftlich aufgeschrieben auf der Hand und gelten als unwiderruflich.

Da wir gezielt Jugendliche ansprechen mussten, suchten wir uns Orte aus, an denen sie sich in diesem Alter meist aufhalten. So standen wir zwei Abende vor dem UFA-Palast in Dresden und passten SchülerInnen an einer Schule ab, die auf dem Nachhauseweg waren. Zu unserem Glück lief im Kino zu dieser Zeit die Neufassung des Horrorfilms „Halloween“, so dass es fast ein leichtes war, wahre Horrorfans anzutreffen.

Während der Befragung haben wir uns mit den Fragen den Jugendlichen in der Sprachform angepasst und uns bemüht, die Fragen so einfach wie möglich zu formulieren und den Befragten bei der Beantwortung der Fragen nicht unter Zeitdruck zu stellen.

Wichtig für die Auswertung ist das Gleichgewicht in der Befragung. So wurden 20 weibliche Jugendliche und 20 männliche Jugendliche befragt, insgesamt arbeiteten wir also mit 40 Fragebögen.

Die Untersuchung erfolgte zu einem bestimmten Zeitpunkt im Januar 2003 und ist somit als eine Querschnitterhebung angelegt worden. Der Grund dafür ist der geringe zeitliche Aufwand.

Eine Verschiebung der Untersuchung ist sicherlich nicht auszuschließen. Zum einen war es unsere erste Forschungsarbeit, zum anderen ist der Wahrheitsgrad bei Jugendlichen im Alter von 15-17 Jahren nicht unbedingt gesichert. Beispiel: männliche Jugendliche wurden befragt, ob sie bei Horrorfilmszenen auch mal wegschauen müssen und beantworteten die Frage meist mit einem Nein. Dies kann auch an der zeitlich bedingten pubertären Phase liegen mit dem Grund, als „harter, unerschrockener“ Jugendlicher dastehen zu wollen.

Somit muss man diese Untersuchung unter dem Gesichtspunkt betrachten, dass aufgrund der Methodenauswahl und ihre Durchführung eine wirkliche Repräsentativität nicht erreicht werden kann.

Um die Objektivität dieser Studie zu gewährleisten, sind die zu befragenden Personen in Gruppen nach Alter, Geschlecht, sozialem Hintergrund und Bildungshintergrund eingeteilt worden. Die Versuchssituation wurde somit standardisiert. Die Zuverlässigkeit der Messinstrumente sollte dadurch erreicht werden, dass die Fragestellungen jeweils gleich gestellt wurden, in dem die Fragestellungen jeweils präzise vorgegeben war, und um einen Einfluss bei der Beantwortung der Fragen zu vermeiden, wurden auch die Fragen in Tonfall, Mimik und Gestik möglichst immer gleich formuliert. Alle Messungen wurden am gleichen Ort, zur gleichen Zeit und (nur) durch die selben zwei Forscher mündlich durchgeführt. Die Beantwortung der Fragen erfolgte über das Ankreuzen bereits vorgegebener Antworten, und um Missverständnisse auszuschließen, durch den Befragenden selbst.

In bereits vorangegangenen Tests wurde herausgefunden, dass Jugendliche Horrorfilme unter anderem aus Gründen des Gruppenzwangs bzw. als Mutprobe schauen oder auch um sich der elterlichen Gewalt zu widersetzen, da sie in Horrorfilmen die Lust am Verbotenen entdecken und nach dem indirekten Ausleben von Tabus. Exakt hierzu wurden Fragen gestellt, die sich auf die Gründe des Horrorvideokonsums bei Jugendlichen beziehen und auf das Verhältnis der Jugendlichen mit ihren Eltern, wenn es um Horrorfilme geht. Ebenso stellten wir Fragen, die sich auf das örtliche und zeitliche Ausmaß beim Horrorvideokonsum durch Jugendliche beziehen, um zu belegen, bzw. zu widerlegen, dass Jugendliche den Kontakt zu einer Gruppe suchen – einerseits als Schutzfunktion, andererseits als Identifikations- und Stärketest auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

Eventuelle Störfaktoren sollten dabei beseitigt werden. Hierzu zählen Antworten zu Frage 6: „Warum schaust Du eigentlich Horrorfilme?“, die eventuell aus Peinlichkeitsgründen nicht gegeben wurden, da sie auf innerliche Schwächen oder Tabus plädieren, mit denen ein Jugendlicher eher diskret oder auch verdrängend umgeht. Mögliche betreffende Antworten wären „Gruppenzwang“ gewesen, oder „aus Anerkennungsgründen“, sowie „weil manchmal auch Sex vorkommt).

Störfaktoren waren ebenfalls auch beistehende Jugendliche, deren Anwesenheit die Beantwortung der Befragten durchaus beeinflussen kann. Hier hatten wir versucht, diese gleichzeitig zu befragen, so dass sich die Versuchspersonen nicht gegenseitig beeinflussen konnten und nur auf die Beantwortung der Fragen konzentrierten, und nicht auf deren Wirkung auf ihre Freunde. Der Test misst allerdings auch mediale Bezugsmöglichkeiten und die heimische Ausstattung der Jugendlichen, die für die Untersuchung eher sekundär wichtig waren, aber dennoch ein Ableiten sozialer und Bildungshintergründe ermöglichten.

3. Theoretisches Modell und Variablenmatrix

3.1 Theoretisches Modell (UV-AV)

Um die oben genannte Fragestellung untersuchen zu können, müssen Variablen eingeführt werden. Dabei wird eine Unterteilung in abhängige und unabhängige Variablen vorgenommen. Es wird als unabhängige Variable jene bezeichnet, die als abhängig von einer anderen angenommen wird, als unabhängig Variable jede, die als Ursache oder Bedingung für eine andere angesehen wird.1

Jedoch wird eine Variable erst durch den spezifischen Auswertungszusammenhang als unabhängig oder abhängig definiert.

Für diese Untersuchung sind folgende abhängige Variablen zu nennen:

- Zugang
(örtlich/materiell/zeitlich: wo, wie und wann werden Horrorvideos rezipiert)
- zeitliche Erstreckung
(wie viele und wie lange werden Horrorfilme geschaut)
- Häufigkeit
(wie oft werden Horrorfilme rezipiert)
- Atmosphäre
(alleine/in der Gruppe: wie und mit wem werden Horrorfilme geschaut)
- Erlebnisintensität

Folgende unabhängige Variablen sind zu berücksichtigen:

- Bildungshintergrund
(Schulart)
- Soziale Herkunft
(Bildung/Beruf der Eltern)
- Freundeskreis
- Aufsuchen der sozialen Gruppe
- Assoziation/Dissoziation
- Angstkick
- Persönliches Interesse
- Persönliche Einstellung
Und folgende mittelbaren Variablen
- Bildungshintergrund
- Elternhaus
- örtlicher, zeitlicher, materieller Zugang

3.2 Variablenmatrix

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 vgl.: Kromrey, Helmut: Empirische Sozialforschung, S. 450

Details

Seiten
56
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638206044
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v15519
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Erziehungswissenschaften
Note
nicht erteilt
Schlagworte
Untersuchung Horrorvideokonsum Jugendlichen Empirische Forschungsmethoden

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Titel: Untersuchung zum Horrorvideokonsum bei Jugendlichen