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Die Bedeutung der Stadthöfe am Beispiel des Zisterzienserordens

Essay 2005 12 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zisterzienser - eine kurze Einführung

3. Wirtschaftsweise der Zisterzienser
3.1. Grangien
3.2. Stadthöfe
3.3. Funktion der Stadthöfe
3.4. Topographie der Stadthöfe

4. Die Stadthöfe des Kloster Chorins

5. Schlussfolgerung

6. Quellen

1. Einleitung

In dieser Arbeit werden an dem Beispiel des Zisterzienserordens die Funktionen und Entstehungen der Stadthöfe näher beleuchtet. Auch ein kurzer Exkurs zur Topographie der Stadthöfe wird gegeben.

Des Weiteren wird unter anderem auch die Bedeutung der Grangien besprochen.

Gleichzeitig wird ein übersichtliches Bild der Wirtschaftsweise der Zisterzienser erarbeitet und die Bedeutung des Ordens in der damaligen Zeit aufgedeckt. Ebenso werden die Stadthöfe des Kloster Chorin als Beispiel dargestellt.

Winfried Schich nach zu urteilen, wurden die Wirtschaftseinrichtungen der Zisterzienser besonders in den letzten Jahrzehnten untersucht, besonders der Klöster die sich im östlichen Teil Europas befinden.[1]

Im Mittelpunkt der Arbeit soll die These stehen, dass die Zisterzienser ohne das Vorhandensein der Stadthöfe ihr umfangreiches Eigenwirtschaftsleben nicht erhalten hätten können und nicht zu der großen wirtschaftlichen Bedeutung erlangt wären. Ebenso, dass die Stadthöfe eine wichtige und unerlässliche Einrichtung für die wachsende und erfolgreiche Wirtschaftstätigkeit und den Handel der Zisterzienserklöster waren.

Die Quellenlage ist nicht ausreichend um allzu umfassende Erläuterungen zu geben. Die Grundlage dieser Arbeit stellt insbesondere der Aufsatz von Winfried Schich: “Grangien und Stadthöfe der Zisterzienserklöster im Raum östlich der mittleren Elbe bis zum 14. Jahrhundert” und das Buch von Wolfgang Bender “Zisterzienser und Städte” dar.

2. Zisterzienser - eine kurze Einführung

Die Zisterzienser sind ein katholischer Mönchsorden. Sie sind durch Reformbewegungen aus dem Benediktinerorden hervorgegangen. Im 11. Jahrhundert wird das erste Kloster Cîteaux gegründet.

1115 gründet Bernhard von Clairvaux ein gleichnamiges Kloster. Er beginnt u.a. an die Königshöfe und andere Klöster zu reisen, um dort die Menschen zu bekehren und zu predigen. Das Ansehen der Zisterzienser wächst rasch, vor allem in Frankreich. Die Erfolge des Konvents können unter anderem durch die Bevölkerungsexplosion und der Drang der Adligen nach einem geistlichen Leben begründet werden. Der Orden erhielt seine päpstliche Approbation 1119.

Der Zisterzienserorden war vor allem durch seine streng geordnete und zugleich einfache Lebensweise gekennzeichnet. Sie versorgten sich selber durch Eigenwirtschaft und bekamen unangeschlossene Gebiete zu Klostergründungen.

Otto I. baute im 11. Jahrhundert die Mark Brandenburg auf und suchte nach einem geeigneten Orden, seine Wahl fiel auf die Zisterzienser und somit wurde das erste Zisterzienserkloster in der Mark Brandenburg in Zinna 1170/71 gegründet. Klostergründungen waren zu damaliger Zeit eng mit den jeweiligen Interessen der Landesherren verbunden, da die Klöster einerseits zur Grenzenmarkierung dienten und andererseits die gesellschaftliche Stellung eines Adligen dadurch betont wurde.

Die Zisterzienser breiteten sich nun auch in der Mark Brandenburg aus, es folgten u.a. Klöster in Lehnin 1180, eines der reichsten und bedeutesten Zisterzienserklöster. 1133 wurde das Kloster Altenberg bei Köln errichtet, 1258 folgte eine Klostergründung in Chorin und 1268 in Neuzelle.

Die Zisterzienser erlangten schnell eine große Bedeutung für das geistliche und ökonomische Leben der damaligen Zeit. Sie errichteten im Laufe der Zeit weitverzweigte Klöster und bauten sich internationale Wirtschaftsbeziehungen auf.

3. Die Wirtschaftsweise der Zisterzienser

Die Zisterzienser strebten nach einem weitgehend unabhängigen Eigenwirtschaftssystem. Sie wollten eine völlige Selbständigkeit schaffen und ihre Mönche von der Welt außerhalb der Klostermauern möglichst trennen. Eines ihrer strengen Gebote lautete, dass die Ernährung und Kleidung nur durch die eigene Arbeit ihrer Hände erwirtschaftet werden durfte. In der capitula des Exordium Cistercii, der Wirtschaftsverfassung der Zisterzienser waren die Regeln und Ideale der Wirtschaftsweise des Ordens genau festgehalten. Unter anderem steht dort geschrieben, dass die Mönche keine Tiere besitzen dürfen die nur für reine Schaueffekte vorhanden sind, sogar die Tiere müssen einen Nutzen darstellen. Als Besitz wurden nur Gewässer, Wälder, Wiesen und Äcker erlaubt, welche zum eigenen Gebrauch und zum Überleben notwendig sind.[2]

Den Klöstern war es verboten, allem was dem reinen besitzlosen Mönchstum widersprach, wie Einkünfte oder Gelder aus Begräbnissen, Dörfern, Kirchen, Altären etc. anzunehmen. Der Orden vertrat somit die strengsten Regeln, die es in Ordenskreisen über Besitztümer gab.[3] Der Grund für diese strengen Reglungen war, die materielle Sicherung der Klöster und die Trennung der selbstständigen Wirtschaftseinheiten von der Welt außerhalb.[4]

[...]


[1] Vgl. Winfried Schich: Grangien und Stadthöfe der Zisterzienserklöster im Raum östlich der mittleren Elbe bis zum 14. Jahrhundert, S. 64.

[2] Vgl. Dieter Pötschke (Hrsg.): Geschichte und Recht der Zisterzienser, S. 227.

[3] Vgl. Dieter Pötschke, S. 227.

[4] Vgl. Dieter Pötschke, S. 228.

Details

Seiten
12
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640680979
ISBN (Buch)
9783640680863
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155921
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Schlagworte
Bedeutung Stadthöfe Beispiel Zisterzienserordens Grangien Kloster Chorin Zisterzienser

Autor

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