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Sequenz zur Ur- und Frühgeschichte für die 5. Klasse einer Grundschule

Praktikumsbericht / -arbeit 2007 18 Seiten

Didaktik - Geschichte

Leseprobe

Gliederung

1. Rahmenlehrplananalyse

2. Beschreibung der subjektiven Lernvoraussetzungen

3. Sachanalyse
Forschungstand
Abstammung des Menschen
Entwicklungsstufen des Menschen
Exkurs: Lucy
Exkurs: Neandertaler
Fundorte und Ausgrabungen

4. Lernziele und Lernerfolgskontrolle

5. Didaktische Analyse

7 . Kritische Auseinandersetzung und weiterführende Überlegungen

8. Literatur
Lehrbuch
Fachdidaktische Literatur
Fachwissenschaftliche Literatur
Fachzeitschrift

9. Anhang

1. Rahmenlehrplananalyse

Laut dem Rahmenlehrplan Geschichte Primarstufe des Landes Berlin- Brandenburg, der verbindliche curriculare Vorgaben für den Unterricht beinhaltet, sind die Themen, die in der fünften und sechsten Klasse bearbeitet werden sollen, folgende:

1. Auf den Spuren der ältesten Menschen und ihrer Gesellschaft

2. Große Reiche und ihre Kulturen im Mittelmeerraum

3. Zwischen Antike und Mittelalter

4. Aus der Geschichte des europäischen Mittelalters.[1]

In der zu planenden Unterrichtssequenz für die fünfte Klasse einer Grundschule im Umfang von fünf Stunden sollen die Schüler und Schülerinnen mit dem ersten Thema im Fach Geschichte konfrontiert werden: auf den Spuren der ältesten Menschheit und ihrer Geschichte. Die Abstammung des Menschen, die unterschiedlichen Merkmale zwischen Mensch und Affe, die einzelnen Entwicklungsstufen des Menschen und das Wissen über Fundorte sowie Ausgrabungsstätten stehen dabei im Vordergrund.

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, über wie viele Jahre die Erde entstanden ist und wie lange es gedauert hat, bis Leben auf der Erde erschienen ist. Zudem werden, nachdem der Stammbaum der Menschen dargestellt worden ist, die physischen und psychischen Unterschiede zwischen Menschen und Affen detailliert betrachtet.

Des Weiterem werden die wichtigsten Entwicklungsschritte vom Urmenschen zum Frühmenschen bis hin zum Jetztmenschen untersucht. Nebenbei wird es einen Exkurs zum Thema Neandertaler und Lucy geben. Anschließend werden zum Ende der Unterrichtssequenz die wichtigsten Fundorte und Ausgrabungsstätten von Urmenschenfunden mit den Schülerinnen und Schülern behandelt.

Die Vorgaben des Rahmenlehrplan schlagen mögliche Leitfragen, wie: „Wie gelangen Geschichtsforscher zu Erkenntnissen über die Vergangenheit?“ oder „Wodurch unterscheiden sich Menschen von Tieren?“[2] vor, aber lassen der Lehrkraft in der inhaltlichen Planung der Unterrichtssequenz sehr viel Handlungsfreiheit für eigene Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten. Verbindliche Anforderungen an den Inhalt, die erfüllt werden sollten, sind jedoch:

- die Entwicklungsstadien der Gattung Homo sapiens bis zum
Menschen heutigen Typs an anschaulichen Merkmalen erkennen
und beschreiben
- Fundorte und Verbreitungsgebiete des frühen Menschen lokalisieren
- anhand von Funden altsteinzeitliche Lebensweise der Jäger und

Sammler deuten[3]

Anhand von Abbildungen der Urmenschen und ihren Lebensgewohnheiten sowie Knochenresten erlernen die Schülerinnen und Schüler zugleich auch den Umgang mit bildlichen Quellen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Behandlung der Ur- und Frühgeschichte elementar ist für das Nachvollziehen noch folgender historischer Epochen und damit für den Ausbau eines fundierten Geschichtsbewusstseins.

2. Beschreibung der subjektiven Lernvoraussetzungen

Die Ludwig Renn Grundschule liegt in Potsdamer Ortsteil Eiche. Seit Beginn des Schuljahres 2006/07 lernten an der Ludwig Renn Grundschule 259 Kinder. Sie wurden in 13 Klassen von 18 Lehrern unterrichtet.

Bei der zu unterrichtenden Lerngruppe handelt es sich um eine fünfte Klasse, die mit einer Klassenstärke von 17 Schülerinnen und Schülern unterdurchschnittlich besetzt ist. Das allgemeine Wissens- und Lernniveau ist eher mittelmäßig. Es gibt einige gute Schüler, die sich sehr oft am Unterrichtsgeschehen beteiligen und dargelegte Zusammenhänge schnell verstehen. Der Rest der Klasse ist zwar ebenfalls motiviert, kann aber meist dem neuen Lernstoff nicht sofort folgen und benötigt viel Übungszeit.

Lern- und Verständnisprobleme zeigen sich besonders bei einem Schülern. Er leidet an dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom und vergisst des Öfteren am Morgen seine Medikamente einzunehmen. Dies führt im Unterricht oft zu außerplanmäßigen langen Störungen, durch die Unruhe des Schülers werden auch andere Schüler angesteckt und es ist zeitweise schwer in der Klasse für anhaltende Ruhe zu sorgen.

Weiterhin wurde bei der Hospitation in der ersten Woche deutlich, dass einige Schüler Defizite beim Lesen und Verstehen von Texten sowie beim Schreiben und Verfassen von Texten aufweisen. Im Allgemeinen ist der Unterricht der Klasse 5 aber durch eine gute Disziplin und Arbeitsbereitschaft gekennzeichnet, bis auf einzelne alltägliche Störungen, die aber von Frau Fessel meist sehr schnell und erfolgreich abgestellt worden sind.

Zur Lernmotivation in Bezug auf das Fach Geschichte lässt sich feststellen, dass die Lernenden ein sehr hohes Interesse am Fach und seinen Inhalten haben. Das liegt wahrscheinlich der Tatsache zugrunde, dass in Brandenburg das Fach Geschichte in der fünften Klasse erstmals unterrichtet wird und Schüler zunächst immer sehr neugierig auf neue Fächer sind.

Anhand meiner Beobachtungen bei der Hospitation und ausführlichen Informationen von Seiten der Fach- und Klassenlehrerin wusste ich, dass die Schülerinnen und Schüler sehr fordernd nach Wissen sind, sehr schnell ablenkbar und ich daher besonders durch Lehrer-Schüler-Gespräche und interessanten Fragestellungen immer wieder ihre Wissbegierde sowie ihre Aufmerksamkeit wecken und erhalten muss.

Die Schritte einer Interpretation von bildlichen sowie von schriftlichen Quellen haben die Lernenden in den drei vorhergehenden Stunden kurz kennen gelernt, das bedeutet, dass sie noch keine Übung im Umgang mit Quellen haben. Auch die Arbeit mit Karten und grafischen Darstellungen wie ein Zeitstrahl war für die Schülerinnen und Schüler noch nicht geläufig.

3. Sachanalyse

Forschungstand

Die Entstehungsgeschichte der Menschheit ist nicht nur im geschichtlichen Bereich eine vielfach diskutierte Thematik, sondern auch in der Biologie, Anthropologie sowie Theologie. Somit gibt es verschiedene Blickwinkel auf dieses Thema. Die Inhalte im Geschichtsunterricht basieren jedoch nicht auf Glauben oder Pseudowissenschaften, sondern auf wissenschaftliche Ergebnisse der Anthropologen, Paläontologen, Ethnologen sowie Genetikern.

Durch zahlreiche neue Knochenfunde wird die Geschichte der Urmenschen immer wieder neu geschrieben. Neue Knochenfunde und Ausgrabungsstätten können bisherige Theorien außer Kraft setzen. 2002 hat in Addis Abeba/ Äthiopien ein Forscherteam Überreste eines „Bodenaffen-Familienvorfahr“[4] entdeckt, der mit aller Wahrscheinlichkeit zwischen 5,2 und 5,8 Millionen Jahre alt ist. Dieser Fund unterstützt die Annahme, dass die ersten Menschen aus den Wäldern Afrikas stammen und nicht wie bisher geglaubt aus der Savanne.[5] Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Forschung im Bereich der Abstammungsgeschichte des Menschen noch lange nicht abgeschlossen werden kann.

Abstammung des Menschen

Die Frage woher der Mensch abstammt wird zumeist mit zwei unterschiedlichen Theorien beantwortet. Die religiöse Erklärung beinhaltet, dass der Mensch durch Gott erschaffen wurde. Als Beispiel dafür wird die Entstehungsgeschichte von Adam und Eva angeführt.

Die naturwissenschaftliche und logische Erklärung der Abstammung des Menschen behauptet, dass der Mensch aus Primaten entstanden ist.

Nachdem die Dinosaurier ausgestorben sind, verbreiteten sich die überlebenden Säugetiere und eine große Artenvielfalt entstand. Aus Insekten entwickelten sich Primaten. Vor ca. zwanzig bis fünfzehn Millionen Jahren trennten sich die Linien und es entstanden Arten, die man als vormenschenähnliche Wesen bezeichnen kann. Bei einem dieser niedrigen Lebewesen handelt es sich um den Dryopithecus, einem Baumaffen der sich zum Australopithecus, dem sogenannten Vormenschen entwickelt hat. Vor ca. drei bis sieben Millionen Jahren begannen unsere Vorfahren den aufrechten Gang zu entdecken, die ersten Veränderungen der körperlichen Merkmale waren zu erkennen und die ersten Hominiden entwickelten sich.

Die meisten Primaten lebten schon in einer Horde, dass heißt es kam zur Entstehung von sozialen Verbänden und auch ein besonderes körperliches Merkmal machte Fortschritte: das Gehirn vergrößerte sich. Für dieses Phänomen gibt es wiederum zwei häufig vorkommende Begründungen: einerseits, dass die Nahrungssuche anspruchsvoller wurde, anderseits, dass die neuen sozialen Verbindungen zu komplex waren, um verarbeitet werden zu können.[6]

[...]


[1] Vgl. Rahmenlernplan Grundschule Geschichte, 1. Auflage 2004, Primarstufe, Berlin- Brandenburg, S. 27 f.

[2] Ebenda.

[3] Vgl. Rahmenlehrplan S. 33.

[4] Der Bodenaffe ist im menschlichen Stammbaum kurz nach dem Schritt einzuordnen, an dem sich Mensch und Affe trennen.

[5] Vgl. www.sueddeutsche.de/wissenschaft/mehrwissen/16378/?url=wissenschaft. Stand 08.09.2002.

[6] Vgl.: „Primaten steigen auf“, in: Geokompakt, 4/2005, S. 35.

Details

Seiten
18
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640701155
ISBN (Buch)
9783640702381
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155930
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
Schlagworte
Lucy Urgeschichte Frühgeschichte Unterrichtssequenz Lernziele Praktikum SPÜ

Autor

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