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Supervision in der Sozialen Arbeit. Geschichte, Prozesse, Formen und Potenziale

Hausarbeit 2008 13 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Geschichte der Supervision

Was bedeutet Supervision?

Was kann die Supervision?

Die Feld- und Beratungskompetenz

Der Supervisionsprozess

Die verschiedenen Formen der Supervision

Die Kollegiale Supervision (Kooperative Gruppenberatung)

Kann die Supervision das Burnout verhindern?

Fazit

Literatur

Einleitung

“ Keiner kann gelehrt werden, aber es gibt etwas zu lernen, zu verstehen jedoch nur, wenn wir nicht verlangen, dass es uns erklärt wird.

Es kann etwas nur geschehen mit uns, aber nicht, wenn wir darauf warten, dass es von außen kommt. ”

Mit diesem Zitat von Sheldon B. Kopp möchte ich meine Hausarbeit über die Supervision beginnen.1 Supervision ist in der heutigen Zeit noch immer ein Luxusgut. Jedoch hat sie für die Qualität im Beruf einen wichtigen Stellenwert. Die Probleme des Klientel sowie die wachsenden Sorgen dieser, aus Mangel an Reflexion könnten durch die Supervision eingegrenzt werden. Das Bedürfnis an Supervision hat in den letzten 30 Jahren als Unterstützung helfender Berufe zugenommen.2 1990 wurde die Deutsche Gesellschaft für Supervision gegründet. Dort wurden Standards festgelegt und viele Helfer haben sich zusammengeschlossen. Leider existieren auch heute noch Institutionen, die sich keine Supervision leisten wollen. Arbeitsweisen und den Nutzen möchte ich hiermit hinter leuchten und einen Einblick über diese Form der Beratung erzielen.

In dieser Hausarbeit verwende ich der Einfachheit nur die männliche Form. Jedoch sind weibliche Sozialarbeiterinnen, Supervisor innen etc. ebenfalls gemeint.

Die Geschichte der Supervision

Die Supervision hat in ihrer Entstehung viele Wurzeln. Ich beziehe mich in diesem Rückblick, auf den Ursprung der Supervision in Amerika bzw. England. In der Zeit der Industrialisierung, die geprägt war durch Elend, lange Arbeitszeiten, geringer Verdienst, Krankheiten und Arbeitshäuser liegt der Anfang der Einzelfallhilfe nach Mary Richmond. Zu dieser Zeit entstanden die ersten freiwilligen Wohlfahrtsverbände . Die bereits erwähnte Einzelfallhilfe kann als Vorläufer der Supervision gesehen werden. Denn Mary Richmond, Leiterin der Charity Organisation Society ( COS ), deckte die ungleiche Verteilung der finanziellen Unterstützung für Arme auf. 3 Die COS wurde 1877 gegründet und wollte die Angebote der freien Wohltätigkeit koordinieren und vor allem sinnvoller und effizienter gestalten. In Baltimore befand sich eine sogenannte “Clearingstelle”, diese diente dazu eine staatlich nicht reglementierende Instanz zu bilden, welche Hilfesuchende registriert und sie an andere Hilfsorganisationen weiterleitet. 4 Richmond versuchte der ungleichen Verteilung der Almosen entgegenzuwirken, indem der Grund der Armut eines Menschen im Vorfeld geklärt wurde. Und danach erst die finanziellen Almosen gezahlt wurden. Diese Aufgabe der Klärung übernahmen hauptamtliche Mitarbeiter. Durch die große Anzahl der Armenbesuche, wurden ehrenamtliche Hilfen benötigt. Jedoch waren die Freiwilligen Mitarbeiter schnell frustriert und gaben auf. Viele von ihnen verließen nach kurzer Zeit den Posten des Armenbesuchers. Zur Bewältigung der Probleme und zur Motivation, wurden die hauptamtlichen Mitarbeiter zum Supervisor der Ehrenamtlichen.5

Es wird angenommen, dass die Supervision in Deutschland bereits nach Ende des ersten Weltkrieges bei einigen Fachleuten bekannt war. Supervision wurde erstmals 1950 in deutschen Fachzeitschriften erwähnt. Von 1950 bis 1970 wurde die sie in Deutschland hauptsächlich zur Unterstützung an Wohlfahrtsschulen verwendet. Jedoch wurde die Supervision wenig außerhalb dieses Bereiches eingesetzt.6

Was bedeutet Supervision?

Wie an der geschichtlichen Entwicklung der Supervision zu erkennen ist, existieren Unterschiede in der Begriffsklärung zwischen Deutschland und Amerika. Zum Beispiel ist es in den USA oft der Fall, dass ein Supervisor ein Vorgesetzter ist. Er übernimmt Organisatorische Aufgaben.

Aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet das Wort “Super”: “über”, “von oben”, “ darunter”. “ Visio” bedeutet “ sehen”, “Anblick, “Erscheinung”.

Demnach kann Supervision frei mit “Überblick” übersetzt werden.7 Aus dieser Terminologie lässt sich gut eine Definition ableiten. Im deutschsprachigen Raum wird unter Supervision die berufsbezogene Beratung und Weiterbildung der Fachkräfte des Sozialwesens verstanden. Aber auch in anderen Gebieten findet sie Anwendung, wie in der Wirtschaft, im Dienstleistungsgewerbe, in der Verwaltung und im Sportbereich. In den letzten Jahren ist der Anspruch an Supervision stark gewachsen, da die Anforderungen der Qualitätssicherung gestiegen sind. 8 In unserer Vorlesung zur Berufsfelderkundung war eine freischaffende Sozialarbeiterin zu Gast. Sie stellte ihre Praxis vor, in der unter anderem Supervision angeboten wird. Auf ihrer Internetseite hat sie diesen Begriff definiert. “Supervision ist eine Beratungsmethode, die der Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit dient. Sie stellt die gemeinsame Suche nach angemessenen Problemlösungen dar. In diesem Zusammenhang ist es wichtig widersprüchliche Erwartungen, unterschiedliche Bewertungs- und Bemessungsweisen, verschiedene Realitätskonstruktionen aller Beteiligten, Regeln, Werte und Vorstellungen zu betrachten und zu erläutern.

Supervision ist ein Instrument zur Weiterentwicklung von Personal und Organisation im beruflichen Kontext. Die durch Supervision zu erreichende Kompetenzerweiterung liegt vor allem im Bereich der Kooperationsfähigkeit, Übernahme der beruflichen Rolle, Gestaltung von Arbeitsbeziehungen, Änderung von betrieblichen und institutionellen Arbeitsstrukturen.”9

Was kann die Supervision

Aus der eben genannten Begriffserläuterung nehme ich für mich heraus, dass die Supervision eine gute Methode ist, um aufgestauten Druck ein Ventil zu bieten.

Sie dient der Qualität im Beruf, denn wenn unausgesprochene Probleme, Umstrukturierungen im Beruf oder Kündigungen kein Ventil finden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Und darunter leiden letzendlich die Klienten. Ein außenstehender Supervisor kann dem Team neues Selbstvertrauen geben und unausgesprochene Komplikationen im Team eine Basis der Aufarbeitung geben. Auch ist ein Feedback in der Gruppe zur Lösung eines Falls wichtig, denn dadurch wird die Arbeitszufriedenheit gestärkt.

Die Feld- und Beratungskompetenz

An erster Stelle einer jeder Supervision steht die Feldkompetenz des Supervisors. Diese meint, dass der Berater das Feld, in dem er beraten will, kennt. Er sollte ein bestimmtes Hintergrundwissen über soziale, organisatorische, rechtliche und Zielgruppenspezifische Informationen über die Gruppe besitzen. Die Feldkompetenz meint ebenfalls die Klientendynamik, Professionellendynamik und Institutionsdynamik im zu beratenden Feld. 10 Die Klientendynamik kommt in jeder Arbeitsgruppe vor und beeinflusst die Professionellendynamik. Dies ist an einem Beispiel zu erklären, wenn ein Sozialarbeiter eine sozialschwache Familie aufsucht, wird er sich ihren Ausdrucks- und Lebensweisen anpassen. Das heißt nicht das er sich verändert, aber durch das Anpassen bekommt er einen besseren Zugang zur Familie. Es wäre nicht hilfreich, wenn der Sozialarbeiter Fachbegriffe verwenden würde. Doch wenn dieser Sozialarbeiter an Fallbesprechungen teilnimmt, wird er sich mit Hilfe von Fachwörtern ausdrücken. Dieses Anpassen bezeichne ich als soziale Kompetenz. Jeder Supervisor benötigt diese Fähigkeit in der Arbeit mit Teams. Ebenso wichtig sind emotionale Fähigkeiten, wie Empathie und gut mit seinen eigenen Gefühlen und die der Klienten umzugehen.11 Supervisors benötigen durch die Vielfalt der Institutionen im Sozial- und Gesundheitswesen eine gute Feldkompetenz und Organisationswissen.12 Ein erfahrener Berater kann sich dadurch besser auf die Gruppe einlassen und vermittelt Sicherheit und Vertrauen. Jedoch können auch Probleme auftreten, wenn eine zu große Feldkompetenz besteht. Dadurch können Probleme verallgemeinert werden. Die Individualität der Gruppe würde untergraben werden. Die Beratungskompetenz steht mit der Feldkompetenz somit an gleicher Stelle.

[...]


1 Sheldon B. Kopp, 1978, S. 165 in Schneider, 2000, S. 11

2 vgl. Röhrig, Reiners-Kröncke, 2003, S. 115

3 vgl. Belardi, 1998, S. 20

4 vgl. Hürtgen - Bosch, 2004, S. 2

5 vgl. Belardi, 1998, S.19

6 vgl. Belardi, 2001, S. 7f

7 vgl. Belardi, 1998, S. 34

8 vgl. Belardi, 2001, S. 9

9 vgl. http://www.g-pokladek.de/index.php?page=supervision Zugriff 14.9.07

10 vgl. Belardi, 1998, S. 40 f

11 vgl. ebd. S. 16

12 vgl. ebd. S. 41

Details

Seiten
13
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783668208100
ISBN (Buch)
9783668208117
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v156068
Institution / Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,3
Schlagworte
supervision soziale arbeit methoden sozialer arbeit

Autor

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Titel: Supervision in der Sozialen Arbeit. Geschichte, Prozesse, Formen und Potenziale