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NLP - Neurolinguistisches Programmieren

Ein Weg für erfolgreiche Kommunikation? - Entwicklung und Hintergründe eines Kommunikationsmodells

Studienarbeit 2010 16 Seiten

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Was ist NLP?
2.1 Begriffserklärung
2.2 Ursprung und Entwicklung
2.3 Grundannahmen des NLP

3. Modelle, Methoden und Techniken des NLP
3.1 Rapport
3.2 Kalibrieren
3.3 Pacing und Leading
3.4 Ankern
3.5 Reframing
3.6 Meta-Modell der Sprache

4. Anwendungen und Perspektiven des NLP

5. Kritische Betrachtung

6. Resümee

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick et al. 1969/2007, S. 53).

Dieser berühmte und oft zitierte Ausspruch von Paul Watzlawick stellt eine der Grundannahmen der Kommunikationswissenschaft dar. Da wir uns also der Kommunikation nicht entziehen können, erscheint es doch besonders in der heutigen – oft als „schnelllebig“ titulierten - Zeit sinnvoll, Möglichkeiten zu finden, Kommunikation zu verbessern.

Seit seiner Entwicklung hat sich das Neurolinguistische Programmieren (NLP) in nahezu allen westlichen Industrieländern ausgebreitet. Jährlich werden unzählige Seminare und Coachings angeboten, große Firmen nutzen NLP zur Führungskräfte- oder Personalschulung, sogar an den Volkshochschulen einiger Länder ist NLP mittlerweile vertreten und die Anzahl der NLP–Practitioner scheint nach oben hin keine Grenze zu kennen. Steckt hinter NLP, welches gerne als omnipotente Methode umworben wird, nur ein lohnender Wirtschaftszweig? Oder ist NLP ein Kommunikationsmodell, das das Gelingen von Kommunikation tatsächlich erleichtert?

Intention der vorliegenden Studienarbeit ist es, eine erste Einführung in das breite Gebiet des NLP zu geben und Möglichkeiten zur Kommunikationsverbesserung aufzuzeigen. Nach der Erläuterung des Begriffes „NLP“ an sich und Informationen zur Entstehung werde ich in Kapitel 2 auf die Grundannahmen des NLP eingehen. Kapitel 3 liefert einen Überblick über die Elemente des NLP und in Kapitel 4 folgt eine Übersicht über die elementaren Modelle und Techniken des NLP, mit denen das Ziel, Kommunikation zu verbessern, erreicht werden soll. Im nachfolgenden Kapitel erhält der Leser einen Ausblick auf die Anwendungsbereiche und Perspektiven des NLP, bevor ich im Resümee auch kritisch auf die Risiken und Nebenwirkungen des NLP eingehen werde und die Studienarbeit mit einem Fazit und der persönlichen Stellungnahme abschließe.

2. Was ist NLP?

2.1 Begriffserklärung

Neurolinguistisches Programmieren, kurz NLP, bezeichnet ein psychotherapeutisches Verfahren der Kommunikations- und Persönlichkeitsentwicklung. Der Begriff „Neurolinguistisches Programmieren“ setzt sich aus drei Komponenten zusammen, die auf drei unterschiedliche Wissenschaftsgebiete hinweisen und von den Wortbedeutungen her schon einen ersten Einblick in die Thematik gestatten. „Neuro“ steht für die Steuerung des Verhaltens über neuronale Prozesse, das heißt, die Filterung der Wahrnehmung eines jeden Menschen erfolgt durch das Nervensystem und die fünf Sinne. „Linguistisch“ steht für die Sprache, da Kommunikations- und Wahrnehmungsmuster sprachlich codiert sind. Sprache als das primäre Instrument der Kommunikation, welches es zugleich ermöglicht, jeder Wahrnehmung eine bestimmte Bedeutung zuzuschreiben. Unter „Sprache“ wird hierbei nicht nur verbale Kommunikation, sondern auch non-verbale Kommunikation wie gestik und Mimik sowie interaktionsfreie Kommunikation (Schrift) verstanden. „Programmierung“ als letzte Komponente basiert auf der Annahme, dass erwünschte wie auch unerwünschte Verhaltensweisen aus erlernten Mustern resultieren. Durch gezielte Interventionen können erlernte Denk- und Verhaltensweisen im Rahmen der Programmierung geändert werden, um „Menschen zu helfen, sich von problemerzeugenden, automatisch ablaufenden inneren Programmen zu befreien .“[1]

2.2 Ursprung und Entwicklung

Das Neurolinguistische Programmieren wurde Mitte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts von Dr. Richard Bandler, damaliger Student der Psychologie, Mathematik und Informationswissenschaften, und Prof. Dr. John Grinder, Linguistik-Professor an der University of California in Santa Cruz, begründet. Es war ursprünglich als Modell für Modellbildung und erfolgreiche Kommunikation gedacht.[2] Grundlage der Forschung bildete die Frage, warum einige Psychotherapeuten erfolgreicher waren als andere. Dazu beobachteten und analysierten Bandler und Grinder die Behandlungsmethoden besonders erfolgreicher Psychotherapeuten der damaligen Zeit, die mit ihren Behandlungserfolgen im Vergleich zu Kollegen mit gleichen Behandlungsansätzen deutlich hervorstachen. Zu den Therapeuten zählten Virginia Satir (Begründerin der Familientherapie), Milton H. Erickson (Begründer einer neuen Form der therapeutischen Hypnose und der Kurzzeittherapie) und Fritz Perls (Begründer der Gestalttherapie).[3] Der Fokus wurde dabei insbesondere auf das nonverbale Verhalten, auf die Sprache und die mentalen Prozesse der Therapeuten während ihrer Patientensitzungen gelegt. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen leiteten Bandler und Grinder allgemeine Grundsätze des menschlichen Verhaltens und der Kommunikation ab. Denn es war bei allen Therapeuten zu beobachten, dass sie unbewusst registrierten, was die andere Person dachte, und alle drei diese Information dann vielfältig anzuwenden und zu nutzen verstanden.[4]

NLP geht genauso wie auch andere psychologische Ansätze davon aus, dass das menschliche Verhalten durch innere Prozesse bestimmt und strukturiert werde. Bandler und Grinder nahmen in Folge ihrer Untersuchungen an, dass jeder Mensch lernen könne , sowohl auf die eigenen wie auch auf die inneren Prozesse des Gegenübers Einfluss zu nehmen, um hierdurch eine optimale Kommunikation herzustellen.

2.3 Grundannahmen des NLP

Wer NLP praktiziert, geht von bestimmten Grundannahmen aus, die als gegeben akzeptiert werden und eine Art philosophische Grundlage für das Modell darstellen. Diese Grundannahmen werden als notwendige Voraussetzung zum Verständnis und zur erfolgreichen Anwendung von NLP gesehen. Die Grundannahmen, auch Axiome oder Glaubenssätze genannt, sind nicht strikt einheitlich geregelt, sondern unterscheiden sich je nach Verband in der Formulierung und Anzahl.

Um einen Überblick zu gewähren, sollen im Folgenden einige zentrale Glaubenssätze vorgestellt werden, ohne dabei einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

"Die Landkarte ist nicht das Gebiet“

Jeder Mensch hat sich aufgrund seiner eigenen, in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen mental eine eigene, individuelle „Landkarte“ der Welt konstruiert. Die Welt in der wir leben, in der wir interagieren und kommunizieren, ist niemals die Welt „an sich“, sondern stets ein soziales und kognitives Konstrukt. Nach dem NLP-Modell werden die Ereignisse der Außenwelt stets durch individuell-kognitive und sozial-kulturelle Wahrnehmungsschleusen gefiltert.[5] Die folgende Abbildung soll diesen Filterungsprozess veranschaulichen.

„Territorium“ ist gleichzusetzen mit der Außenwelt, der objektiven Realität

[...]


[1] STAHL: Neurolinguistisches Programmieren, 1996, S. 9.

[2] SCHÜTZ et al. : NLPt, 2001, S. 31.

[3] SCHAUER: NLP als Psychotherapie, 1995, S. 31.

[4] BACHMANN: Das neue Lernen, 1993, S. 19.

[5] SCHAUER: NLP als Psychotherapie, 1995, S. 108.

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Titel: NLP - Neurolinguistisches Programmieren