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Inwieweit grenzen sich Bewegungen in der heutigen Jugend von der klassischen Jugendbewegung der Vergangenheit ab und welche Gründe tragen hierfür die Verantwortung?

Hausarbeit 2008 14 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Klassische Jugendbewegung
2.2 Erfolge der Jugendbewegungen
2.3 Jugend Heute
2.3.1 Vergleich Jugendbewegungen und Jugend Heute
2.3.2 Gründe für eine veränderte Jugendliche Generation

3. Ausblick in die Zukunft

4. Literaturangaben

1. Einleitung

„Über die deutsche Jugendbewegung haben Pädagogen, Psychologen und Soziologen von Anbeginn an so viel geschrieben, daß jeder Vortrag rasch zum Plagiat oder zur Zitatensammlung verkommt“[1]. Dies natürlich soll nicht als dass Ziel dieser hier vorliegenden Hausarbeit ausgemacht werden, viel mehr aber soll mit diesem Zitat gleich zu Beginn an aufgezeigt werden, welch enormer Diskurs in der Wissenschaft zum Thema der Jugendbewegung schon seit jeher vorherrscht. Aber auch über die Generation der heutigen Jugend wurde sehr viel geforscht und herausgefunden, was eine Gegenüberstellung als sehr interessant erscheinen lässt. Zu Beginn dieser Hausarbeit sollen daher die wichtigen Kernaussagen der klassischen Jugendbewegungen aufgegriffen werden. Es soll verdeutlicht werden, was die Jugendbewegungen zu dem machte, was sie letztendlich waren und nach außen hin auch verkörperten. Auch soll auf die Erfolge der Jugendbewegungen eingegangen werden, inwieweit wirken diese Erfolge vielleicht noch auch auf die heutige Generation einer Jugend? Mit Hilfe dieser Überleitung soll auf die Jugend der heutigen Zeit eingegangen werden. Gibt es denn eine Bewegung innerhalb dieser Jugend, inwieweit unterscheidet sie sich von den klassischen Jugendbewegungen und was können die Gründe hierfür sein? Zum Schluss dieser Hausarbeit soll ein Ausblick in die Zukunft gewagt werden, wohl wissend, dass es nicht die Eine Variante einer Jugendbewegung geben kann, sondern viel mehr eine Vielzahl an Möglichkeiten aufgezählt werden muss. Welche möglichen Richtungen können zukünftige Generationen einschlagen und vor allen Dingen, welche Richtungen gelten auch als realistisch. Dies soll unter anderem aufgrund der Erkenntnisse über die klassischen Jugendbewegungen und der heutigen Jugend erfolgen, aber auch unter Einbezug von Kenntnissen einer immer mehr globalisierten Welt, in der der Leistungsdruck bei Jugendlichen auch immer früher einsetzt, einer anonymeren Welt, einer Welt mit neuen Wertvorstellungen, kurz, einer Welt, in der es scheint, die Jugend selbst immer kürzer wird.

2. Hauptteil

2.1 Klassische Jugendbewegung

„Zweihundert Jahre sind es her, dass dichtende Jünglinge daß Recht des Genies – heute würden wir sagen: der außerordentlichen Begabung - gegenüber den Geburtsprivilegien der Stände einforderten, „edle Triebe“, also Gefühle als lebensbestimmende Kräfte gegenüber der Zuchtmeisterin Vernunft proklamierten, kurz: die alten Zöpfe abschnitten und die Kragen öffneten“[2]. Es war die Zeit, in der sich Sturm und Drang wiederfand, die Geburtsstunde der Jugendbewegungen: „Der Sturm und Drang bildete vor Zweihundert Jahren die erste Welle der Jugendbewegungen, die an das wohlbefestigte, begradigte und schleusen bewehrte Ufer der sich bildende Moderne anbrandeten“[3]. Winfried Speitkamp bezeichnet den Sturm und Drang in seinem Werk „Jugend in der Neuzeit“ als die Summe von „Elementen einer jugendlichen Protestkultur mit bürgerlicher Prägung“[4] Es entstanden die ersten Burschenschaften ( studentische Verbindungen[5] ), Ziel dieser war es, „ ( … ) die Fürsten von ihren Thronen scheuchen und die Einheit der Nation durch Reden und gelegentlich auch Schüsse herbeizwingen“[6]. Durchaus konnte diese erste Bewegung also auch als ein Aufbegehren gegen die feststehenden Strukturen verstanden werden. Eine neue Generation, die Wandervögel ( Jugendbewegung ( … ), die sehr viele Aktivitäten in der freien Natur, wie Wandern und Zelten, förderte[7] ), waren der Ansicht, „daß sie als Erwachsene später die Gesellschaft mit einem neuen Geist von Natürlichkeit, Reinheit und Gemeinschaft durchtränken würde“[8]. Obwohl, vor allen Dingen von Seiten der Soziologen, ein Ende dieser revolutionierenden jungen Gesellschaft, hervorgesagt wurde ( „( … ) daß all dieser Unfug nun aufhören werde und das „Ende der Ideologien“ gekommen sei“[9] ), kam es zur Zweiten Studentenbewegung. Überall auf der Welt wurde der Kampf „gegen das, was sie „bürgerliche Wissenschaft“ und „Neo-Imperialismus“ nannte“[10], aufgenommen. Neben „Macht und Kapital“[11], wogegen sich der Protest richtete, waren es aber auch die „Familie und die

Eifersucht“[12]. Es begannen nun, die verschiedensten Bewegungen zu entstehen. So gab es beispielsweise die Frauenbewegung. Sie „bezeichnet den Kampf für Frauen für die soziale, politische und wirtschaftliche Gleichstellung der Geschlechter“[13]. Eine andere Bewegung war die Ökologiebewegung, sie sprach sich „gegen Naturvernichtung aus scheinbar ökonomischer Rationalität und politischen Sachzwängen“[14] aus. Ebenfalls entstand die sogenannte Friedensbewegung, die sich „gegen die Eskalation der Rüstungskonzerne“[15] aussprach.

Entgegen dem, was Ludwig von Friedeburg noch im Jahr 1965 über die Jugend behauptete, „dass die Integrationstendenz einer Generation, die weder die ökonomische noch die politische Entwicklung unserer Gesellschaft ernsthaft für problematisch hält und halten kann“[16], zeigte sich also, dass es durchaus zu einem Widerstand der jungen Generation gegenüber vielen Konventionen und Regeln kam. Ziel der Wandervögel war es, „aus eigener Bestimmung, in eigener Verantwortung und mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben zu

gestalten“[17]. Roland Eckert bezeichnet dieses Phänomen auch als das Auflehnen gegenüber den Dynastien. Diese Vorgehensweisen werden von ihm auf „Selbstbestimmungsforderungen“[18] und „Emanzipationsansprüche“[19] zurückgeführt. Horst Eberhard Richter erkennt in der Ökologie- und Friedensbewegung sogar den „Aufstand des Gefühls“[20], einen „Ausbruch aus der Innerlichkeit“[21]. Zusammenfassend ist zu sagen: „Die Impulse zur Kurskorrektur scheinen in unserer Gesellschaft nicht so sehr von etablierten Institutionen wie dem Staat, den Kirchen, den Parteien und den Verbänden auszugehen, sondern sich zunächst in sozialen Bewegungen zu kristallisieren“[22].

2.2 Erfolge der Jugendbewegungen

Im Folgenden möchte ich einige Beispiele vorstellen, die Roland Eckert in seinem Text „Jugendbewegung und Moderne Welt“ anführt. „So wurde die klassische deutsche Literatur und mit ihr das Selbstverständnis des Bildungsbürgertums in den Literatenbewegungen der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang vorbereitet, so hat die deutsche demokratische Bewegung in den antidynastischen Umtrieben der Burschenschaften ihren Hintergrund, so ist

die institutionelle Regelung des Konflikts zwischen Kapital und Arbeit und die soziale Sicherung der Alten und Arbeitslosen der Arbeiterbewegung zu verdanken, so blieben Umweltfragen auch heute noch rechtlich unterentwickelt, würden sie nicht durch die turbulenten Aktionen der Ökologiebewegung ins öffentliche Gewissen gebracht.“[23]

[...]


[1] Ansprache zur Einweihung der Anbauten auf Burg Ludwigstein am 19. Juni 1987

[2] Johann Gottfried Herder, Journal meiner Reise im Jahr 1769, Seite 453

[3] Ansprache zur Einweihung der Anbauten auf Burg Ludwigstein am 19. Juni 1987

[4] http://books.google.de/books?id=ePvjsnNs47cC&pg=PA57&lpg=PA57&dq=Jugendbewegung+Sturm+und+Drang&source=bl&ots=ojtoCjcdZa&sig=iTigvblirbXDS8Iojj9pqROQCqo&hl=de&ei=Uv7mSdHIFoiM_Qbcyo3MAw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=5

[5] http://lexikon.meyers.de/wissen/Burschenschaft

[6] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 14

[7] http://209.85.229.132/search?q=cache:5gpgemdJMNIJ:de.thefreedictionary.com/Wandervogels+Wanderv%C3%B6gel+Definition&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de

[8] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 14

[9] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 14

[10] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 15

[11] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 15

[12] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 15

[13] http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=37PGZT

[14] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 15

[15] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 15

[16] Ludwig von Friedeburg, Zum Verhältnis von Jugend und Gesellschaft, Seite 184

[17] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 16

[18] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 15

[19] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 15

[20] Horst Eberhard Richter, Ich kann nur noch durch Widerstand ich selber sein, Seite 200

[21] Horst Eberhard Richter, Ich kann nur noch durch Widerstand ich selber sein, Seite 200

[22] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 17

[23] Roland Eckert, Jugendbewegung und Moderne Welt, Seite 17

Details

Seiten
14
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640697595
ISBN (Buch)
9783640784462
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157381
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Institut für Bildungswissenschaft
Note
1,5
Schlagworte
Inwieweit Bewegungen Jugend Jugendbewegung Vergangenheit Gründe Verantwortung

Autor

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