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Mentales Training - Psychologische und neurophysiologische Grundlagen

Hausarbeit 2010 12 Seiten

Sport - Sportpsychologie

Leseprobe

Einleitung

Im Folgenden sollen die psychologischen wie auch die neurophysiologischen Grundlagen des Mentalen Trainings näher beleuchtet werden. Es werden dabei im ersten Teil die Erzeugung und Entwicklung von Vorstellungen und Bewegungsvorstellungen im Fokus stehen. Zusammenhänge von Bewegungswahrnehmungen und Bewegungsrepräsentationen wie auch das Konzept des Bewegungs- Wahrnehmungssystems sind hierbei die zentralen Themen.

Auf die neurophysiologischen Grundlagen, insbesondere auf die Theorie der neuronalen Plastizität und deren Zusammenhang mit dem motorischen Lernen wird im zweiten Teil das Augenmerk liegen. Weiterhin werden Erkenntnisse neurowissenschaftlicher Studien zum Mentalen Training zusammengefasst und die Funktion und Wirkungsweise des sensomotorischen Systems erläutert.

Psychologische Grundlagen

„Mentales Training ist eine Trainingsmethode, die eine Bewegungsvorstellung voraussetzt und die darauf abzielt, durch das geistige Wiederholen einer motorischen Aktion diese zu optimieren und zu stabilisieren.“ ( Eberspächer et al. 2002)

Daher ist eine möglichst intensive sowie differenzierte Bewegungsvorstellung nicht nur die Voraussetzung sondern auch der zentrale Baustein des mentalen Trainings.

Vorstellungen werden grundsätzlich auch als Prüf- und Führungsgröße des menschlichen Handelns verstanden (Eberspächer 2001), bzw. als Schablonen des Handelns (Mayer, Hermann 2009). Menschen erstellen für nahezu jegliche Situationen bestimmte Vorstellungen und versuchen entsprechend diesen zu handeln. Dabei können eigene Vorstellungen enttäuscht wie auch übertroffen werden. Das Entwickeln von optimalen und zugleich realistischen Vorstellung ist daher für Situationen mit Leistungscharakter entscheidend.

Durch mentales Training der eigenen Vorstellungen können Lern- und Leistungssteigerungen erzielt werden. Hierbei sind jedoch fehlerfreie, lückenlose und zeitlich angepasste Bewegungsvorstellungen für optimale Trainingseffekte entscheidend.

Wahrnehmung und Repräsentation von Bewegung

Vorstellungen sind klar von Wahrnehmungen abzugrenzen. Nach Munzert (2001) basieren Vorstellungen auf wahrnehmungsartigen Erscheinungen, ohne dass entsprechende externe Wahrnehmungsstimuli vorliegen. White und Hardy (1998) definieren die Vorstellung als Erfahrung, die die reale Erfahrung imitiert und sich von Träumen dahingehend unterscheidet, dass sie bewusst erzeugt und gesteuert werden kann.

Der Generierungsprozess einer Vorstellung kann durch das neuropsychologische Modell des Vorstellungsprozesses verdeutlicht werden (Farah 1984; Munzert 2001). Dabei werden Inhalte des Langzeitgedächtnisses abgerufen und ins Arbeitsgedächtnis transformiert. Nach dieser Transformation, dem Prozess der Vorstellungsveränderung, entstehen dann wahrnehmungsartige Erscheinungen, welche die Grundlage für das kreative Potenzial von Vorstellungen bilden.

Vorstellungen können sich grundsätzlich auf die Vergangenheit wie auch auf die Zukunft beziehen und besitzen weiterhin individuell verschieden Qualitäten. Voraussetzung für ihre Existenz ist dabei die Fähigkeit des menschlichen Gedächtnisses, Wahrnehmungen neuronal zu speichern, zu repräsentieren und das aktive Zurückgreifen auf diese Repräsentationen. Bereits erlebte Situationen und deren Vorstellungen beeinflussen die Bildung von Vorstellungen über zukünftige oder bevorstehende Ereignisse in hohem Maße. Ein Vergleich der eigenen Vorstellungen mit der real erlebten Situation prüft in wie weit die eigenen Vorstellungen erfüllt wurden.

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Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640750511
ISBN (Buch)
9783640751273
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157553
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,5
Schlagworte
Mentales Training Psychologische Grundlagen

Autor

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Titel: Mentales Training - Psychologische und neurophysiologische Grundlagen