Lade Inhalt...

Entwicklung eines Evaluationskonzeptes zur Lernerfolgs- und Qualitätskontrolle der Online-Lernumgebung eHistory@home

Hausarbeit 2010 26 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Beschreibung des Evaluationsgegenstandes
2.1 Rahmenbedingungen und Ressourcen
2.2 Didaktisches Design
2.3 Ziele des Lernangebotes

3 Ziele der Qualitätsevaluation

4 Beschreibung des Evaluationsmodells

5 Vorgehen bei der Evaluationsdurchführung
5.1 Formative Qualitätsevaluation auf Reaktions- und Lernebene
5.1.1 Formative Evaluation auf der Reaktionsebene
5.1.1.1 Schriftliche Befragungen
5.1.1.2 Gruppendiskussionen
5.1.1.3 Beobachtungen
5.1.2 Formative Evaluation auf der Lernebene
5.1.3 Auswertung der Protokolle
5.2 Summative Qualitätsevaluation auf Verhaltens- und Erfolgsebene
5.2.1 Summative Evaluation auf der Verhaltensebene
5.2.2 Summative Evaluation auf der Erfolgsebene
5.3 Ergebnispräsentation

6 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung

Der Pflichtgegenstand Sachunterricht in der Grundschule soll an entsprechenden Beispielen die vielseitige Betrachtungsweise der Wirklichkeit sowie die Stellung des Menschen – insbesondere die der Schülerinnen und Schüler – in dieser Wirklichkeit bewusst machen. Dieser Pflichtgegenstand ist in folgende Erfahrungs- und Lernbereiche gegliedert: Gemeinschaft, Natur, Raum, Zeit, Wirtschaft und Technik (Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur [BMUKK], 2006).

Der Erfahrungs- und Lernbereich Zeit soll bei den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit entwickeln, sich in zeitlichen Dimensionen zu orientieren (z. B. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft). Die Schülerinnen und Schüler sollen zur Erkenntnis geführt werden, dass Zeitabläufe beobachtbar sind, Zeit glieder- und messbar ist, Gegenwärtiges aus seiner Entwicklung heraus verstanden werden kann und historische Ereignisse aus ihren zeitlichen Bedingungen erklärt werden können. In der dritten Schulstufe (Grundstufe II) sollen die Schülerinnen und Schüler unter anderem die Vergangenheit ihres Heimatortes an einigen ausgewählten Beispielen historischer Zeitbilder zurückverfolgen und Erkundungen der Umwelt zur Zeit der Eltern- und Großelterngeneration anhand verschiedener Quellen durchführen. Weiters sollen die Schülerinnen und Schüler anhand ausgewählter Beispiele einen Einblick in Veränderungen der erweiterten Umwelt durch Beobachten, Erkunden und Befragen von Fachleuten oder Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Sammeln und Vergleichen von Bildern und Quellen und durch Museumsbesuche und Lehrausgänge gewinnen (BMUKK, 2006).

Viele Grundschülerinnen und Grundschüler sind bereits im außerschulischen Bereich auf unterschiedlichste Art und Weise mit Geschichte in Berührung gekommen, sei es durch Museumsbesuche, Erzählungen der Eltern und Großeltern oder Kinderbücher. Aufgrund der vorhandenen Neugier und Lernbereitschaft dieser Altersgruppe ergibt sich ein günstiger Ausgangspunkt für die gezielte Förderung von historischem Lernen. Daher ist es nahe liegend, über Geschichten und alte Überlieferungen das Interesse für Geschichte zu wecken und zu fördern.

An der Regenbogenschule VS Laab, eine Grundschule in Braunau am Inn, wird bereits seit längerer Zeit erfolgreich eine gezielte Mischung aus klassischem Präsenzlernen und E-Learning durchgeführt. Der integrative Computereinsatz im Unterricht ist sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den Lehrerinnen und Lehrern sehr beliebt. Für die Lehrkräfte stellt der Computereinsatz eine zeitgemäße Form der Wissensvermittlung dar, für die Schülerinnen und Schüler ist es eine willkommene Abwechslung zum traditionellen Unterricht. So entstand die Idee eine unterrichtsbegleitende Online-Lernumgebung zu entwickeln, welche gezielt für die Vermittlung regionaler Geschichte und Brauchtum in der dritten Schulstufe eingesetzt werden kann.

Planung, Entwicklung und Gestaltung der entsprechenden Lernumgebung eHistory@home wurden in enger Zusammenarbeit mit der Direktorin, den Klassenlehrerinnen der beiden dritten Klassen der Regenbogenschule VS Laab, der E-Learning-/IT-Betreuerin, die für das Projekt hauptverantwortlich ist und für die Regenbogenschule VS Laab ehrenamtlich arbeitet, durchgeführt. Dabei wurde mit der Schulleitung festgelegt, dass die Lernumgebung aus einzelnen abgeschlossenen Lernsequenzen, den so genannten eHistoryQuests, aufgebaut sein soll, die je nach behandelter Thematik ungefähr drei Unterrichtseinheiten umfassen. Der Gesamtumfang soll 21 Unterrichtseinheiten nicht überschreiten, sodass die Bildungsmaßnahme innerhalb eines Schuljahres unterrichtsbegleitend durchgeführt werden kann. Für jedes folgende Schuljahr ist eine wiederholte Durchführung für die dritten Schulstufen geplant.

Mit der Schulleitung wurde außerdem vereinbart, das gesamte Vorhaben von der Planung bis zum dauerhaften Einsatz durch eine umfassende Evaluation zu begleiten, um so die Qualitätskontrolle und Qualitätsverbesserung der zu entwickelnden Online-Lernumgebung in allen Projektphasen sicher zu stellen. An der Evaluation werden die E-Learning-/IT-Betreuerin und die Klassenlehrerinnen der beiden dritten Klassen aktiv als Evaluierende beteiligt sein.

Im ersten Schritt wurde die Planungs-, Entwicklungs- und Gestaltungsphase durch entsprechende formative Evaluationen begleitet, um Schwachstellen aufzudecken und zu beseitigen (Niegemann et al., 2008, S. 398). Nach Fertigstellung der ersten Version der Lernplattform im Februar 2009 wurde diese im zweiten Semester des Schuljahres 2009/10 probeweise in einzelnen Unterrichtsstunden eingesetzt, um erste Rückmeldungen zu erhalten.

Mit Beginn des neuen Schuljahres 2010/11 startet nun die Implementierungsphase der Lernplattform, die durch eine formative Qualitätsevaluation begleitet werden soll. Durch die Evaluationsergebnisse erhofft man sich Erkenntnisse über mögliche Schwachstellen und aufgetretene Probleme, sodass noch etwaige Verbesserungen und Anpassungen an die Bedürfnisse der Lernenden vorgenommen werden können.

Im Anschluss an die Implementierung soll eine abschließende Bewertung des Gesamtergebnisses in Form einer summativen Qualitätsevaluation durchgeführt werden, um letztendlich den erreichten Projekterfolg beurteilen zu können. Dies geschieht in Form einer abschließenden Kontrolle, mit der ermittelt werden soll, ob die in die Lernumgebung gesetzten Erwartungen, wie z. B. Lernerfolg, Verhaltensänderung oder Leistungssteigerung in der Praxis auch im entsprechenden Ausmaß erreicht werden konnten (Niegemann et al., 2008, S. 398). Diese abschließend gewonnenen Ergebnisse sollen für Schlussfolgerungen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung und laufenden Pflege der Lernumgebung eHistory@home verwendet werden.

Ziel dieser Hausarbeit ist es ein entsprechendes Evaluationskonzept zur Lernerfolgs- und Qualitätskontrolle der Online-Lernumgebung eHistory@home zu entwickeln, mit dessen Hilfe sowohl die formative Evaluation in der Implementierungsphase als auch die daran anschließende summative Evaluation zur Bewertung des Gesamtergebnisses erfolgreich durchgeführt werden kann.

Damit Evaluationen tatsächlich zielführend sind und brauchbare Ergebnisse liefern, muss auf die Festlegung des Evaluationsgegenstandes besonders viel Wert gelegt werden (Schaumburg, 2004, S. 76–79). Deshalb erfolgt nach dieser Einleitung im folgenden 2. Kapitel zuerst eine genaue Beschreibung des Evaluationsgegenstandes. Es werden die räumlichen, technischen und personalen Rahmenbedingungen und die Ressourcen, die es bei der Evaluationsplanung zu berücksichtigen gilt, vorgestellt. Weiters werden die Hintergrundinformationen zum didaktischen Ansatz der Lernumgebung eHistory@home angegeben, ebenso wie die mit der Online-Lernumgebung im Unterrichtseinsatz angestrebten Ziele.

Kapitel 3 stellt die Ziele der Evaluation dar, welche sich aus der Festlegung des Evaluationsgegenstandes ableiten lassen.

In Kapitel 4 wird das Evaluationsmodell, das für die Durchführung der Qualitätsevaluation zum Einsatz kommt, vorgestellt und die Entscheidung für den Einsatz begründet.

Das vorletzte 5. Kapitel beschreibt, wie die Evaluation in der Praxis ablaufen soll. Dabei werden die zum Einsatz kommenden Erhebungs- und Auswertungsmethoden vorgestellt, gezeigt wie die Anwendung im Schulalltag erfolgt, und wie die Evaluationsergebnisse genutzt werden sollen.

Die Hausarbeit schließt im Kapitel 6 mit einer zusammenfassenden Wertung und einem Ausblick ab.

2 Beschreibung des Evaluationsgegenstandes

2.1 Rahmenbedingungen und Ressourcen

Die Online-Lernumgebung eHistory@home wird ab dem neuen Schuljahr 2010/11 im Sachunterricht der dritten Schulstufe an der Regenbogenschule VS Laab eingesetzt. Dadurch sind die räumlichen, technischen und personalen Rahmenbedingungen, die es bei der Evaluationsplanung zu berücksichtigen gilt, durch die Institution Schule vorgegeben.

Die Grundschule verfügt über eine eigene Medienecke mit jeweils drei Computern mit Internetzugang und einem Drucker pro Klassenzimmer. Die 24 Computer-Arbeitsplätze sind jeweils mit einem Computer der neueren Generation und aktueller Software ausgestattet. Um die technische Betreuung der Infrastruktur kümmert sich die E-Learning-/IT-Betreuerin.

Außerdem gibt es eine eigene, umfangreiche Schulbibliothek, die während des Schulbetriebes für Offline-Recherchen genutzt werden kann.

Die dritte Schulstufe an der Regenbogenschule VS Laab wird im Schuljahr 2010/11 zwei dritte Klassen mit jeweils 15 Schülerinnen und Schülern und den zwei Klassenlehrerinnen umfassen.

An der Regenbogenschule VS Laab wird bereits seit längerer Zeit eine gezielte Mischung aus klassischem Präsenzlernen und E-Learning im Unterricht eingesetzt. Als Beispiele seien hier die Lernsoftware Lilos Lesewelt und die Online-Lernumgebung edumoodle erwähnt, die schon ab der ersten Klasse aktiv im Unterricht verwendet werden.

Neben den regelmäßigen Fortbildungsmaßnahmen der Lehrkräfte werden auch Software- und E-Learning-Einschulungen durchgeführt, für welche die E-Learning-/IT-Betreuerin verantwortlich ist.

Aus verschiedenen Befragungen (Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern) ging hervor, dass die meisten auch zu Hause über einen Computer mit Internetanschluss verfügen und diesen in ihrer Freizeit regelmäßig nutzen (Chat, Email, Informationsbeschaffung, Stundenvorbereitung).

Somit ist sicher gestellt, dass sowohl die Lehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler der dritten Schulstufe über das notwendige technische und praktische Know-how bei der Anwendung von Computer und Internet und auch von onlinegestützten Lernumgebungen verfügen.

2.2 Didaktisches Design

Die interaktive Online-Lernumgebung eHistory@home basiert auf dem PrimarWebQuest-Modell, welches dem lerntheoretischen Paradigma des gemäßigten Konstruktivismus folgt. Das bedeutet, dass die Arbeits- und Lernprozesse beim Lernen mit PrimarWebQuests weitgehend durch die Lernenden selbst organisiert und diese durch die Lehrenden begleitend unterstützt werden. Bei den PrimarWebQuests handelt es sich um ein didaktisches Konzept für internetbasiertes Lernen, in dessen Rahmen sich die Funktionen des Internets im Geschichtsunterricht nutzen lassen. PrimarWebQuests sind speziell auf die Anforderungen des Grundschulunterrichts abgestimmte WebQuests. Sie eignen sich besonders gut, um kooperatives und kollaboratives Lernen in verschiedenen Sozialformen zu fördern und damit den Lernenden aufzuzeigen, dass Wissen stets ein Produkt von Konstruktions- und Aushandlungsprozessen ist. Ein wichtiger Bestandteil von PrimarWebQuests ist die Möglichkeit, eigene Lernprozesse und Arbeitsergebnisse anhand vorgegebener Kriterien zu reflektieren und zu bewerten (Moser, 2008, S. 53–61; Schreiber, 2006).

Durch den Einsatz von PrimarWebQuests im Unterricht entsteht eine veränderte Lernkultur, in deren Mittelpunkt die Lernenden stehen. Kurz zusammengefasst bedeutet das, dass sich die Lernenden in Kleingruppen Informationen und Wissen über ein neues Sachthema eigenständig erarbeiten und die Ergebnisse anschließend ihren Mitschülerinnen und Mitschülern präsentieren.

2.3 Ziele des Lernangebotes

Ziel dieses E-Learning-Angebotes ist es, kooperatives und kollaboratives Lernen in verschiedenen Sozialformen zu fördern und dadurch eine Veränderung der Lernkultur zu bewirken. Das heißt, dass nicht mehr die Wissensvermittlung Hauptaufgabe der Lehrenden ist, sondern vielmehr die individuelle Unterstützung und Beratung der Lernenden als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter, um eine Förderung der Selbstständigkeit der Lernenden zu bewirken.

Weiteres Ziel ist es, durch den Einsatz der Lernumgebung im Sachunterricht die Lernerfolge zu steigern. Um zu konkretisieren welche tatsächlichen Erwartungen an die Online-Lernumgebung eHistory@home gestellt werden, wurden in Zusammenarbeit mit der Direktorin und den Klassenlehrerinnen der beiden dritten Klassen zu Projektbeginn Lernziele im Wissens-, Sozial- und Medienbereich festgelegt, die laut Kooperationsvereinbarung durch den Einsatz der Lernplattform erreicht werden sollen. Die Formulierung dieser Lernziele erfolgte dabei unter Bezugnahme auf den aktuellen Lehrplan der Volksschule und unter Berücksichtigung des unterrichtsmethodischen Vorgehens beim Einsatz der Online-Lernumgebung im Sachunterricht. Zum besseren Verständnis befindet sich die Beschreibung dieses Vorgehens im Anhang.

- Lernziel im Wissensbereich: Die Schülerinnen und Schüler kennen Ortswahrzeichen, regionalhistorische Persönlichkeiten, bedeutsame Kulturdenkmäler der unmittelbaren Umgebung, einige regionale Bräuche und verschiedene Geschichten aus der regionalen Umgebung.

- Lernziel im Sozialbereich: Die Schülerinnen und Schüler können ihre Arbeitsergebnisse anhand eines vorgegebenen Anforderungsprofils selbst einschätzen und ihre Einschätzungen in einem Reflexionsbogen festhalten. Weiters können sie auch die anderen Gruppenarbeiten einschätzen und in einer abschließenden Feedbackrunde Verbesserungsmöglichkeiten sowohl für die eigene Arbeit als auch für die Arbeiten der anderen Gruppen vorschlagen.

- Lernziel im Medienbereich: Die Schülerinnen und Schüler können Informationen aus den in den eHistoryQuests vorgegebenen Internetseiten oder aus klassischen Textquellen erarbeiten und diese mit einem Textverarbeitungsprogramm dokumentieren. Indem sie diese erarbeiteten Informationen mit zum Thema passendem Bildmaterial zu einer Abschlusspräsentation aufbereiten, können die Schülerinnen und Schüler klar strukturierte und grafisch ansprechende Plakate oder Broschüren gestalten.

[...]

Details

Seiten
26
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640712564
ISBN (Buch)
9783640713523
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157653
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Entwicklung Evaluationskonzeptes Lernerfolgs- Qualitätskontrolle Online-Lernumgebung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Entwicklung eines Evaluationskonzeptes zur Lernerfolgs- und Qualitätskontrolle der Online-Lernumgebung eHistory@home