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Wie steht es um die pädagogische Kompetenz in den heimischen vier Wänden?

Seminararbeit 2009 13 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Überlegungen zur pädagogischen Kompetenz von Eltern

3 Soziale Kompetenzen

4 Pädagogische Kompetenzen

5 Fachliche Kompetenzen

6 Administrative Kompetenzen

7 Professionalität vs. Nichtprofessionalität

8 Zusammenfassung – Fazit

9 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Die Jugend von heute...“ dieser Ausspruch ist bekannt und oft ausgesprochen von entrüstet dreinblickenden Gesichtern älterer Generationen, welche sich über das Benehmen junger Menschen oder Kindern pikieren. Zusätzlich gestützt wird so manches Vorurteil, wenn man im Abendprogramm im TV bei Sendungen wie der „Super-Nanny“[1] sieht, dass 5-Jährige ihre Mütter schlagen und damit einen echten Satansbraten abgeben.

Natürlich sind sie nicht unschuldig in Bezug auf ihr derartiges Verhalten, jedoch stellt sich hier auch die Frage: Welchen Einfluss haben die Eltern auf das Kind? Sind sie überhaupt in der Lage es zu erziehen?

Oder andersherum betrachtet: Was macht einen guten Erzieher aus? Bzw. Wie stellt sich die notwendige pädagogische Kompetenz von Eltern dar?

Das nachfolgende Werk versucht diese Problematik zu erörtern. Grundlage für diese Überlegungen bildet die Differenzierung der pädagogischen Kompetenz von Prof. Dr. Koring. Die Wahl fiel auf dieses Modell, da es aufgrund seiner konkreten Beschreibungen fassbarer ist, als beispielsweise das Modell einer pädagogischen Kompetenz von Paschen. Weiterhin ermöglicht die klare Abgrenzung einzelner Kompetenzfelder die Herstellung eines schlüssigen Bezug zum Alltag.

Begonnen wird zunächst mit einer allgemeinen Betrachtung um den Blick für den weiten Rahmen dieser Thematik zu schärfen. Hierbei werden alternative Definitionen von elterlicher Kompetenz erwähnt, sowie Eingrenzungen zum besseren Verständnis getroffen.

Anschließend finden sich die verschiedenen Bestandteile einer pädagogischen Kompetenz nach Prof. Dr. Koring in einer differenzierteren Betrachtung wieder. Die Leitfrage dieser Kapitel ist, wie gestaltet sich jeweils eine soziale, pädagogische, fachliche und administrative Befähigung bzw. was ist in Bezug auf Eltern als Akteure deren Spezifikum.

Zusammenfassend bleibt zu klären, ob sich hierbei von einer Professionalität sprechen lässt bzw. welche Neudefinition diese Begrifflichkeit erfahren muss, um auf so alltägliche Situationen angewandt zu werden. An diesen Aspekt reiht sich die Schlussbetrachtung an, in welcher auf grundlegende Probleme und mögliche Chancen der Erziehungskompetenz eingegangen wird.

2 Allgemeine Überlegungen zur pädagogischen Kompetenz von Eltern

Aufgrund des Technologiedefizits in der Pädagogik (vgl. Luhmann/Schorr zit. n. Baumert/Kunert 2006, S. 471) lässt sich die Fähigkeit, inwieweit pädagogisches Handeln vorliegt, schwer messen. Es lässt sich nicht eindeutig kategorisieren, ob eine Aktion richtig oder falsch war. Einzig anhand ihrer Auswirkungen lässt sich schlussfolgern, dass eine angestrebtes Ziel erreicht wurde oder nicht.

Insofern wäre für folgende Ausführungen die Übernahme des Begriffes ‚Kompetenzüberzeugung’[2] sinnvoll. Dieser ist „definiert als Kognitionen von Eltern, die sich auf die Erreichbarkeit von Zielen durch eigenes Handeln beziehen“ (Saile 2000, S. 0). Dabei handelt es sich um „bereichsspezifische, auf die Kindererziehung bezogene Erwartungshaltungen, die mit übergeordneten, generalisierten Erwartungen in Beziehung stehen“ (Saile 2000, S. 2).

Die vorgeschlagene Eingrenzung hat einen stark psychologischen Zugang zum Thema, da die Interaktion zwischen Kind und Erwachsenen vielen emotionalen Momenten unterliegt, jedoch ermöglicht dieser Blickwinkel dem Abstraktum ‚pädagogische Elternkompetenz’ bzw. Erziehungskompetenz’ einen fassbareren Boden zu betreten.

Weiterhin werden die emotionalen Komponenten weitgehend ausgeblendet, da es Ziel dieser Arbeit ist, eine pädagogische Kompetenz für Eltern aus einer vorrangig pädagogischen Sichtweise zu betrachten. Realistisch gesehen findet Erziehung stets im komplexen Wechselspiel zwischen zwei der mehr Personen statt, jedoch würde eine umfangreiche Betrachtung aller Momente den Rahmen dieses Texten übersteigen. Ebenso sind auch Lehrer, welche die Zielpersonen des Modells von Baumert und Kunert darstellen, auf einen idealerweise neutralen Umgang mit ihren Schülern angewiesen, da ansonsten keine objektive Bewertung stattfinden könnte.

Der Bezug zur Kompetenzüberzeugung impliziert folglich einen sehr subjektiven Charakter der Analyse, da das Erziehungsgeschehen jeweils von den Modellvorstellungen der Eltern abhängig ist.

„Kompetenzüberzeugungen sollen unabhängig vom Wissen über die Entwicklung und Erziehung von Kindern sowie unabhängig von anderen allgemeinen Fähigkeiten der Eltern sein, wie beispielsweise der kognitiven Verarbeitungskapazität. (Johnston/Mash zit. n. Saile 2000, S. 2)

Die nachfolgende Analyse der Elternkompetenz schließt somit an die Selbsteinschätzung der Eltern an, indem sie deren Vorstellung möglicherweise stützt oder einen Leitfaden für Verbesserungen liefert.

Im folgenden wird oftmals auf die pädagogische Grundform des Erziehens, mit all deren Begrifflichkeiten, eingegangen. Dies ergibt sich daraus, dass die Wahl der Akteure auf Eltern im Allgemeinen fiel und im Gegensatz dazu ein Lehrer die Grundform des Unterrichtens anwendet.

3 Soziale Kompetenzen

„Kinder [sollten]von ihren ersten Sprechversuchen an eine verständige, kluge, ja weise Persönlichkeit um sich haben [...]. Dieses Amt erfordert meiner Meinung nach in hohem Maße Besonnenheit, Maßhalten, Zärtlichkeit, Fleiß und verständigen Sinn, Eigenschaften, die kaum in Persönlichkeiten, die man für das herkömmliche Gehalt haben kann, vereinigt sieht, und die überhaupt nicht leicht irgendwo zu finden sind.“ (Locke zit. n. Otto/Rauschenbach/Vogel 2002, S. 243)

Dieses Zitat von John Locke bezieht sich auf den Lehrer als Erziehungsperson und dessen erforderliche Eigenschaften. Die genannten persönlichen Voraussetzungen lassen sich auch auf die Eltern als Erziehungspersonen übertragen.

Es stellt sich nun die Frage, was genau unter der sozialen Kompetenz als Anforderung für pädagogisch agierende Personen zu verstehen ist?

„Soziale Kompetenzen betreffen den Umgang mit anderen Menschen in sozialen Situationen.“ (Koring 2007, S. 19)

Um innerhalb einer zwischenmenschlichen Gegebenheit sich angemessen verhalten zu können, müssen beide Beteiligten vielerlei Fähigkeiten und Tugenden, wie z.B. Empathie, Kommunikation, Achtung voreinander, Interesse füreinander, besitzen. Der Begriff der Sozialen Kompetenz lässt sich schwer vollständig erfassen und eindeutig definieren. Ebenso mannigfaltig zeigt sich deren Ausprägung. So ist z.B. auch ein relativ gefühlskalter Mensch in der Lage Freundschaften aufzubauen oder ein fröhliches Kind heranzuziehen. Es besteht sozusagen auch kein Anspruch auf Vollständigkeit eines gewissen Kriterienkataloges.

Allgemein lässt sich feststellen, dass Personen, die bereits erhebliche Probleme mit sich selbst oder im zwischenmenschlichen Umgang haben, kaum eine Besserung durch eine erzieherische Tätigkeit erfahren (vgl. Koring 2007, S. 19).

Eltern sollten über ein gewisses Maß an Sozialen Kompetenzen verfügen, müssen aber auch keine ‚Übermenschen’ im Sinne vollständiger Korrektheit sein. Möglicherweise sind einige Schwäche durchaus nicht falsch, da auch Fehler zum Lebensvollzug dazu gehören. Zusammenfassend wäre das Vorhandensein dieser Komponente, dadurch erkennt, dass eine Person als menschlich bezeichnet wird. Dies schließt in diesem Sinne grundlegende soziale Fähigkeiten ein, sowie notwendige Werte für ein soziales Miteinander.

4 Pädagogische Kompetenzen

Grundsätzlich werden pädagogische Kompetenzen in der Interaktion mit anderen Menschen benötigt, sowie in Situationen die mit Lehren bzw. Lernen zu tun haben (vgl. Koring 2007, S. 19).

Baumert spricht in seinem Text darüber, dass Lehrkräfte Wissen über subjektive Theorien des Lehrens und Lernens haben sollten. Davon ausgehend benötigen Eltern oder Erziehungspersonen im Allgemeinen ebenfalls gewisse Grundkenntnisse, jedoch in anderem Maße.

„Sozialisation in der Familie ist in keinem Fall ein Prozeß(!), der in erster Linie als Erziehung, d.h. als intentional pädagogische Unternehmung zu verstehen ist. Vielmehr ist die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes [...] primär ein Ergebnis dessen, was in den selbstverständlichen, alltäglichen Interaktionen ‚zwischen den Zeilen’ gelesen wird. Alltagsleben aber läßt(!) sich nicht rationalisieren und auf bestimmte Ziele zuschneiden, weil sich sein Sinn erst im Vollzug konstituiert.“ (Schütze in Krüger/Helsper (2002), S. 165)

Der familiäre Erziehungsprozess läuft weniger intentional bzw. geplant ab, da hier eine starke Abhängigkeit von der jeweiligen Situation besteht. Diese sind nicht eindeutig vorhersehbar und damit gestaltet sich die Zielsteuerung als sehr schwierig. Jener Aspekt ist nicht unbedingt negativ zu betrachten, da aufgrund der Dynamik stets der absolute Bezug zur Realität erhalten bleibt.

[...]


[1] Es ist natürlich zu beachtet, dass die jeweiligen Sender auf möglichst hohe Quoten angewiesen sind. Daher sind die dargestellten Inhalte möglicherweise in ihrem Wahrheitsgehalt sehr fragwürdig.

[2] Diese Bezeichnung entstammt einem Fragebogen von Helmut Saile, welcher zur Erfassung der Kompetenzüberzeugung und des Selbstwertgefühls von Eltern erstellt wurde (siehe Literaturverzeichnis).

Details

Seiten
13
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640718528
ISBN (Buch)
9783640718894
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v158016
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz – Institut für Pädagogik und Philosophie
Note
2,7
Schlagworte
Kompetenz Wänden

Autor

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