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Sportschäden, Belastung und Überlastung der Wirbelsäule im Sport

Der Einfluss des Leistungssportes auf die Wirbelsäule

Wissenschaftlicher Aufsatz 2010 43 Seiten

Medizin - Chirurgie, Unfall-, Sportmedizin

Leseprobe

Inhaltsübersicht

Zusammenfassung

Summary

Einleitung

1. Positive Wirkungen von Sport auf die Wirbelsäule
1.1 Sport als Therapie bei Skoliosen (seitliche Wirbelsäulenverkrümmungen)
1.2 Sport als Mittel zur Prävention der Osteoporose
1.3 Kraftsport als Therapie bei Rückenschmerzen

2.Negative Effekte des Sportes auf die Wirbelsäule
2.1 Chronische Rückenschäden durch Sport (?)
2.2 Diagnostik von Rückenschmerzen
2.3 Spondylolyse, Spondylolisthesis (Gefügelockerung, Wirbelgleiten) im Sport
2.4 M. Scheuermann im Sport
2.5 Iliosakralgelenk im Sport
2.6 Wird eine Skoliose verursacht oder verschlimmert durch Sport ?
2.7 Sport nach Spondylodesen (operativen Wirbelsäulenversteifungen)
2.8 Bandscheibe und Sport
2.9 Wirbelsäule und "Bagatell-Trauma"

3.Folgerungen für die Sportpraxis
3.1 Analyse der individuellen Wirbelsäulenbelastbarkeit
3.2 Analyse der schädigenden Belastungen und Bewegungen
3.2.1 Haltung und Rückenschmerz

Literatur

Zusammenfassung

Verschiedene Untersuchungen zeigen eine erhöhte Gefährdung der Wirbelsäule bei intensiver sportlicher Belastung. Während eine gesunde Wirbelsäule selbst durch intensiven Leistungssport kaum geschädigt wird, können bei verschiedenen Fehlformen, Dysplasien (Fehlanlagen) oder Erkrankungen sportartspezifische Erkrankungen auftreten. Ein florider (aktiver) M. Scheuermann oder ein Bandscheibenschaden wird durch Hyperflexion (maximale Vorbeugung) der Wirbelsäule verschlimmert, während bei Hyperextension (maximaler Überstreckung nach hinten) der Wirbelsäule eine Spondylolyse (Gefügelockerung) entstehen kann, wenn gleichzeitig eine Aufbaustörung oder Fehlstellung des Sakrums (Kreuzbeines) vorhanden ist. Allerdings kann auch bei einer gesunden Wirbelsäule eine Spondylolyse durch ständige Hyperextension und gleichzeitige Stauchung, Rotation oder Seitkippung der Wirbelsegmente auftreten. Eine Hyperflexion, verbunden mit einer starken Stauchung oder axialen Belastung kann einen Bandscheibenvorfall auslösen, selbst wenn keine degenerativen Veränderungen vorliegen. Wirbelsäulenschäden können auch durch leichte Traumen (Verletzungen) wie Stürze oder Quetschungen ausgelöst werden.

Summary

Different studies show an increased risk for the spine during intensive sport. A healthy spine normally will not be damaged when participating even in high performance sport, but if deviations, dysplasia or diseases are present, sports specific damages can occur. A Scheuermann´s disease or a lumbar disc degeneration might be deteriorated by repeated hyperflexion movements of the spine, whereas a hyperextension can lead to a spondylolysis, if malassimilation or deviation of the spine or sacrum are existing. Nevertheless a spondylolysis can appear also in a normal and healthy spine, when the hyperextension movement is combined with a high axial load. A hyperextension with additional rotational or side bending forces will have the same effect. A hyperflexion of the spine in combination with a high axial load can induce a disc protrusion or prolaps, even if there are no degenerative lesions. Falling on the buttock and other direct traumata on the spine can also have a harmful influence and induce chronic damages of the spine.

Key words: Spine, hyperxtension, hyperflexion, spondylolysis, damage

Einleitung

Nicht selten klagen Sportler über Rückenschmerzen. In den meisten Fällen des sogenannten "unspezifischen" Rückenschmerzes scheinen weder eine exakte Diagnostik noch eine gezielte Therapie notwendig zu sein, da bei 70% - 80 % der Patienten die Symptome innerhalb von 4 - 6 Wochen verschwinden [1, 2]. 90 % der Patienten sind innerhalb von zwei bis drei Monaten beschwerdefrei [3-5]. Beim Rückenschmerz spielt also die Spontanheilung eine beträchtliche Rolle [1, 2, 6-8]. Selbst bei nachgewiesenen deutlichen Bandscheibenvorfällen lassen die Schmerzen und die neurologischen Ausfälle nach einigen Wochen gänzlich nach [9, 10], während das computertomographische Bild unverändert bleibt.

Dennoch ist eine diagnostische und therapeutische Unbekümmertheit fehl am Platz, weil

- das Myelon (Rückenmark), die Cauda oder die Nerven durch eine Bandscheiben- oder Knochen-Kompression irreversibel geschädigt werden können
- sich hinter einer „Lumboischialgie“ bzw. einem "LWS-Syndrom" ernstere Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, Tumore, ein M. Bechterew [4], abdominelle, gynäkologische oder urologische Erkrankungen, Aortenaneurysmen [11] oder andere Krankheiten verbergen können.
- Rückenschmerzen chronifiziert und damit oft unheilbar werden können.
- bei ständiger Über- oder Fehlbelastung im Sport Dauerschäden entstehen können

Klassifizierung chronischer Rückenschmerzen

Für die Therapie, Verlaufsbeobachtung, Prognose und Begutachtung ist folgende Unterteilung der Ursachen von Rückenschmerzen – bei neurologischen Störungen jeweils mit dem Zusatz der betroffenen Nervenwurzel - ­hilfreich [5, 12]:

- arthrogen („Blockierungen“; Reizung oder Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke)
- knöcherner Kontakt (M. Baastrup, Nearthrose (Neugelenk) beim hypertrophen Querfortsatz)
- Bandscheibenverschleiß (Osteochondrose)
- Instabilität (Gefügelockerung, Spondylolyse (einseitige Lockerung) mit Drehgleiten, Spondylolisthesis (Wirbelgleiten), Z.n. Bandzerrung oder -Riss)
- Bandscheiben protrusion (=Vorwölbung), Schmerz bei Quellung der Bandscheiben, Reizung der dorsalen Spinalnerven)
- Bandscheiben prolaps (=Vorfall) bzw. - Sequester
- andere Ursachen (angeborene oder erworbene Defekte, Spina bifida etc.)
- Erkrankungen der Iliosacralfuge (Blockierung, Entzündung)
- rheumatische Krankheiten (Chronische Polyarthritis, Psoriasis, Gicht, M. Bechterew etc.)
- Knochenstoffwechsel krankheiten (Osteoporose, Osteomalazie etc.)
- entzündliche Veränderungen
- Unfallbedingte Veränderungen
- Neurologische Erkrankungen (Syringomyelie, Neurofibromatose etc.)
- Tumore

Häufig führen Ursachen-Ketten zur Verstärkung der Schmerzen bei anfangs nur geringen Beschwerden (z.B.: Bandscheibendegeneration mit daraus folgender Gefügelockerung und Wirbelgelenksarthrose). Auch Kombinationen aus mehreren Störungen sind möglich.

Eine falsche Indikationsstellung zur Bandscheibenoperation lässt meistens diese Einteilung außer Acht [13, 14]. Gerade bei Patienten, bei denen die ganze Wirbelsäule degenerativ (z.B. Osteochondrose) und/oder statisch (z.B. Skoliose) verändert ist, muss exakt diagnostiziert werden, in welchem Segment welche Ursache (Gefügelockerung; Bandscheibenschäden oder andere) die Schmerzen hervorruft.

Die Wirkung des Sportes auf die Wirbelsäule wird sehr divergent beschrieben. Hochleistungssportler leiden nicht selten unter chronischen Rückenschmerzen. Unsportliche Menschen versuchen dagegen, gerade durch ein Kraft- oder Ausdauertraining ihr Rückenleiden zu besiegen.

Nicht selten liegen positive und negative Effekte der sportlichen Aktivität bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen dicht neben einander: Ist es einem vom Rückenschmerz geplagtem Menschen gelungen, seine Beschwerden durch ein intensives Rumpfmuskeltraining zu besiegen, so kann eine einzige falsche Übung die Früchte einer monatelangen Behandlung in wenigen Sekunden vernichten (s. Abb. 4).

1. Positive Wirkungen von Sport auf die Wirbelsäule

1.1 Sport als Therapie bei Skoliosen (seitliche Wirbelsäulenverkrümmungen)

Schon vor über 150 Jahren wurde der redressierende und korrigierende Einfluss der Muskulatur auf Verkrümmungen der Wirbelsäule festgestellt, wobei man in deutschen Landen die Bewegungen "am besten nach militärischem Commando" vornehmen sollte, damit sie "recht exact ausgeführt werden" [15]. Heute wird neben der symmetrischen Muskelstärkung auch der kardiopulmonale Trainingseffekt des Sportes berücksichtigt, da bei Skoliosen die Lungenfunktion in Abhängigkeit von der Ausprägung der Deformität eingeschränkt ist [16].

1.2 Sport als Mittel zur Prävention der Osteoporose

Der Muskelanspannung kann ein knochenstimulierender Effekt zugesprochen werden: Kraftsportler haben eine höhere Knochendichte als Normalpersonen [17] [18] [19] [20] [21]. Allerdings zeigen nur die in der entsprechenden Sportart eingesetzten Körperregionen eine höhere Knochendichte [22]. So besteht an der Wirbelsäule ein Zusammenhang zwischen der Fläche der paraspinalen Muskulatur und der Knochenmasse der Wirbelkörper [19]. Auch bei Frauen in der Postmenopause besteht eine Korrelation zwischen der Knochendichte und der isometrischen, noch stärker der isokinetischen Rumpfmuskelkraft.

Auch vertikale Gewichtsbelastungen (Sprünge etc.) bei bestimmten Sportarten bewirken eine vermehrte Knochendichte [23]. Volleyballspieler haben eine höhere Knochendichte im Calcaneus (Fersenbein) und in der Wirbelsäule [24] als Untrainierte; bei Basketballspielern ist nur der Calcaneus knochendichter [25].

1.3 Kraftsport als Therapie bei Rückenschmerzen

Das Muskelaufbautraining, das schon zu Zanders Zeiten als "Zimmergymnastik" bekannt war [15], ist heute ein effizienter Baustein der Physiotherapie. Das Krafttraining der Rumpfmuskeln bewirkt:

- eine Stabilisation der Wirbelsäule, vor allem beim Tragen von Lasten [26]. Der M. quadratus lumborum stabilisiert die Wirbelsäule noch effektiver als der M. erector spina, möglicherweise durch die bessere Hebelwirkung.
- eine Reduzierung der Rückenschmerzen, vor allem, wenn noch keine stark pathologischen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule festzustellen sind [27].
- eine effiziente Bauchpresse, welche die Wirbelsäule beim Tragen von Gewichten deutlich entlastet [28] [29]. Das Prinzip gleicht einem hydraulischen Wagenheber: Der durch die Bauchmuskeln erhöhte Druck im Bauchinnenraum hebt die Wirbelsegmente leicht an, wodurch die Wirbelsäule entlastet wird [30]. Vor allem bei Seit- und Dreh-, aber auch bei Streckbewegungen wird die Wirbelsäule durch Pressatmung stabilisiert [31]. Zur Erhöhung des Druckes im Bauchraum tragen Gewichtheber einen festen Ledergurt [31].
- sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Bandscheibenschäden, wenn es gelingt, durch die therapeutischen Übungen die Wirbelsäule zu stabilisieren [5].

2.Negative Effekte des Sportes auf die Wirbelsäule

Auf die Beschreibung der akuten Verletzungen der Wirbelsäule inklusive der Querschnittslähmungen muss hier verzichtet werden.

2.1 Chronische Rückenschäden durch Sport (?)

Eine erhöhte Rate von lumbalen Rückenschmerzen wurde bei Schulkindern gefunden, die entweder verstärkt am Wettkampfsport teilnahmen - oder eher inaktiv waren und häufiger Fernsehen sahen [32]. Kinder mit Rundrücken trieben jedoch weniger Sport als Gleichaltrige mit gesunder Wirbelsäule [33]. Bei den jugendlichen Sportlern konnte ein gewisser Zusammenhang zwischen der Dauer des Trainings und der Häufigkeit der Rückenschmerzen gefunden werden.

Andere Autoren fanden keinen signifikanten Unterschied in der Häufigkeit von lumbalen Rückenschmerzen bei Sportlern und Nichtsportlern [32].

Rückenschmerzen bei sportlicher Betätigung können vielfältige Ursachen haben:

Harmlose Beschwerden wie Blockierungen (alle Sportarten), Überanstrengung der Rumpfmuskeln (Kraftsport, Ringen) oder Verspannungen bei langdauernder Halteposition in Fehlhaltung (Rennradfahren, Segeln, Surfen). Diese Beschwerden sind meist bald wieder verschwunden.

Allerdings stellt sich die Frage, ob der Sport die Wirbelsäule schädigen kann. Zwillingsuntersuchungen ergaben bei Ausdauersportarten keine Unterschiede in der Bandscheibendegeneration, beim Krafttraining war der Bandscheibenverschleiß in Höhe der Brustwirbel 6 - 12 erhöht [34]. Handballspieler und Triathleten hatten eine im Vergleich zu Durchschnittsbevölkerung leichte Zunahme an degenerativen Wirbelsäulenveränderungen, allerdings litten sie nur in geringem Maße an Beschwerden [35]. Auch bei anderen Leistungssportlern zeigen sich im Erwachsenenalter frühe Bandscheibenschäden, Osteochondrosen, eine erhöhte Spondylolyserate oder andere Veränderungen.

Wie im Folgenden dargelegt wird (s. Tab. 1), sind viele dieser anatomischen Veränderungen auf Verletzungen oder Überlastungen der jugendlichen Wirbelsäule, die auf eine Belastung noch empfindlich reagiert, zurückzuführen [36] [37] [32] [38].

2.2 Diagnostik von Rückenschmerzen

Die Diagnostik der Wirbelsäulenbeschwerden bei Sportlern ist einem Wandel unterzogen.

In den früheren Jahren wurde das diagnostische Augenmerk auf die statischen Veränderungen der Wirbelsäule wie Unregelmäßigkeiten der Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper, Randzacken, Weite der Bandscheibenzwischenräume gelegt [39], wobei sich allerdings zunehmend herausstellte, dass derartige Veränderungen oft mit der Beschwerdesymptomatik (selbst im Hochleistungssport) nicht korrelierten und mitunter sogar überhaupt keinen Krankheitswert hatten.

Heute rückt mehr der funktionelle Aspekt in den Vordergrund, der klinisch durch die Prüfung der segmentalen Hyper- und Hypomobilität, röntgenologisch durch die Funktionsaufnahmen geprüft werden kann. Eine elegante und übersichtliche Methode, die röntgenologischen Segmentbewegungen bei maximaler Vor- und Rückneigung oder bei Links- und Rechtsseitneigung zu beurteilen, ist die Animation der Röntgenbilder [40]. Hier können nicht nur das Ausmaß der segmentalen Wirbelkörperverschiebung im Vergleich zu den benachbarten Segmenten, sondern auch kleine Veränderungen (Sklerosierungen, Spaltbildungen etc.) schnell gesehen werden. Zudem kann erkannt werden, ob sich die Wirbelsäule harmonisch entfaltet oder ob Areale mit Hyper- und Hypomobilitäten vorhanden sind.

Bei der Diagnostik von Rückenschmerzen bei Sportlern sind zwei Blickwinkel sinnvoll (s. Abb. 1):

- die "pathologische" Perspektive, bei der das betroffene Wirbelsegment und die entsprechende Störung möglichst exakt diagnostiziert werden
- die "funktionelle" Perspektive, bei der die ganze Wirbelsäule (Statik, Haltung usw.) und das Umfeld (Muskulatur, angrenzende Körperpartien, Gelenke) betrachtet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Seitliche Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule eines 49-jährigen ehemaligen Gewichthebers (früher internationale Spitzenklasse: Stemmen 190 kg, Kniebeugen mit 260 kg). Jetzt ist er beruflich zu langem Stehen gezwungen (Chirurg), dabei treten zunehmend Schmerzen in der LWS auf. Die erstaunlich geringen pathologischen Veränderungen (geringe Spondylarthrose LW 5/SW1 mit kleinem Spondylolysespalt) allein erklären die Beschwerden nicht. Vielmehr ruft die deutliche Hyperlordose, welche durch einen massiven Muskelwulst der lumbalen Rückenstrecker verstärkt wird, die Beschwerden hervor. Da der Sportler in seiner Karriere niemals ein Bauchmuskeltraining durchgeführt hat, besteht außerdem ein starkes muskuläres Ungleichgewicht. Durch ein intensives Bauchmuskeltraining verschwanden die Beschwerden nach wenigen Wochen.

Die funktionelle Diagnostik prüft unter anderem die harmonische Biegung der Wirbelsäule bei Extension/Flexion. Diese kann pathologisch gestört sein:

- durch einen unbeweglichen, fixierten Abschnitt (fixierte Skoliose, Blockwirbel, knöcherne Randzacken, Spondylarthrose etc.). Die Folge davon ist eine vermehrte Belastung der Segmente ober- und unterhalb der versteiften Strecke, was langfristig zur Überlastung und Instabilität führt
- durch eine Hypermobilität bzw. Instabilität und damit vermehrte Aufklappbarkeit in einem Segment (Gefügelockerung, Spondylolyse, Spondylolisthese etc., s. Abb. 2)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2

Verschiedene Instabilitätserscheinungen an der LWS, die mit der Animation der Röntgenbilder [40] gut erkannt werden können.

Je nachdem, wieviel der drei kraftübertragenden Wirbelsäulenpfeiler (Bandscheibe und beide Wirbelgelenke) instabil sind, resultiert eine bestimmte Form der Instabilität. Ist der vordere "Pfeiler", also die Bandscheibe und die dazugehörigen Bänder locker, dann resultiert eine vermehrte Aufklappbarkeit (A) oder Kippung (D) des Segmentes bei Bewegungen. Sind zusätzlich auch die Bänder der beiden hinteren Pfeiler (Wirbelgelenke) locker, rutscht der Wirbelkörper in verschiedene Richtungen (B, E). Ein Rutschen nach vorn ist hier nicht möglich, weil die knöchernen Wirbelgelenke dies verhindern. Wenn nun auch die knöchernen Anteile defekt sind (C, F), entsteht ein Wirbelgleiten nach vorn (C), oder, wenn nur ein Wirbelgelenkfortsatz defekt ist, ein Rotationsgleiten (F).

Neben der funktionellen Diagnostik der Wirbelsäulenbeweglichkeit muss bei Skoliosen, beim M. Scheuermann und anderen progredienten Erkrankungen das Krankheitsstadium und die Progredienz überprüft und regelmäßig kontrolliert werden. Auch entzündliche Prozesse dürfen nicht übersehen werden: Bei Orientierungsläufern beispielsweise kann die erhöhte Rate an rheumatischen Rückenschmerzen [41] mit einer Lyme-Borreliose zusammenhängen.

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Details

Seiten
43
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640907236
ISBN (Buch)
9783640907588
Dateigröße
3.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v158119
Note
Schlagworte
WIrbelsäule Spine Leistungssport Überstreckung Rotation Hyperflexion Skoliose Morbus Scheuermann Spondylolisthesis Wirbelgleiten Fehlform des Sakrums Stauchung

Autor

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