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Didaktische Ausarbeitung zum Thema erneuerbare Energien

Seminararbeit 2007 19 Seiten

Politik - Didaktik, politische Bildung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Sachanalyse
2.1 Allgemeine Begriffsbestimmungen
2.1.1 Definition „Erneuerbare Energien“
2.1.2 Definition „Erneuerbare-Energien-Gesetz“
2.2 Erneuerbare Energien
2.2.1 Photovoltaik
2.2.2 Biomasse
2.2.3 Geothermie
2.2.4 Windkraft
2.2.5 Aufwind-, Gezeiten- und Wasserkraftwerke

3. Fazit: Erneuerbare Energien als Zukunftslösung?

4. Didaktische Analyse
4.1 Lernbedeutung und Lernziele für Heranwachsende – Zukunftsbedeutung (Erneuerbare Energien)
4.2 Beziehung der Heranwachsenden zum Thema
4.3 Vorstellung von der Relevanz des Themas
4.4 Ideen zur Umsetzung im Unterricht/Vermittlungsideen

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang: Materialsammlung

1. Einleitung

In der vorliegenden Ausarbeitung zum Seminar „Einführung in die Didaktik der politischen Bildung“ befasse ich mich mit dem Themenkomplex „Erneuerbare Energien“.

Dieser Themenkomplex lässt sich z.B. in das verbindliche Thema „Umweltschutz“ in der 7.2 (Bildungsgang Hauptschule) integrieren. Schüler/innen haben ein Bewusstsein für die Beanspruchung und Veränderung der Natur und Landschaft durch den Ressourcenverbrauch (vgl. Hessisches Kultusministerium 2002) und sollen daher erneuerbare Energien kennen lernen und ökologisches Handeln erlernen. Sie lernen durch das Thema „Erneuerbare Energien“ eine Möglichkeit kennen, wie man ohne Ressourcenverbrauch Energie nutzen kann und dabei gleichzeitig den Lebensraum schützt. Im Bildungsgang Realschule sollen Schüler/innen in der siebten Klasse zum Thema „Umweltschutz“ fähig sein, diverse Standpunkte in der Umweltpolitik, z. B. im Hinblick auf Stellungnahmen zu erneuerbaren Energien, zu erkennen, zu analysieren und zu diskutieren sowie zu einem eigenen Urteil zu kommen. Fakultativer Unterrichtsinhalt ist das Schulprojekt „Energiesparschule“, wodurch Schüler/innen lernen Energiesparmaßnahmen in der Schule umzusetzen und den Verbrauch vorher und nachher zu analysieren. Sie sollen Handlungsanregungen erhalten, wie sie auch in ihrer Familie Energie sparen können bzw. erneuerbare Energien nutzen können. Zur Verdeutlichung können sie je nach Möglichkeit in der Umgebung, z.B. Windkraftanlagen besichtigen oder Solaranlagen erkunden, um einen besseren Bezug zum Thema herstellen zu können. Auch lässt sich das Thema mit dem Lehrplan in der 10. Klasse Realschule verknüpfen. Dort soll der verantwortungsvolle Umgang mit Energie (Ressourcenverbrauch) als auch die Belastung der Umwelt durch einen erhöhten Energieverbrauch reflektiert werden. Ziel der Reflektion sollte ein Verantwortungsbewusstsein für Natur und Landschaft und damit die umweltschonende Energieversorgung durch erneuerbare Energien sein (vgl. Hessisches Kultusministerium 2002).

In der siebten Klasse im Bildungsgang Gymnasium lässt sich das Thema „Erneuerbare Energien“ in das Thema „Ökonomische Bildung: Wirtschaften im privaten Haushalt“ integrieren, da man dann verbindlich die „Vermeidung von Umweltbelastungen“ und die „Ressourcenschonung als Wirtschafts- und Kostenfaktor“ anspricht (vgl. Hessisches Kultusministerium 2005). Auch in der zehnten Klasse im Bildungsgang Gymnasium zum Thema „Ökologie und Marktwirtschaft“ steht die „Umweltpolitik zwischen marktwirtschaftlichen Anreizen (Beispielsweise Subventionen erneuerbarer Energien) und staatlichen Auflagen“, „Aufgaben und Probleme staatlicher Umweltpolitik“ sowie „die nationale Umweltpolitik“ im Vordergrund. Fakultativ sind die exemplarische Untersuchung der Energiebilanz der Schule sowie beispielsweise die Untersuchung von Planungsvorhaben zur Entstehung von Wind- und Solarparks (vgl. Hessisches Kultusministerium 2005).

Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es innerhalb der Sachanalyse zunächst eine Definition der „Erneuerbaren Energien“ und des „Erneuerbaren-Energien-Gesetzes“ zu geben sowie die einzelnen erneuerbaren Energien (Solarenergie, Biomasse, Geothermie, Windkraft und Wasserkraft) zu erläutern und der Frage nachzugehen, ob die erneuerbaren Energien eine Zukunftslösung sein können. Im zweiten Teil der Ausarbeitung soll das Potential des Themenkomplexes in eine didaktische Analyse einfließen. Dort gebe ich einen Ausblick auf die Lernbedeutung und Lernziele für Heranwachsende – Zukunftsbedeutung (Erneuerbare Energien), auf die Beziehung der Heranwachsenden zum Thema, auf die Relevanz des Themas sowie auf Ideen zur Umsetzung im Unterricht/Vermittlungsideen.

Für die Sachanalyse habe ich den Artikel „Erneuerbare Energien“ von Jürgen Schönlein (vgl. Schönlein 2007) sowie die Spiegel-Serie „Die Zukunft der Energieversorgung“ aus den Ausgaben vom 12.02., 17.02., 26.02. und 05.03.2007 von Bernward Janzino (vgl. Janzino 2007), Christian Wüst (vgl. Wüst 2007) und Philip Bethge (vgl. Bethge 2007) ausgewählt. Alternativ hätte man aus einer Vielzahl von Quellen auch andere auswählen können.

Im Anhang habe ich erste Materialien zusammengestellt, mit denen man das Thema „Erneuerbare Energien“ in verschiedenen Schulformen und Schulstufen in der Schule umsetzen kann.

2. Sachanalyse

2.1 Allgemeine Begriffsbestimmungen

2.1.1 Definition „Erneuerbare Energien“

Unter erneuerbaren Energien oder auch regenerativen oder alternativen Energien versteht man alle Formen der Energie aus Gewinnungsverfahren, die bei der Energiegewinnung keine Rohstoffe verbrauchen, da sie sich durch natürliche Vorgänge ständig erneuern oder bei denen durch die Verbrennung der eingesetzten Stoffe nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie sie zu ihrem Wachstum benötigen. Eine Ausnahme ist Biogas (vgl. Schönlein 2007). Kurz erwähnt sei der Gegensatz zu den erneuerbaren Energien, nämlich die Kernenergie bzw. die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen.

Zu den erneuerbaren Energien gehören die Energie aus Photovoltaik und Solartechnik, Biomasse, Windkraft, Aufwind-, Gezeiten- und Wasserkraftwerke sowie Energie, die durch geothermische Verfahren zugänglich ist. Im Folgenden werde ich näher auf die einzelnen Energiegewinnungsformen eingehen.

„Der Energiehunger der Welt wächst rasant.“ (Bethge 2007: 109). Laut OECD wird der Bedarf bis zum Jahr 2030 um bis zu 53% ansteigen. In diesem Zeitraum soll sich die Nachfrage nach Strom sogar verdoppeln, da Entwicklungs- und Schwellenländer wie China und Indien mehrere weitere Gigawatts benötigen werden (vgl. Bethge 2007: 109). Auch das Bevölkerungswachstum trägt zum steigenden weltweiten Energiebedarf bei. 6,5 Milliarden Menschen leben gegenwärtig auf der Erde und 2030 werden es voraussichtlich 8,2 Milliarden sein. Weiterhin erzwingen der rasche Wandel des Klimas und das Schwinden der Öl- und Gasvorräte eine radikale Energiewende. Der Verfall des Wohlstands scheint unausweichlich, sofern die Weltgemeinschaft keinen nachhaltigen Energiepfad einschlägt. Jeden Tag werden auf der Welt zehn Millionen Tonnen Erdöl und 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas verfeuert. Doch werden die Vorräte in einigen Jahrzehnten zur Neige gehen (vgl. Bethge/Wüst 2007: 86).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Der Spiegel, „Die Zukunft der Energieversorgung“, Weltweiter Energieverbrauch, Nr. 07/2007 vom 12.02.2007, S. 87.

Nur eine umfassende Energiewende kann den Klimawandel noch stoppen. Die Energieversorgung muss zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft werden. Schnellstens müssen Kohlendioxid-Emissionen verringert werden und erneuerbare Energien gefördert werden. „Neue Technologien zur Effizienzsteigerung und für die umweltfreundliche Stromproduktion könnten den Anteil von Öl, Kohle und Gas am Energiemix schon bis Mitte des Jahrhunderts entscheidend verringern.“ (Bethge/Wüst 2007: 89). In Zukunft sind folglich eine höhere Energieeffizienz und der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien dringend nötig um den steigenden Verbrauch zu stillen. Momentan halten die herkömmlichen erneuerbaren Energien schon einen Anteil von 18% und damit mehr als die Atomkraft an der weltweiten Stromerzeugung. Sie sind sogar in der Lage den Atomausstieg zu beschleunigen. Die Bundesregierung strebt an, den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis 2020 auf mindestens 20% zu erhöhen (vgl. Bethge/Wüst 2007: 89).

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Details

Seiten
19
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640723836
ISBN (Buch)
9783640723997
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v158832
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,0
Schlagworte
Erneuerbare Energien Windenergie Solarthermie Erdwärme Geothermie Wasser regenerative Energien

Autor

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