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Check-Up Kliniken in NRW - Ein Kosten und Leistungsvergleich

Inkl. Mystery Studie "Ausländische Patienten"

Seminararbeit 2010 31 Seiten

VWL - Gesundheitsökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Check-Up als interdisziplinäres Gesundheitskonzept

2. Begriffsdefinition: Check-up Klinik
2.1. Zielgruppen
2.2. Anforderungen an die technische und medizinische Ausstattung

3. Medizinische Programme von Check-up Kliniken
3.1. Basisprogramme
3.2. Spezifische Check-up-Formen

4. Check-up Kliniken im NRW
4.1. Übersicht aller Check-up Kliniken
4.2. Geographische Verteilung
4.3. Leistungs- und Kostenvergleich

5. Potentiale für arabische und russische Patienten in NRW
5.1. Patientenaufkommen aus dem Ausland
5.2. Check-Up-Medizintourismus - Empirische Untersuchung
5.3. Programme für den Check-Up-Medizintourismus

6. Beurteilung und Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Medizinisches Leistungsangebot eines üblichen Basis Check-Ups

Abb. 2: Optionale bzw. Ergänzende Check-up-Leistungen

Abb. 3: Grafische Darstellung der geographischen Verteilung aller Check-Up Klinken in NRW

Abb. 4: Für den Medizintourismus geeignetes Leistungsangebot in Check-Up Kliniken

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Check-Up Kliniken in NRW (inkl. Kontaktdaten)

Tab. 2: Check-Up Kliniken in NRW und ihr Leistungsumfang an med. Fachbereichen

Tab. 3: Kosten- und Leistungsvergleich von Check-Up Kliniken in NRW

Tab. 4: Darstellung über Ausgangssituation und Ergebnisse der empirischen Befragung

Tab. 5: Liste jener Check-Up Kliniken, die auf eine Email-Anfrage russischer und arabischer Patienten aus dem Ausland, im Rahmen der Untersuchung, mit einem Angebot via Email antworteten

1. Check-Up als interdisziplinäres Gesundheitskonzept

Unser Körper ist heute vielfältigen Belastungen bzw. Risikofaktoren ausgesetzt, die durch den persönlichen Lebensstil sowie äußere Einflüsse bedingt sind (z. B. Fehlernäh- rung, Bewegungsmangel, Tabak- und Alkoholkonsum, Stress, Umwelteinflüsse u. a.). Auch die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft, mit einem erheblichen Wachstum älterer Menschen, führt zu einem dramatischen Anstieg sogenannter „Zivilisationskrankheiten“, wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein Diabetes mellitus. Die dadurch ausgelöste Kostenexplosion im Gesundheitswesen macht ein Umdenken erforderlich.1 Vorbeugung und Früherkennung spielen im modernen Gesundheitswesen deshalb eine immer wichtigere Rolle. Prävention steht vor Interven- tion. Auch der Volksmund scheint es schon seit langem zu wissen: „Vorbeugung ist die beste Medizin“. Früherkennung umfasst i.d.S. alle Maßnahmen, die der Aufdeckung früher Krankheitsstadien dienen, noch bevor Anzeichen in Form von Symptomen spürbar werden. Präventiv-medizinische Untersuchungen haben demzufolge das Ziel, mögliche Gefährdungen für die Gesundheit rechtzeitig zu erkennen oder einen Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Prävention bzw. Früherkennung ist keine Vorsorge, denn sie kann nicht vor möglichen Krankheiten bewahren. Sinn und Zweck dieser Check-Ups ist lediglich die rechtzeitige Entdeckung einer Krankheit und eine Behandlung im frühen Stadium. Damit steigen die Heilungschancen und dauerhafte Schädigungen können deutlich gesenkt werden.2 Für gesetzlich Krankenversicherte wird die Vorsorgeuntersuchung ab dem 35. Lebensjahr im Zwei-Jahres-Rhythmus angeboten. Im Jahr 2005 ging nur jeder fünfte Anspruchsberechtigte zum „Check-Up 35“. In Zahlen ausgedrückt, waren es etwa acht Millionen Menschen. Zwei Jahre zuvor waren es allerdings nur 6,4 Millionen, mit jährlich steigender Tendenz.3 Damit zeigt sich, dass Gesundheit einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft einnimmt. Zur Bewahrung des eigenen Wohlbefindens nehmen aber viele Menschen mehr Eigenverantwortung und zusätzliche Investitionen in Form in Kauf. Gesundheit wird heutzutage als „höchstes Gut“ angesehen. Doch was ist Gesundheit dem Wortgebrauch nach?

„ Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity. ”4

Gesunde Menschen sind demnach im Beruf leistungsfähiger und ggf. auch erfolgrei- cher, können leichter am sozialen Leben teilhaben in Form von Sport, Freizeit und Familie und haben eine höhere, uneingeschränkte Lebensqualität. Allein aus diesem Bündel von Argumenten, sprechen sich viele vermehrt für Gesundheits-Check-Ups in hierfür spezialisierten Kliniken aus, die unter dem personellen und technischen Aspekt medizinisch-interdisziplinär ausgestattet sind, und somit ein komplettes Gesundheitspa- ket anzubieten bereit sind. Die Zielsetzung der Arbeit ist folglich, neben dem Versuch, zunächst eine treffende Begriffsdefinition für Check-Up Kliniken zu finden und die Analyse der aktuellen Situation (Kliniken in NRW, Kosten- und Leistungsvergleich von Check-Ups), die Potenziale von Check-Up Kliniken unter der Berücksichtigung des Medizintourismus herauszustellen, insb. im Hinblick auf russische und arabische Patienten.

2. Begriffsdefinition: Check-up Klinik

Die relative Neuheit des Präventionskonzepts „Check-Up-Klinik“, führte bisher dazu, dass der Begriff in der Fachterminologie noch nicht eindeutig geklärt ist. Im Sinne dieser Hausarbeit wird die Check-Up Klinik umschrieben, als staatlich konzessionierte Privatklinik, deren Schwerpunkte in der fachärztlichen Gesundheitsvorsorge und in der präventivmedizinischen Diagnostik verankert sind. Genauer umschreibt es ein spezielles Programm der Gesundheitsüberprüfung, welches aus verschiedenen detaillierten medizinischen Untersuchungen besteht und eine fachmedizinische Beratung umfasst. Derartige Check-Up-Untersuchungen erfolgen in der Regel durch große internistische Arztpraxen die über eine entsprechende Ausstattung verfügen, über ganze sogenannte Medizinische Diagnostikzentren, bestehend aus mehreren Fachmedizinischen Diszipli- nen, in selbsternannten Diagnose- und Präventions-Instituten oder komplette, eigens zu diesem Zweck errichtete Kliniken, bei denen ein Check-Up in der Regel ambulant erfolgt. Die Basis für eine derartig fortschrittliche Präventionsmedizin bildet das Zusammenspiel von interdisziplinär qualifizierten Fachärzten und einer modernen, an die neuesten medizinischen Erkenntnisse angepassten technischen Ausstattung der Präventiv- sowie der Erweiterten Medizin und einer intensiven Labordiagnostik. Die Angebote auf dem Gesundheitsmarkt reichen vom einfachen „Kassen-Check-up“ (med. Vorsorgeleistungen die von der Krankenkasse getragen werden), über individuelle Privat-Checks bis hin zum „Manager-Check-up“ in selbsternannten Diagnose- und Präventions-Instituten oder Check-up-Kliniken.5 Bei der ärztlichen Untersuchung wird zunächst im Gespräch mit dem Patienten eine Eigen-, Familien- und Sozialanamnese (soziale Vorgeschichte) erhoben und daraus ein Risikoprofil erstellt.6 Die Untersuchun- gen dieses Programms können in drei Präventionsmedizinische Stufen eingeteilt werden.

1. Primärprävention - Hat zum Ziel, den Erhalt der Gesundheit bzw. Vorbeugung von Krankheiten sicherzustellen, bevor eine Schädigung, Krankheit oder Risikofak- toren eintreten. Sie richtet sich an jeden gesunden Menschen.7
2. Sekundärprävention - Dient der Früherkennung und Verhinderung des Fort- schreitens einer Krankheit bzw. soll dafür zu sorgen, dass der Verlauf einer Krank- heit sich nicht verschlimmert oder chronifiziert. Zielgruppe hierbei sind Patienten, die selbst dazu beitragen möchten, wieder gesund zu werden.8
3. Tertiärprävention - Der Nutzen liegt darin, das Fortschreiten oder den Eintritt von Komplikationen bei einer bereits manifesten Erkrankung z.B. bei chronisch er- krankten Patienten zu verhindern und eine nachfolgende Schädigung frühzeitig zu erkennen, damit es nicht zu Komplikationen, Folgeerkrankungen oder zu einem Rezidiv kommt. Sie richtet sich an Patienten, die selbst etwas dazu beitragen möch- ten, wieder gesund zu werden oder den erzielten Gesundheitszustand zu erhalten.9

Was sind die Vorteile eines regelmäßigen Check-Up? Wie aus dieser 3-Stufigen Einteilung ersichtlich ist, dienen Präventionsprogramme sowohl der Ermittlung des aktuellen Gesundheitszustands, der Früherkennung als auch dem langfristigen Vorbeugen. Besonderes Augenmerk gilt den häufigsten „Volkskrankheiten“ wie u.a. Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems, der Lunge, des Magen-Darm-Traktes sowie Stoffwechselstörungen. Weiteres, wichtiges Ziel ist, Risikofaktoren und bösartige Veränderungen frühzeitig zu erkennen, um entsprechend zeitnah die geeigneten Behandlungsoptionen und Folgeindikationen einzuleiten. Die Kosten für einen Basis- Check liegen je nach Anbieter und Leistung zwischen 600 und 2.650 Euro. Zeitlich ist die Ablauforganisation des Check-up-Programms in jeder Klinik kompakt ausgerichtet. So nimmt eine vollständige Untersuchung, je nach Umfang der individuellen Leistun- gen, inkl. ausführlicher Anamnese und Abschlussbesprechung etwa vier bis acht Stunden in Anspruch. Der Untersuchungsablauf eines Check-Ups teilt sich, wie folgend, in mehrere mögliche Schritte auf:

1. Gespräch mit Patient und Erstellung Eigen-, Familien- und Sozialanamnese mit Erstellung eines individuellen Risikoprofils
2. Allgemeine internistische oder fachärztliche körperliche Grunduntersuchung
3. Check-Up Untersuchung (klinische und labormedizinische Untersuchung)
4. Beratung bei evtl. identifizierten Auffälligkeiten, sowie Planung und Bespre- chung weiterer notwendiger Behandlungsoptionen
5. Evtl. notwendige individuelle/optionale Ergänzende Untersuchungen
6. ausführliches Abschlussgespräch mit Erörterung der Untersuchungsergebnisse und Aufstellung eines individuellen Gesundheitskonzeptes und einer Beratung im Hinblick auf die gesundheitliche Vorbeugung

2.1. Zielgruppen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt gemäß der Chronikerre- gelung § 62 SGB 510 (s. Anhang Abb. 1), Frauen und Männern ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre den gründlichen Check im Rahmen des gesetzlichen Vorsorgeprog- ramms.11 Entsprechend richtet sich das Angebot sogenannte Check-Up Kliniken, wie explizit unter Punkt 2 definiert, an diese Zielgruppe. Kassenpatienten, die als Selbstzah- ler einen kompletten oder ergänzenden Check-Up wünschen, Risikopatienten mit Vorbelastungen (Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, etc.) und Chronisch kranke Patienten, aber vor allem auch Privatpatienten bilden das Hauptklientel derartiger Präventivkliniken. Desweiteren liegt der Fokus auf der umfassenden Arbeitsmedizini- schen Versorgung großer Unternehmen in Form von Manager-Check-Ups. Ein weiterer, immer wichtiger werdender Punkt, ist die gezielte Ansprache von Patienten aus dem Ausland. Die wachsende Nachfrage nach medizinischen Leistungen aus Deutschland ist besonders aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie aus Russland zu beobachten. Oft werden Check-Up Leistungen vor einer stationär-klinischen Aufnahme, zum Zwecke der Abklärung des allgemeinen gesundheitlichen Befundes und eines Risiko- profils, in Anspruch genommen.12

2.2. Anforderungen an die technische und medizinische Ausstattung

Wie unter Punkt 2 bereits kurz angeschnitten, bedarf es zur optimalen Abdeckung einer ambulanten Präventivmedizinischen Untersuchung einer hohen technischen medizinischen Ausstattung, sowie einem interdisziplinären medizinischen Know-How von Fachärzten und -Personal.

Technik - Kliniken und Praxen dieser Art, verfügen in der Regel über die gesamte Bandbreite der durch die moderne Forschung zur Verfügung stehenden diagnostischen Technik. Folgend wird die für eine Check-Up Klinik wichtigste Ausstattung aufgeführt: internistische Labordiagnostik, Elektrokardiograph (EKG-Gerät), Farbdoppler- Sonograph, Echokariograph, Gastroendoskop, Rektal-Koloskop, Sonograph, Spiromet- rie/Ergospirometrie-Gerät, Orthopädischer Untersuchungstechniken, Elektromyografie (EMG), Angiografie (Gefäß-MRT), Renograph, Röntgengeräte, Magnetresonanztomog- raph (MRT-Gerät), Computertomograph (CT-Gerät), HNO-Vorsorge-Technik.

Know-How - Zur Bedienung dieser hochkomplexen medizinischen Gerätschaften und Techniken, sowie zur bestmöglichen integrierten Behandlung und Versorgung des Patienten bedarf jede Check-Up Klinik einem gewissen Mindestmfang fachmedizini- scher Disziplinen: Internisten (Ärzte für Innere Medizin), Neurologen, Radiologen, Kardiologen, Labormediziner (Chemiker, Pathologen, Biologen, Fachmediziner). Weitere Fachärztliche Unterstützung bieten, ja nach Leistungsumfang der Check-Up Pakete, u.a. Gynäkologen und Urologen, Orthopäden, HNO-Mediziner, Augenärzte, Dermatologen und Zahnmediziner. Zusätzlich ergänzendes Know-How wird durch Ökotrophologen, Physiotherapeuten, Sportmediziner und Homöopathen komplettiert.13

3. Medizinische Programme von Check-up Kliniken

Nachdem unter Punkt 2 die Terminologie „Check-Up Klinik“ geklärt, und ein kurzer Überblick über die Zielgruppen und die Ausstattung gegeben wurde, wird nachfolgend detaillierter auf die einzelnen medizinischen Untersuchungsleistungen eingegangen. Das gesamte Leistungsspektrum lässt sich in Basisprogramme und spezifische Check-Up- Programme aufteilen. Bei den Basisprogrammen sind die Hauptleistungen in den Check-Up Paketen der einzelnen Kliniken weitestgehend identisch, während bei spezifischen Check-Up Formen in Abhängigkeit von der Größe und Ausstattung einer Klinik sehr spezielle medizinische Zusatzleistungen zu den Basisprogrammen angeboten werden.

3.1. Basisprogramme

Das Ziel von Früherkennungsuntersuchungen, wie z.B. dem Basischeck, liegt primär in der Suche nach evtl. vorhandenen Krankheiten und zur Abklärung des allgemeinen, gegenwärtigen Gesundheitszustandes, durch eine umfassende Vorsorgediagnostik und eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen (Primär- und Sekundärdiagnostik). Abhängig von der Größe der jeweiligen Klinik lässt sich grundsätzlich ein für alle Kliniken gängiges Basis-Check-Up Programm definieren. Aus allen Paketen wird folgend ein generell für alle Kliniken geltendes Check-Up Paket gebildet. Es besteht zunächst aus den unten aufgelisteten Untersuchungsbausteinen (s. Abb. 1):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Medizinisches Leistungsangebot eines üblichen Basis Check-Ups

Quelle: Eigene Darstellung.

[...]


1 Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.), 2009

2 Vgl. Ärztekammer Nordrhein (Hrsg.), 2010

3 Vgl. Deutsches Ärztebaltt, (Hsrg), EB, 2007

4 World Health Organization (Hrsg.), 2010

5 Vgl. Gesundheits-Check-Up, 2010

6 Vgl. Gesundheits-Check-Up, 2010

7 Vgl. Gesundheitsportal der Deutschen Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention (DGNP) e. V. (Hrsg.), 2010

8 Vgl. DGNP e. V. (Hrsg.), 2010

9 Vgl. DGNP e. V. (Hrsg.), 2010

10 Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.), 2010

11 Vgl. MedFührer GmbH (Hrsg.), 2010

12 Vgl. Diagnoseklinik München Homepage (Hrsg.), 2007

13 Vgl. Praxisklinik für Diagnostik und Präventivmedizin Bornheim (Hrsg.), 2010

Details

Seiten
31
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640775699
ISBN (Buch)
9783640775637
Dateigröße
946 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159104
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
1,0
Schlagworte
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